(Minghui.org) Die Beamten des Büro 610 und die örtliche Polizei verhafteten mich und meinen Mann in unserer Wohnung vor den Olympischen Spielen 2008. Sie durchsuchten unsere Zimmer und beschlagnahmten Dafa-Bücher und zahlreiche Haushaltsgegenstände. Mein Mann wurde ins Bezirksgefängnis gesperrt und später in ein Zwangsarbeitslager gebracht, weil er Satellitenschüsseln installiert hatte, damit die Menschen New Tang Dynasty TV sehen konnten. Mich brachte man in das Gefängnis einer anderen Stadt.
Der Meister sagt:
„Unter keinen Umständen dürft ihr euch auf die Forderungen oder Befehle des Bösen einlassen oder auf Dinge, die es anstiftet. Wenn alle so handeln, wird die Umgebung nicht mehr dieselbe sein.“ (Die aufrichtigen Gedanken der Dafa-Jünger sind mächtig, 24.04.2001, in: Essentielles für weitere Fortschritte II)
Weil ich kein Verbrechen begangen hatte und auch keine Kriminelle war, weigerte ich mich, eine Gefängnisuniform zu tragen, an der Gefängnisarbeit teilzunehmen oder die Gefängnisregeln zu rezitieren. Die weibliche Gefängnisaufseherin wies männliche Gefangene an, mir mit Gewalt eine Gefangenenweste anzulegen. Außerdem wurde ich gefesselt und mir wurden Handschellen angelegt.
Eines Tages kamen Polizisten aus meiner Gegend in das Gefängnis, um mich zu verhören. Sie verspotteten mich und versuchten, an Informationen zu gelangen. Ich behandelte ihre Versuche mit Weisheit und gab ihnen nichts von dem, was sie wollten.
Während der ersten Tage meiner Haft praktizierte ich mit einer anderen gefangenen Praktizierenden die Übungen an einem für die Kameras nicht einsehbaren Ort. Gerade als wir geendet hatten, sprang eine Gefangene herüber und nahm sich die kleinen Hocker, die wir für die Übungen benutzten. Ich blieb ruhig.
Später traf ich sie und sagte: „Kannst du dir vorstellen, wie ich früher einmal war? Meine ältere Schwester und ich waren ständig am Streiten. Obwohl wir zusammen in einem Zimmer wohnten, habe ich drei Jahre lang kein Wort mit ihr gesprochen. Wir haben auch richtig miteinander gekämpft. Wenn du mir damals meinen Stuhl weggenommen hättest, hätte ich sofort mit dir zu kämpfen angefangen. Aber heute mache ich das nicht mehr. Das kommt daher, weil ich Falun Gong praktiziere. Mein Meister lehrt uns, anderen mit Güte zu begegnen; davon Abstand zu nehmen, mit anderen zu kämpfen, und Nachsicht zu üben, wenn Schwierigkeiten auftauchen. Deshalb habe ich vorhin kein Wort zu dir gesagt.“
Sie merkte, dass sie um Unrecht war, und fragte: „Warum bestehst du darauf, Falun Gong zu praktizieren?“ Ich antwortete: „Wenn ich nicht Falun Gong praktizieren würde, hätte unsere Begegnung dann heute nicht in einem Kampf geendet?“ Von da an hörte sie auf, mir gegenüber feindselig zu sein.
Eines Tages fragte mich eine Wache: „Wenn du die Wahl hättest zwischen Dafa und deiner Tochter, wen würdest du wählen?“ Ich antwortete: „Ich wähle beide.“ – „Das ist nicht erlaubt! Du darfst nur eines wählen.“ Ich antwortete erneut: „Ich wähle beide.“ Zu jener Zeit war meine Tochter sieben Jahre alt und lebte bei meinen Großeltern.
Weil ich mich weigerte, Zwangsarbeit zu verrichten, wurde der Ausbilder der Haftanstalt wütend. Er kam mehrmals zu mir in die Zelle und wollte mich zur Arbeit zwingen. Auch die anderen Gefangenen versuchten, mich auf unterschiedliche Weise umzustimmen. Der Ausbilder drohte mir, wenn ich nicht arbeiten würde, dann würde dem gesamten Zellenblock das heiße Wasser abgedreht. Das führte dazu, dass sich alle anderen Gefangenen gegen mich stellten. Die Situation verschlimmerte sich zunehmend. Ich machte mir große Sorgen, weil ich mir wünschte, sie würden die Wahrheit verstehen. Da ich keinen Kompromiss einging, wurde schließlich das heiße Wasser für den gesamten Block abgestellt.
Einige der Gefangenen fingen an zu spekulieren und sagten: „Du wirst wahrscheinlich zu mehreren Jahren Gefängnis verurteilt.“ Ich antwortete: „Nein, werde ich nicht. Ich habe kein Gesetz gebrochen. Ich strebe lediglich danach, ein guter Mensch zu sein. Aus welchem Grund sollten sie mich also verurteilen?“
Der Verfolgung inmitten solch einer schrecklichen und böswilligen Umgebung zu widerstehen, war eine riesige psychologische Belastung. Zu den Zeiten, wo ich zu einem Verhör gezerrt und gefoltert wurde, war ich damit beschäftigt, alle möglichen Arten von Todesangst zu beseitigen. Nach einem Monat fragte ich mich selbst: „Was hält mich hier eigentlich noch?“
Zwei Mitpraktizierende hatten keinen Zugang zu den Schriften des Meisters. So schrieb ich alle Gedichte aus Hong Yin auf, an die ich mich erinnern konnte. Ich hinterließ auch Briefe in den Zellen der anderen Gefangenen, in denen ich einige gute Worte für sie niedergeschrieben hatte.
An die oberste Wachhabende schrieb ich: „Hallo Schwester Shan! Ich hoffe, Du bist so gut-herzig wie Dein Name es ausdrückt (Shan heißt barmherzig auf Chinesisch). An einem Tag habe ich gesehen, dass Du Deinen Kopf zur Seite gedreht hast, als eine Gefangene weinte, die ihr Kind vermisst. Ich habe den Herzschmerz einer Mutter wahrgenommen. Ich weiß, dass Du Dein Kind auch vermisst. Nur willst Du es nicht vor den anderen zeigen.“
Eine andere Gefangene war Kassiererin und wegen Veruntreuung bei der Bank, wo sie gearbeitet hat, inhaftiert. Sie war redegewandt und hatte eine scharfe Zunge. Als ihre Arbeitskollegen sie im Gefängnis besuchten, war sie zutiefst beschämt und versuchte, sich zu verstecken. Dennoch wurde sie von einer Wache herausgerufen. Danach fühlte sie sich vor allen gedemütigt.
Ich schrieb ihr: „An dem Tag habe ich gesehen, dass Du Dich schämst. Fühle Dich bitte nicht so. Sieh nicht auf Dich selbst herab. Nur wenn Du Dich respektierst, können andere zu Dir aufsehen und Dich mit Respekt behandeln.“
Später sagte sie voller Emotionen: „Du hast mich tief bewegt. Wenn ich zurück bin, werde ich jeden deiner Dafa-Bücher lesen.“
Nachdem ich die Briefe fertiggeschrieben hatte, spürte ich, dass ich hier drin nichts mehr zu erledigen hatte und dass es Zeit für mich war zu gehen. Ein paar Tage später wurde ich tatsächlich entlassen.
Ich weiß tief in meinem Herzen, dass ich es ohne den Schutz des Meisters nicht so weit gebracht hätte. Meinen tiefen aufrichtigen Dank an den Meister! Ob die Straße vor mir lang oder kurz ist, ich werde sie mit fester Entschlossenheit weitergehen.
Dies ist mein persönliches Verständnis. Bitte weist mich auf eventuelle Mängel hin.
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