(Minghui.org) Ich habe fast 15 Jahre lang als Buchhalterin in einem staatlichen Unternehmen gearbeitet und zwei Entlassungsrunden durchlebt – eine bevor ich Falun Dafa praktizierte und eine danach. Bei der ersten Entlassung kämpfte ich auf Kosten anderer um meine Anstellung. Einige Monate danach veränderte mich Dafa. Bei der zweiten Entlassungsrunde schaffte ich es, die Dinge natürlich ablaufen zu lassen und konnte mich in diesem Prozess erhöhen.

Um meine Anstellung kämpfen

Um meine Anstellung zu behalten, „schleimte“ ich mich während der Entlassungswelle im Jahr 1994 bei meinen Vorgesetzten ein und nutzte meine Beziehungen aus. So behielt ich nicht nur meine Stelle, sondern wurde sogar befördert. Meine Kollegen wurden mir gegenüber achtsamer und schienen respektvoller zu sein – ich war sehr erfreut darüber.

Wie sich die älteren Buchhaltungsangestellten fühlten, die entlassen wurden, darum kümmerte ich mich überhaupt nicht. Es schien mir alles sehr gerecht zu sein – denn nur die Geeignetsten überleben, dachte ich.

Nach den Entlassungen verdoppelte sich meine Verantwortung: Ich war nun zuständig für die Buchhaltung und für Bargeld Überweisungen. Bald schon konnte ich der Versuchung des Geldes nicht widerstehen und missbrauchte meine Befugnisse, um mich finanziell zu bereichern.

Doch schon bald darauf verschlechterte sich meine Gesundheit sehr rasch. Ich litt an Appetitlosigkeit, Magenproblemen und Unterleibskrankheiten und man stellte Hepatitis B bei mir fest. Meine Haut war dunkel und stumpf und mir war häufig schwindlig und übel. Manchmal war ich am Morgen so schwach, dass ich fast nicht aus dem Bett kam, um zur Arbeit gehen zu können.

Falun Dafa veränderte mich

Zwei Jahre später wurde eine neue Regelung eingeführt, die forderte, dass mindestens ein Buchhalter und ein Schatzmeister in jedem Betrieb sein müssten. Lin, ein junges Mädchen, wurde als neue Buchhalterin eingestellt.

Lin hatte gerade die Hochschule abgeschlossen. Sie war nett und arbeitete hart. Kurz nach ihrer Einstellung begann sie, viel Verantwortung zu übernehmen. Obwohl ich ihr die schwierigsten Aufgaben zuschanzte, blieb sie immer fröhlich und beschwerte sich nie. Wenn sie Zeit hatte, machte sie das Büro sauber, ohne dass es ihr jemand gesagt hätte.

Ich fragte mich, ob Lin irgendwelche Übungen machte, da sie immer voller Energie war. Eines Tages fragte ich sie: „Lin, machst du eigentlich morgens Übungen?“ Sie lächelte: „Ich praktiziere Falun Dafa.“

Ich bat sie, mir die Übungen zu zeigen und so erklärte sie mir die erste Übung. Sofort spürte ich einen Unterschied, noch nie hatte ich mich so gut gefühlt. Danach begann ich, Falun Dafa zu praktizieren. Das war im Mai 1998 und ich war 40 Jahre alt.

Ich las das Zhuan Falun (Li Hongzhi), das Hauptbuch von Falun Dafa. Falun Dafas Prinzipien Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Nachsicht überzeugten mich. Als ich mich in meinem Handeln davon anleiten ließ und die Übungen fleißig praktizierte, verschwanden meine Leiden, ohne dass ich es merkte. Ich war voller Energie, aß ausreichend und schlief gut. Es war ein wundervoller Zustand, gesund zu sein.

Später schloss ich mich einer Gruppe an, die gemeinsam die Übungen machte, und erfuhr in den Gesprächen mit anderen Praktizierenden, dass jeder ähnliche Erfahrungen gemacht hatte. Wir folgten einfach den Prinzipien des Fa, machten die Übungen und erlebten dadurch enorme Veränderungen an unseren Körpern. Wir alle schätzten unsere neu gewonnene Gesundheit, weil wir wussten, wie schwer sie zu bekommen war – Gesundheit kann man nicht mit Geld kaufen.

Der Meister sagt:

„Warum können wir es euch bedingungslos geben? Eben weil du dich kultivieren willst. Dieses Herz lässt sich nicht mit Geld kaufen, wie viel es auch sein mag. Die Buddha-Natur ist erschienen, deshalb tun wir das.” (Li Hongzhi, Zhuan Falun 2012, S. 122)

Dem natürlichen Lauf folgen

Als ich einige Monate praktiziert hatte, wurde die zweite Entlassungsrunde angekündigt. Man teilte Lin und mir mit, dass nur einer von uns beiden bleiben könne.

Der Meister sagte:

„Zurzeit sind in China die zwischenmenschlichen Konflikte ziemlich eigenartig, ganz gleich, ob es in den staatlichen Unternehmen oder in anderen Unternehmen ist. Dieses Phänomen hat es in anderen Ländern und in der Geschichte nie gegeben. Die Interessenskonflikte scheinen also besonders heftig zu sein, einander zu hintergehen und miteinander zu kämpfen wegen eines winzigen Vorteils, die ausgesendeten Gedanken und angewandten Tricks sind alle sehr schlecht, es ist sogar schwer, ein guter Mensch zu sein.” (Li Hongzhi, Zhuan Falun 2012, S. 233)

Es ist so wahr. In anderen Abteilungen kämpften und intrigierten die Menschen gegeneinander, um ihren Job zu behalten, so wie ich es zuvor getan hatte. Dieses Mal tat ich es jedoch nicht, weil ich jetzt eine Dafa-Praktizierende war.

Das Management fand es befremdend, dass Lin und ich so ruhig blieben. Mein Vorgesetzter fragte mich heimlich, wie ich über die Entlassungen denken würde. Ich erklärte ihm: „Lin und ich sind Falun Dafa-Praktizierende. Der Meister lehrt uns, gute Menschen zu sein und immer zuerst an andere zu denken. Bitte treffen Sie Ihre Entscheidung nach den Bedürfnissen der Firma.“

Der Vorgesetzte fragte: „Wirklich? Wie wäre es, wenn Sie noch einmal darüber schlafen und mich morgen wissen lassen, wie Sie darüber denken?“ Als er einige Tage später wieder zu mir kam, sagte ich: „Ich danke Ihnen, dass Sie mir helfen wollten. Ich habe beim letzten Mal keinen Scherz gemacht. Bitte machen Sie sich um mich keine Sorgen.“

Eine Woche später wurde ich entlassen. Meine Kollegen konnten es nicht glauben. Einer von ihnen fragte mich: „Was ist passiert? Sag mir nicht, dass du gegen einen Neuling verloren hast. Du hast so viele Verbindungen und könntest deine Anstellung retten, indem du nur ein paar Anrufe tätigst.“ Auch ein anderer Kollege fand es seltsam.

Ich erklärte ihnen: „Lin und ich sind Falun Dafa-Praktizierende. Wir kämpfen nicht um persönlichen Gewinn. Ich bin nicht mehr die Person, die ich früher war.“ Meine Kollegen waren verwirrt.

Der letzte Arbeitstag

Ich bereitete mich mental auf die Entlassung vor. Ich wusste, dass es bei der Kultivierung viele Prüfungen und Schwierigkeiten gibt und dies war eine davon. Ich fühlte mich sehr ruhig und dachte: „Ich werde diese Prüfung bestehen.“

Doch an meinem letzten Tag überkam mich ein seltsames Gefühl der Einsamkeit, ein Gefühl des Verlustes und ein Gefühl der Demütigung. Ich wollte niemanden sehen und mit keinem sprechen – ich wollte kein Mitleid in den Augen meiner Kollegen sehen.

Als ich mich zu Mittag hinausschleichen wollte, hielt mich eine Kollegin in der Eingangshalle auf: „Aha. Du möchtest auf diese Weise gehen? Es tut mir leid für dich.“

Genau wie der Meister sagt:

„Aber normalerweise, wenn der Konflikt kommt und das Herz eines Menschen nicht gereizt ist, zählt es nicht und hat auch keine Wirkung, er kann sich dann nicht erhöhen” (Li Hongzhi, Zhuan Falun 2012, S. 226)

Ihre Worte warfen mich aus der Bahn. Ich versuchte etwas zu sagen, konnte mich jedoch selbst nicht hören: „Lass mich dir mit deinen Taschen helfen. Ich gehe mit dir hinaus.“ „Nein, das schaff ich schon. Keine Sorge! Ich bin in Ordnung.“ Sie konnte sehen, dass ich fast weinte, deshalb blieb sie stehen. Ich ging rasch weg, ohne auf Wiedersehen zu sagen.

Als ich draußen war, konnte ich meine Tränen nicht länger zurückhalten. Ich hatte hier fast 15 Jahre lang gearbeitet und die Firma war ein so großer Teil meines Lebens geworden. Der Gedanke, morgen nicht wieder zu kommen, war traurig.

Dann fiel mir ein: „Warum weine ich? Ist das nicht nur eine Prüfung?“ Es war eine Prüfung, die ich nicht erwartet hatte – eine Prüfung meiner Gefühle. Als Praktizierende sollte ich sie leicht nehmen. Ich sah in den Himmel und sagte: „Entschuldigung, Meister. Ich werde es besser machen.“ Sobald ich das gesagt hatte, fühlte ich mich leicht, als ob eine große Last von mir gefallen war. Ich ging nach Hause, als ob nichts passiert wäre.

Happy End

Einige Monate später rief mich der Manager einer anderen Firma an und bot mir eine Anstellung als Buchhalterin an. Er erklärte, dass der Vorgänger Buchungen gefälscht habe und deshalb entlassen worden sei. Gerne nahm ich das Angebot an.

Zurückblickend bin ich voller Wertschätzung für Dafa und den Meister. Als ich zum zweiten Mal entlassen wurde, hatte ich erst einige wenige Monate Falun Dafa praktiziert. Aber doch hatten mich die tiefgehenden Prinzipien des Fa wirklich zu einer gutherzigen und bedachten Person werden lassen. Ich denke, dass es ein Segen von Dafa war, dass ich so rasch eine neue Anstellung erhalten habe.