China Fahui | Briefe aus dem Gefängnis zeigen sowohl die Würde des Dafa als auch die Schrecken der Verfolgung - Teil 3

(Minghui.org)

Teil 1: http://de.minghui.org/artikel/76884.html

Teil 2: http://de.minghui.org/artikel/76885.html

Auszug: Meine Erklärung der wahren Umstände war Energie, welche die Dämonnatur unterdrückte und mich befähigte, eine potenzielle Trübsal zu überwinden. Die Erklärung der wahren Umstände ist nicht nur der Schlüssel zur Überwindung von Widerwärtigkeiten, sondern auch eine Kostbarkeit, um Lebewesen zu erretten.

Der zweite gemeinsame Appellbrief

Ich gelangte zu der Erkenntnis, dass jede Situation unter der Kontrolle des Meisters steht. Und auch bei der Verfolgung, die ich ertrug, hatte der Meister das endgültige Sagen.

Das Zwangsarbeitslager heuerte einen neuen Direktor an. Er war ein groß gewachsener Mann und etwa 50 Jahre alt. Um für das Arbeitslager Profit zu erzielen, machte er einen Investor ausfindig und ließ eine Fabrik mit über 50 Maschinen bauen, um Handschuhe herzustellen. Der Investor verlangte, dass die Arbeit ausschließlich von Falun Gong-Praktizierenden gemacht wurde.

Einmal führte der neue Direktor mehrere Beamte der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) durch die Fabrik. Ich nutzte diese Gelegenheit, ihm einen zweiten gemeinsamen Appellbrief zu überreichen. Er fragte mich: „Was ist das?“ Ich erwiderte: „Während der Mittagspause wurde der stellvertretende Chef der Strafgefangenen erwischt, wie er seine Hand in die Tasche eines Praktizierenden steckte. Er behauptete, es sei Papier in der Tasche und der Praktizierende habe versucht, Informationsmaterial über Falun Gong zu verbreiten. Der Praktizierende sagte, dass der Strafgefangene tatsächlich versucht hätte, seine Tasche zu nehmen und dass er wegen des gleichen Vergehens schon dreimal zuvor überführt worden war. Der diensthabende Wärter untersuchte den Vorfall nicht einmal und steckte den Praktizierenden direkt in Einzelhaft. Morgen früh wird zur Frühstückszeit ein Hungerstreik beginnen. Details entnehmen Sie bitte dem Appellbrief.“ Er sagte zu mir: „Ich werde auf Sie zurückkommen.“

Nach etwa zwei Stunden wurde mir mitgeteilt, dass der Direktor unter dem großen Weidenbaum auf mich wartete. Ich ging dorthin und setzte mich. Der Direktor sagte: „Der Praktizierende ist nun wieder zurück in seiner Abteilung. Ich habe den Wärter gemaßregelt. Er hat seine Befugnisse überschritten. Ohne meine Genehmigung darf niemand in Einzelhaft genommen werden. Ich danke Ihnen für Ihre rechtzeitige Meldung. Andernfalls hätten wir einen großen Verlust erlitten.“

Ich fragte ihn: „Warum will die Handschuh Fabrik nur Praktizierende für diese Arbeit? Hat es damit zu tun, dass Praktizierende sich an Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit, Nachsicht orientieren und gute Menschen sind? Jeder weiß, dass Jiang Zemin aus persönlichem Neid die Verfolgung von Falun Gong initiierte. Er sorgte sich nicht um die Menschen.“ Er schaute auf die Uhr und sagte: „Ich muss gleich zu einem Meeting. Reden wir doch später.“ Er eilte davon.

Obwohl es den Anschein hatte, als ob der Direktor ein Gefühl für Gerechtigkeit hätte, war er in Wirklichkeit täuschend und manipulativ. Als wir redeten, dankte er mir, aber am Abend hielt er ein Meeting ab, um einen Weg zu finden, wie er mich loswerden könnte.

Am nächsten Morgen wurde ich gegen 5 Uhr vom Polit-Instrukteur der 5.Abteilung geweckt. Er wies mich an, meine Habseligkeiten zusammenzupacken und mich zum Abtransport bereitzuhalten. Ich fragte: „Wohin?“ Er erwiderte: „Wir werden Ihnen das mitteilen, wenn es Zeit ist.“ Er sagte auch: „Sie werden in der neuen Direktoren Limousine fahren. Die Leiter Nr. 1 und 2 werden Sie begleiten. Das gab es noch nie. Ihre Situation kann nur besser werden.“ Ich sagte: „Danke für Ihre freundlichen Worte.“

Als wir zum Frühstücken anhielten, fragte ich: „Warum bringen Sie nur mich weg?“ Der politische Kommissar antwortete: „Wir denken, dass es gut ist, Sie von den anderen Praktizierenden zu trennen. Es ist gut für uns alle.“ Mir war klar, dass sie sich davor fürchteten, dass wir Praktizierende einen Körper bilden! Aus diesem Grunde wollten sie uns trennen.

Nach einer Stunde trafen wir in der Lobby des Justizdezernats der Provinzebene ein. Der Direktor und der Manager gingen, um die Genehmigung für meinen Transfer zu bekommen, während der Kommissar mit mir im Fahrzeug wartete.

Vierzig Minuten später kam der Direktor zurück. Er sah unglücklich aus. Er sagte: „Wir hatten bereits vor dieser Fahrt eine Übereinkunft erzielt, dass es nur 10 Minuten dauern würde, um den Transfer in die Stadt Jiutai (Provinz Jilin) zu bewerkstelligen. Nun ist es geändert worden und er wird in das „erweiterte“ Arbeitslager unter der direkten Leitung der Provinz gebracht. Aber es hat sich verzögert. Das „erweiterte“ Arbeitslager weigert sich, ihn aufzunehmen. Alle Praktizierenden dort sind in die „Falun Gong (Verfolgungs-)Basis“ verlegt worden. Die Provinz arbeitet nun an einer Lösung.“

Der Kommissar schaute mich an und sagte: „Das „erweiterte“ Arbeitslager ist ein guter Platz. Unterkunft und Unterhaltung dort sind erstklassig, fast so gut wie in einem Hotel.“ Er dachte, ich wäre glücklich, das zu hören, doch ich reagierte nicht auf seinen Kommentar. Er schwieg und sagte nichts weiter.

Es verging eine weitere Stunde, bis der Manager schließlich zurückkam. Die Genehmigung, mich in das „erweiterte“ Arbeitslager zu bringen, war erteilt. Der Direktor schaute mich mit einem verlegenen Lächeln an und sagte zu den anderen Männern: „Letztlich hat es jeden Tag Überraschungen gegeben. Gestern gab mir der alte Mann (mich meinend) einen Appellbrief. Ich war schockiert und konnte es nicht glauben. Der heutige Transfer war nicht leicht. Es war auch nicht, was ich erwartet hatte.“

Dann blickte er zu mir und sagte: „Meine Gratulation! Das „erweiterte“ Arbeitslager ist ein Platz, wo Sie ein Pensionärs-Leben führen können! Bleiben Sie an Ort und Stelle. Seien Sie nicht so neugierig. Sie sind ohnehin schon so alt.“ Der Kommissar fügte hinzu: „Unser Direktor sagt dies zu Ihrem Vorteil!“

Ich legte meine Handflächen zusammen und dachte: „Verehrter Meister, ich werde die drei Dinge am neuen Platz besser machen und meine historische Mission erfüllen, um Ihrer Errettung wert zu sein.“

Später, als Praktizierende über diesen Vorfall reflektierten, erkannten wir, dass unser „Ein-Körper“ das war, was die Übeltäter am meisten fürchteten. Im Huanxing Zwangsarbeitslager in der Stadt Jilin, bildeten Praktizierende einen sehr kraftvollen Körper. Sie widersetzten sich effektiv der Verfolgung und erschütterten das Böse. Aufgrund dessen wurden die fleißigen Praktizierenden in unterschiedliche Arbeitslager gebracht. Wohin sie auch gebracht wurden, arbeiteten sie gut mit anderen zusammen, um das Böse zurück zu drängen und zu beseitigen. Die 100% „Transformationsrate“ des Zwangsarbeitslagers wurde zu einer 100%igen Wiederaufnahme der Kultivierung. Die Übeltäter waren erschrocken und verlegten sie erneut an einen anderen Ort.

Briefe schreiben, um Dafa zu bestätigen und Strafgefangenen helfen, die Wahrheit zu verstehen

Das „erweiterte“ Arbeitslager“ unterschied sich von den anderen Arbeitslagern, in welchen ich bisher eingesperrt war. Ich verlor das Gruppenumfeld und fühlte mich allein in der grausamen und unterdrückenden Umgebung. Aber dann erinnerte ich mich, dass es nichts zu fürchten gibt, solange der Meister und das Fa bei mir sind. Ganz gleich wohin wir kommen, erfüllen wir unser Gelübde. Wir decken die Verfolgung auf und erklären was Falun Gong wirklich ist. So erretten wir Lebewesen.

Vier Strafgefangene wurden eingeteilt, mich 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche zu überwachen: zwei morgens und zwei nachmittags. Am Abend wurde ich von einem in der ersten Hälfte der Nacht und von einem anderen in der zweiten Hälfte der Nacht überwacht. Es gab überhaupt keinen persönlichen Raum für mich. Selbst wenn ich in die Cafeteria ging, nahmen mich die Bewacher zwischen sich. Sie hielten sogar meine Arme fest, aus Angst, ich könnte fliehen.

In den ersten beiden Arbeitslagern erlebte ich nicht diese Art von Verfolgung. Obwohl das Umfeld in den anderen Arbeitslagern böse war, hatte ich dennoch meinen persönlichen Raum. Dann dachte ich: „Warum verhalten sich die Insassen auf diese Weise? Was ist die Kernfrage? Wie kann ich sie dazu bringen, ihr Verhalten zu ändern?“

Der Meister sagte:

„Die Erklärung der wahren Umstände ist der allmächtige Schlüssel“(Li Hongzhi, Fa-Erklärung auf der Fa-Konferenz in Atlanta 2003, 29.11.2003)

Ich begriff, dass ich ihnen die Fakten über Dafa und die Verfolgung erklären sollte, sobald sich dazu eine Gelegenheit bieten würde.

Ständig wurden wir aufgefordert, „Gedankenberichte“ zu schreiben und so nutzte ich diese Gelegenheit, um die Wahrheit zu erklären. Jede Woche wählte ich ein Thema zur Diskussion aus und fokussierte mich auf die Erklärung von ein oder zwei Fakten. Jedes Mal, wenn die Verurteilten Strafgefangenen meine „Gedankenberichte“ lasen, schienen sie davon zu profitieren.

Oft konnte man den Abteilungschef wegen seiner Magenschmerzen gekrümmt dasitzen sehen. In der Woche meiner Ankunft schrieb ich ihm einen langen Brief. Ich schilderte ihm aus Kultivierungssicht, warum Menschen unter Krankheiten leiden und warum Kultivierende keine Krankheiten haben. Ich schilderte ihm, worin sich die Heilung im Krankenhaus und die mit Qigong ähnelten und worin sie sich unterschieden. Ich schrieb auch über Volksrezepte und Diät, die ich in Zeitungen und Magazinen gelesen hatte. Ich schloss den Brief mit Informationen über Falun Gong und die Verfolgung.

Zuerst mussten meine Bewacher den Brief genehmigen, bevor er dem Abteilungsleiter gegeben werden durfte. Die beiden konnten sich aber nicht einigen: Einer dachte, es sei gut, dem Chef den Brief zu übergeben, während der andere dagegen war. Der Befürworter verstand, worüber ich schrieb. Für ihn war die Darstellung aus Kultivierungssicht eine Theorie auf höheren Ebenen, die mit der Volksmedizin vereinbar war.

Ich erzählte ihm, dass Karma und Tugend kein Aberglaube seien, sondern wirklich existieren. Die modernen Wissenschaften hätten bereits die elektronischen Gehirnwellen entdeckt und diese sind sogar noch mikroskopischer als Partikel. Obwohl unser bloßes Auge sie nicht sehen kann, existierten sie wirklich. Dieser Bewacher verstand, was ich sagte und vertraute mir. Er genoss es, verschiedene Dinge mit mir zu diskutieren. Er sagte: „Durch die Gespräche mit dir verstehe ich mehr als damals in der Schule. Wenn ich das früher gewusst hätte, was du mir erzählt hast, wäre ich sicher nicht hier.“

Der Abteilungschef las meinen Brief und konnte es annehmen. Nach einiger Zeit saß er nicht mehr so gekrümmt da, wie zuvor. Er wurde entspannter in meiner Nähe und er grüßte mich oft.

Kurze Zeit darauf schrieb ich ihm einen zweiten Brief. Ich konzentrierte mich darauf, die wahren Umstände über Falun Gong und die Verfolgung tiefgehend zu erklären. Ich schrieb etwa 6000 Worte. Inzwischen waren die Bewacher zu meinen Freunden geworden und sie mischten sich nicht mehr ein. Der Abteilungsleiter veränderte sich auch. Er sagte zu den Wärtern: „Schaut diesen alten Mann an! Er ist über 60 Jahre alt und hat keine Krankheiten. Ich sehe nicht, dass er irgendwelche Medikamente einnimmt. Ich habe eine Menge Krankheitsprobleme und bin noch nicht einmal 50 Jahre alt! Wenn ich in Pension gehe, werde ich Falun Gong praktizieren.“

Ich schrieb auch einen langen Brief an meinen Sohn und an meine Tochter, mehr als zehn Seiten. Ich schrieb ihnen, wie ich unterrichtet und aufgezogen wurde, was uns unsere Vorfahren in Bezug auf gute Taten vollbringen und Tugend anzusammeln lehrten. Wie meine Eltern Buddhismus praktizierten, über meine Erfahrungen in der Armee und wie ich anfing, Falun Gong zu praktizieren. Ich fokussierte mich darauf, wie man ein guter Mensch sein soll und wie ich durch das Praktizieren von Falun Gong eine gute Gesundheit erlangte.

Alle meine vier Bewacher lasen die Briefe und waren gerührt. Außer ihnen lasen auch fast alle anderen Insassen meine Briefe. Einer sagte zu mir: „Keiner, nicht einmal meine Eltern, haben mir all die Dinge, die du in diesem Brief geschrieben hast, beigebracht. Wenn ich das in der Schule schon gelernt hätte, wäre ich absolut nicht hier drin gelandet.“ Er wollte, dass ich sein Patenonkel würde, traute sich aber nicht, darum zu bitten. Ich sagte zu ihm: „Du bist nun definitiv in meiner Familie. Ich kann dir helfen, Briefe nach Hause zu schreiben, wenn du das nicht kannst.“

Danach passte der Insasse A gut auf mich auf. Er wusste, dass ich gerne Tee mag und so besorgte er mir eine Thermoskanne. Im Sommer gab er mir ein Kissen und eine Matte. Tagsüber, wenn die meisten Gefangenen sich aufstellten, um in der Druckerei zu arbeiten, schloss er mich im Übungsraum ein. Auf diese Weise konnte ich das Fa lernen und die Falun Dafa Übungen praktizieren, ohne gestört zu werden. Nach genau zwei Stunden, schloss er die Tür wieder auf. Abends schlief er zu meinen Füßen, während ich die Sitzmeditation machte.

Meine Tage im Zwangsarbeitslager bestanden in dem einen Jahr und vier Monaten, die ich dort zubrachte, aus Übungen machen, Fa-Lernen und Erklären der Fakten.

Die straffällig gewordenen Insassen arrangierten, dass mich im monatlichen oder zweimonatlichen Wechsel nur einer zur selben Zeit überwachte. Wenn ein neuer Bewacher kam, brachten ihm die anderen Drei dies bei und innerhalb der ersten Woche kannte er dann die Fakten. Die Erklärung der wirklichen Begebenheiten bezüglich Falun Gong und die Bestätigung des Fa durch meine Worte und Handlungen half ihnen, bessere Menschen zu werden und schufen ein besseres Umfeld für mich.

Ich verstand die Worte des Meisters:

„Der Weg, den ein Dafa-Jünger gegangen ist, ist eben eine großartige und glänzende Geschichte. Diese Geschichte wird mit Sicherheit durch eigenes Bezeugen und Erkennen erschaffen.“(Li Hongzhi, Der Weg, 23.09.2001, in: Essentielles für weitere Fortschritte II)

Die Aufklärung der Menschen über die Zusammenhänge ist entscheidend

Der Meister sagte in „Was ist ein Dafa-Jünger“:

„Ob du es gut machst, ob dich die Verfolgung treffen kann, ob du aufrichtig handelst und wie schlimm dich die Verfolgung trifft, das alles hat mit dem Weg, den du gehst und den Dingen, an die du denkst, direkt zu tun. Das ist für die Dafa-Jünger äußerst schwer. Denn die Dafa-Jünger sind selbst auch dabei, aus der kompliziertesten Umgebung dieser Endzeit herauszugehen und sich herauszukultivieren.“ (Li Hongzhi, „Was ist ein Dafa-Jünger“. Fa-Erklärung in New York 29.08.2011)

Ich erinnerte mich an diese Fa-Erklärung, als ein anderer Abteilungsleiter, der mit der Verfolgung von Falun Gong-Praktizierenden beauftragt war, versuchte mich „umzuerziehen“.

Der Abteilungschef beorderte mich in sein Büro. Sein Spitzname war „Silberzunge“, weil er dafür bekannt war, redegewandt und kaltblütig zu sein.

Als ich in sein Büro eintrat und mich hinsetzte, dachte ich: „Es ist ganz gleich ob du ‚Silberzunge‘ oder ‚Eiserne Zunge‘ heißt, ich will dir einfach die wahren Begebenheiten erklären. Das ist der Schlüssel für die Eliminierung der Arrangements der alten Mächte und die Kommunikation von Herz zu Herz.“

Beiläufig fragte er mich, wie ich begonnen hätte, Falun Gong zu praktizieren. Ich fragte ihn: „ Sie planen nicht meine Worte gegen mich zu verwenden, oder?“ er sagte: „Ich mag euch Leute aus der Provinz Shandong. Ihr seid einfach und ehrlich. Sagen Sie mir doch nur, was Sie zu sagen haben.“

Ich erzählte ihm, dass meine Familie Buddhisten waren, die Wert auf das Vollbringen guter Taten legten, um dafür im nächsten Leben belohnt zu werden. Und dass es einen Freund in der Armee gab, der mir die Falun Dafa Übungen beigebracht hätte. Und wie ich mich von meiner Leberkrankheit erholte, nachdem ich die Praktik gelernt hatte. Und dass ein halbes Jahr später mein Sehvermögen besser geworden war und ich keine Brille mehr benötigte. Er hörte mir aufmerksam zu und so erklärte ich ihm mehr. Über Reinkarnation, wie lächerlich der Atheismus ist, über die Großartigkeit von Dafa und über Szenen, die ich mit meinem Himmelsauge gesehen hatte. Er interessierte sich immer mehr.

Ich erzählte ihm auch, dass ich viermal nach Peking gegangen war, um für Falun Dafa zu appellieren und zwei Mal festgenommen wurde. Dass ich durch den Schutz des Meisters jedoch nicht in die Polizeistation meiner Heimatstadt transportiert, sondern freigelassen wurde. Dann erläuterte ich ihm die Lüge der initiierten Selbstverbrennung, den Appell vom 25. April und die Mordfälle, welche das chinesische Regime benutzte, um Falun Gong zu verleumden und vieles mehr.

Er fragte mich: „Wie kamen sie denn in die KPCh?“ Ich erklärte ihm, dass die Partei abstrakte Konzepte entwickelte, wie die „Chinesischen Charakteristiken des Kommunismus“, um Menschen zu täuschen. Ich sagte: „Von Anfang an war der Kommunismus nur eine Hypothese. Auf der ganzen Welt, wird auf den Kommunismus herabgesehen. Der Himmel wird ihn eliminieren. Dies ist nur eine Frage der Zeit. Viele fähige Wissenschaftler haben sich später der Religion zugewandt. Sie realisierten, dass nur der Glaube an das Göttliche die Wahrheit erkennen kann. Reinkarnation und Vergeltung gibt es tatsächlich.“

Ich redete zweieinhalb Tage lang mit ihm. Am Ende sagte er: „Dadurch, dass ich Ihnen zuhörte, habe ich eine Menge gewonnen! Viele Menschen haben mir darüber nichts erzählt, weil sie sich fürchteten. Ich weiß nicht warum, doch Ihre Ehrlichkeit und Einfachheit haben mich gerührt. Sie sind so unschuldig und rein, wie ein Kind. Ich befinde mich nun in einem Konflikt, weil ich Sie „umerziehen“ soll. Doch ich habe nicht das Herz, Sie zur Aufgabe Ihres Glaubens zu zwingen. Ich möchte Ihnen zu Ihrer eigenen Sicherheit sagen, erzählen Sie anderen nicht, was Sie mir mitgeteilt haben.“

Später dachte ich darüber nach, warum er sich mir gegenüber anders verhalten hatte. Der Meister sagte:

„Es existieren zwar die alten Mächte, aber wenn du dieses Herz nicht hast, können sie nichts machen. Wenn du sehr starke aufrichtige Gedanken hast, sind die alten Mächte ratlos.“ (Li Hongzhi, Fa-Erklärung auf der Fa-Konferenz 2002 in Philadelphia in den USA, 30.11.2002)

Ich hatte damals nicht den Gedanken, dass er gekommen war, um mich „umzuerziehen“. Ich dachte einfach, dass ich ihm die wahren Zusammenhänge erklären sollte.

Meine Erklärung der wahren Umstände war Energie, welche die Dämonnatur unterdrückte und mich befähigte, eine potenzielle Trübsal zu überwinden. Die Erklärung der wahren Umstände ist nicht nur der Schlüssel zur Überwindung von Widerwärtigkeiten, sondern auch eine Kostbarkeit, um Lebewesen zu erretten.

Der Meister hat das letzte Wort

Etwa eine Woche später war das chinesische Neujahr. Ich hatte zusätzliche drei Monate im Zwangsarbeitslager zugebracht, aber noch nichts über meine Entlassung gehört. Ich suchte den Abteilungsleiter auf, um nach einer Überprüfung zu fragen. Er sagte, er werde nachschauen.

Sobald er wegging, packte mich der diensthabende Strafgefangene und schrie: „Ich könnte dich einfach verprügeln! Ist das hier dein Zuhause? Wie konntest du ohne meine Erlaubnis mit dem Chef sprechen?“

In meiner Abteilung gab es über 20 Leute. Sie sagten alle, ich sei zu naiv. Ein früherer Praktizierender, der sich zwischenzeitlich auf einen bösen Weg begeben hatte, sagte: „Du hast das Fa nicht gut genug gelernt. Erinnerst du dich nicht mehr? Je mehr du daran anhaftest, desto weniger wirst du es bekommen! Ganz abgesehen davon bist du noch nicht „umerzogen“. Ich bin auch ein halbes Jahr nach meiner „Umerziehung“ immer noch hier. Manche sind sogar nach einem Jahr immer noch hier. Warte einfach ab!“ Ich glaubte daran, dass ich nicht länger eingesperrt sein sollte. Ich begriff, dass die „umerzogenen“ Praktizierenden den Eigensinn der Angst hatten und somit nicht der Würde eines Dafa-Praktizierenden entsprechen konnten.

Drei Tage vor dem chinesischen Neujahr besuchte mich meine Frau und brachte mir einige Neujahrs Snacks. Während wir im Familienbesuchsraum miteinander zu Mittag aßen, brachte ein Wärter die Entlassungsmitteilung und bat meine Frau diese beim örtlichen Büro 610 vorzulegen.

An diesem Abend verteilte ich die Snacks und wünschte allen vorzeitig ein gutes Neujahr. Die Mitpraktizierenden freuten sich alle für mich. Der „umerzogene“ Praktizierende legte eine Pause ein und sagte: „Deine Situation hat mir den Verstand geöffnet. Ich hätte nie gedacht, dass man, ohne „umerzogen“ zu werden, freigelassen wird. Das ist zuvor noch nie passiert. Meist können die Leute sechs Monate oder ein Jahr nach ihrer `Umerziehung´ nach Hause gehen. Meine Gedanken entsprechen nicht mehr der aktuellen Situation. Ich muss sie ändern.“

Ich sagte zu ihm: „Es ist die Frage, ob man über die Situation auf dem neuesten Stand ist oder nicht. Ich erkenne einfach ihre Regeln nicht an. Erinnere dich daran, dass der Meister das letzte Wort hat. Vermische nicht die Widerspiegelung des Eigensinns mit den Arrangements der alten Mächte. Andernfalls wirst du nicht in der Lage sein, die Verfolgung zu verneinen. Alle unsere Gedanken müssen im Fa sein.“ Er nickte zustimmend.

Am nächsten Tag kam meine Frau wieder. Ein Wärter begleitete uns, um die erforderlichen Stempel für den Entlassungsschein zu bekommen. Alles verlief glatt, bis zu dem Schritt, die Bescheinigung zum Verlassen des Arbeitslagers zu erhalten. Der Diensthabende sagte, ich könne nicht weggehen, bevor nicht ein Vertreter des örtlichen Büro 610 da sei, um die Entlassung vorzunehmen.

Meine Frau war besorgt , den Bus nach Hause zu verpassen. Sie bat: „Kann ich für seine Entlassung garantieren? Möchten Sie meinen Ausweis behalten?“ Der Angestellte erwiderte: „Lassen Sie mich einen Anruf machen.“ Als er das Gespräch beendet hatte, sagte er zu ihr: „Sie sind eine vorbildliche Arbeiterin! Diesmal werde ich mich darum kümmern.“

Der Wärter verabschiedete uns und sagte: „Sie haben so viel Glück! Nach meiner Erfahrung sind Sie ein Ausnahmefall. Sie haben in diesem Zwangsarbeitslager zwei ‚Erstfälle‘ geschaffen.“ Meine Frau fragte: „Was für Erstfälle?“ Er sagte: „Ihr Mann ist der Erste, der entlassen wird, ohne die drei Erklärungen geschrieben zu haben. Er ist auch der Erste, der ohne einen Vertreter des Büro 610 entlassen wird. Das ist nicht etwas, was jeder schaffen kann. Kommen Sie ja nicht wieder zurück!“

Zwei Jahre und drei Monate, insgesamt 810 Tag in Haft. Wie hätte ich ohne den Schutz des Meisters überleben können? Wie viel hat der Meister für mich ertragen? Ich kann mich nur ermahnen, meine historische Mission zu erfüllen und dass ich ein Dafa-Jünger in der Zeit der Fa-Berichtigung bin, der die drei Dinge gut zu machen hat, um dem Meister etwas für seine grenzenlose Gnade zurückzuzahlen.

Der Meister sagte:

Verrückt, bösartig, der Wind vier Jahre heult
Das Steuer beherrscht, die Richtung nicht irregeführt
Dafa-Jünger in dämonischen Schwierigkeiten
Großer Druck den Willen nicht ändert
Meister und Jünger von Gefühlen nicht sprechen
Buddhas Gnade schmilzt Himmel und Erde
Wenn aufrichtiger Gedanke der Jünger ausreicht
Der Meister hat die Kraft, zum Himmel zurück zu führen“
(Li Hongzhi, Gnade von Jünger und Meister, 01.02.2004; in: Hong Yin II

Letztendlich verstand ich durch die zwei Jahre Haft in vier verschiedenen Zwangsarbeitslagern, dass wir alles überwinden können, solange wir wirklich an den Meister und das Fa glauben und die Anforderungen des Meisters und des Fa erfüllen.

Ganz gleich wo wir sind, sollen wir die Verfolgung aufdecken, effektiv die Tatsachen erklären und Lebewesen erretten. Lasst uns unseren Weg der Kultivierung wertschätzen und unserer Verantwortung und Mission bewusst sein!

Vielen Dank, verehrter Meister!
Vielen Dank, Mitpraktizierende!