(Minghui.org)
Musik war schon immer ein zentraler Bestandteil der traditionellen chinesischen Kultur. Im Buch der Riten ist geschrieben: „Darum waren die alten Könige bei der Gestaltung von Sitte und Musik nicht darauf bedacht, das Begehren von Mund und Magen, Ohr und Auge restlos zu erfüllen, sondern ihre Absicht war, das Volk zu lehren, seine Zu- und Abneigungen zu mäßigen, und es auf das rechte Ziel des Menschenwegs zurückzubringen.“ [1]
Musik wurde also geschaffen und weitergegeben, um Harmonie zwischen Himmel und Erde zu erzielen, den eigenen Charakter zu verbessern und die Seele zu nähren; sie zu einer höheren Existenzebene zu erheben.
Die Zeit der Republik China
Die Einflüsse der Moderne führten schon in den Anfangsjahren der Republik China dazu, dass die traditionelle Musik und Riten vernachlässigt wurden. Aber als Chiang Kai-shek im Jahr 1949 den philippinischen Präsidenten Elpidio Quirino besuchte, sprach er während eines Banketts davon, dass seine Leidenschaft die Musik und die Natur seien.
Der taiwanesische Musikprofessor He Mingzhong erinnerte sich in seinem Buch Chinesische Kultur und chinesische Musikpädagogik: „Als Generalissimus Chiang Kai-Shek seine Pflichten für Taiwan fortführte, richtete er für die Staatsoberhäupter verschiedener Länder Bankette aus. Darunter waren Präsident Rhee Syng-man aus Südkorea, Präsident Ngo Dinh Diem aus Vietnam, Präsident Carlos P. Garcia von den Philippinen und Präsident Dwight D. Eisenhower aus den USA.
Nach dem Essen hatte Generalissimus Chiang stets das Nationalorchester als einzige Unterhaltung eingeladen. Bevor das Orchester spielte, erklärte er den besuchenden Staatsoberhäuptern die Eleganz und Schönheit chinesischer Musik. Nach der Vorführung begleitete er die Ehrengäste hinter die Bühne, um die verschiedenen Musikinstrumente des Nationalorchesters zu zeigen. Daran kann man sein Interesse und seine Wertschätzung für die traditionelle chinesische Musik erkennen.“
Zur Förderung der traditionellen Musik plädierte Chiang in einem richtungsweisenden Text [2] dafür, musikalische Erziehung als wichtige Komponente in das Bildungswesen aufzunehmen. Er plante die Errichtung von Musikabteilungen an verschiedenen Universitäten sowie Grundschulen und weiterführenden Schulen. Zudem nahm er selbst an konfuzianischen Zeremonien mit klassischer Musik teil und ließ sich neben den Musikern und Tänzern abfotografieren.
In der Regel wird Chiang als militärischer Machthaber wahrgenommen, aber zahlreiche historische Quellen und Tagebucheinträge zeigen seine echte Wertschätzung für die Musik. Chiang erinnerte sich, dass seine Mutter ihn im Alter von zehn Jahren in die Rituale der Ahnenverehrung eingeführt hatte, wobei sie betonte, dass jede Bewegung in Harmonie zum Rhythmus der Musik erfolgen solle.
1968 besuchte Chiang den Konfuziustempel in Taipeh, um den Klängen der konfuzianischen Zeremonien zu lauschen. Im Anschluss an die Zeremonie ließ er sich mit den Darstellern ablichten. „Nachdem ich der konfuzianischen Zeremonie beigewohnt habe, bin ich einmal mehr überzeugt von den tiefgründigen Einflüssen der Etikette und der Musik. Sie können unseren Charakter kultivieren und gesellschaftliche Harmonie fördern. Die harmonischen Bewegungen und die eleganten Melodien inspirieren und ermutigen uns zu tugendhaftem Verhalten“, merkte er an. „Aus diesem Grund sollen die Schulen in allen Altersklassen der fördernden und anleitenden Wirkung von Musik und Etikette auf Schüler besondere Beachtung schenken.“
Während seines ganzen Lebens betonte Chiang immer wieder die Bedeutung von Musik für die Gesellschaft, die Bildung und das Militär.
1934 schrieb er: „Was moderne Verwaltungsbeamte verstehen müssen, ist, dass reine und edle Musik den Charakter kultivieren, moralische Werte fördern, Kummer lindern und Entschlusskraft wecken kann. Sie ist für die Menschen ein spiritueller Rückzugsort und Trost, behebt unbemerkt verschiedenste Widrigkeiten des Lebens und ermöglicht es der gesamten Gesellschaft zu gedeihen und sich langsam nach oben zu entwickeln.“
Im selben Jahr hielt Chiang eine Rede über die Kernprinzipien eines gesunden und aktiven Lebensstils für die Bewegung „Neues Leben“. Darin sagte er auch: „Was ist Musik? Musik ist Rhythmus und nur durch harmonischen Rhythmus erreicht sie ihre erhabene Schönheit. Der Rhythmus der Musik und der angemessene Ablauf von Zeremonien sind in ihrer Bedeutung und Funktion im Grunde genommen gleich. Man muss daher Musik verstehen, um Zeremonien begreifen zu können und man muss Musik schätzen, um Etikette zu schätzen.“
Im folgenden Jahr hob Chiang erneut in einer Rede die Wichtigkeit von Musik hervor, indem er sagte: „Um die Nation zu retten, müssen wir ein Bildungswesen aufbauen, das Literatur und Kampfkunst genauso umfasst wie die Kultivierung des Charakters.“
„Wenn die Menschen kein musikalisches Verständnis haben, dann sind ihnen die Nuancen von Freude und Wut, Sorge und Glück fremd und sie werden dann auch kein erfülltes Leben führen können“, merkte er an. „Genauso ist eine Schule, eine Armee oder eine Gesellschaft, der es an Musik mangelt, unvollständig. Auch für das Militär ist die Musik von besonderer Bedeutung; sie ist essentiell für die Aufrechterhaltung der Moral, die Sicherung der Disziplin und den Zusammenhalt in Friedenszeiten. In Kriegszeiten ist sie entscheidend, um die Schwankenden zu trösten, die Moral zu stärken und die militärische Schlagkraft zu festigen. Alle diese Aspekte sind von der Militärmusik abhängig.“
So zerstörte die KP Chinas Musik und Etikette
Bereits früh erkannte Chiang den Schaden, den die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) an der Musik und der Etikette anrichtete. In einer Rede aus dem Jahr 1933 sagte er: „Die Kommunistische Partei will uns lehren, den Anstand zu verwerfen und damit jegliche Moral zu zerstören und so etwas wie Musik zu vernachlässigen. Sie will, dass China all diese Dinge über Bord wirft; dass alles, was mit Kunst, Ethik und traditioneller Kultur zu tun hat, komplett vernichtet werden muss. Diese Kommunistische Partei, die unser Land, unsere Nation zerstört und unseren Anstand und intellektuelle Fähigkeiten ruiniert, ist unser größter und nähester Feind.“
Mit der Machtergreifung der KPCh im Jahr 1949 erreichte die Vernichtung der Kultur, einschließlich der Musik, ein beispielloses Ausmaß.
Die Revolutionslieder der KPCh putschen entweder auf oder glorifizieren die Partei. Sie sind erfüllt von Gewalt, Lügen und Unmenschlichkeit. Während der Kulturrevolution durften beispielsweise nur wenige bestimmte Modellopern (yang ban xi) aufgeführt werden. Der Text des Hauptsongs von Die rote Laterne (Hong Deng Ji), einer der Modellopern, besagte: „Hass, einmal in die Herzen gesät, wird sprießen.“
In der Schule wurden die Kinder angeleitet, während ihrer ganzen Schulzeit Lieder der KPCh zu singen, wie etwa „Ohne die Kommunistische Partei gäbe es kein neues China“ und „Die Internationale“. Durch diese Lieder sollten die Schüler mit der Botschaft des Klassenkampfes, des Hasses und der Gewalt indoktriniert werden.
China hat viele traditionelle Melodien und Volkslieder. Die KPCh hat die traditionellen Liedtexte durch pro-KPCh-Texte ersetzt und diese durch Radio und Fernsehen propagiert. Die Melodie von Dong Fang Hong (Der Osten ist rot), einem sehr bekannten Loblied der KPCh, stammt ursprünglich von einem Volkslied aus der Provinz Shanxi namens Zhi Ma You (Sesamöl).
Sowohl die Regierungsbehörden als auch die Staatsunternehmen veranstalten in China regelmäßig Wettbewerbe mit pro-KPCh-Liedern. Sie überschwemmen die Chinesen regelrecht mit diesen Liedern, um ihnen die kommunistische Ideologie einzuhämmern. In den vergangenen Jahren hat die KPCh begonnen, einige dieser Lieder in künstlerische Darbietungen wie Klavierkonzerte und andere Formate zu integrieren und in das Ausland zu verbreiten, um so den Kommunismus weltweit zu bewerben.
Shen Yun: Die Rückkehr authentischer chinesischer Kultur
Shen Yun Performing Arts wurde 2006 in New York gegründet, um die traditionelle chinesische Kultur neu zu erwecken. Es präsentiert der Welt „China vor dem Kommunismus“. Seit 2006 hat Shen Yun mehr als 10.000 Vorstellungen in über 200 Städten in Asien, Europa, Nordamerika, Südamerika und Australien gegeben. Begeistert von dem Niveau der Künstler sowie der Anmut und Schönheit der alten Kultur wird es vom Publikum gefeiert. Viele Zuschauer haben ihre Hoffnung zum Ausdruck gebracht, dass China sich seiner traditionellen Kultur besinnen und ein neues Kapitel in seiner Geschichte aufschlagen wird.
Oh Sook-ja, eine koreanische Komponistin und Vorstandsmitglied der KOMCA (Korea Music Copyright Association), besuchte im Mai 2025 gemeinsam mit ihrem Mann, dem Musiker Han Yong-yeol, die Eröffnungsvorstellung von Shen Yun im Gwacheon Civic Center.
Frau Oh, die 2024 zu einer der zehn besten koreanischen Komponisten gekürt wurde, schilderte, dass die traditionelle chinesische Musik und die traditionelle koreanische Musik in ihrer Tonalität sehr ähnlich seien: „Deshalb klang es für mich sehr vertraut, beinahe so, als würde ich den Melodien meiner Heimat lauschen. Die Tonleiter klingt warm und zugänglich, die Arrangements sind klar und lebendig und die Musik spricht das Publikum direkt an. Der Besuch hat sich wirklich gelohnt und mir eine Fülle bewegender, fast magischer Emotionen vermittelt.“
Die Aufführungen von Shen Yun zeigen auch die Lebensrealität der Menschen, die von der KPCh wegen ihres Glaubens verfolgt werden, sowie die nicht endenden Menschenrechtsverletzungen der Partei. Frau Oh sagte dazu: „Die finale Szene veranschaulichte die Zerstörung des Lebens durch den Kommunismus und wie der Himmel sich öffnet, um Frieden zu bringen. Dieses Finale war wirklich unvergesslich.“
Ihr Mann, Han Yong-yeol, ein ehemaliger Saxophonist der heute als ehrenamtlicher Musiklehrer tätig ist, ergänzte: „Ich habe schon viele Opern und Musicals gesehen, aber diese Darbietung war außergewöhnlich gut!“ Am meisten beeindruckte ihn, wie die Melodien gehandhabt wurden.
„Die Darbietung, sowohl was die Tänzer als auch die Musik betrifft, hat alle meine Erwartungen übertroffen. Es war alles so klar, präzise und maßvoll – wirklich bemerkenswert“, erklärte er und führte aus, dass er wertvolle Einblicke für seine Tätigkeit als Musiklehrer mitgenommen habe: „Der einzigartige Aufbau und Klangfluss der Musik haben mir viel Stoff zum Eruieren und Vertiefen mitgegeben.“
Schlagzeuger Pete Parada, der auf 25 Jahre Tourneeerfahrung zurückblickt, besuchte im Mai 2025 die Aufführung im Fisher Center in Nashville, Tennessee. Anschließend sagte er: „Die Qualität der Musiker war unglaublich und die Sänger – darauf war ich nicht vorbereitet.“
„Der Sound, den sie mit ihren Körpern erzeugen“, und fügte über den Bariton an: „Seine letzten Töne haben mich fast von meinem Sitz geworfen. Damit hatte ich nicht gerechnet, es hat mich regelrecht umgehauen. Ich fand es großartig.“
Songwriter Cliff Buckosh lobte das Orchester mit seiner Kombination aus östlichen und westlichen Einflüssen sowie die patentierte digitale Kulisse: „Die Musik ist fantastisch. Ich liebe das Live-Orchester. All die verschiedenen Instrumente in dem Orchester und wie perfekt es den Tanz und die Kulisse unterstreicht. Und die digitale Kulisse, wie die Tänzer direkt hineintauchen und die Musik immer genau den Beat trifft.“
Schluss
In den vergangenen 5.000 Jahren hat die virtuose Musik eine lange Entwicklung erlebt. Von anfänglich einfachen, reinen Melodien, die eine Verbindung zur göttlichen Schöpfung knüpften, ist sie über die Jahrhunderte gereift. Andererseits ist aus dem Mangel und Verfall von Werten eine ernsthafte Gefahr für die Menschheit erwachsen. Mit dem Aufkommen der Kommunistischen Partei Chinas wurden tausende Jahre glorreicher Zivilisationsgeschichte zerstört. Die Mission von Shen Yun ist, diese traditionelle chinesische Kultur wiederzubeleben.
In vielen Kulturen gibt es Legenden und Überlieferungen, dass die Menschheit nicht in Vergessenheit geraten und der Himmel sich erneut offenbaren wird. Der überwältigende Erfolg von Shen Yun über die vergangenen 20 Jahre hat die Welt inspiriert, Hoffnung geschenkt und den Weg in eine neue Ära geebnet.
(Ende)
[1] Konfuzius. Li Gi - Das Buch der Riten, Sitten und Gebräuche (Fernöstliche Klassiker) (German Edition). Jazzybee Verlag. Kindle-Version.
[2] Supplementary Notes on the Two Chapters of the Principles of People’s Livelihood: Education and Music. Zu Deutsch in etwa: Ergänzende Darlegungen zu den zwei Kapiteln Erziehung und Musik im Prinzip des Volkswohls.
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