(Minghui.org)
Ich grüße den Meister, ich grüße die Mitpraktizierenden,
ich komme aus Belgien. 2007 habe ich begonnen, Falun Dafa zu praktizieren. Ich erinnere mich noch genau an das erste Mal, als ich das Zhuan Falun las. Besonders lebhaft erinnere ich mich daran, wie ich in der dritten Lektion las, in der der Meister erklärte,wie Praktizierende in gefährlichen Situationen durch den Fashen des Meisters beschützt werden:
„Wenn du dich wirklich kultivieren willst, wirst du sofort in Lebensgefahr geraten; dieses Problem wird sofort auftauchen. Viele Qigong-Meister trauen sich nicht, Kultivierungswege zu hohen Ebenen zu verbreiten und Menschen dazu anzuleiten. Warum? Weil sie es nicht schaffen, dich zu beschützen.“ (Zhuan Falun, 2019, S. 167)
Ich erinnere mich, wie sehr mich diese Worte berührten, als ich das zum ersten Mal las. Der unmittelbar folgende Absatz beruhigte mich jedoch sofort wieder, als der Meister sagte:
„Aber hier haben wir euch gesagt, dass ich das schaffen kann, weil ich unzählige Fashen habe, die über meine immens großen göttlichen Fähigkeiten und die Kraft des Fa verfügen. Sie sind in der Lage, sehr große göttliche Fähigkeiten und die Kraft des Fa auszuüben.“ (ebenda, S. 167)
Damals verstand ich Angst lediglich als Furcht vor einer körperlichen Bedrohung. Ich dachte damals nicht daran, dass sie noch weitere Bedeutungen haben könnte.
Vor einigen Jahren meldete ich uns für eine jährliche Veranstaltung an, an der wir jeden Sommer im Rahmen einer Aktion zur Fa-Verbreitung teilnahmen. Jedes Jahr war ich dafür zuständig, die Anmeldung einzureichen. Etwa eine Woche nach der Veranstaltung erhielt ich einen Brief. Zunächst nahm ich an, dass er von den Veranstaltern stammte, denn darin wurde ich gebeten, meine Kontaktdaten zu aktualisieren und das ausgefüllte Formular per Post zurückzusenden. Es lag sogar ein vorfrankierter Rückumschlag bei. Da sich einige meiner Kontaktdaten tatsächlich geändert hatten, füllte ich das Formular aus und schickte es zurück.
Kurz darauf wurde mir klar, dass es sich in Wirklichkeit um einen Betrug handelte. Ich erhielt einen weiteren Brief, in dem mir mitgeteilt wurde, dass ich einen beträchtlichen Geldbetrag zahlen müsse. Durch die Rücksendung des Formulars hätte ich angeblich einen Vertrag über eine Werbeanzeige für Falun Dafa auf einer bestimmten Website unterzeichnet. Die Bedingungen waren im Kleingedruckten versteckt. Der geforderte Betrag belief sich auf mehrere tausend Euro. Ich war schockiert.
Ich besuchte die Website und tatsächlich gab es dort eine Seite über Falun Dafa. Die Werbung war jedoch von sehr schlechter Qualität. Es war offensichtlich, dass diese Leute versuchten, Geld von anderen zu erpressen. Ich recherchierte und fand heraus, dass diese Organisation dafür bekannt war, in großem Stil und auf hochorganisierte Weise Betrug zu begehen. Ich erinnerte mich daran, dass der vorfrankierte Umschlag des ersten Briefes an eine Adresse in Frankreich adressiert war. Das war mir damals ziemlich ungewöhnlich vorgekommen, aber ich hatte mir nichts weiter dabei gedacht.
Im zweiten Brief war jedoch eine Adresse in Mexiko angegeben. Das Ganze war sehr rätselhaft. Auf dem Umschlag befand sich keine Briefmarke, sondern nur ein Poststempel. Dadurch war es unmöglich nachzuvollziehen, von wo der Brief tatsächlich verschickt worden war. Einige Wochen später erhielt ich die erste Zahlungserinnerung, zusammen mit einer zusätzlichen Gebühr.
Ich fragte einen Mitpraktizierenden mit juristischem Hintergrund, wie ich am besten mit der Situation umgehen sollte. Er riet mir, so schnell wie möglich ein Einschreiben zu schicken und den Vertrag zu kündigen. Er erklärte mir, dass nach belgischem Recht ein Vertrag gekündigt werden kann, wenn dies innerhalb einer bestimmten Frist geschieht. Leider war diese Frist bereits abgelaufen.
Dennoch beschloss ich, den Brief zu verschicken, und schickte ein Einschreiben bis nach Mexiko. Etwa zwei Wochen später erhielt ich ein weiteres Schreiben. Darin stand, dass eine Kündigung nicht möglich sei und dass sich der geschuldete Betrag weiter erhöhen würde, wenn ich nicht zahlte – genau wie es im Vertrag festgelegt war. Sie hatten sogar eine Kopie des Dokuments beigelegt, das ich unterschrieben hatte. Es fühlte sich wie eine ausweglose Situation an.
Mir wurde auch bewusst, wie sehr mich die Situation verängstigte. Ich fühlte mich völlig machtlos. Ich wusste nicht, was passieren würde, wie die Sache ausgehen würde oder ob sie überhaupt jemals enden würde. Dieses Gefühl ließ mir keine Ruhe. Ich konnte mich einfach nicht davon befreien. Alle paar Wochen kam ein weiterer Brief. Ich fragte mich: Was würden sie als Nächstes tun? Es fühlte sich an, als hinge ein Schwert über meinem Kopf, dem ich nicht entkommen konnte. Selbst als wir mit meinen Schwiegereltern in den Sommerurlaub fuhren, konnte ich während der gesamten Reise nicht davon loskommen. Wie sollte ich diese Anhaftung an Angst jemals loswerden?
Ich bat den Meister um Hilfe. Beim Fa-Lernen gab mir der Meister sehr klare Hinweise und ermutigte mich, einfach weiterzumachen, was ich tun sollte, und mich nicht beirren zu lassen. Doch dies in die Praxis umzusetzen, war äußerst schwierig. Ich hatte eine tiefe Schwäche in mir entdeckt und wusste, dass ich sie durch die Kultivierung beseitigen musste.
Im folgenden Jahr ließ ich die Veranstaltung sogar aus und meldete mich nicht mehr dafür an, obwohl ich sehr wohl wusste, dass der Veranstalter wahrscheinlich nichts mit dem Betrug zu tun hatte. Doch bald wurde mir klar, dass dies keine aufrichtige Haltung war. Indem ich der Veranstaltung aus dem Weg ging, gab ich der Störung tatsächlich nach, anstatt mich meiner Anhaftung zu stellen. Also korrigierte ich meine Einstellung, meldete mich wieder für die Veranstaltung an und betrachtete sie bewusst als Gelegenheit, mich weiter zu kultivieren.
Ungefähr zu dieser Zeit zeigte mir meine Frau eine Anzeige für ein Haus, das zum Verkauf stand. Schließlich kauften wir dieses Haus auch. Ein Teil von mir dachte, dass dieses Problem wahrscheinlich ebenfalls verschwinden würde, sobald wir in unser neues Zuhause gezogen wären. Aber war das die Art und Weise, wie ich als Praktizierender mit der Situation umgehen sollte? Oder nutzte ich den Umzug einfach als Gelegenheit, davonzulaufen?
Wie sich herausstellte, kamen nach unserem Umzug tatsächlich keine Briefe mehr. Stattdessen erhielt ich E-Mails von einem Gerichtsvollzieher aus Griechenland, der mir mit rechtlichen Schritten drohte, um mich zur Zahlung des Geldes zu zwingen. Ich erinnere mich, dass ich dachte: „Wow, diese Leute scheinen wirklich überall zu sein.“
Mir wurde klar, dass ein Umzug in ein anderes Haus keine Lösung war. Der einzige Weg, die Situation wirklich zu lösen, bestand darin, meine Xinxing zu erhöhen. Ich begann darüber nachzudenken, welches Karma diese Menschen für sich selbst schufen. Sie nutzten tatsächlich den Namen von Falun Dafa, um Geld von Praktizierenden zu erpressen. Dann kam mir ein weiterer Gedanke: Wie viele gewöhnliche Menschen müssen sich wohl in genau derselben Situation wiedergefunden haben? Aber sie haben nicht das, was ich habe. Sie haben das Fa nicht.
Der Meister erklärt:
„Erst wenn diejenigen, die ihre Xinxing durch Kultivierung erhöht haben, zurückblicken, können sie bemerken, bis zu welch einem erschreckenden Grad die menschliche Moral schon verdorben ist.“ (Zhuan Falun, 2019, S. 436)
Als ich die Sache auf diese Weise betrachtete, verspürte ich weder Groll noch Angst. Stattdessen taten mir einfach alle Beteiligten leid – sowohl die Opfer als auch die Täter. Mit dieser Veränderung meiner Einstellung änderte sich alles. Die E-Mails hörten auf und alles kehrte zum Normalzustand zurück. Es dauerte nicht lange, bis ich überhaupt nicht mehr an die Angelegenheit dachte. Seitdem habe ich keine weiteren E-Mails oder Briefe mehr erhalten.
Eine weitere Situation, bei der es um die Anhaftung an Angst ging, begann, als meine Frau plötzlich Husten bekam. Zunächst schien das nichts Besonderes zu sein. Doch der Husten zog sich tagelang hin. Als aus Tagen Wochen wurden, verschlechterte sich ihr Zustand immer mehr.
Auch andere Praktizierende kamen zu uns nach Hause, um sich mit ihr auszutauschen und gemeinsam aufrichtige Gedanken auszusenden. Daraufhin besserte sich ihr Zustand, und meine Frau war erleichtert, dass es ihr endlich wieder besser ging. Auch ich freute mich über die Besserung und hoffte vor allem, dass es so bleiben würde.
Doch dann wendete sich die Lage plötzlich wieder, und es wurde noch schlimmer als zuvor. Diesmal wurde es so schlimm, dass sie von Zeit zu Zeit sogar Schwierigkeiten beim Atmen hatte und nur noch aufrecht sitzend schlafen konnte. Eines Nachts hustete sie so stark, dass sie kaum noch atmen konnte. Sie sah mich an, während sie nach Luft rang, und in diesem Moment geriet ich in Panik. Es wurde mir zu viel, und ich konnte als Praktizierender nicht mehr gut damit umgehen.
Meine Frau war tatsächlich gelassener als ich. Sie erholte sich langsam und schaffte es schließlich einzuschlafen. Wieder einmal überkam mich die Angst – die Angst, meine Frau zu verlieren, die Angst, dass unsere Tochter ohne Mutter aufwachsen würde, und so weiter. Mir war nicht bewusst, dass all diese dramatischen Gedanken wahrscheinlich zu einem größeren Problem wurden als die Symptome selbst.
Auch für mich wurde dies zu einem Kultivierungsprozess. Ich musste durch das Fa lernen, wie ich mit einer solchen Situation umgehen sollte. Eines Abends, während ich bei der Arbeit war, rief mich meine Frau an und fragte, wann ich wieder zu Hause sein würde. Ich sagte ihr, dass ich noch einen Kunden besuchen müsse und danach nach Hause kommen würde. Sie erzählte, es gehe ihr sehr schlecht, und sie hoffe, dass ich bald bei ihr sein könne.
Mein erster Gedanke war, das Auto zu wenden und so schnell wie möglich nach Hause zu fahren, um bei ihr zu sein. Doch dann dachte ich noch einmal darüber nach. War das nicht Teil des Problems? Würde ich durch das schnelle Nachhausefahren nicht diese Störung akzeptieren? Würde ich damit nicht der Angst nachgeben? Wir folgen nur den Arrangements des Meisters. Was gibt es in diesem Fall also zu fürchten? Außerdem würden die Aufgaben, wenn ich den Rest meiner Arbeit ausfallen ließe, am nächsten Tag einfach auf meine Kollegen fallen. War das das Richtige?
Und so begann ich, aufrichtige Gedanken auszusenden, und konzentrierte mich auf die Erkenntnis, dass wir nur den Arrangements des Meisters folgen. In Gedanken sagte ich: „Wenn dieses Problem eine Anordnung des Meisters ist, dann ist es in Ordnung. Aber wenn es etwas anderes ist, muss es sich sofort zurückziehen.“
Ich sendete weiterhin aufrichtige Gedanken aus, und dieser Gedanke wurde immer stärker. Allmählich wurde er stärker als jedes Gefühl von Zweifel oder Angst. Innerlich wurde ich vollkommen ruhig, und mir wurde klar, dass dies der aufrichtige Geisteszustand war, in dem alle Störungen ihren Einfluss verlieren würden. Also wendete ich das Auto wieder, um meine letzte Aufgabe des Tages zu erledigen. Danach fuhr ich nach Hause. Dort angekommen, war meine Frau sehr aufgebracht. Mit Tränen in den Augen fragte sie mich: „Warum hat das so lange gedauert? Ist dir nicht klar, dass ich dich heute Abend hier gebraucht habe?“
Sie hatte während meiner Abwesenheit sehr gelitten und ich kann mir vorstellen, dass die Zeit an diesem Abend für sie sehr langsam vergangen sein muss. Ich wollte ihr erzählen, wie ich über die Situation nachgedacht hatte und zu welcher Erkenntnis ich gelangt war, aber ich sagte kein Wort.
Innerlich war ich immer noch sehr ruhig. Ihre Worte lösten in mir keinen Drang aus, mich zu verteidigen. Es war, als wäre ich mit ihr im Zimmer und gleichzeitig wie ein Außenstehender, der das Geschehen einfach beobachtete, ohne emotional davon berührt zu sein. Stattdessen empfand ich nur eine Art Barmherzigkeit für sie. Sie hatte viel durchgemacht. Ich sagte ihr nur, dass alles gut werden würde, danach gingen wir schlafen.
Am nächsten Morgen war meine Frau sehr überrascht. Sie sagte mir, dass sie sich viel besser fühle. Nur wenige Tage später war sie vollständig genesen. Vielleicht hatte meine Frau diese Prüfung schon lange vor mir bestanden, und die Situation hielt nur an, weil ich sie selbst noch nicht bestanden hatte und immer noch an menschlichen Gefühlen festhielt. Erst als ich begann, der Situation mit starken, aufrichtigen Gedanken gelassen zu begegnen, konnten sich die Dinge zum Besseren wenden. Und genau das geschah auch.
Danke, Meister, dass Sie mir diese wertvolle Lektion erteilt haben.
Die Anhaftung an Angst – ein wiederkehrendes Thema
Die Anhaftung an Angst war ein wiederkehrendes Thema auf meinem Kultivierungsweg und taucht auch heute noch von Zeit zu Zeit in einer ihrer vielen Formen auf.
Ende letzten Jahres wurde ich von einem Mitpraktizierenden kontaktiert, der die Möglichkeit entdeckt hatte, eine Kunstausstellung in der belgischen Stadt Lüttich zu organisieren. Als lokaler Koordinator fand ich die Idee sofort sehr vielversprechend. Angesichts der schwierigen Wirtschaftslage stehen immer mehr Ladenlokale leer. Es stellte sich heraus, dass es mitten im Stadtzentrum eine große leerstehende Ladenfläche gab, die wir für die Ausstellung nutzen konnten.
Es war die Vorweihnachtszeit, und der Weihnachtsmarkt der Stadt stand kurz vor der Eröffnung. Jedes Jahr kommen Tausende von Besuchern zu diesem Markt. Das leerstehende Geschäft befand sich in einer der Seitenstraßen, die direkt dorthin führten. Die Miete war bemerkenswert niedrig – es schien fast zu schön, um wahr zu sein.
Wir vereinbarten ein Treffen mit dem Verantwortlichen und erklärten ihm die wahren Umstände. Er war von dem Projekt begeistert, und so beschlossen wir, zusammenzuarbeiten. Da wir die Weihnachtsmarktzeit optimal nutzen wollten, mussten wir jedoch schnell handeln.
Der Manager teilte mir mit, dass der Vertrag in der folgenden Woche unterzeichnet werden würde, da er noch auf der Suche nach weiteren Partnern sei. Um keine wertvolle Zeit zu verlieren und mit seiner Erlaubnis hatten wir bereits begonnen, die Ausstellungshalle zu gestalten, und den Transport der Gemälde zum Veranstaltungsort organisiert.
Es handelte sich um einen sehr großen, offenen Raum von mehr als 800 Quadratmetern, sodass wir viel Arbeit hatten, um ihn ansprechend zu gestalten. Doch im Laufe der folgenden Woche wurde die Vertragsunterzeichnung von Tag zu Tag verschoben. Das machte mich misstrauisch. Was war da los?
Wir standen vor einem Dilemma. Wenn wir die Vorbereitungsarbeiten einstellten, würden wir wahrscheinlich die Eröffnung des Weihnachtsmarktes verpassen. Aber ohne einen unterzeichneten Vertrag in der Hand fühlte es sich nicht richtig an weiterzumachen. Der Manager kam jeden Tag vorbei, und jedes Mal schien es einen anderen Grund dafür zu geben, warum sich die Unterzeichnung erneut verzögerte. Ich machte mir zunehmend Sorgen.
Um einen Teil des offenen Raums abzutrennen, mussten wir Löcher in die Wände bohren. Die Wände waren bereits in einem sehr schlechten Zustand und voller vorhandener Löcher. Daher fragte ich den Manager, ob wir zwei weitere Löcher bohren dürften, um die Kabel zu befestigen. Er versicherte uns, dass dies kein Problem sei.
Nachdem mehrere Tage vergangen waren und wir immer noch keinen Vertrag in den Händen hielten, teilte mir der örtliche Manager mit, dass eine wichtige Delegation aus Paris die Einkaufsstraße besuchen würde. Er wirkte nervös und erklärte mir, dass einer der Delegierten der große Chef des Unternehmens sei. Diese Leute waren die eigentlichen Eigentümer der gesamten Einkaufsstraße, einschließlich des leerstehenden Ladens, den wir nutzten.
Am nächsten Tag sahen wir, wie die Delegation zusammen mit dem örtlichen Manager durch die Straße ging und ein Geschäft nach dem anderen besuchte. Als der große Chef jedoch unser Geschäft betrat, ging er wortlos an uns vorbei. Er wirkte ziemlich unzufrieden.
Wir hatten einen kleinen Tisch mit Lotusblumen und Flyern vorbereitet, in der Hoffnung, auch ihm die wahren Umstände erklären zu können. Doch er ging einfach bis ganz nach hinten in den Saal. Als er an der Stelle vorbeikam, an der wir die Kabelan der Wand befestigt hatten, blieb er plötzlich stehen.
Ohne etwas zu sagen, holte er sein Handy heraus und machte ein Foto davon. Ich dachte sofort: „Oh je … was soll das denn?“ Er ging weiter bis zum hinteren Ende der Halle, drehte sich um und ging dann wieder geradewegs hinaus – immer noch, ohne ein einziges Wort zu sagen.
Später am selben Tag erklärte mir der örtliche Manager, dass der Besuch eigentlich unerwartet gekommen sei. Die Delegation würde am Nachmittag eine Sitzung abhalten, um alle zukünftigen Pläne für die Einkaufsstraße zu besprechen, einschließlich unserer Kunstausstellung.
Anscheinend war dies einer der Gründe für die vielen Verzögerungen bei der Vertragsunterzeichnung gewesen. Ein weiterer Grund war, dass er keine zusätzlichen Partner finden konnte. Für uns war das alles eine große Störung, die eine reibungslose Organisation der Ausstellung verhindern sollte.
An diesem Abend verschlimmerte sich die Situation noch weiter. Der örtliche Manager schickte mir plötzlich eine Nachricht. Er teilte mir mit, dass der Firmenchef sehr unzufrieden mit dem sei, was er als „Schäden“ bezeichnete, die wir an den Wänden verursacht hätten. Ich antwortete, dass die Schäden bereits lange vor unserer Ankunft vorhanden gewesen seien. Er sagte, er wisse das, habe aber keine Lösung.
Es stellte sich heraus, dass der Firmenchef die Anforderungen für die Anmietung der Räumlichkeiten verschärft hatte. Die Miete war zwar weiterhin in Ordnung, aber er hatte den Manager angewiesen, von uns eine Kaution in Höhe von 4.000 € zu verlangen. Das klang völlig absurd.
Zu diesem Zeitpunkt wusste ich nicht mehr, was ich denken sollte. Meine Gedanken wurden in gegensätzliche Richtungen gezogen. Ein Teil von mir befürchtete, dass wir diese kostbare Gelegenheit, Menschen zu retten, verlieren könnten. Ein anderer Teil von mir war voller Zweifel. Ich begann sogar zu bereuen, dass wir das Projekt überhaupt ins Leben gerufen hatten, und wollte das Ganze abbrechen.
An diesem Abend hatten wir ein gemeinsames Fa-Lernen. Danach berichtete ich der gesamten Gruppe von der Situation und den dadurch verursachten Störungen. Ich spürte großen Druck auf meinen Schultern und war sogar schon bereit, mich bei der Gruppe zu entschuldigen, weil ich die Gelegenheit zu Beginn zu impulsiv angenommen hatte. Vielleicht war die ganze Situation meine Schuld.
Doch zu meiner Überraschung veränderte die Reaktion der Gruppe die gesamte Situation schlagartig.
Die Praktizierenden sagten, dass es natürlich zu Störungen kommen würde. Vielleicht war das Angebot ja zu gut, um wahr zu sein. Wie hätte es auch so einfach sein können? Wir mussten auf jeden Fall weitermachen. Die Reaktionen der Gruppe machten mir sofort den Kopf frei. Ich verspürte ein sehr warmes Gefühl der Unterstützung. Was sich zuvor wie ein Projekt angefühlt hatte, das nur von einer Handvoll Praktizierender getragen wurde, wurde plötzlich zu einem Gruppenprojekt. Wir machten das alles gemeinsam.
Sofort spürte ich, wie mir eine Last von den Schultern fiel.
Ein Praktizierender sagte, dass er, egal was auch passieren möge, alles unterstützen würde, was nötig sei, damit die Ausstellung ein Erfolg werde. Das zu hören, hat mich tief bewegt. Ich fühlte mich von der gesamten Gruppe unterstützt, und meine aufrichtigen Gedanken wurden stärker. Nichts konnte uns aufhalten. Obwohl ich immer noch nicht genau wusste, was zu tun war, fühlte ich mich am Ende des Austauschs fest wie ein Fels. Meine Zweifel und Ängste waren verschwunden und ich war allen zutiefst dankbar für ihre Ermutigung und Unterstützung.
Dann geschah ein Wunder.
Gleich nach unserem Austausch in der Gruppe erhielt ich eine Nachricht vom Manager. Er teilte mir mit, dass die Eigentümer später beim Abendessen ein zweites Treffen abgehalten hätten. Daraufhin hätten sie beschlossen, die Kaution von 4.000 € auf 2.000 € zu senken.
Doch das war noch nicht alles. Einer der Kollegen des Managers, der ebenfalls daran interessiert war, die Räumlichkeiten in Zukunft zu mieten, bot an, die Hälfte dieses Betrags zu übernehmen. Damit blieben nur noch 1.000 € übrig.
Der Manager teilte mir daraufhin mit, dass er selbst bereit sei, die Hälfte des verbleibenden Betrags zu übernehmen. Und so war die erforderliche Kaution plötzlich auf nur noch 500 € gesenkt worden – ein Betrag, der mir vollkommen angemessen erschien.
Ich dankte ihm für seinen Einsatz, betonte aber auch, dass nun alles so schnell wie möglich unter Dach und Fach gebracht werden müsse. Ich erklärte ihm, dass der Vertrag innerhalb der nächsten Tage unterzeichnet werden müsse. Andernfalls hätten wir keine andere Wahl, als uns aus dem Projekt zurückzuziehen. Einige Tage später wurde der Vertrag unterzeichnet und wir waren bereit, Besucher zu empfangen.
Praktizierende kamen aus verschiedenen Orten, um bei den Vorbereitungen für die Ausstellung zu helfen. Gemeinsam schmückten wir den Saal, stellten die Tische auf, richteten die Beleuchtung ein und hängten die Bilder auf. Nach und nach verwandelten wir dieses kalte, leere Geschäft in eine gemütliche Kunstgalerie.
Kurz vor der Eröffnung sah ich, wie der Manager eine seiner nahen Verwandten in die Galerie führte, um ihr die Bilder zu zeigen. Ich stand nicht weit entfernt und hörte, wie er ihr nicht nur die Kunstwerke erklärte, sondern auch, was Falun Dafa ist und wie die Verfolgung in China aussieht. Er erzählte ihr die ganze Geschichte, und ehrlich gesagt hätte ich es selbst nicht besser erklären können. Ich freute mich aufrichtig für ihn.
Die Ausstellung erwies sich als großer Erfolg. Bis zum Ende hatten rund 1.000 Besucher Petition der Organisation „Ärzte gegen erzwungene Organentnahme“ (DAFOH) unterzeichnet, die auf den Tischen auslag und ein Ende der erzwungenen Organentnahme fordert.
Als die Ausstellung zu Ende ging, zeigte ich dem Manager die vielen herzlichen Botschaften, die Besucher in unser Gästebuch geschrieben hatten. Ich sagte ihm, dass wir dank seiner Unterstützung und Zusammenarbeit so viele Menschen erreichen konnte. Als ich diese Worte ausgesprochen hatte, sah ich, wie seine Augen aufleuchteten.
Danke, Meister, dass Sie mir die Ehre erwiesen haben, als Dafa-Jünger in der Zeit der Fa-Berichtigung zu dienen.
Danke, Mitpraktizierende, für all eure Beiträgeund eure Unterstützung.
Bitte weist mich darauf hin, falls euch etwas Unangemessenes in meinem Beitrag auffällt.
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