(Minghui.org) Vor ein paar Jahren kam ich von China nach Deutschland. Mit der Hilfe meiner Mitpraktizierenden hier beantragte ich politisches Asyl. Vom Fa her wusste ich, dass es dringend war, Menschen zu erretten und dass der alte Kosmos bald beendet sein und für alle Lebewesen hier die letzte Chance bestehen würde. Außerhalb Chinas ist die Situation nicht so streng wie in China und man muss sich hier noch mehr Mühe geben, um Menschen zu erretten. Aber mein Herz war nicht rein. Ich dachte immer negativ über das politische Asyl, war voller Selbstkritik und fühlte mich minderwertig, weil ich nicht mit den Mitkultivierenden in China bis zum letzten Schritt durchgehalten hatte. Deshalb kam ich mir vor wie ein Drückeberger und fühlte mich schuldig. Ich vermied es, mit den Praktizierenden über meinen Asylantrag zu sprechen. Ich schloss mein Herz, um mich zu schützen und so konnte ich nicht offen und aufrichtig sein. Außerdem hatte ich Angst, dass mein Asylantrag abgelehnt werden würde. Manchmal schöpfte ich alles aus, um Dafa-Arbeit zu machen, so als ob ich meine Sünden zurückzahlen und die Anerkennung anderer gewinnen wollte.

Asylantrag abgelehnt, Grund liegt im Inneren

Nach zwei Jahren bekam ich eine Ablehnung meines Asylantrags. Wie konnte das denn sein?! Aber wenn ich mit ruhigem Herzen überlegte, verstand ich: Natürlich – es konnte ja nur so sein. Das alles war auf mein Herz zurückzuführen - meine unaufrichtigen Gedanken hatten dazu geführt. Als meine Mitkultivierenden von der Ablehnung erfuhren, boten sie mir ihre Hilfe an. Mehrmals tauschten sie sich mit mir vom Fa her aus. Schließlich erkannte ich, dass ich mein Ego loslassen und erkennen sollte, dass der Asylantrag eine Chance bietet, der Regierung und den Menschen in diesem Land die wahren Umstände zu erklären. Ich musste die schlechten Gedanken so schnell wie möglich beseitigen.

Aber warum hatte ich diese unaufrichtigen Gedanken? Der Meister sagte: "Die häretische Partei-Kultur in der KPCh wurde den Chinesen in China, einschließlich mancher Dafa-Jünger, seit einigen Jahrzehnten eingetrichtert, ohne dass sie es bemerkt haben. Ihr Charakter ist deformiert. Sie gehen beim Denken ins Extrem und haben ganz andere Gedanken als die Menschen in der internationalen Gemeinschaft und die traditionellen Chinesen aus der alten Zeit." (Li Hongzhi, Fa-Erklärung auf der Konferenz in San Francisco 2014, 16.10.2014)

Als die „Kulturrevolution“ anfing, war ich ein Kind. Die Roten Garden brachen bei uns zuhause ein, durchsuchten die Wohnung und führten meinen Vater ab. Kurz danach wurde auch meine Großmutter abgeführt. Meine Mutter wurde aufs Land geschickt, um Strafarbeit zu verrichten. Zuhause blieben nur wir Kinder zurück, unter denen kein Erwachsener war. Unter dem roten Terror und den Lügen der häretischen Partei bekam ich Schuldgefühle. Ich dachte immer, dass ich schlecht sei.

Mit 15 Jahren wurde ich aufs Land geschickt, um auf einem Bauernhof Schweine zu züchten. Ich bemühte mich bei der Arbeit und wollte die Beste sein, hatte aber auch Angst, die Aufmerksamkeit anderer auf mich zu ziehen und von anderen beneidet zu werden. Zehn Jahre später ging die „Kulturrevolution“ zu Ende. Aber der Terror der Partei war noch nicht zu Ende. Ich spürte immer noch eine Art Druck, den ich nicht mit Worten beschreiben konnte. Es war so, als ob ständig eine erhobene Peitsche hinter mir schwankte. Ich bemühte mich weiterhin, ununterbrochen zu arbeiten, mit einem kranken Körper und einer kranken Seele.

In China ging es mit der Moral rasch bergab, die Menschen verehrten Geld und Macht. Es war schwierig, ein guter Mensch zu sein. Ich konnte an nichts glauben, war verloren und verzweifelt.

1996 fing ich an, Dafa zu kultivieren. Das Dafa hat mich vom Wesen her geändert. Es verhalf mir zur Einsicht, dass Gottheiten existieren und dass der Meister uns nachhause führt. Ich verstand, dass die kosmische Wahrheit sich nicht verändert, egal wie schlecht die Moral der Menschheit geworden ist. Das Dafa ließ mich die wahre Hoffnung und das wahre Licht in der Tiefe des Lebens erblicken.

1999 fing die häretische Partei an, Dafa in jeder Hinsicht zu verfolgen. Von allen Seiten kam Druck. Meine von der Partei entartete Seele verstärkte meine Angst und den psychischen Druck. Trotz allem blieb ich bei meiner wahren Natur, die durch das Dafa erwacht war: „Dafa ist gut. Ich werde es nie aufgeben. Ich werde für ewig an Dafa glauben.“ Auf dem Weg der Kultivierung in der Fa-Berichtigung hat mich der Meister immer geschützt. Mehrmals konnte ich der Gefahr entkommen. Ich habe die wundersame und außergewöhnliche Seite des Dafa erlebt.

Aber ich habe so viele Jahre den Terror der Partei erlebt und die Lügen eingetrichtert bekommen. Die entarteten Anschauungen, die sich dadurch gebildet haben, und das Gedankenkarma haben mich sehr gestört. Ich konnte das Fa nicht mit ruhigem Herzen lernen und den Inhalt des Dafa nicht gut verstehen. Schweren Schrittes ging ich meinen Weg der Kultivierung. Ich betrachtete die Menge der Dafa-Arbeit als Maßstab zur Beurteilung, ob man bei der Kultivierung fleißig vorankommt. Als ich nach Deutschland gekommen war, strebte ich weiterhin nach der Menge der Dafa-Arbeit. Die ganze Zeit war die Gesinnung mit im Spiel, mich selbst zu bestätigen.

Fa lernen, entartete Gedanken der Parteikultur ändern

Nachdem mein Asylantrag abgelehnt worden war, erkannte ich durch den mehrmaligen Austausch mit Praktizierenden, dass ein Kultivierender erst dann seinen Weg aufrichtig gehen kann, wenn er die Kultivierung der Fa-Berichtigung vom Fa her versteht. Und die Menge der Dafa-Arbeit stellt nicht dar, wie gut oder schlecht einer sich kultiviert.

Der Meister sagte: "Ein Mensch ist wie ein Behälter: Er ist das, was in ihm ist. Wenn du das Fa aufnimmst, hast du dich dem Fa angeglichen. Wenn du Erde aufnimmst, dann bist du Erde." (Li Hongzhi, Fa-Erklärung der der Fa-Konferenz in Singapur, 22.-23. August 1998)

In Deutschland kann ich in der Lesegruppe zusammen mit anderen das Fa lernen, das hat mir geholfen, die Müdigkeit während des Lesens zu überwinden. Ich kann das Fa konzentriert lesen. Das Dafa hat meine aufrichtigen Gedanken verstärkt. Ich schaute nach innen und betrachtete genau meine Anschauungen und Gewohnheiten des Denkens. Tatsächlich habe ich viele Dinge der Parteikultur in die Kultivierung eingebracht.

Die Parteikultur ist deshalb häretisch, weil die Partei unter anderem alle erdenklichen trügerischen Methoden verwendet, um die verfolgten Menschen zum Geständnis ihrer Sünden zu zwingen. Während der Kulturrevolution suchten mich ständig Menschen aus allen Bereichen auf und zwangen mich, Reueberichte zu schreiben. Nach und nach entwickelte sich bei mir ein Schuldgefühl.

In der Parteikultur sind Atheismus und Materialismus tief verankert. Genauso die Anschauung, dass man ständig nach einem Ideal und einem Ziel streben und dafür kämpfen muss. Das führte dazu, dass ich glaubte, nur eine Lebenszeit zu haben und dass der Sinn des Lebens eben darin liege, eigensinnig und unablässig zu streben. Ich strebte und kämpfte beim Handeln nach dem Ergebnis - und das alles wurde zur Gewohnheit. Ich ging ins Extrem undhandelte mit übermäßiger Leidenschaft, so dass ich immer angespannt und müde war.

Auch das “revolutionäre Heldentum” aus der Parteikultur hat mich geprägt. Um das Volk hinters Licht zu führen, hat die Partei das groß propagiert. In meiner Kindheit und Jugendzeit gab es in China nur Filme und Theaterstücke darüber, dass die “revolutionären Helden” für die Revolution und die Befreiung des Volkes kein Risiko scheuten und wie sie ihr Leben auf “großartige” Weise dafür opferten. In Wirklichkeit hält die Partei das Leben der Menschen für nichts und auf Kosten des Lebens von 80 Mio. Chinesen hat die Partei ihren diktatorischen Terror gestärkt.

In China wird es als normal angesehen, wenn man bei anderen eingreift. Auch derjenige, bei dem eingegriffen wird, findet das normal. Unter der Parteikultur denken und handeln die Menschen auf extreme Weise. Ich z.B. wollte all meine Zeit für die Aufgaben der Fa-Berichtigung einsetzen. Die Haushaltsarbeit hingegen hielt ich für trivial und für eine Verschwendung des Lebens.

Auch der Gedanke aus der Parteikultur, dass Mann und Frau gleich seien, hatte mich stark beeinflusst. Als Frau, die von der Parteikultur herangebildet wurde, war ich nicht bereit, meine Fehler einzugestehen. Auch wenn mir klar war, dass ich Fehler gemacht hatte, wollte ich das nicht zugeben. Ich vermochte meine Familienangehörigen nicht behutsam zu behandeln, sondern widersprach der Kritik meiner Angehörigen sogar mit Worten wie: „Wir machen etwas Heiliges und Großartiges.“

Unter dem Einfluss der Parteikultur achtete ich zu viel auf die Fähigkeiten der Menschen, ich verhielt mich anderen Menschen gegenüber durchtrieben. Meine Ehrlichkeit und Schlichtheit wurden verdeckt.

Der Meister hofft, dass wir Dafa-Jünger von Festlandchina unsere Gedanken so schnell wie möglich umwandeln und genauso wie die Menschen außerhalb Chinas auf normale Weise denken. Durch viel Fa-Lernen wurden die entarteten Gesinnungen der Parteikultur in mir „weggewaschen“.

Der Meister achtet nicht auf unsere Fehler in der Vergangenheit. Er will nicht, dass wir Minderwertigkeitsgefühle haben und uns selbst kritisieren. Der Meister möchte, dass wir bei Konflikten nach innen schauen, uns stets entsprechend den Anforderungen des Dafa korrigieren und uns dem Fa angleichen. Das erst ist Kultivierung.

Der Meister sagte: “Als Kultivierender soll man wirklich ein ruhiges Herz bewahren. Wenn du einfach das, was du tun sollst, gut gemacht hast, dann ist alles da!”  (Li Hongzhi, Fa-Erklärung auf der Fa-Konferenz im Westen der USA 2015, 29.10.2015)

Ich habe erkannt, dass das Herz eines Kultivierenden eben ruhig, ausgeglichen und offen bleiben soll. Das Fa stellt die Anforderung an uns, beim Tun dem natürlichen Lauf zu folgen und kein strebendes Herz zu haben. Durch Streben können wir nichts bekommen, sondern nur das Gegenteil erreichen. Entsprechend dem Fa sollen wir eine barmherzige Haltung bewahren. Nur wenn wir aufrichtige Gedanken haben, kann sich die Kraft des Dafa zeigen.

Das Dafa stellt die Anforderung an uns, Leben und Tod loszulassen und selbstlos zu sein. Das ist die Ebene, die ein Kultivierender erreichen soll. Das ist der göttliche Gedanke. Dabei trägt man die Verantwortung für sich selbst und für andere Lebewesen. Das ist weder der „Opfer-Geist“ mit der extremen Leidenschaft noch die Haltung in der Parteikultur, das Leben für nichts zu halten.

Der Meister sagt, wir sollen beim Tun immer an die anderen denken. Also dann achte ich darauf, dass ich andere nicht störe und mich beim Handeln nicht abhängig von anderen mache. Ich konzentriere mich darauf, meine Dinge gut zu machen und nicht schludrig vorzugehen.

Parteikultur verwerfen, das Herz öffnen

Beim Austausch über den Asylantrag sagten die Praktizierenden zu mir, dass es sich sehr gelohnt hätte, weil ich dabei meine Lücken bei der Kultivierung gefunden hätte. Sie ermutigten mich auch, mich mit den Praktizierenden in meiner Lesegruppe auszutauschen. An dem Tag, an dem ich mich mit anderen austauschen wollte, kamen zufälligerweise besonders viele Praktizierende zum gemeinsamen Lesen. Nach dem Austausch gaben mir die Praktizierenden viele Rückmeldungen. Manche sagten, dass ich mich verändert hätte und beim Sprechen mehr Mut zeige. Einige ermutigten mich, meine Erlebnisse der Verfolgung ans Licht zu bringen, weil das eine gute Chance sei, um den Menschen die wahren Hintergründe der Verfolgung zu erklären. Die westlichen Praktizierenden wollten mehr über mich wissen. Sie sagten, mein Austausch habe ihnen einen Einblick in die Kulturrevolution ermöglicht. Sie verstünden nun, wo mein Minderwertigkeitsgefühl und die Selbstkritik herkämen. Dann ermutigten sie mich, diese Dinge so schnell wie möglich wegzukultivieren.

Nach der Ablehnung meines Asylantrags stand ich vor Gericht. Viele Praktizierende kamen, saßen im Gerichtssaal und sendeten aufrichtige Gedanken aus. Die Richterin stellte mir viele Fragen. Mir schien, dass das eine Prüfung für mich war, nachdem ich mich erhöht hatte. Auf ihre Fragen hin erzählte ich ihr, was Falun Dafa ist, warum ich Falun Gong kultivieren will, wie ich meinen Weg der Kultivierung gegangen war usw. Danach kündigte die Richterin eine 15-minütige Pause an. Sie sagte, sie sei auf meiner Seite und würde die zuständige Behörde anrufen. Nach 15 Minuten teilte sie im Gerichtssaal mit, dass die Behörde die Ablehnung zurückgezogen habe. Mein Asylantrag wurde also anerkannt.

Die Richterin hatte die wahren Umstände erfahren und stand daraufhin auf meiner Seite. Sie war errettet worden. Auch meine Rechtsanwältin hat durch mich von Falun Gong erfahren. Nun will sie mit ihrer Mutter von mir die Übungen lernen.

Ich hatte befürchtet, dass mich die Praktizierenden außerhalb Chinas wegen meines Asylantrags nicht verstehen und sogar verachten würden. Das stellte sich nur als Fantasie heraus, die in meinen entarteten Gedanken entstanden war. Ganz im Gegenteil, alle Praktizierenden wollten mir helfen. Manche übersetzten meinen Asylantrag ins Deutsche, andere machten Zeugenaussagen. Mehrere Praktizierende tauschten sich mit mir mehrmals aus. Manche traten als Zeugen vor Gericht auf. Einige baten andere Praktizierende, mir zu helfen. Manche sendeten vor Gericht aufrichtige Gedanken für mich aus. Es gab auch westliche Praktizierende, die an die Richterin schrieben. Praktizierende in anderen Ländern fanden sogar einen Praktizierenden in Kanada, der früher in China mit mir zusammen das Fa bestätigt hatte. Über Nacht schrieb er eine sehr ausführliche Zeugenaussage für mich. Ein paar Tage vor der Gerichtsverhandlung wurde diese Zeugenaussage dann schnell übersetzt und der Richterin überreicht.

Die Mitkultivierenden haben so viel für mich getan – andererseits haben sie das nicht für mich getan, sondern um das Fa zu bestätigen und um die Menschen zu erretten. Das alles wurde von Praktizierenden gemacht, andererseits aber auch wieder nicht von ihnen gemacht, denn es ist der Meister, der sich um alles kümmert und eigentlich das alles macht. Der Meister tut das alles für die Dafa-Jünger und für alle Lebewesen. Er hat uns Dafa-Jüngern immer das Beste gegeben, wobei er nichts von uns verlangt hat, außer unsere aufrichtigen Gedanken und unser Herz, das sich dem Guten zuwenden soll.

Danke, Meister! Danke, Mitpraktizierende!

Wenn ihr in meinem Bericht etwas unpassend findet, bitte ich um einen Hinweis.