70-Jährige nach Inhaftierung im Koma – Wochen nach Gehirnoperation immer noch bewusstlos (Provinz Sichuan)

(Minghui.org) Eine 70-jährige Frau aus der Stadt Mianyang in der Provinz Sichuan fiel im Frauengefängnis Longquanyi in der Stadt Chengdu ins Koma. Sie habe sich „beim Benutzen der Toilette den Kopf angestoßen“, hieß es.

Liao Guanghui soll nun, einen Monat nach ihrer Gehirnoperation, immer noch bewusstlos sein. Sie liegt auf der Intensivstation des Krankenhauses Huaxi in der Stadt Chengdu. Die Gefängniswärter überwachen sie rund um die Uhr.

2019 verhaftet, 2020 vrurteilt, 2021 in Haft genommen

Liao war am 20. Juli 2019 verhaftet worden, weil sie Falun Dafa [1] praktiziert. Sie wurde am 25. September 2020 vom Bezirksgericht Fucheng zu drei Jahren Haft und einer Geldstrafe von 3.000 Yuan (ca. 381 Euro) verurteilt.

Als man sie am 20. Januar 2021 in das Frauengefängnis Longquanyi (auch bekannt als Frauengefängnis Chengdu) brachte, wurde sie körperlich untersucht und war bei guter Gesundheit.

Liaos Familie erhielt am 10. Februar einen Brief. Der Brief war angeblich von Liao, aber die Handschrift war offensichtlich nicht ihre. In dem Brief stand, dass es ihr im Gefängnis gut gehe und sie jeden Tag gutes Essen bekomme und nachts gut schlafe.

Im Gegensatz zu diesen Zeilen berichtet Liaos Familie, sie habe gehört, dass jeder Falun-Dafa-Praktizierende, der in das Gefängnis gebracht werde, im ersten Monat gefoltert werde. Einige der Foltermethoden seien Schlafentzug, Verweigerung der Benutzung der Toilette und intensive Gehirnwäsche. Besonders für diejenigen, die in ihrem Glauben standhaft bleiben würden, würde die Folter weiter verschärft. Das hatten sie gehört.

Wurde Liao gefoltert?

Einen Monat später, am 10. März gegen 5 Uhr morgens, erhielt Liaos Angehörige einen Anruf von einem Gefängniswärter, der sie aufforderte, zum Krankenhaus Huaxi zu kommen. Dort sollten sie eine Einverständniserklärung für eine Gehirnoperation unterschreiben.

Der Wärter behauptete, dass sich Liao in der Nacht zuvor auf der Toilette den Kopf angestoßen hatte. Der Arzt des Krankenhauses habe festgestellt, dass sie an der Luftröhre und an einem Lungenflügel Verletzungen habe. Die Familie vermutete, dass Liao gefoltert wurde, weil sie Falun Dafa nicht aufgegeben hat.

Ihre Vermutung hatte einen Grund: Ein Gefängniswärter hatte einmal zu ihnen gesagt: „Liao Guanghui hat sich geweigert, umerzogen zu werden. Sie ist sehr stur.“ Daran erinnerten sie sich noch allzu genau.

Liaos Sohn hatte eine Anzahlung von 5.600 Yuan (ca. 715 Euro) für ihre Medizinkosten geleistet. Der Gefängniswärter verlangte zusätzlich Zugriff auf die 4.000 Yuan (ca. 510 Euro) auf ihrem Konto, „damit er ihre Medizinkosten bezahlen könne“, ließ er verlauten.

Nach der Operation blieb Liao auf der Intensivstation und drei Wärter überwachten sie abwechselnd rund um die Uhr. Die Wärter erlaubten ihrer Familie nicht, sie nach der OP zu besuchen. Am 29. März erhielten die Angehörigen jedoch einen Anruf, sie sollten am nächsten Tag ins Krankenhaus kommen. Als Liaos Mann und ihr Sohn am 30. März im Krankenhaus ankamen, teilte der Arzt ihnen mit, dass die Schwellung in Liaos Gesicht zwar zurückgegangen sei, sie aber immer noch Fieber und Probleme mit der Lunge habe. Ein Gefängniswärter sagte, man plane, Liao ins Gefängniskrankenhaus zu verlegen. Sie forderten die Familie auf, eine Einverständniserklärung zu unterschreiben.

Liaos Familie waren sehr besorgt, dass die Verlegung tödlich enden könnte. Sie argumentierten, dass Liao ja weiterhin im Koma liege und das Gefängniskrankenhaus nicht über die notwendige medizinische Ausrüstung verfüge, um sie am Leben zu erhalten. Schließlich beantragten sie Haftaussetzung zur medizinischen Behandlung, damit sie sich selbst um Liao kümmern können. Es ist nicht klar, wie die Gefängniswärter auf den Antrag der Familie reagiert haben.

Frühere Berichte:

Vier Bewohner der Stadt Mianyang kürzlich verurteilt (Provinz Sichuan)

Woman in Her 60s Suffers Brain Injury Two Months After Being Imprisoned, Remains in a Coma


[1] Falun Dafa, auch Falun Gong genannt, ist eine buddhistische Selbstkultivierungsmethode. Sie wurde von Meister Li Hongzhi im Jahr 1992 in China eingeführt und hat sich rasant verbreitet. Viele Menschen konnten durch die Angleichung an die Prinzipien dieser Praktik – Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht – ihre Moral und ihre Gesundheit verbessern. Praktizierende dieses Kultivierungsweges werden seit dem 20. Juli 1999 auf Geheiß des damaligen Parteichefs Jiang Zemin in China verfolgt. Er ist der Hauptverantwortliche für die Verbrechen gegen die Menschlichkeit an Falun-Dafa-Praktizierenden.