(Minghui.org) Zwei Praktizierende und ich gingen am 25. Juni 2015 zur Post, um unsere Strafanzeigen gegen den ehemaligen chinesischen Diktator Jiang Zemin versenden zu lassen.

Als wir an der Post ankamen, waren bereits sieben oder acht Praktizierende dort. Nachdem ich die Adressdaten auf den Umschlag geschrieben hatte, half ich einer anderen Praktizierenden dabei das Adressfeld auszufüllen. Während wir dies taten, sagte der Postangestellte uns jedoch plötzlich, dass er unsere Post nicht bearbeiten würde.

Er öffnete sogar meinen verschlossenen Umschlag und gab mir das Dokument zurück. Als die Praktizierenden das sahen, verließen mehrere die Post ohne ihre Briefe zu verschicken.

Doch drei von uns tauschten unsere Gedanken aus und beschlossen, dass wir nicht so einfach aufgeben sollten. Immer wenn wir ein Problem sehen, sollten wir den Menschen die wahren Umstände über die Verfolgung erklären. Wir befinden uns an einem kritischen Punkt der Erhebung von Strafanzeigen gegen Jiang Zemin.

Also gingen wir zum Schalter und fragten, warum er unsere Post nicht angenommen hätte. Der Postangestellte bat uns daraufhin mit seiner Vorgesetzten im vierten Stock darüber zu sprechen.

Als wir einen Mitarbeiter im Flur des vierten Stocks trafen, wollte er wissen, warum wir die Vorgesetzte sehen wollten. Nachdem wir es ihm erklärt hatten, verlangte er, dass wir ihm die Dokumente zeigten, die wir verschicken wollten.

„Es sind Briefe an das Oberste Gericht“, sagte ich. „Wir können sie nicht jedem zeigen.“ Er bestand dann auch nicht weiter darauf, sie zu lesen und rief die Vorgesetzte herbei.

Wir erzählten der Vorgesetzten, dass der Postangestellte am Schalter sich geweigert habe, unsere Briefe zu verschicken. Sie sagte, dass sie prinzipiell alle Postsendungen akzeptieren würden, solange es sich dabei nicht um gefährliche Waren wie Sprengstoff oder ähnliche Dinge handle.

Ich bat sie, den Postangestellten im Erdgeschoss anzurufen und ihm das zu sagen. Danach gingen wir zurück zum Schalter und verschickten unsere Dokumente.

Rechte versus Errettung

Als wir auf den Vorfall zurückschauten, fanden wir unsere Mängel: Als erstes hatten wir im Herzen Angst und gaben zu schnell auf, sobald wir mit einer Schwierigkeit konfrontiert waren. Zweitens kannten wir uns nicht mit den Gesetzen aus.

Deshalb scheint es, dass wir uns über die folgenden Punkte klarer werden müssen:

1. Bürger haben das Recht frei zu kommunizieren. Dieses Recht sollte nicht verletzt werden. Postangestellte haben kein Recht sich zu weigern unsere Dokumente zu verschicken, solange der Inhalt nicht gegen das Gesetz verstößt.

2. Die Dokumente, die wir an die Oberste Volksstaatsanwaltschaft und das Oberste Gericht schicken, sind vertraulich. Postangestellte haben kein Recht den Inhalt einzusehen.

3. Niemand hat das Recht, für uns zu entscheiden gegen wen wir Strafanzeige erstatten und gegen wen nicht. Nach dem Gesetz können nur Gerichte entscheiden, ob wir die Strafanzeigen weiterführen können oder nicht.

4. Postangestellte verletzen unser Recht auf freien Briefverkehr und das Recht Beschwerden und Appelle einzureichen, wenn sie sich weigern unsere Briefsendungen zu verschicken. Wenn sie so etwas tun, behindern sie eine effektive Kontrolle der Strafvollzugsbehörden.

Dieser Vorfall wirft eine Frage auf: Wenn wir so einfach aufgeben, die Dinge zu tun, die wir unbedingt tun sollen, wie können wir dann die Verfolgung beenden?