Langer Kampf der Familie um Haftaussetzung für krebskranke Frau

(Minghui.org) Nach hartnäckigen Forderungen der Familie von Lan Lihua stimmte das Frauengefängnis Liaoning schließlich zu, der schwerkranken Lan bereits am 20. April Haftaussetzung zur medizinischen Behandlung zu gewähren. Es ist unklar, ob sie zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels bereits entlassen wurde.

Die 48 Jahre alte Falun-Dafa-Praktizierende [1] aus Shenyang in der Provinz Liaoning muss eine Strafe von drei Jahren und zehn Monaten absitzen, weil sie auf die Verfolgung ihres Glaubens an Falun Dafa aufmerksam gemacht hat.

Während ihrer Haft im ersten Untersuchungsgefängnis von Shenyang erkrankte Lan an Brustkrebs. Trotz ihres schwachen körperlichen Zustands wurde sie ins Gefängnis gebracht, wo sich ihr Zustand rasch verschlechterte und sie sich auch mit Hepatitis B infizierte.

Geldforderungen des Gefängnisses für eine Untersuchung der Krebskranken

Am 17. März 2020 rief ein Wärter mit dem Familiennamen Guo ihre Familie an und verlangte von ihr eine Anzahlung von 5.000 Yuan (ca. 650 Euro) für eine Untersuchung. Er erklärte, dass Lan sehr schwach sei, nicht allein gehen könne und ständig huste. Guo betonte auch, dass eine Haftaussetzung abgelehnt werde, weil Lan nicht auf Falun Dafa verzichte.

Lans Familie leistete die Zahlung auf Guos Verlangen. Vier Tage später rief er zurück, um sie über die Ergebnisse zu informieren, die darauf hindeuteten, dass ihre Krebszellen in beiden Lungenflügeln Metastasen gebildet hatten. Darüber hinaus hatte sie überschüssige Flüssigkeitsansammlungen in Brust und Herz, vergrößerte Achselhöhlenlymphknoten sowie Schwellungen im Bereich des rechten Schlüsselbeins und der Kopfhaut, die ebenfalls auf eine Metastasierung des Krebses hindeuteten.

Am 13. April rief das Gefängnis Lans Sohn an und teilte ihm mit, dass seine Mutter gerade ins Krankenhaus gebracht worden sei und ein Arzt einen Bescheid über ihren kritischen Zustand ausgestellt habe.

Familie beantragt erneut Haftaussetzung zur medizinischen Behandlung

Lans Familie kontaktierte das Gefängnis am nächsten Tag und beantragte erneut Haftaussetzung zur medizinischen Behandlung für sie. Das Gefängnis bestand darauf, dass man sie nicht freilassen könne, weil sie sich weigere, auf Falun Dafa zu verzichten. Ihre Familie rief das Gefängnis mehrmals am Tag an, aber ohne Erfolg.

Am 15. April kam Lans Familie ins Gefängnis und verlangte Haftaussetzung zur medizinischen Behandlung für sie. Zwei Beamte, darunter einer, der vorgab, der Leiter des Gefängniskrankenhauses zu sein, empfingen sie. Die beiden hielten an ihrer harten Haltung fest und lehnten den Antrag der Familie ab. Sie erlaubten auch nicht, dass sie Lan im Krankenhaus besuchen durften.

Am Nachmittag des 15. April rief das Gefängnis Lans Familie an und forderte sie auf, für eine medizinische Untersuchung 2.600 Yuan (ca. 330 Euro) für sie einzuzahlen.

Am 16. April kehrten Lans Angehörige in das Gefängnis zurück und forderten erneut Haftaussetzung zur medizinischen Behandlung für sie. Da kein Beamter sie empfing, mussten sie einen Lautsprecher benutzen, um mit den Beamten im Gebäude zu sprechen. Bald darauf kam ein Wachmann vorbei und versuchte, ihnen den Lautsprecher wegzunehmen. Sie lenkten nicht ein.

Nach etwa zwanzig Minuten kam ein Beamter mit dem Namen Yin vom Petitionsbüro des Gefängnisses auf sie zu. Nachdem Lans Angehörige ihren Antrag erläutert hatten, sagte Yin zunächst, dass er nicht helfen könne. Später sagte er aber, dass das Gefängnis ihren Antrag gerade genehmigt und die Unterlagen zur weiteren Bearbeitung an die Staatsanwaltschaft geschickt habe.

Lans Angehörige eilten daraufhin zur Staatsanwaltschaft. Dort erfuhren sie jedoch, dass keine Unterlagen angekommen seien. Ihre Familie rief das Gefängnis an, um den Fall zu überprüfen, aber der Beamte sagte diesmal, dass sie die Formulare noch nicht an die Staatsanwaltschaft geschickt hätten.

Als die Familie vom Gefängnis eine klare Aussage über das Verfahren und den Zeitrahmen verlangte, weigerten sich die Gefängnisbeamten zu antworten und legten auf.

Die Familie setzte sich am 17. April erneut mit dem Gefängnis in Verbindung und forderte ihre sofortige Freilassung aufgrund Lans kritischen Zustands. Diesmal bestätigten die Gefängnisbehörden, dass sie die Formulare erledigen würden, sagten aber, dass der Prozess lange dauern könne. Sie sagten auch, dass sie nicht verantwortlich dafür seien, falls Lan vor ihrer Haftaussetzung etwas zustoßen sollte.

Das Gefängnis erlaubte es Lans Ehemann auch, einen Videoanruf mit ihr zu führen. Er stellte fest, dass sie sehr schwach schien und Schwierigkeiten beim Sprechen und Atmen hatte. Er sprach etwa fünfzehn Minuten lang mit ihr.

Am 18. April sprach er erneut mit ihr und meinte, sie sei schwächer als am Tag zuvor.

Er und der Rest der Familie suchten das Gefängnis, das Krankenhaus und das örtliche Justizbüro auf, in dem Versuch, die Bewilligung der Haftaussetzung zu beschleunigen. Obwohl das Gefängnis die Verantwortung auf das Justizbüro abwälzen wollte, offenbarten die Mitarbeiter des Büros gegenüber der Familie, dass die Entscheidung über ihre Freilassung immer noch in den Händen des Gefängnisses lag.

Als sich die Familie erneut mit dem Gefängnis in Verbindung setzte, teilte ihnen ein Wärter mit, dass sie sie frühestens am Montag, dem 20. April, freilassen könnten. Es bleibt zu ermitteln, ob Lan tatsächlich entlassen wurde.

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[1] Falun Dafa, auch Falun Gong genannt, ist eine buddhistische Selbstkultivierungsmethode. Sie wurde von Meister Li Hongzhi im Jahr 1992 in China eingeführt und hat sich rasant verbreitet. Viele Menschen konnten durch die Angleichung an die Prinzipien dieser Praktik – Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht – ihre Moral und ihre Gesundheit verbessern. Praktizierende dieses Kultivierungsweges werden seit dem 20. Juli 1999 auf Geheiß des damaligen Parteichefs Jiang Zemin in China verfolgt. Er ist der Hauptverantwortliche für die Verbrechen gegen die Menschlichkeit an Falun-Dafa-Praktizierenden.