Nachträgliche Todesmeldung: Pensionierte Pekinger Lehrerin stirbt nach jahrelanger Verfolgung

(Minghui.org) Eine 73-jährige Einwohnerin des Bezirks Pinggu in Peking starb am 8. Mai 2022, nachdem sie jahrelang wegen ihres Glaubens an Falun Dafa verfolgt worden war.

Wang Guoying, eine pensionierte Lehrerin der Mittelschule des Bezirks Pinggu, litt im Jahr 2017 an einer formalen Denkstörung und eine Körperhälfte war gelähmt. Doch die Polizei schikanierte sie in ihren letzten Jahren zu Hause weiter, um sie dazu zu bringen, Falun Dafa aufzugeben. Weniger als fünf Monate vor ihrem Tod hämmerte die Polizei einmal mehr als eine Stunde lang an ihre Tür und ging erst, als niemand die Tür öffnete.

Wangs Mann starb am 17. Dezember 2015, elf Tage nachdem er von der Verhaftung seiner Nichte erfahren hatte, ebenfalls eine Falun-Dafa-Praktizierende. Sie hatte sich einst um ihn gekümmert, als seine Frau wegen ihres Glaubens inhaftiert worden war.

Als Wang zwischen 2006 und 2008 wegen ihres Glaubens in einem Arbeitslager festgehalten wurde, entwickelte die Tochter des Paares schwere Depressionen. Die damalige Studentin verlor die Fähigkeit, sich selbst zu versorgen und brach das Studium ab. Nach dem Tod ihres Vaters im Jahr 2015 musste sie ein ganzes Jahr in einer psychiatrischen Klinik bleiben, da ihre Mutter häufig von der Polizei schikaniert wurde.

Die Familientragödie war das Ergebnis der Verfolgungspolitik des kommunistischen Regimes, die darauf abzielte, „den Ruf der Falun-Gong-Praktizierenden zu zerstören, sie finanziell zu ruinieren und sie physisch zu vernichten“. Wang, deren Gehalt während ihrer gesamten Zeit im Zwangsarbeitslager ausgesetzt wurde, schrieb später in ihrer Anzeige gegen Jiang Zemin, den ehemaligen chinesischen Diktator, der die Verfolgungspolitik angeordnet hatte, dass sie und ihre Familie direkte Opfer dieser Verfolgungspolitik waren.

Beginn des Praktizierens von Falun Dafa

Wang schrieb dem Praktizieren von Falun Dafa die Heilung ihrer häufigen fieberhaften Infekte zu. Sie wurde außerdem aufgeschlossener und rücksichtsvoller und bemühte sich, das angespannte Verhältnis zu den Eltern und Geschwistern ihres Mannes zu verbessern. Als ihre Schwiegermutter krank wurde, besuchte sie sie oft und kümmerte sich gewissenhaft um sie.

Frühere Verhaftungen

Anfang 2001 ging Wang zum Platz des Himmlischen Friedens, um für das Recht zu appellieren, Falun Dafa praktizieren zu dürfen. Sie wurde festgenommen und in eine Haftanstalt in der nahegelegenen Stadt Baoding in der Provinz Hebei gebracht. Nur wenige Tage nach ihrer Freilassung wurde sie beim Warten an einer Bushaltestelle erneut festgenommen und in die Haftanstalt des Bezirks Pinggu gebracht.

Im darauffolgenden Jahr wurde Wang noch zwei weitere Male verhaftet und beide Male in Gehirnwäsche-Einrichtungen festgehalten. Dort musste sie jedes Mal eine „Studiengebühr“ von 4.000 Yuan (etwa 510 Euro) bezahlen. Ihr Arbeitgeber, die Mittelschule des Bezirkes Pinggu, zahlte ihr dann zwei Monate kein Gehalt.

2006 zu zwei Jahren Zwangsarbeit verurteilt – Ehemann erleidet daraufhin Schlaganfall und Tochter entwickelt Depressionen

Im Oktober 2006 wurde Wang erneut verhaftet und zu zwei Jahren Zwangsarbeit verurteilt.

Die Wärter des Arbeitslagers versuchten mit allen Mitteln, Wang dazu zu bringen, Falun Dafa aufzugeben. Weil sie an ihrem Glauben festhielt, war sie brutalen Schlägen und Schlafentzug ausgesetzt, musste lange stillstehen und unbezahlte Arbeit leisten. Immer wenn ihr Blutdruck anstieg, zwangen die Wärter sie, unbekannte Medikamente zu nehmen. Als sie sich weigerte, die Tabletten zu nehmen, brachten die Wärter sie in ein Krankenhaus, um ihr die Medikamente zwangsweise verabreichen zu lassen. Eine Wärterin drohte ihr einmal, sie nackt auszuziehen und in die Zellen der männlichen Insassen zu werfen, wenn sie sich weigere, die Tabletten zu nehmen.

Bis Wang im Juni 2008 vorzeitig freigelassen wurde, musste sie ein Jahr und neun Monate im Arbeitslager aushalten. Ihre Schule setzte ihr Gehalt während ihrer gesamten Haftzeit im Arbeitslager aus.

Wangs Inhaftierung traumatisierte auch ihre Angehörigen zutiefst. Während sie inhaftiert war, erlitt ihr Mann einen Schlaganfall, der zur Lähmung einer Körperseite führte. Ihre Tochter, damals Studentin, entwickelte Depressionen und verlor ihre Fähigkeit, für sich selbst zu sorgen. Einst eine Einser-Schülerin, musste sie nun die Universität verlassen. Wangs Nichte Yang Xiaofeng, ebenfalls eine Falun-Dafa-Praktizierende, kümmerte sich dann um ihren Onkel und ihre Cousine.

2013 erneut verhaftet und anschließend schikaniert

Wang und Yang wurden im Juli 2013 verhaftet, weil jemand die beiden wegen der Verteilung von Informationsmaterialien über Falun Dafa angezeigt hatte. Zhang Daming und einige andere Beamte der Staatssicherheit des Bezirks Pinggu brachten die beiden Frauen in eine örtliche Haftanstalt. Weil Wang die erforderliche körperliche Untersuchung nicht bestanden hatte, wurde sie dort nicht aufgenommen, aber ihre Nichte wurde für eine unbekannte Zeit festgehalten.

Nach Wangs Freilassung wurde sie von der Polizei von Pinggu, der Bildungsbehörde von Pinggu und der Mittelschule des Bezirks Pinggu oft zu Hause belästigt und aufgefordert, Falun Dafa aufzugeben. Später parkten sie ein Auto rund um die Uhr vor ihrem Haus, bereit, ihr zu folgen, wann immer sie ausgehen sollte.

Die endlosen Schikanen verschlechterten den Zustand von Wangs Mann und ihrer Tochter. Die Depressionen ihrer Tochter wurden so schlimm, dass sich die junge Frau jeden Tag in ihrem Zimmer einschloss.

Mann stirbt nach Verhaftung der Nichte, Tochter in psychiatrische Klinik eingewiesen

Als Yang am 6. Dezember 2015 mit Menschen über Falun Dafa sprach, nahmen Polizisten sie fest. Ihr Onkel war von der Nachricht so traumatisiert, dass er elf Tage später starb.

Nach dem Tod ihres Mannes musste Wang ihre Tochter in eine psychiatrische Klinik einweisen, da die Behörden Wang zu Hause weiter schikanierten. Sie machten oft Fotos von ihr und filmten sie ohne ihre Zustimmung und durchsuchten ihre Wohnung nach Belieben.

Anfang 2017 drangen der Sekretär Liu und der Sicherheitsbeamte Li Xiaohui von der Mittelschule Pinggu in Wangs Haus ein und bedrängten sie, das Praktizieren von Falun Gong aufzugeben. Sie war so traumatisiert, dass sie Monate später eine psychisch bedingte Denkstörung entwickelte und eine Lähmung einer Körperhälfte erlitt.

Belästigung zwischen 2018 und 2020

Trotz ihrer Lähmung schikanierten die Beamten Wang weiter.

Zwei Beamte, angeführt von einer Gemeindearbeiterin, drangen am Morgen des 19. Juli 2018 in Wangs Wohnung ein und filmten sie. Dann gingen sie wieder.

Am 22. Oktober 2020 verschafften sich ein männlicher Beamter in Uniform und eine Beamtin in Zivil Zugang zu Wangs Wohnung und überprüften alle Räume. Sie fotografierten Wang und ihre Nichte Yang, die gerade für ihre Tante in der Küche kochte.

Drei Belästigungsereignisse im Jahr 2021

Am 26. März 2021 klopften zwei Polizeibeamte und ein Mitarbeiter des Wohnkomitees an Wangs Wohnungstür. Ihre (häusliche) Krankenpflegerin öffnete die Tür. Beim Betreten erklärte ein Beamter, er heiße mit Nachnamen Wang und habe gerade erst angefangen, in der Gegend zu arbeiten. Die beiden anderen Personen fotografierten Wangs Wohnung und filmten sie.

Die Beamten fragten nach dem Namen von Wangs Pflegerin und nach ihrer Heimatstadt. Sie hielten ein Foto hoch und versuchten herauszufinden, ob sie die Person auf dem Foto war. Als die Beamten die Telefonnummer der Betreuerin wissen wollten, weigerte sie sich zu antworten. Dann holte ein Beamter ihr Handy, das im Wohnzimmer aufgeladen wurde, und rief einen anderen Beamten mit diesem Telefon an, um ihre Nummer herauszubekommen. Ohne ihre Ausweise oder einen Durchsuchungsbefehl vorzuzeigen, durchsuchten die Beamten auch die Schubladen von Wangs Schränken.

Beim Besuch von zwei Beamten der Polizeiwache Xinggu am 22. Juni 2021 gingen diese direkt in Wangs Schlafzimmer. Als sie sahen, dass Wang einen Kopfverband trug, fragten sie die Pflegerin, was passiert sei. Die Pflegerin erzählte, sie habe Wang auf einem Dreirad mitgenommen, und das Dreirad sei umgekippt, als sie versuchte, einem Auto auszuweichen. Wangs Kopf sei auf dem Boden aufgeschlagen und habe stark geblutet. Am Ende hätte die Wunde mit vier Stichen genäht werden müssen.

Als die Polizisten fragten, ob Wang noch sprechen könne, verneinte die Pflegerin. Beim Betreten eines anderen Raumes entdeckten die Polizisten eine leere Windelkiste für Erwachsene. Sie schienen überrascht zu sein, dass Wang Windeln brauchte, doch die Pflegerin erinnerte sie daran, dass Wang seit Jahren gelähmt war. Nach einer Weile gingen die Polizisten wieder.

Eine weitere Gruppe von Beamten hämmerte am 23. Dezember 2021 gegen 19 Uhr an Wangs Wohnungstür. Als nach mehr als einer Stunde ununterbrochenen Klopfens niemand die Tür öffnete, gingen sie wieder.

Wang geriet aufgrund der Schikanen der Polizei mehrmals in einen kritischen Zustand. Sie starb am 8. Mai 2022.

Frühere Berichte:

Mann verstorben, Tochter depressiv – und die Schikanen gehen weiter

Peking: Verhandlung gegen fünf Praktizierende in Haftanstalt verlegt – Zugang zu Gerichtsverhandlungen wird so weiter eingeschränkt

Bezirk Pinggu, Peking: Verfolgung von Falun Gong im Jahr 2016