(Minghui.org) Nach Beginn der Verfolgung von Falun Dafa war ich zehn Jahre wegen meines Glaubens eingesperrt und wurde sehr schwer verfolgt. Als ich hörte, dass Leute Strafanzeigen gegen Jiang Zemin, den ehemaligen Vorsitzenden der Kommunistischen Partei Chinas, erstattet hatten, reichte ich sofort meine Strafanzeige gegen ihn ein.

Bald darauf erhielt ich vom Obersten Volksgerichtshof und der Obersten Volksstaatsanwaltschaft die Empfangsbestätigung für meine Strafanzeige. Damals lag die Anzahl der Menschen, von denen bekannt war, dass sie Strafanzeige gegen Jiang erstattet hatten, noch unter 5.000.

Später hörten wir von Fällen, in denen Falun Dafa-Praktizierende von den Behörden schikaniert oder verhaftet wurden oder die Strafanzeigen abgelehnt worden waren.

Meine Tochter ist wütend

Eines Tages erhielt ich einen Anruf von meiner ältesten Tochter, die im Polizeidezernat arbeitet. Sie schrie mich an: „In was für ein Schlamassel hast du dich wieder gebracht?“ Ich wusste, dass sie sich auf meine Strafanzeige gegen Jiang bezog. Dann rief sie: „Wart‘s nur ab!“ und hängte auf.

Als sie nach der Arbeit in meine Wohnung kam, war sie immer noch sehr wütend und brüllte mich an: „Hast du denn in deinem Leben nichts Besseres zu tun? Musst du dir selbst Probleme bereiten …?“

Ihre Augen blitzten mich an, als wäre ich ihr schlimmster Feind. Wütend schnappte sie sich Dinge, die in der Nähe lagen, und warf sie nach mir, darunter auch eine Schere, die meine Hand verletzte. Sie verhielt sich völlig anders als sonst.

Ich sagte ihr, sie solle damit aufhören, da packte sie meinen Arm und zerrte mich zur Tür. „Los, hau ab! Komm ja nicht mehr zurück!“, schrie sie.

Ich versuchte vernünftig mit ihr zu reden und sagte, dass das meine Wohnung sei. Sie konterte: „Mag ja sein, dass das deine Wohnung ist, aber du kannst hier nicht länger bleiben!“ Dann schob sie mich zur Tür hinaus.

In Ruhe nachdenken

Ich war zutiefst verletzt, Tränen liefen mir übers Gesicht. Das war mir zuvor noch nie passiert, nicht einmal als mich die Gefängniswärter beschimpft und geschlagen hatten. Aber das war einfach zu viel, von der eigenen Tochter schikaniert und aus meiner Wohnung geschmissen zu werden.

Ich stand eine Zeitlang vor meiner Wohnung, um mich zu beruhigen. Dann ging ich in die Wohnung meines Sohnes und meiner Schwiegertochter, die verreist waren. In Ruhe dachte ich über die Sache nach. Das Ganze war so plötzlich gekommen.

Doch nichts, was uns Falun Dafa-Jüngern passiert, ist zufällig. Ich dachte noch einmal gründlich darüber nach.

Ich war von meiner ursprünglichen Wohnung umgesiedelt worden und hatte mein jetziges Apartment zugeteilt bekommen. Es ist hell, geräumig und sehr komfortabel. Viele Besucher loben meine Wohnung. Nun hatte mich meine Tochter dort hinausgeworfen. War das passiert, weil ich zu sehr an der Wohnung festgehalten hatte?

In Gedanken sagte ich zum Meister: „Ich bin eine Falun Dafa-Praktizierende. Ich habe mein Apartment bei der Geburt nicht mitgebracht und werde es nicht mitnehmen können – es ist nur eine vorübergehende Wohnstätte. Ich werde es loslassen.“

Meine älteste Tochter war immer gut zu mir gewesen, besonders in den Jahren, in denen ich eingesperrt gewesen und verfolgt worden war. Warum also dieser plötzliche Wandel? War es wirklich, weil ich Strafanzeige gegen Jiang erstattet hatte?

Das Verhalten meiner Tochter verstehen lernen und meine Eigensinne finden

Meine Strafanzeige gegen Jiang war eine aufrichtige und begründete Handlung. Falls das für andere Menschen inakzeptabel wäre, könnte ich es leicht dabei bewenden lassen. Aber es kam von meiner Tochter, deshalb war es für mich schwer zu ertragen.

Ich kam zu dem Verständnis, dass ich nicht an Sentimentalität haften sollte, doch das konnte ich einfach nicht.

Schweren Herzens beschloss ich, zu meiner anderen Tochter in der Provinz Shandong zu gehen und nie mehr zurückzukommen.

Als ich meiner Tochter erzählte, was vorgefallen war, rief sie sofort ihre Schwester an. „Wie kannst du deine Mutter nur so behandeln?“, sagte sie.

Meine älteste Tochter weinte und erklärte ihr, wie sie mich wegen meines Glaubens immer beschützt habe. Aber eine Strafanzeige gegen Jiang Zemin zu erstatten, wo die Partei noch an der Macht sei, bedeute, sich Probleme zu schaffen!

Als ich ihre Worte hörte, beruhigte ich mich und schaute nach innen. Meine älteste Tochter und ich wohnen im gleichen Gebäude. Sie arbeitet beim Polizeidezernat und war daran beteiligt gewesen, Mitpraktizierende in Zwangsarbeitslager zu bringen.

Sie weiß, dass Falun Dafa gut ist. Sie hat sogar geäußert, dass mein gesunder Körper ihr bei der Betreuung ihrer älter werdenden Mutter eine Menge Geld an Behandlungskosten erspart habe. Jedoch befürchtete sie, dass ich weiterhin verfolgt werden könnte, falls ich mich öffentlich zu meinen Glauben bekannte, und dass dies nachteilige Auswirkungen auf ihren Job haben könnte.

Außerdem hatte sie mir dabei geholfen, die neue Wohnung zu renovieren, aber ich hatte nicht einziehen wollen, weil ich besorgt gewesen war, sie könnte meine Arbeit für Dafa stören. Als ich schließlich doch in mein Apartment einzog, war ich sehr froh und zufrieden. Meine Tochter hatte alles wunderbar renoviert, die ganze Wohnung war jetzt hell und geräumig.

Ich konnte meine Eigensinne klar erkennen. Meine Begeisterung über meine Wohnung führte dazu, dass die alten Mächte meine Tochter dazu benutzten, mich hinauszuwerfen. Und weil ich die Gefühle zu meiner Tochter nicht loslassen konnte, brachten die alten Mächte sie dazu, mich zu beschimpfen und zu schlagen.

Es mangelte mir an „Wahrhaftigkeit“. Um Konflikte und Konfrontationen mit meiner Tochter zu vermeiden und ein friedliches und harmonisches Leben zu wahren, hatte ich mich in ein Leben aus Lügen und Heuchelei geflüchtet. Ich hatte ihr ganz bewusst nie von meiner Arbeit in den Projekten und meinen Kontakten mit anderen Praktizierenden erzählt.

Als ich Strafanzeige gegen Jiang erstattete, hatte ich es erneut vermieden, sie auf aufrichtige Weise darüber zu informieren.

Obwohl ich tagtäglich anderen Menschen die Fakten und Zusammenhänge erkläre, um sie zu erretten, hatte ich es mit einer Person, die mir so nahe steht, bisher nicht getan.

Es gibt nur einen Weg gibt, um Menschen zu erretten: Damit sie die Segnungen von Dafa genießen können, muss ich ihnen die Wahrheit über Falun Dafa und die Hintergründe der Verfolgung erklären. Dann ist es ihre eigene Entscheidung, ob sie für Falun Dafa eintreten und eine strahlende Zukunft für sich wählen wollen.

Kein Wunder also, dass mir meine Tochter bei den vergangenen Konfrontationen immer vorwarf, egoistisch zu sein. Der Egoismus ist die Hauptursache der Sentimentalität.

Der Meister sagte:

„Wenn du dich nicht von diesen Gefühlen trennst, kannst du dich nicht kultivieren. Wenn du aus diesen Gefühlen herausspringst, wird dich niemand mehr bewegen können, das Herz eines alltäglichen Menschen kann dich dann nicht mehr mitreißen. An seine Stelle tritt Barmherzigkeit, etwas noch Erhabeneres.“ (Li Hongzhi, Zhuan Falun 2012, Seite 242)

Zur Ruhe kommen und mich weiter kultivieren

Schließlich beruhigte ich mich wieder. Nach weiterem Fa-Lernen war ich dann in der Lage, mit dieser angeborenen Anschauung von Sentimentalität und Egoismus aufzuräumen. Ich konnte meine Tochter als ein anderes Lebewesen betrachten und meine wahre Barmherzigkeit an die Oberfläche kommen lassen.

Unsere Beziehung als Mutter und Tochter ist vorherbestimmt. Es ist meine Verantwortung, meine Tochter zu erretten.

Die alten Mächte nutzten meine Sentimentalität aus, um mich herunterzuziehen, während der Meister die Arrangements der alten Mächte nutzt, um mich in meiner Kultivierung zu erhöhen.

Ich war entschlossen, allen Groll zwischen mir und meiner Tochter aus der Vergangenheit aufzulösen. Doch als sie zu Hause vor mir stand, stellte ich fest, dass es immer noch üble Substanzen in meinem Herzen gab, die ich noch nicht losgelassen hatte. Ich konnte nicht vergessen, was passiert war, wie sie mich beschimpft und hasserfüllt angeschaut hatte.

Der Meister ermöglichte mir, die Existenz dieser Substanzen zu spüren, so dass ich sie vollständig beseitigen konnte.

Wenn ich später mit meiner Tochter sprach, achtete ich darauf, ihr in die Augen zu schauen und zu lächeln, obwohl das noch nicht ganz aufrichtig war. Ich half ihr auch bei den Hausarbeiten, wenn sie sehr beschäftigt war. Immer dann, wenn sie in einer empfänglichen Stimmung war, sprach ich mit ihr über Falun Dafa.

Allmählich wurde mein Herz leichter und mein Verhalten natürlicher. Ich hörte auf, negativ über ihre Arbeit und ihre Einstellung zu Falun Dafa zu denken. Mit der Zeit glaubte ich fest daran, dass unter der barmherzigen Kraft von Dafa die alten Mächte keine Macht mehr über uns haben.

Als meine Tochter bemerkte, dass ich New Tang Dynasty TV habe, äußerte sie erstaunt: „Wow, Ihr Falun Dafa seid wirklich was. Ihr habt sogar einen Fernsehsender!“

Ich korrigierte sie: „Das ist nicht der TV-Sender von Falun Dafa. Es ist eines unserer Projekte, um Menschen zu erretten.“

Dann zeigte ich ihr meinen Computer und Drucker sowie die Informationsmaterialien, die ich hergestellt hatte. Ich sagte: „Die Einstellung deines jüngeren Bruders und deiner jüngeren Schwester zu Falun Dafa war immer positiv. Über dich mache ich mir am meisten Sorgen. Du weißt, Falun Dafa ist gut, aber wenn du aufgebracht bist, sagst du respektlose Dinge über den Meister und Falun Dafa. Du hast große Sünden gegen Dafa begangen. Wie willst du das jemals wiedergutmachen?“

Unter Tränen fragte sie mich: „Was kann ich denn tun?“

Ich sagte: „Als erstes könntest du dich beim Meister entschuldigen.“ Daraufhin stellte sich meine Tochter vor das Foto des Meisters, verbeugte sich tief und sagte: „Meister ich habe es falsch gemacht, bitte vergeben Sie mir.“

Ich empfahl ihr auch, auf der Minghui-Website eine feierliche Erklärung abzugeben und alle abfälligen Äußerungen über den Meister und die schlechten Taten gegen Falun Dafa-Praktizierende zurückzunehmen.

Sie tat das unverzüglich und mit ihrem echten Namen: „Selbst wenn ich entdeckt werde“, sagte sie, „fürchte ich mich nicht.“

Wie sehr habe ich mir immer gewünscht, dass meine Tochter an Falun Dafa glauben und errettet werden könnte. Als es dann schließlich passierte, freute ich mich sehr für sie und war sehr dankbar.

Ich danke dem verehrten Meister und Falun Dafa für die Errettung meiner Tochter. Nun verstehe ich endlich, dass die Errettung von Menschen nur möglich ist, wenn man sich selbst gut kultiviert.

Zum Schluss möchte ich gerne ein Gedicht des Meisters zitieren:

„Große Daos auf der Welt wandelnWesen in der Verwirrung rettenAnsehen, Gefühle und Gewinnsucht aussondernWelche Schwierigkeit kann den Heiligen hindern“(Li Hongzhi, Im Dao wandeln, 9.03.2001, in: Hong Yin II)