(Minghui.org) Schon immer lebe ich im sächsischen Vogtland, bin 71 Jahre alt, Lehrerin für Mathematik und Sport und nach der Wende auch Physiotherapeutin. In der Volkshochschule habe ich Qigong und Meditation gelernt. 2014 traf ich schließlich auf Falun Gong. Heute bin ich als “Kleinkind” von einem Jahr und vier Monaten auf dem Weg, Falun Gong zu lernen. Einige Erfahrungen habe ich schon:

Im September 2014 las ich in einem einwöchigen Wanderurlaub in den Pausen das Zhuan Falun (Li Hongzhi). Danach entschied ich mich: Das will ich lernen, mich kultivieren und praktizieren.

Die Übungen lernte ich mit der DVD, der Musik CD und dem Buch Der Weg zur Vollendung (Li Hongzhi). Bei regelmäßigen Treffen mit anderen Falun Gong-Praktizierenden ergaben sich interessante Gespräche zu Prüfungen, Erfahrungen mit anderen Menschen und gemeinsamem Lesen. Wir sahen uns die Lektionen an und korrigierten die Übungsbewegungen.

Der Lotussitz fällt mir schwer, zurzeit sitze ich eine Stunde im einfachen Lotussitz und übe am doppelten Lotussitz.

Über längere Zeit bemühte ich mich, einen Tagesablauf mit dem Lernen des Fa, den Übungen und dem Aussenden der aufrichtigen Gedanken zu finden. Schließlich habe ich es geschafft, muss aber mit Kopfhörern (frühzeitig) üben.

Von den Eigensinnen gibt es eine lange Liste: Mund-Kultivierung, Geduld, Perfektion und Nachsicht sind einige Schwerpunkte. Ich mache die Erfahrung, dass es keine zwei oder drei Tage gibt, an denen alles glatt läuft. Entweder knurrt der Partner mit mir; stört mich jemand bei den aufrichtigen Gedanken oder meine Mutter stellt stur irgendwelche Behauptungen auf. Oder mein Mund ist schneller als meine Gedanken. Zum Beispiel unterbreche ich bei langen Berichten andere manchmal und reagiere auf Anschuldigungen, Vorwurf und Gerechtigkeit an meine Adresse mit Widerrede, statt einen Schritt zurückzutreten, wie es der Meister empfiehlt. Nach innen zu schauen, hilft mir, die Ursache für den Zwischenfall bei mir zu finden.

Manchmal muss ich auch länger überlegen und werde nicht fündig. Zum Beispiel habe ich entdeckt, dass mein Ego manchmal “sauer” auf kleine Ärgerlichkeiten anspricht. Ich kann sie nicht immer leichtnehmen und darüber hinweggehen und reagiere auch “sauer”.

Mit Falun Gong traute ich mich auch nicht gleich in die Öffentlichkeit. Dabei waren die Aktivitäten anlässlich der Fa-Konferenz in Wien für mich sehr wichtig. Am 18.09.2015, nachdem ich genau ein Jahr Falun Gong praktiziert hatte, durfte ich an diesem Treffen teilnehmen. Vieles hat mich beeindruckt und bestärkt: das Üben auf dem Stefansplatz und vor dem Parlament mit so vielen Gleichgesinnten; die Gespräche mit Wienern und Touristen beim Flyerverteilen; die Art, wie mich Mitpraktizierende angesprochen haben; die Teilnahme an der Parade und vor allem der Erfahrungsaustausch im großen Saal der “Pyramide”. Unvergesslich und motivierend.

Ich las auch das Buch Neun Kommentare über die Kommunistische Partei. Danach wankte mein Weltbild und forderte, dass ich handelte. Mein Vater starb im zweiten Weltkrieg. Die DDR unterstützte ich bis zum Abitur und Studium. “Nie wieder Krieg” und ehrlicher Antifaschismus hatten meine Erziehung begleitet, ich war auch Mitglied der SED. Doch am 1.1.2015 erklärte ich meinen Austritt. Seitdem nehme ich das politische Geschehen, ebenso wie alles, was um mich herum geschieht, zur Kenntnis, ohne zu werten oder zu beurteilen, was mir sehr schwerfällt

Meine Hemmungen, mit anderen über Falun Gong zu sprechen, habe ich schon teilweise abgebaut: beim Flyerverteilen, im Senioren-Computerclub, im Hospiz-Verein.

Auch in der Familie. Mein mittlerer Sohn lernt mit seiner blinden Frau Falun Gong genauso lange wie ich. Wir tauschen uns gerne am Telefon aus und bestärken und ermutigen uns, wenn wir uns treffen.

Mein großer und mein kleiner Sohn sowie mein Lebensgefährte tolerieren, was ich tue. Sie verändern allmählich ihre Haltung gemäß: “erst sehen und anfassen, dann glauben”. Meine 96-jährige Mutter findet Falun Gong gut. Ich lese ihr aus dem Zhuan Falun vor und sprechen anschließend darüber; mittlerweile sind wir bei Lektion 8.

Auch wenn ich immer wieder stolpere, werde ich mich fleißig und ausdauernd kultivieren.