Verhaftet, verhört und auf Kaution frei: Razzia bei sechs Praktizierenden, weil sie das „Zhuan Falun“ lasen

(Minghui.org) Am 15. Mai 2022 wurden sechs Praktizierende verhaftet, als sie gemeinsam das Zhuan Falun lasen. Sie wurden alle verhört, später jedoch auf Kaution freigelassen.

Bei den Praktizierenden, die aus dem Kreis Li, Provinz Hebei kommen, handelt es sich um: die 72-jährige Cui Shumei, Wang Yuemin (w), Qi Luxin (m), Cao Hongmei (w), Liao Xiaoyan (w) sowie Li Hexia (w), in deren Wohnung sich die Praktizierenden am 15. Mai verabredet hatten. Die Polizei brach gegen 21 Uhr ein.

Wang Hui, der Leiter der örtlichen Staatssicherheit, baute sich vor den Praktizierenden auf, während der Beamte Qi Lijin von der Polizeiwache Chengguan die Tür im Auge behielt. Im Vorgarten standen bewaffnete Polizisten in zwei Reihen mit drei Meter Abstand zur Straße, wo mehrere Polizeifahrzeuge geparkt hatten. In den Autos saßen weitere Beamte.

Als der Stasi-Leiter die Praktizierenden fragte, was sie tun, antwortete die Li Hexia, die Ende 60 ist: „Wir lesen in dem Buch. Und wer sind Sie?“

Als der Beamte seinen Polizeiausweis zeigte, fragte sie weiter: „Was wollen Sie in meiner Wohnung?“

„Es geht um die Pandemie“, antwortete Wang Hui. „Sie verstoßen gegen das Gesetz, indem Sie eine illegale Versammlung abhalten.“ Er forderte die Praktizierenden auf, zu den Polizeifahrzeugen zu gehen, während andere Zivilbeamte Lis Wohnung durchsuchten und viele ihrer persönlichen Habseligkeiten beschlagnahmten.

Ohne Haftbefehl wurden die Praktizierenden abgeführt und in einen Verhörraum gebracht, der sich im Keller der Staatssicherheitsabteilung des Kreises Li befand. Nach dem Verhör ließ man sie auf Kaution frei.

Es folgen weitere Einzelheiten ihrer Vernehmung.

Li Hexia

Im Stasi-Gebäude wurde die Praktizierende Li Hexia zunächst zur Toilette gebracht und durchsucht. Die Beamten Li und Qin verhörten sie und befahlen ihr, sich auf einen eisernen Stuhl zu setzen. Li entgegnete, dass sie gegen kein Gesetz verstoßen habe und weigerte sich. Daraufhin drohten die Beamten ihr mit Prügel.

Später kamen drei weitere Beamte, um die Praktizierende zu verhören. Man habe in ihrer Wohnung viele Materialien über Falun Dafa gefunden, hieß es – genug, um sie für sieben bis acht Jahre hinter Gitter zu bringen. Die Polizisten fügten hinzu, dass es illegal sei, Falun Dafa zu praktizieren, solange die Kommunistischen Partei Chinas an der Macht sei und die Praktizierende in China lebe. Ein Beamter versuchte, weitere Informationen über Praktizierende zu bekommen, indem er behauptete, andere hätten gegen Li ausgesagt.

Die Polizisten verhörten Li am 16. Mai ununterbrochen von 13:00 bis 23:00 Uhr. Das Verhör wurde gefilmt. Bevor Li nach Hause durfte, wurde noch eine Stimmprobe aufgezeichnet.

Drei Tage nach der Freilassung wurde Li von dem Vize-Abteilungsleiter der örtlichen Stasi, Liu Li, vorgeladen. Er wollte einen Augenscan, ihren Fußabdruck, eine Stimmprobe sowie eine Blutprobe von ihr. Die Praktizierende weigerte sich beharrlich. Schließlich gaben die Beamten nach und ließen sie wieder nach Hause.

Cui Shumei

Von der Praktizierenden Cui Shumei wollten zwei Beamte wissen, wie sie heiße und wo sie wohne, obwohl diese Informationen bereits bekannt waren. Cui verweigerte die Antwort. Ihr drohten die Beamten mit sieben Jahren Gefängnis und der Inhaftierung ihrer Schwiegertochter für drei Jahre, falls sie nicht mit der Polizei kooperiere.

Als die Beamten Cui aufforderten, den Haftbefehl zu unterschreiben, weigerte sie sich erneut. Schließlich erlaubten die Polizisten ihr nach einer Weile, nach Hause zu gehen.

Wang Yuemin

Als Wang Yuemin verhört wurde, fragten zwei Polizisten sie: „Wissen Sie, dass Falun Gong eine Sekte ist?“

Die Praktizierende widersprach. „Falun Gong ist keine Sekte. Falun Gong gehört nicht zu den 14 Sekten, die das Amt für öffentliche Sicherheit benannt hat. Jiang Zemin (der ehemalige Vorsitzend er KPCh, der die Verfolgung anordnete), bezeichnete Falun Gong als eine Sekte – aber was er sagte, ist kein Gesetz.“

Die Beamten wollten wissen: „Wann sind Sie in diese Wohnung gekommen, um mit den anderen das Falun-Gong-Buch zu studieren? Wie viele Personen waren dort? Wie ist der Name der Mieterin? Wissen Sie, dass es verboten ist, Falun-Gong-Bücher zu besitzen?“ Wang antwortete nicht darauf.

Stattdessen erklärte sie: „Das verstößt nicht gegen das Gesetz. Das Amt für Presse und Publikation hat das Verbot von Falun-Gong-Büchern 2011 aufgehoben. Es ist völlig legal, das Buch zu besitzen und zu lesen. Liu Binjie, der Leiter der Verwaltungsbehörde für Presse und Publikation hat die Mitteilung veröffentlicht. Das können Sie selbst nachlesen!“

Unbeirrt fragten die Polizisten: „Wie lautet Ihre Telefonnummer? Wie viele Kinder haben Sie?“ Darauf ging Wang nicht ein.

Auf die Frage, wie lange sie schon Falun Gong praktiziere, antwortete sie: „Ich habe es 1997 kennengelernt. Früher hatte ich viele Krankheiten. Aber seit ich Falun Gong praktiziere, hatte ich nicht einmal mehr eine Erkältung.

Am nächsten Tag befahl Liu Li, der Praktizierenden eine Blutprobe abzunehmen. Sie wehrte sich dagegen.

„Jeder muss das tun“, so der Stasi-Beamte.

„Ich habe nichts falsch gemacht. Wenn ich mit Ihnen kooperiere und zulasse, dass Sie mich verfolgen, schade ich Ihnen“, entgegnete Wang.

Daraufhin befahl Liu zwei jungen Männern, die Praktizierende an den Armen festzuhalten, während er die Beine übernahm. Letztlich gelang es den Beamten nicht, Wang Blut abzunehmen.

Anschließend übergaben die Polizisten Wang ein Dokument, das eine siebentägige Haftstrafe festsetzte. Da sie eine Anerkennung durch Unterschrift verweigerte, ließen die Beamten sie kurz danach frei.

Qi Luxin

Als der Praktizierende Qi Luxin verhört wurde, verlangte er zunächst von den beiden Polizisten die Angabe ihrer Namen und des Rangs. Die Beamten sagten, sie dürften ihre Namen nicht nennen und nur ihre Dienstmarken vorzeigen. Daraufhin fragte Qi nach dem Grund seiner Festnahme.

„Es ist zu spät für diese Frage. Jetzt werden Sie von uns vernommen. Sie sollten einfach auf unsere Fragen antworten; jetzt sind Sie der Verdächtige“, sagten die Polizisten.

„Ich habe gegen kein Gesetz verstoßen“, bekräftige Qi.

„Die Kommunistische Partei verbietet den Menschen, Falun Gong zu praktizieren, und hat entschieden, dass Falun Gong eine Sekte ist. Wenn man praktiziert, verstößt man gegen das Gesetz“, erklärten die Beamten.

Qi widersprach: „Das chinesische Amt für Presse und Publikation hat das Verbot von Falun-Gong-Büchern im Jahr 2011 aufgehoben. Kein Gesetz hat Falun Gong zu praktizieren jemals als Straftat eingestuft oder Falun Gong als Sekte bezeichnet. Wenn Sie sagen, dass ich gegen das Gesetz verstoßen habe, was ist dann Ihre Rechtsgrundlage?“

Am 17. Mai hielten mehrere Polizisten Qi eine halbe Stunde auf einem eisernen Stuhl fest. Sie traten und beschimpften ihn – dann ließen sie ihn frei.

Cao Hongmei

Cao Hongmei wurde zunächst auf die Toilette gebracht und von einer Beamtin durchsucht. Sie fragte die Praktizierende nach ihrem Namen, der Anzahl ihrer Angehörigen, wie sie zu Falun Gong gekommen sei, warum sie praktiziere und mit welchen Praktizierenden sie kontakt habe.

Cao antwortete: „Ich praktiziere Falun Gong und folge den Prinzipien Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht. Ich versuche, anders zu denken und alles anhand dieser Prinzipien zu bemessen.“

Beamte: „Sind Sie gegen die Kommunistische Partei?“

Cao: „Wir Praktizierenden mischen uns nicht in die Politik ein.“

Beamte: „Sagen Sie den Leuten, dass Falun Gong gut ist?“

Cao: „Viele Menschen haben davon profitiert, indem sie die Sätze ‚Falun Dafa ist gut; Wahrhaftigkeit, Güte, Nachsicht sind gut‘ rezitiert haben – und davon erzähle ich anderen.“

Die Polizei gab Cao eine Uhr und bat sie, diese zu tragen. Die Praktizierende fand heraus, dass die Uhr Videos aufzeichnete und Daten weiterleitete.

Am dritten Tag forderten die Polizisten Cao auf, ein Formular zu unterschreiben. Sie weigerte sich. Nachdem die Beamten sie gefilmt hatten, ließen man sie nach Hause.

Laio Xiaoyan

Von der Praktizierenden Liao Xiaoyan nahm die Polizei biometrische Daten auf, darunter Hand- und Fingerabdruck, eine Stimmprobe, Augenscan sowie eine Blutprobe.

Angaben zu den Tätern:

Wang Hui, Leiter der Staatssicherheit des Kreises Li: +86-13932203392Liu Li, stellvertretender Leiter der Staatssicherheit des Kreises Li: +86-15103127613, +86-13700320026