(Minghui.org) Ich möchte euch meine Erfahrungen mitteilen, wie ich während meiner beiden Inhaftierungen mit den Insassen über Falun Dafa gespochen, Widerstand gegen die Verfolgung geleistet und weiterhin die Übungen praktiziert habe.
Aufklärung des Leiters des „Büro 610“ über die wahren Umstände und Widerstand gegen die Verfolgung in einer Gehirnwäsche-Einrichtung
Im Jahr 2006 wurde ich aus der Haft entlassen, nachdem ich eine dreijährige, rechtswidrige Strafe verbüßt hatte. Mein Mann, der Sekretär der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) an seinem Arbeitsplatz, und ein Fahrer kamen, um mich abzuholen. Sie waren jedoch nicht gekommen, um mich nach Hause zu bringen. Sie brachten mich in eine Gehirnwäsche-Einrichtung, die zur „Umerziehung“ von Falun-Dafa-Praktizierenden diente. Auf dem Weg dorthin erklärte ich ihnen immer wieder die wahren Umstände über Falun Dafa. Dennoch brachten sie mich dorthin.
Es war bereits nach 23 Uhr, als wir ankamen. Wir betraten das Gebäude, und die Tür wurde sofort hinter uns verschlossen. Vier Personen erwarteten uns. Ich fragte, wer das Sagen habe, und erfuhr, dass nur der Leiter des Büro 610 dort etwas zu entscheiden habe. Ich sagte, ich wolle ihn sprechen.
Gegen Mitternacht erschien er. Ich fragte höflich nach seinem Namen, und er nannte sich Yang Chunyue. Ich erkundigte mich nach den Kosten für meine Teilnahme an diesem „Lernworkshop“ (der Gehirnwäsche-Einrichtung), und er nannte den Betrag: 6.000 Yuan (ca. 770 Euro). Auf meine Frage, wofür das Geld verwendet würde, antwortete er: „2.000 für die Helfer im „Workshop“, 2.000 für meine Lebenshaltungskosten und 2.000 für sonstige Ausgaben.“ Ich sagte: „Ich habe drei Jahre lang im Gefängnis gesessen, und mein Mann musste insgesamt 3.000 Yuan zahlen. Warum verlangen Sie 6.000 Yuan für einen Monat? Stellen Ihre Vorgesetzten keine Gelder bereit? Ist es nicht Ihr Ziel aufzuklären? Warum haben Sie sofort die Tür abgeschlossen, und warum verlangen Sie so viel Geld?“
Er antwortete nicht, sondern verlangte stattdessen von mir, den Begründer und Meister von Falun Dafa, zu beschimpfen. Ich erwiderte: „Bevor ich Falun Dafa kennenlernte, wusste ich nichts vom Meister. Der Meister hat ein Buch geschrieben – das Zhuan Falun – und ich habe es gelesen. Als ich jung war, sagte meine Mutter mir, ich solle keine unflätige Sprache verwenden, aber ich hörte nicht darauf. Ich fluchte und schimpfte, wann immer mir danach war. Auch meine Lehrer sagten mir, ich solle nicht fluchen, doch ich machte weiter wie bisher, ignorierte ihren Rat und fluchte weiter. Nachdem ich das Zhuan Falun gelesen hatte, das mich lehrte, nicht zu fluchen, habe ich damit völlig aufgehört und mein Verhalten geändert. Und nun verlangen Sie, ein Regierungsbeamter, von mir, eine solch schlechte Sprache zu benutzen. Was ist das für eine Logik?
Niemand hat mich gezwungen, Falun Dafa zu praktizieren. Ich entschied mich dafür, es zu praktizieren, weil ich dieses Buch gelesen hatte und es für gut befand. Es ist wirklich unzumutbar, dass Sie von mir verlangen, jemanden zu beschimpfen. Ich werde das nicht tun.“ Er verstummte.
Für diese Nacht war geplant, mich dort festzuhalten und nicht nach Hause gehen zu lassen. Doch nach diesem Gespräch erlaubte mir der Leiter des Büro 610, für das Wochenende mit meinem Mann nach Hause zu gehen (es war Freitagabend), und wies mich an, am darauffolgenden Montag wiederzukommen.
Als der Montag kam, meldete sich niemand aus dem Zentrum bei uns. Mein Mann rief jedoch dort an, und man bat ihn, mich dorthin zu bringen. Als wir ankamen, schlug ein Leiter vor, dass ich für einige Tage dortbleiben solle, um an „Unterrichtseinheiten“ teilzunehmen. Während des Wochenendes zu Hause hatte ich ununterbrochen aufrichtige Gedanken ausgesandt und ließ nicht zu, dass das Böse Falun-Dafa-Praktizierende verfolgte. Da ich wusste, dass das Böse in anderen Dimensionen bereits aufgelöst worden war, blieb ich nicht dort, sondern kehrte einfach mit meinem Mann nach Hause zurück. Sie riefen weder an noch kamen sie, um nach mir zu suchen.
Freundliches, schönes Lächeln erhellt die Gesichter der Wärter in der Haftanstalt
Im Jahr 2008 begann ich, zu Hause Informationsmaterialien zur Aufklärung über die Hintergründe von Falun Dafa zu erstellen. Jeden Freitag lud ich Materialien von der Minghui-Website herunter und fertigte Wochenzeitschriften sowie Broschüren an, die von Praktizierenden verteilt werden konnten. 2011 ließ ich eine Satellitenschüssel installieren, damit wir New Tang Dynasty TV empfangen konnten. 2012 entdeckte die Polizei die Satellitenschüssel und folgte mir bis zu meinem Arbeitsplatz. Es gelang mir zwar zu entkommen, doch war ich anschließend sechs Jahre lang obdachlos.
Im Jahr 2018 wurde ich festgenommen und in eine Haftanstalt gebracht. Gleich bei meiner Ankunft rief ich laut: „Falun Dafa ist gut! Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht sind gut!“, sodass es alle in den Zellen, an denen ich vorbeikam, hören konnten. Sobald ich meine Zelle erreicht hatte, begann ich, aufrichtige Gedanken auszusenden, das Fa zu rezitieren und die Übungen zu praktizieren.
Ein Leiter der Anstalt erklärte mir, die Vorschriften würden es niemandem gestatten, die Falun-Dafa-Übungen zu machen. Ich entgegnete: „Ich werde gerade deshalb verfolgt, weil ich Falun Dafa praktiziere. Es hat eine bemerkenswerte Wirkung bei der Heilung von Krankheiten und der Verbesserung des körperlichen Zustandes. Ich habe mit dem Praktizieren begonnen, weil ich gesundheitliche Probleme hatte. Wenn Sie mir das Praktizieren der Übungen untersagen, was geschieht dann, wenn ich einen Rückfall erleide? Werden Sie für meine Behandlung aufkommen? Abgesehen davon: Selbst wenn Sie zahlen wollten, ich möchte ein solches Leid nicht noch einmal durchmachen!
Sie sagten, es gebe hier eine Regel, die das Praktizieren der Falun-Dafa-Übungen verbietet. Jiang Zemin [der damalige Parteivorsitzende, der die Verfolgung von Falun Dafa initiiert hat] hat diese Regel ebenfalls aufgestellt, doch hat sie sich über all die Jahre als wirksam erwiesen? Die Falun-Dafa-Praktizierenden haben weiter praktiziert. Sie sollten aufhören, sich als Sündenbock herzugeben. Wenn Sie weiterhin darauf bestehen, mir die Übungen zu untersagen, werde ich dafür sorgen, dass Ihr Name sofort nach meiner Freilassung auf die Liste der Täter gesetzt wird, die Menschenrechtsverletzungen begangen haben.“
„Drohen Sie mir?“, fragte er. „Hindern Sie mich daran, die Übungen zu praktizieren?“ Ich erwiderte: „Wenn Sie das täten, wäre das eine Verletzung meiner Menschenrechte.“ Er sagte kein weiteres Wort mehr und erwähnte die Sache von da an nie wieder. Ich schuf mir ein hervorragendes Umfeld, um die Übungen zu machen.
Bei einer anderen Gelegenheit ging die Leiterin der Frauenabteilung in den Jahresurlaub, und eine neue Leiterin, Frau Liu, wurde mit der Aufsicht über die Zellen betraut. Sobald sie mich bei den Falun-Dafa-Übungen sah, erhob sie Einspruch. „Wie kommen Sie dazu, hier die Übungen zu machen?“, fragte sie. „Ich mache diese Übungen schon seit sechs Monaten. Sie können die anderen Wärterinnen fragen, wenn Sie mir nicht glauben.“ – „Aber die anderen Wärterinnen sagten, sie hätten Sie nicht beim Üben gesehen“, entgegnete sie. Als ich das hörte, begriff ich sofort, dass die vorherige Leiterin die Wärterinnen angewiesen haben musste zu leugnen, mich beim Üben gesehen zu haben. Um die vorherige Leiterin zu schützen, sagte ich nichts weiter dazu.
„In diesem Raum gibt es Kameras. Gehen Sie also während des Hofgangs nach draußen, um die Übungen zu machen“, schlug Leiterin Liu vor. Zunächst stimmte ich zu, doch schnell wurde mir klar, dass der tägliche Hofgang auf eine Stunde begrenzt war – eine halbe Stunde am Vormittag und eine halbe Stunde am Nachmittag, und zwar ohne jegliche Verlängerungsmöglichkeit. Meine Zelle lag am weitesten innen; davor befanden sich zwei weitere Zellen. Bis die ersten beiden Zellen aufgeschlossen waren und die Wärterin meine Zelle erreichte, waren bereits mehr als fünf Minuten vergangen, sodass nicht genügend Zeit für die Übungen blieb. Daher praktizierte ich die Übungen weiterhin drinnen.
„Hatten wir nicht vereinbart, dass Sie die Übungen draußen während des Hofgangs machen?“, fragte Leiterin Liu erneut. Als ich ihr das Problem schilderte, sagte sie: „Warum haben Sie mir das nicht früher gesagt? Wie wäre es, wenn ich Ihre Zelle als Erste aufschließe?“ Wir lächelten uns an.
Eines Tages sah es nach Regen aus, sodass unsere Hofzeit ausfiel. Kurz darauf hörte ich, wie sich die große Eisentür zu meiner Zelle öffnete; Leiterin Liu rief mich und forderte mich auf, nach draußen zu kommen. Ich folgte ihr und fragte mich, was wohl geschehen würde. Sie führte mich zu ihrem Zimmer und wies mich an, die Übungen auf der freien Fläche davor auszuführen. Sie setzte sich auf einen Stuhl im Zimmer und beobachtete mich.
Schon bald begann es heftig zu regnen. Ich bewegte mich nicht, sondern praktizierte einfach weiter. Ich hörte ihre Schritte, als sie an mir vorbeiging. Ich öffnete die Augen nicht und machte weiter. Der Regen strömte herab, und ich konnte ein deutliches Rauschen hören. In diesem Moment rief sie mich zu sich: „Kommen Sie herüber und machen Sie Ihre Übungen hier.“
Als ich die Augen öffnete, sah ich, dass man einen provisorischen Regenschutz aus Plastik für mich aufgebaut hatte. Mit Tränen in den Augen trat ich leise unter den Schutz. Nachdem ich die Übungen 1-4 beendet hatte, ging ich zu ihr und einer weiteren Wärterin, die sich ebenfalls im Zimmer aufhielt. „Ich möchte mich bedanken“, sagte ich. Da mir ein bloßes „Danke“ nicht ausreichte, rezitierte ich einen Satz aus dem Fa des Meisters über die gewaltige Tugend von Dafa.
Ihre Gesichter erstrahlten in einem reinen, freundlichen und wunderschönen Lächeln, als würden Blumen aufblühen.
Copyright © 1999-2026 Minghui.org. Alle Rechte vorbehalten.