(Minghui.org) Eine Frau aus der Stadt Dandong in der Provinz Liaoning wurde am 4. Oktober 2025 nach dem Ende einer dreijährigen Haftstrafe wegen ihres Glaubens an Falun Dafa freigelassen.

Nach ihrer Rückkehr berichtete Pan Jing über die Misshandlungen, die sie während ihrer Haft erlitten hatte.

Im November 2022 verurteilte man Pan zu drei Jahren Haft und brachte sie zunächst in die Haftanstalt Dandong, wo sie auf ihre Verlegung in ein Gefängnis wartete. Aus Protest gegen die gesetzwidrige Verurteilung trat sie in Hungerstreik. Chen Yunying, die Leiterin der Haftanstalt, stiftete Insassinnen dazu an, Schimpfworte auf Pans Schuhsohlen zu schreiben, die den Begründer von Falun Dafa diffamierten. Zudem wies sie andere Insassinnen an, Pan zu schlagen und zu treten, während diese auf der Toilette saß.

Die stellvertretende Leiterin Qu Tong befahl sieben Insassinnen, Pan festzuhalten und sie zwangszuernähren. Eine Gefangene hielt ihr die Nase zu, während eine andere ihr den Hals einer Plastikflasche ohne Boden in den Mund steckte. Anschließend pressten sie mit einer großen Spritze Maispaste in die Flaschenöffnung. Als Pan sich weigerte zu schlucken, rammte ihr eine Gefangene das Knie in den Magen. Pan bekam keine Luft mehr und drohte zu ersticken. Sie schrie: „Meister Li [der Begründer von Falun Dafa], helfen Sie mir!“ Daraufhin ließen die Insassinnen sofort von ihr ab. Später führten sie die Zwangsernährung noch zweimal durch.

Einige Tage später wies der Gefängnisarzt zwei männliche Häftlinge an, Pan zwangszuernähren, indem sie ihr einen Schlauch durch die Nase in den Magen einführten. Pan setzte ihren Hungerstreik über zwei Monate fort – bis zu ihrer Einlieferung in das Frauengefängnis der Provinz Liaoning am 21. Februar 2023.

Auch dort wurde sie weiter misshandelt. Wärter der Abteilung 12 setzten die Häftlinge Sun Xiaohong und He Dan darauf an, Pan rund um die Uhr zu überwachen. Sie folgten ihr auf Schritt und Tritt und zwangen sie, Videos anzusehen, die Falun Dafa verunglimpften. Als sie sich weigerte, drehten sie die Lautstärke voll auf. Sie durfte weder duschen noch die Toilette benutzen. Nachdem sie sich eingenässt hatte, befahlen sie ihr, ihre eigenen Exkremente zu essen. Als sie sich weigerte, beschmierten sie ihre Gesichtsmaske mit Fäkalien. Später gab ihr eine gutherzige Insassin eine saubere Maske.

Sun und He zwangen Pan, vier Tage lang zu stehen, und ließen sie nicht schlafen. Ihre Unterschenkel schwollen so stark an, dass sie ebenso dick waren wie ihre Oberschenkel. Auch ihre Füße waren stark angeschwollen, sodass sie ihre Schuhe nicht mehr anziehen konnte. Als eine Insassin ihren Blutdruck maß, ließen sich keine Werte erfassen. Erst daraufhin wiesen die Wärter Sun und He an, die Misshandlungen einzustellen.

Verlegung auf die Gefängniskrankenstation

 Pan wurde anschließend in die Gefängniskrankenstation verlegt, die hauptsächlich für psychisch kranke Insassen genutzt wurde. Man teilte sie dem Team 1 im dritten Stock zu und brachte sie in derselben Zelle wie Schwerverbrecher unter, die lebenslange Haftstrafen verbüßten oder sich im Todestrakt auf Bewährung befanden.

Da Pan an ihrem Glauben festhielt, wiesen die Wärter die Insassinnen Liu Yan und Zhong Minghe an, sie zu überwachen. Diese befahlen ihr, Materialien zu lesen, die Falun Dafa diffamierten, was Pan ablehnte. Daraufhin beschimpften sie sie aufs Übelste.

Zunächst zwangen Liu und Zhong die Praktizierende, über mehrere Stunden hinweg zu stehen oder in der Hocke zu verharren. Später musste Pan von morgens bis abends, bis 21 Uhr, auf einem kleinen Plastikhocker sitzen, mit Ausnahme der Essenszeiten und Toilettenpausen. Sie legten einen Zettel mit dämonisierenden Botschaften über Falun Dafa und dessen Begründer auf den Hocker und forderten Pan auf, sich daraufzusetzen. In einem unbeobachteten Moment gelang es ihr, die Worte auf dem Zettel zu entfernen.

Liu und Zhong behaupteten, im Gefängnis sei es verboten, Häftlinge zu schlagen. Dennoch zerrten sie Pan in einen Abstellraum und schlugen auf sie ein. Sie schrie um Hilfe, doch niemand kam.

Eines Abends schlichen mehrere Häftlinge in Pans Zelle und nahmen ihre Winterkleidung und Thermounterwäsche an sich. Es war eine eiskalte Nacht. Liu und Zhong tauten das Eis am Fenster mit kochendem Wasser auf. Es dauerte lange, bis das Eis geschmolzen war und sie das Fenster öffnen konnten. Anschließend zwangen sie die nur spärlich bekleidete Pan, mit dem Gesicht zum offenen Fenster zu sitzen, während sie selbst in dicken Wintermänteln an einem zugfreien Ort saßen und höhnten: „Mal sehen, wie lange du das aushältst [ohne sich uns zu unterwerfen und deinem Glauben abzuschwören]. In den nächsten Tagen wird es noch kälter sein!“

Pan blieb ihrem Glauben standhaft treu. Als Liu und Zhong sich erkälteten, munkelten einige Insassen, dies sei Karma. Dennoch setzten Liu und Zhong die Folter fort. Einmal, als Pan unaufmerksam war, schütteten sie ihr kaltes Wasser in den Kragen. Sie drohten ihr zudem, Psychopharmaka zu verabreichen, falls sie nicht auf ihren Glauben verzichte.

Die Wärterin Li Shanshan verwehrte Pan den Gang zur Toilette, weil sie ihre Schuld nicht „eingestanden“ hatte, sodass sie sich auf den Boden erleichtern musste.

Daraufhin stellte Pan das Essen ein, um keinen Stuhlgang mehr zu haben. Dennoch nässte sie sich weiterhin ein. Einige Tage später erlaubte Li ihr, innerhalb von 24 Stunden zweimal die Toilette zu benutzen.

Als ihre Angehörigen sie besuchten, berichtete Pan ihnen von den Misshandlungen. Diese warnten Li, sie wegen der Verletzung von Pans grundlegenden Menschenrechten zu verklagen. Daraufhin lenkte Li ein und sagte zu, Pan die Benutzung der Toilette entsprechend ihrem Bedarf zu gestatten, setzte dies jedoch erst eine Woche später um. Liu und Zhong drohten Pan hingegen nie wieder mit der Verabreichung von Psychopharmaka.

Da Pan an ihrem Glauben festhielt, verboten die Wärter den Insassinnen den Zutritt zum Aufenthaltsraum, in dem üblicherweise die Gehirnwäscheverfahren gegen sie stattfanden. Mehrere Insassinnen beschuldigten daraufhin Pan, ihnen das Leben schwer zu machen.

Eines Tages wies Li Liu und Zhong an, ein Video abzuspielen, das Falun Dafa verunglimpfte. Da sie sich weigerten, das Video zu unterbrechen, trat Pan in den Hungerstreik. Li befahl daraufhin zwei Insassinnen sowie einer weiteren namens Zhou Lili, Pan im Wärterzimmer festzuhalten. Eine packte sie an den Haaren, eine andere kniff ihr ins Gesicht, und die dritte hielt ihr die Nase zu und zwang sie mit einem Löffel zum Essen. Sie hörten erst auf, als Pan zu ersticken drohte und um Hilfe schrie.

Ein anderes Mal wies Li Liu und Zhong an, die Praktizierende mit Milchpulver zwangszuernähren, das mit Urin vermischt war.

Shen, ein Vizepräsident des Gefängniskrankenhauses, sprach mehrfach mit Pan und warnte sie, ihr anhaltender Hungerstreik werde ihn dazu zwingen, zu „handeln“.

Am Tag ihrer Freilassung, dem 4. Oktober 2025, befragte ein Wärter Pan auf dem Weg zum Gefängnistor nach ihrem angeblichen „Verbrechen“. Pan betonte ihre Unschuld. Ein anderer Wärter drängte sie, ihre Schuld einzugestehen, um nach Hause zu ihrer Familie zurückkehren zu können. Pan weigerte sich zu kooperieren. Diese Befragung dauerte mehr als eine Stunde an, bis sie schließlich freigelassen wurde.

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