Mann aus Hebei stirbt nach vier Jahren Haft im Gefängnis

(Minghui.org) Der Körper eines Einwohners der Stadt Chengde in der Provinz Hebei war voller Wunden, nachdem er vier Jahre im Gefängnis gesessen hatte, weil er Falun Dafa praktizierte. Yu Hailong kämpfte nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis im Jahr 2020 mit seiner sich verschlechternden Gesundheit. Er verstarb am 26. Januar 2024 im Alter von 72 Jahren.

Festnahme, Inhaftierung, zwei Anhörungen und Verurteilung

Yu wurde am Abend des 8. Juli 2016 zusammen mit drei anderen Praktizierenden verhaftet, nämlich mit den männlichen Praktizierenden Bian Qunlian und Yu Dali sowie Frau Jiang Yuhuan. Beamte der Staatssicherheit des Landkreises Chengde waren ihnen gefolgt, als sie auf dem Weg in die Gemeinde Xiabancheng waren, um Falun-Dafa-Materialien zu verteilen.

Als die Praktizierenden am Bezirkskrankenhaus Chengde vorbeifuhren, wurden sie von einem schwarzen Auto angehalten, und ein Beamter beschuldigte Yu Hailong eines Verkehrsverstoßes.  Während Yu auf Verlangen des Beamten seinen Führerschein heraussuchte, verhafteten Wu Lei und Hou Shouyin von der Staatssicherheit alle vier Praktizierenden und brachten sie samt Auto in die Haftanstalt von Chengde. Gegen 1:00 Uhr nachts brach die Polizei in Yus Wohnung ein und nahm seine Falun-Dafa-Bücher, Informationsmaterialien, Drucker und Computer mit.

Die drei männlichen Praktizierenden wurden in der Haftanstalt des Landkreises Chengde festgehalten und Frau Jiang in der Haftanstalt der Stadt Chengde. Als die Angehörigen der Praktizierenden am 10. Juli bei der Staatssicherheit des Bezirks Chengde ihre Freilassung forderten, wurden sie von dem Beamten Wu abgewiesen. Ein paar Tage später stellten die Angehörigen einen weiteren erfolglosen Antrag.

Yu Hailongs Familie engagierte schnell einen Anwalt für ihn. Als sein Anwalt ihn am 15. Juli besuchte, sah er, dass dieser, und ebenso der fast 70-jährige Bian, mit Handschellen gefesselt war. Bian hatte außerdem am ganzen Körper Verletzungen durch Elektroschocks. Der Anwalt forderte die Wärter auf, die beiden Praktizierenden von den Fesseln zu befreien, aber sie ignorierten ihn.

Die vier Praktizierenden erschienen am 20. Dezember 2016 vor dem Bezirksgericht Chengde. Immer wieder fiel Wang Fu, der Vorsitzende Richter, Yus Anwalt während seines Verteidigungsplädoyers ins Wort. Daraufhin brach der Anwalt aus Protest gegen die Verletzung seines Rechtes auf Verteidigung seines Mandanten mitten in der Anhörung ab.

Die zweite Anhörung fand am 5. Januar 2017 ebenfalls unter dem Vorsitz von Wang statt. Diesmal nahmen noch zwei weitere Staatsanwälte daran teil und viele zusätzliche Polizisten patrouillierten im und um das Gerichtsgebäude. Für jeden Praktizierenden durften nur drei Familienangehörige in den Gerichtssaal hinein, die während des Prozesses auf Video aufgenommen wurden. Die Verwandten der Praktizierenden sahen auch Beamte des örtlichen Komitees für Politik und Recht. (Diese außergerichtliche Behörde ist mit der Überwachung der Verfolgung beauftragt). Die Anwälte aller vier Praktizierenden plädierten auf nicht schuldig. Die Staatsanwälte schwiegen die meiste Zeit.

Der Vorsitzende Richter Wang verkündete am 15. Februar 2017 die Urteile der Praktizierenden. Yu Dali und Bian wurden zu jeweils sechs Jahren Haft und einer Geldstrafe von 20.000 Yuan (etwa 2.600 Euro) verurteilt. Yu Hailong wurde zu vier Jahren Haft und einer Geldstrafe von 10.000 Yuan (etwa 1.300 Euro) verurteilt. Frau Jiang bekam eine Strafe von drei Jahren Haft und musste 10.000 Yuan bezahlen. Ihre Berufung wurde von der höheren Instanz zurückgewiesen.

Im Jidong-Gefängnis in Tangshan

Die drei männlichen Praktizierenden saßen dann im Jidong-Gefängnis in Tangshan ein. Obwohl bei Bian Anfang Januar 2020 ein Rektumkarzinom diagnostiziert worden war, ließ ihn das Gefängnis erst am 9. August frei. Als er mit einem Krankenwagen nach Hause gebracht wurde, war er nach Angaben seiner Familie abgemagert und hatte eine Magensonde, da er nach der Metastasierung des Krebses nichts mehr essen konnte. Er hatte hohes Fieber und erkannte seinen eigenen Bruder nicht. Vier Tage später verstarb er.

Yu Hailong hatte nach vier Jahren Folter im Gefängnis Wunden am ganzen Körper. Nach seiner Entlassung im Jahr 2020 verlor er weiter an Gewicht. Er konnte sich nicht mehr erholen und verstarb am 26. Januar 2024.

Zum Gefängnis in Jidong gehören neun Zweigstellen, die der Gefängnisverwaltung der Provinz Hebei unterstehen. Die meisten männlichen Falun-Dafa-Praktizierenden, die in der Provinz Hebei verurteilt wurden, sind hier inhaftiert. Die Gefängniswärter wenden alle möglichen grausamen Methoden an, um Falun-Dafa-Praktizierende zu zwingen, ihrem Glauben abzuschwören. Mindestens 36 Praktizierende starben, nachdem sie hier gefoltert wurden.

Frühere Verfolgung von Yu Hailong

Yu Hailong begann 1998, Falun Dafa zu praktizieren. Seine Hepatitis-B, die ihn seit 1995 gequält hatte, verschwand bald darauf. Er nahm die Arbeit auf dem Bauernhof seiner Familie wieder auf und fand auch eine Arbeit bei einem lokalen Bauprojekt.

Liu Mingcheng und Wu Deyong von der Staatssicherheit Chengde nahmen Yu Hailong am 30. Dezember 2005 gegen 18 Uhr fest, als er sein Haus verlassen wollte. Die Polizei beschlagnahmte seinen Fotokopierer, seinen Papierschneider und andere Büromaterialien, die er benutzte, um zu Hause Informationsmaterialien über Falun Dafa herzustellen. Sie hielten ihn über Nacht auf der Polizeiwache fest und ließen ihn nicht schlafen. Am nächsten Tag brachten ihn die Polizisten in die Untersuchungshaftanstalt von Chengde.

Zwei Wochen später, am Abend des 14. Januar 2006, brachte die Polizei Yu zum Verhör in die Haftanstalt Luanping. Sie bedeckten seinen Kopf und beschimpften ihn. Er erkannte die fünf Beamten Shi Shujian, Liu Mingcheng, Wu Deyong, Liu Peng und Zhang Dapeng. Es waren auch zwei oder drei höhere Angestellte anwesend, deren Namen jedoch nicht bekannt sind.

Die Polizisten fesselten Yu mit Handschellen an einen Metallstuhl und gingen dann zum Abendessen. Als sie zurückkehrten, begannen sie mit dem Verhör. Liu Peng schlug ihm mehr als ein Dutzend Mal ins Gesicht, so dass er fast sein Gehör verlor. Die Prügel dauerten bis Mitternacht. Da die Haftanstalt Yu nicht aufnahm, brachten die Polizisten ihn zurück in die Haftanstalt von Chengde. Aber auch diese wollte ihn nicht aufnehmen, da es schon sehr spät war. Die Polizei hielt Yu dann über Nacht auf der Polizeiwache fest und brachte ihn am Morgen in die Haftanstalt von Chengde.

Obwohl Yu einen Rückfall in seine Hepatitis B erlitt, hielten ihn die Behörden sechs Monate lang in Gewahrsam. Später wurde er zu vier Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Sein Antrag auf einen Anwalt wurde von der Staatsanwaltschaft abgewiesen. Überdies beschimpfte der Staatsanwalt ihn, als er verlangte, zur medizinischen Behandlung freigelassen zu werden.

Nachdem Yu schließlich im Juni 2006 freigelassen worden war, wurde er zuhause immer wieder belästigt. Li Fuyu, der Sekretär des Komitees für Politik und Recht von Dashi, Lan Xiaofeng von der örtlichen Justizbehörde, Liu Mingcheng und zwei weitere Polizeibeamte suchten ihn zu Hause auf oder riefen ihn an. Er war gezwungen, eine Zeit lang unterzutauchen, um der Verfolgung zu entgehen.

Frühere Berichte:

Seit 2022 sechs Todesfälle im Gefängnis von Jidong (Provinz Hebei)Todesmeldung: Falun-Dafa-Praktizierender stirbt vier Tage nach HaftentlassungProvinz Hebei: Verurteilt, weil sie mit anderen über Falun Gong gesprochen haben