Aus Deutschland: Konflikte enthüllten meine Eifersucht, sodass ich sie beseitigen konnte

(Minghui.org) Ich bin ein sogenanntes „Sandwich-Kind“: Ich habe eine ältere Schwester und einen jüngeren Bruder. Aus dem Grund fühlte ich mich schon als Kleinkind benachteiligt und war ganz besonders auf meinen jüngeren Bruder eifersüchtig. Diese Eifersucht wurde durch das Verhalten einer meiner Großmütter verstärkt. Sie hatte eine Vorliebe für Jungen, während Mädchen nicht viel zählten.

Bevor ich anfing mich zu kultivieren, bemerkte ich nicht, dass ich eifersüchtig war. Ich war mir sicher, dass ein Erwachsener nicht mehr eifersüchtig ist. Somit wurde dieser Eigensinn für mich zur zweiten Natur und es fiel mir nicht mehr auf, dass ich eifersüchtig war.

Ein Unterkapitel des Zhuan Falun von Li Hongzhi behandelt das Problem der Eifersucht, ein Kapitel, das ich unzählige Male gelesen hatte. Ich dachte immer, dass es mich nichts angehe. Ich war mir sicher, dass ich nicht eifersüchtig war. Erst als ich beim Lesen des Zhuan Falun im Kapitel „Neid“ dieses Wort durch „Eifersucht“ ersetzte, sah ich eine Verbindung zum Eigensinn der Eifersucht und erinnerte mich an meine Kindheit. Dennoch war ich mir sicher, dass ich nicht mehr eifersüchtig war, seit ich angefangen hatte, Falun Dafa zu praktizieren.

Irgendwann stieß ich jedoch auf eine große Prüfung der Xinxing, die auf diesen Eigensinn abzielte.

In meinem Büro waren wir nur ein paar Leute: mein Chef, ein Kollege und ich. Mit meinem Kollegen verstand ich mich gut. Als er in eine andere Stadt zog, stellte mein Chef jemand anderes ein. Seit diesem Zeitpunkt lief plötzlich alles schief. Egal, welches Problem auftauchte, mein Chef machte mich dafür verantwortlich. Außerdem war er gemein zu mir: Egal, wie ich versuchte, mich zu verteidigen, und ihm sagte, dass ich mit dieser speziellen Arbeit nichts zu tun hätte, hielt er mir eine Standpauke, anstatt mir zuzuhören. Wenn jedoch mein Kollege erschien, erhellte sich sein Gesicht.

Ich betrachtete die Situation nicht nach dem Fa, sondern fand, dass ich unfair behandelt wurde.

Dabei bemerkte ich nicht, dass die tief verborgene Eifersucht in meinem Herzen wieder auftauchte. Wenn wir uns kultivieren, kommen alle Eigensinne an die Oberfläche, damit wir sie entfernen können. Das fiel mir in diesem Moment jedoch nicht auf. Solange ich auf Arbeit war, war ich in meinen Gefühlen gefangen. Mein Herz klopfte und ich hatte Bauchschmerzen. Mir wurde klar, dass es so nicht weitergehen konnte. Ich wollte aus dieser Situation fliehen – einfach nur weg. Eigentlich wusste ich zwar, dass ein Praktizierender vor einer Xinxing-Prüfung nicht davonläuft. Ich war aber so in meinen Gefühlen verstrickt, dass ich in diesem Moment vergaß, nach innen zu schauen, und mich nicht mehr wie ein Praktizierender benahm.

Ich fing an, nach einem anderen Job zu suchen. Bis dahin hatte ich nur kurzfristige Arbeitsverträge akzeptiert. Doch kurze Zeit später bot mir das Management an meinem Arbeitsplatz einen festen Job an, obwohl ich kündigen wollte.

Da verstand ich endlich, dass hier für mich eine Möglichkeit zur Kultivierung arrangiert war, um zu erkennen, dass ich eifersüchtig war und dass ich diesen Eigensinn beseitigen musste. Ich erkannte auch meinen Eigensinn, nach Ruhm zu trachten.

Endlich konnte ich mit der Situation umgehen, war aber meine Eifersucht noch immer nicht los. Meine Eigensinne waren nicht länger versteckt und ich erkannte sie. Das war wirklich ein Kultivierungsprozess. Es war ein Puzzle auf meinem Kultivierungsweg, das ans Licht gekommen war.

Der Meister sagte:

„Deshalb wirst du beim zukünftigen Praktizieren auf allerlei Schwierigkeiten stoßen. Wie kannst du dich ohne diese Schwierigkeiten kultivieren? Alle sind gut: Du bist gut, ich bin auch gut, kein Interessenskonflikt, keine Störung des menschlichen Herzens, du sitzt da und deine Xinxing wird sich schon erhöhen? Das geht aber nicht. Der Mensch muss sich in der Praxis wirklich stählen, erst dann kann er sich erhöhen.“ (Li Hongzhi, Zhuan Falun 2012, Seite 227)

Um Ärger loszulassen, muss man eine schwierige Situation durchleben und darauf muss man nie lange warten.

So verleumdete mich jemand und erzählte hinter meinem Rücken viele Lügen über mich. Danach mochten mich auch Leute nicht, die ich nie zuvor getroffen hatte, und sie schnitten mich. Das störte mich sehr. Ich litt darunter, war furchtbar wütend auf diese Person und mein Herz war schwer.

Ich konnte meine Wut nicht loslassen. Im Gegenteil, ich wurde noch wütender. Und wieder vergaß ich, nach innen zu schauen. So erkannte ich nicht, dass diese Situation für mich arrangiert wurde, damit ich meine Eigensinne finden und meine Xinxing erhöhen konnte.

Der Meister sagte:

Nicht nur, dass du nicht kämpfen und streiten sollst wie er, sondern du sollst ihn im Herzen auch nicht hassen, du sollst ihn wirklich nicht hassen. Hast du dich nicht geärgert, wenn du ihn hasst? Dann ist es dir nicht gelungen, nachsichtig zu sein. Wir sprechen von Zhen, Shan, Ren, von deiner Barmherzigkeit ist dann noch weniger zu sehen. Deshalb sollst du nicht so handeln wie er, du sollst dich wirklich nicht über ihn ärgern, auch wenn er dich überall in Misskredit gebracht hat, sodass du deinen Kopf nicht mehr heben kannst. Nicht nur, dass du dich nicht über ihn ärgern sollst, sondern du sollst ihm auch noch von Herzen danken, ihm wirklich danken. (ebenda, Seite 234)

Als mir diese Person eine bösartige E-Mail mit vielen Unwahrheiten und verzerrten Fakten schrieb, hörte ich auf, mich zu verteidigen und verhielt mich nicht mehr so wie früher, im Gegenteil. Beim Lesen der E-Mail blieb mein Herz ruhig und es störte mich nicht, was sie schrieb. Ich konnte meinen Ärger loslassen, der mich so lange beschäftigt und der mein Herz schwer gemacht hatte. Ich fühlte mich leicht, als würde ich auf einer Wolke schweben. Nichts konnte mich länger aufregen. Plötzlich spürte ich Mitgefühl für sie und dankte ihr aus ganzem Herzen.

Obwohl ich die Abschnitte „Verlust und Gewinn“ und „Umwandlung des Karmas“ im Zhuan Falun oft gelesen hatte, dauerte es so lange, bis ich verstanden hatte, was der Meister sagte, und das nicht nur mit meinem Verstand, sondern auch tief in meinem Herzen.

Andere Praktizierende sagten mir immer, dass ich dieses oder jenes loslassen sollte. Nicht, dass ich das nicht verstanden hätte. Aber es ist unmöglich, seine Gefühle und Gedanken abzuschalten, als wäre man ein Radio. Schwierige Prüfungen sind notwendig und sogar noch mehr, damit man seine Eigensinne erkennen und loslassen kann. Ich glaube nicht, dass ich alles losgelassen habe, aber jetzt weiß ich, wie man die Eigensinne findet. Sobald mein Herz bewegt wird, suche ich sofort nach dem Eigensinn, den ich beseitigen muss.

Der Meister sagte:

„Fa-Bestätigung ist auch Kultivierung. Der Prozess der Kultivierung ist ein Prozess, in dem man ununterbrochen die eigenen Schwächen erkennt und sie beseitigt. Es ist jedoch am besten, wenn man die grundlegendsten Eigensinne so früh wie möglich erkennt. Sie zu erkennen ist schon Erhöhung. Der Prozess, in dem man sie ablegt, sie überwindet, sie schwächer werden lässt und sie letztendlich ganz ablegt, ist eine ständige Erhöhung, und das ist auch die grundlegende Umwandlung eines Lebewesens. (Li Hongzhi, Fa-Erklärung auf der Fa-Konferenz in Atlanta 2003, 29.11.2003)

Mein Weg war oft steinig und schmerzhaft. Aber alles, was mir begegnet, hilft mir, meinen Kultivierungsweg besser zu gehen.

Meister, ich danke Ihnen.