Mein Herz blieb unbewegt

(Minghui.org) Mit sieben Jahren begann ich im Jahr 1998 mit meinen Eltern zusammen Falun Dafa zu praktizieren. Bald danach waren sie nicht mehr krank und erlebten die Schönheit des Dafa.

Am 20. Juli 1999 begann Jiang Zemin, der damalige Vorsitzende der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh), mit der Verfolgung von Falun Dafa. Meine Eltern wurden von der Partei schikaniert und wiederholt verfolgt, weil sie sich weigerten, ihren Glauben aufzugeben. Wir hatten keine andere Wahl und mussten unsere Heimatstadt verlassen. So zogen wir ab 2004 immer wieder um. Ich war damals gerade das erste Jahr an der Oberschule

Eines Tages fiel mir plötzlich ein: „Meister Li Hongzhi (der Begründer des Dafa) sagte wiederholt, dass wir nach innen – bei uns selbst – schauen, uns kultivieren und in jedem Konflikt und in jeder Situation unbewegt bleiben sollen. Ich schaute auf das Bildnis des Meisters und fragte mich im Stillen: „Meister, was bedeutet es, unbewegt zu sein? Was ist das für ein Geisteszustand?“

Ich hatte nicht erwartet, dass unser gütiger Meister mir in dieser Nacht die Antwort aufzeigen würde. In einem Traum konnte ich erleben, wie es ist, wirklich unbewegt zu bleiben. In dem Traum warfen mir meine Eltern etwas vor. Ihr Gesichtsausdruck war so heftig, sie waren sehr aufgebracht. So etwas kann ich normalerweise nicht ertragen. Sofort würde ich mich verteidigen und streiten. Aber mein Herz war unerschüttert und ich hegte keinerlei Groll. Ich war außerordentlich ruhig und friedlich – es war, als ob diese Vorwürfe und Beleidigungen nichts mit mir zu tun hätten. Ich wusste jedoch sehr wohl, dass ich diesen Zustand im wirklichen Leben nicht erreichen konnte.

Als ich aufwachte, erinnerte ich mich immer noch an dieses wunderbare Gefühl der Ruhe, des Friedens und des Unbewegtseins – etwas, was ich nie zuvor erlebt hatte. Ich kann keine Worte finden, um es zu beschreiben. Ich war dem Meister wirklich dankbar!

Zwei Geschichten über das Kultivieren von Nachsicht

Als ich mit der Kultivierung anfing, sagte ich mir immer wieder, dass ich in der Lage sein musste, etwas zu tolerieren oder ich sollte zumindest meinen Mund halten können, auch wenn ich wütend oder verärgert war. Langsam gewöhnte ich mich daran, mein Herz unbewegt zu lassen, und erinnerte mich oft an die Worte des Meisters:

„Starke Argumentation – nicht um Worte kämpfenGrund im Inneren suchen, ist KultivierungJe mehr sich erklären, desto schwerer das HerzGroßmütig, frei von Eigensinn, klares Verständnis erscheint“(Wenig argumentieren, 03.01.2005, in: Hong Yin III)

Ich hatte einen Streit mit meinem Vater, doch sobald ich mich daran erinnerte, dass ich ein Praktizierender war, argumentierte ich nicht weiter. Ich schaute nach innen und beruhigte mich allmählich. Aber mein Vater war immer noch wütend und wollte nicht mit mir reden.

Ich erkannte, dass ich in der gleichen Weise aufgebracht reagierte, wenn ich mit anderen in einen Konflikt geriet und stritt. Ich schaute nicht nach innen, was schrecklich war. Ich war dann immer sofort hellwach und kampfbereit. Ich fand, dass ich ungerecht behandelt wurde und glaubte, im Recht zu sein. Mir war klar: „Das ist wirklich nicht richtig.“ Diese Erkenntnis fühlte sich großartig an. Ich hatte meine Xinxing erhöht, nach innen geschaut und mich kultiviert.

Wir wohnten in einer Mietwohnung. Aus Sicherheitsgründen mussten wir mit allem, was wir taten, vorsichtig sein. Mein Vater machte sich Sorgen, dass unsere Computerbildschirme zu hell sein könnten, wenn es draußen dunkel war. Er befürchtete, die Leute auf der anderen Seite des Hofes könnten uns sehen.

Eines Tages war es bewölkt und wir saßen an unseren Computern. Mein Vater dimmte seinen Monitor ab. Als er sah, dass mein Bildschirm immer noch normal hell war, wurde er wütend. Er sagte, ich solle ihn abdunkeln. Wäre das in der Vergangenheit passiert, hätte ich sofort mit ihm gestritten. Aber ich hielt mich zurück und dachte: „Warum kann ich seinen Wunsch nicht tolerieren? Warum kann ich mich nicht kultivieren?“ Diesmal musste ich ungerührt bleiben!

Wie sich herausstellte, blieb ich tatsächlich unbewegt. Mein Geisteszustand war ruhig und friedlich. Das wunderbare Gefühl, meine Xinxing zu erhöhen, war wunderschön und beruhigend. Ich habe keine Worte, es zu beschreiben!

Ich erzählte meinem Vater von dem wunderbaren Gefühl. Er sagte: „In ähnlichen Situationen war ich auch schon mal nachsichtig. Aber so ein Gefühl wie deines habe ich noch nie erlebt!“ Ich meinte zu ihm: „Vielleicht warst du nur oberflächlich tolerant. Tief in dir drin hast du es vielleicht doch nicht toleriert, kann das sein? Das könnte der Grund sein, warum du das nicht erleben konntest.“ Er nickte.

Der Meister sagt:

„Nachsicht ist der Schlüssel für die Erhöhung der Xinxing. Das Ertragen unter Wut und Tränen und sich dabei ungerecht behandelt zu fühlen, gehört zur Nachsicht eines gewöhnlichen Menschen, der an seinen Bedenken festhält. Das Ertragen völlig ohne Wut und ohne sich ungerecht behandelt zu fühlen, das ist die Nachsicht eines Kultivierenden.“ (Was bedeutet Nachsicht (Ren)? 21.01.1996, in: Essentielles für weitere Fortschritte I)

Danke, Meister, für die barmherzige Erlösung!