(Minghui.org) Ich habe das Fa vor dem 20. Juli 1999 erhalten. In den mehr als zwanzig Jahren, die seitdem vergangen sind, bin ich durch viele Höhen und Tiefen gegangen und begegnete auf meinen Weg vielen Stolpersteinen. Meine Mutter ermutigte mich, meinen bisherigen Kultivierungsweg noch einmal in Gedanken durchzugehen und alles zu sortieren. Obwohl ich auf diesem Weg viele Schwierigkeiten und Prüfungen erlebt habe, manches Mal gestürzt bin und viel Mühsal und Kummer erfahren habe, haben sich durch die Kultivierung mein Körper und meine Xinxing verändert. Viele menschliche Anschauungen wurden beseitigt, und ich habe viel Schönes erfahren dürfen. Dieses Schöne entspricht nicht der Vorstellung eines gewöhnlichen Menschen. Sie entspringt der Tiefe des Herzens und bringt Freude und eine Erhöhung des Lebens mit sich.

Meine traditionelle Familie ebnete mir den Weg

Ab meinem ersten Geburtstag lebte ich bei meinen Großeltern mütterlicherseits. Mein Großvater war Tischler. Als junger Mann arbeitete er in der Stadt als Schreiner für eine wohlhabende Familie. Sie besaßen viele Bücher, und mein Großvater las viele davon, wenn er mit seiner Arbeit fertig war. Als ich vier Jahre alt war, lernte ich unter der Anleitung meines Großvaters klassische Texte auswendig.

Meine Großmutter konnte weder lesen noch schreiben, aber sie kannte viele Mythen und Legenden. An Sommerabenden saßen wir nach dem Abendessen im kühlen Hof. Dann zeigte sie auf die Milchstraße und erzählte mir die Geschichte von Niulang und Zhinü, die Geschichte des Himmelfeenpaares. Auch einige Gespenstergeschichten für ungehorsame Kinder erzählte sie mir. Durch diese traditionellen Geschichten wusste ich schon früh, dass es in dieser Welt Gottheiten und auch Gespenster gibt. Als mein Großvater starb, war ich sehr traurig. Doch in meinem Innern dachte ich: „Wenn ein Mensch stirbt, dann ist es nicht so, dass er gar nicht mehr existiert. Mein Großvater befindet sich bestimmt irgendwo an einem Ort, den ich nicht sehen kann, und schaut nach mir.“

Als ich zur Schule ging, wohnte ich wieder bei meinen Eltern. Ich begann, die Gedichte aus den Tausend Familien auswendig zu lernen und las klassische Bücher wie die Geschichte der Östlichen Zhou, Geschichte der Drei Reiche und die Geschichte der Sui und Tang. Heute weiß ich: „Diese traditionelle Kultur, die ich seit meiner Kindheit kannte, diente mir als Vorbereitung. Der Meister hat alles über einen Zeitraum von 200 Millionen Jahren mit großer Mühe arrangiert, damit Lebewesen errettet werden können.“ Ich hatte das Glück, in einer von traditioneller Kultur geprägten Familie aufzuwachsen. Auch das war ein Arrangement des Meisters. Das war eine Vorbereitung dafür, dass ich das Fa erhalten konnte.

Nacheinander erhielten wir das Fa

Seit ich mich erinnern kann, litt meine Mutter unter zahlreichen Krankheiten: schwerer Neurasthenie, Augenschmerzen (vermutlich ein Glaukom), Herzerkrankung, Magenproblemen, gynäkologischen Erkrankungen und noch andere. Bei uns zu Hause lagen überall in den Schubladen Medikamente. Häufig fuhr sie in eine weit entfernte große Stadt zur Behandlung. Sie war auch bei bekannten Ärzten der TCM in unserer Umgebung und probierte zahlreiche Hausmittel aus. Als Qigong populär wurde, begann sie, verschiedene Qigong-Methoden zu praktizieren. Trotzdem besserte sich ihr Gesundheitszustand nicht. Mein Vater erkrankte aufgrund der doppelten Belastung durch Familie und Beruf an chronischer Enteritis, Schilddrüsenüberfunktion, koronarer Herzkrankheit und Bluthochdruck. Besonders der Bluthochdruck war sehr ausgeprägt. Der diastolische Blutdruck konnte 120 mmHg erreichen und ließ sich auch durch Medikamente nicht gut kontrollieren. Meine Eltern waren gesundheitlich angeschlagen und deshalb auch emotional belastet. Besonders meine Mutter wurde wegen kleinster Dinge häufig wütend und verlor die Beherrschung. Dadurch war die Atmosphäre zu Hause ziemlich angespannt. Als der Bluthochdruck meines Vaters besonders schlimm war, kam ein Nachbar zu uns und sagte: „Es gibt jetzt die Kultivierungsmethode Falun Gong. Sie wirkt sehr gut gegen Krankheiten und verbessert die Gesundheit. Ich weiß, dass es euch gesundheitlich nicht gut geht, deshalb bin ich extra hierhergekommen, um euch davon zu erzählen.“ Meine Mutter schlug meinem Vater vor: „Geh du erst einmal hin und probiere es aus. Ich praktiziere weiterhin mein Qigong. Wenn es dir guttut, gehe ich auch hin.“ So begann mein Vater mit der Kultivierung, zunächst mit der Einstellung, es einfach einmal auszuprobieren.

Gleich zu Beginn der Kultivierung öffnete sich sein Himmelsauge. Er erzählte mir einmal: „Als ich die fünfte Übung praktizierte und beide Arme zur Seite ausstreckte, saßen auf meinen beiden Armen überall Buddhas. Auf jedem Arm saß eine ganze Reihe. Ich dachte, dass der Meister mich das sehen ließ, damit ich mich standhaft kultivierte. Deshalb sagte ich zum Meister: ‚Meister, seien Sie beruhigt. Ich werde mich bis zum Ende standhaft kultivieren. Bitte schließen Sie mein Himmelsauge wieder.‘ Daraufhin wurde mein Himmelsauge geschlossen.“ Nachdem mein Vater das Fa erhalten hatte, normalisierte sich sein Blutdruck und die anderen Krankheiten verschwanden auch. Seine persönlichen Erfahrungen überzeugten meine Mutter, und bals begann auch sie mit der Kultivierung im Falun Dafa. Als meine Eltern durch die Kultivierung gesund geworden waren, ging es ihnen auch emotional besser und die Atmosphäre zu Hause veränderte sich positiv. Auch meine Schwester und ich begannen, das Zhuan Falun zu lesen. So erhielten wir alle nach und nach das Fa. Aufgrund der gesundheitlichen Veränderungen meiner Eltern begannen später auch weitere acht Verwandte mit der Kultivierung.

Damals, als meine Eltern gesundheitlich so sehr angeschlagen waren, wählte ich bei meiner Bewerbung für die Hochschulaufnahmeprüfung ausschließlich medizinische Fakultäten. Doch noch vor Abschluss meines Studiums hatten meine Eltern nacheinander das Fa erhalten und wurden von ihren verschiedenen Krankheiten geheilt. Später sagte meine Mutter zu mir: „Damals gab es zwei Kranke in unserer Familie. Deshalb stand für uns fest, dass du Medizin studieren musst. Dann wäre es später einfacher, wenn wir krank würden. Aber als wir Falun Dafa praktizierten, wurden wir gesund und mussten nicht mehr ins Krankenhaus. Du bist also Ärztin geworden, aber wir haben deine Hilfe kein einziges Mal gebraucht.“

Das Krankheitskarma überwinden und die außergewöhnliche Kraft von Dafa erfahren

Die Kultivierung begann ich nicht mit der Absicht, meine Krankheiten zu heilen und die Gesundheit zu verbessern. Ohne dass es mir bewusst war, verschwanden nach und nach viele kleinere Beschwerden, die mich jahrelang geplagt hatten. Dazu gehörte beispielsweise die Verstopfung, unter der ich mehr als zwanzig Jahre gelitten hatte. Auch die Magenschmerzen verschwanden. Jahrelange Nachtschicht, unregelmäßige Ernährung und zu wenig Schlaf hatten diese typischen Symptome eines Zwölffingerdarmgeschwürs verursacht.

Eines Jahres führte meine Arbeitsstelle eine Gesundheitsuntersuchung ein. Der Chirurg tastete meinen Hals ab und stellte fest: „Hier haben Sie eine Wucherung. Sie ist ziemlich groß, etwa zwei Zentimeter. Haben Sie das schon bemerkt? Lassen Sie das schnell untersuchen. Wenn es sich um einen isolierten Tumor handelt, der keine Schmerzen verursacht, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er bösartig ist.“ Als der Chirurg mir das sagte, nahm ich es nicht besonders ernst. Ich dachte: „Ich praktiziere Dafa. Ich habe keine Krankheit.“ Deshalb ließ ich mich auch nicht untersuchen. Ich selbst bin jedoch Ärztin und tatsächlich war eine Wucherung an meinem Körper festgestellt worden und so fragten mich meine Kollegen immer wieder besorgt: „Hast du dich inzwischen untersuchen lassen?“ Sie erinnerten mich daran, dass ich nicht „einen Tiger großziehen“ solle. Sie meinten: „Später, wenn er groß geworden ist, lässt er sich nur schwer kontrollieren.“ Von da an tastete ich unbewusst immer wieder die Stelle ab.

Schon bald begann der Tumor zu wachsen. Wenn ich in den Spiegel schaute und nur leicht den Kopf hob, konnte ich ihn bereits deutlich an meinem Hals sehen. Außerdem traten Schmerzen auf, die immer stärker wurden. Selbst beim Schlucken während des Essens tat es weh. Auch wenn ich Kleidung mit einem hohen Kragen trug, schmerzte die Stelle durch die Reibung. Nun wurde ich wachsam und begann, nach innen zu schauen: Obwohl ich äußerlich nicht anerkannt hatte, krank zu sein, hatte ich die Vorstellung, krank zu sein, innerlich noch nicht losgelassen. Im tiefsten Innern hatte ich den Gedanken: „Wenn man Dafa praktiziert, ist man ja versichert. Wenn Krankheitssymptome auftreten, werden sie bald verschwinden.“ Ich hatte somit das Fa mit einer Absicht im Herzen gelernt und meine Xinxing nicht wirklich erhöht. Deshalb machten sich Veränderungen bemerkbar: Der Tumor wuchs und schmerzte. Dies sollte mich daran erinnern, die Anschauung von Krankheit und auch die Angst vor dem Tod loszulassen. Ich durfte den alten Mächten keine Lücke bieten, sodass sie mich durch Krankheitskarma verfolgen konnten.

Nachdem ich meine Anhaftungen erkannt hatte, tastete ich die Stelle nicht mehr ab und achtete auch nicht weiter darauf, ob sie weh tat. In meiner Freizeit nutzte ich jede Gelegenheit, mehr Fa mit ganzem Herzen zu lernen. Gleichzeitig praktizierte ich die Übungen öfters. Eines Tages trug ich einen dicken Pullover mit hohem Kragen und stellte plötzlich fest, dass mein Hals nicht mehr schmerzte. Als ich ihn erneut abtastete, war die Wucherung verschwunden, ohne dass ich wusste, wann sie genau verschwunden war. In diesem Augenblick empfand ich eine Freude und Dankbarkeit, die sich kaum in Worte fassen lässt. Ich war dankbar, dass der Meister mein Krankheitskarma beseitigt hatte und dankbar für die außergewöhnliche Kraft von Dafa.

Bei der darauffolgenden Gesundheitsuntersuchung war ein anderer Chirurg für mich zuständig. Er tastete meinen Hals ab und sagte: „Hier hatten Sie einmal eine Wucherung. Jetzt ist sie verschwunden, aber man kann noch eine Vertiefung ertasten.“

Die Schönheit von Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht in den Alltag integrieren

Für meine älteren Familienmitglieder war ich schon immer ein ehrliches, braves Kind, das Regeln einhielt und gern arbeitete. Auch später bei meiner Arbeit im Krankenhaus, hatten alle diesen Eindruck von mir. Ich war ehrlich, zuverlässig und fleißig. Kollegen, mit denen ich mich gut verstand, meinten oft: „Du solltest nicht zu jedem so freundlich sein. Besonders wenn Patienten sich unangemessen verhalten, solltest du nicht immer nett sein. Sonst trägst du am Ende selbst den Schaden.“ Sogar ich selbst dachte damals, dass ich zu gutmütig sei und tatsächlich bei manchen Dingen Nachteile erlitten hatte. Doch im tiefsten Innern verstand ich das nie. Ich fragte mich: „Was ist falsch daran, gut zu sein?“ Wie sollten wir denn miteinander umgehen? Was ist der Maßstab für das Verhalten?“ Als ich Falun Dafa praktizierte, fand ich Antworten auf all diese Fragen und wusste, wie ich mich als Mensch verhalten sollte. Gemessen an den Anforderungen des Fa waren meine Gedanken und mein Verhalten jedoch noch weit davon entfernt. Ich sollte keine Angst haben, Nachteile zu erleiden, sondern mich noch mehr an Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht angleichen. Das zeigt den Menschen in meinem Umfeld die Schönheit dieser Fa-Prinzipien.

Sie sind anders als die anderen Ärzte

Als ich als Assistenzärztin arbeitete, wurde ich für eine Zeitlang auf eine Station versetzt, auf der hauptsächlich ältere Patienten behandelt wurden. Dort gab es Zwei- bzw. Dreibettzimmer und ein Sechsbettzimmer, in dem ausschließlich ältere Menschen lagen. Sie litten an mehreren Krankheiten und konnten nicht mehr für sich selbst sorgen. Manche waren bereits zwei oder drei Jahre dort. Jeder Patient hatte eine persönlich eingestellte Pflegekraft bei sich. Da der Raum eng war, musste alles am Bett erledigt werden; das betraf das Essen und Trinken, aber auch die Ausscheidungen. Die Luft war schlecht und alle möglichen Gerüche hingen im Raum. Keiner der Ärzte wollte diese alten Patienten betreuen. Bei der Visite stellten sie ein paar kurze Fragen, stellten fest, dass nichts Besonderes vorlag und gingen schnell wieder. Niemand wollte auch nur eine Minute länger als notwendig dortbleiben.

In diesem Zimmer hatte ich auch einen Patienten zu betreuen. Bei jeder Visite befragte ich ihn genauso sorgfältig wie alle anderen Patienten. Ich untersuchte ihn und erklärte seiner Pflegekraft, worauf sie achten sollte. Besonders bei Patienten mit einer Sprachstörung nach einem Schlaganfall musste dafür gesorgt werden, dass jede Verschlechterung sofort wahrgenommen wurde. Die anderen Pflegekräfte stellten fest, dass ich freundlich war, und so stellten sie mir auch manchmal Fragen. Ich erklärte ihnen alles geduldig. Die Pflegekräfte kamen aus ländlichen Gegenden dazu noch aus anderen Regionen, um hier zu arbeiten. Sie lebten und aßen ebenfalls auf der Station, wodurch das Zimmer noch chaotischer war. Da die meisten Pflegekräfte schon von Ärzten oder Krankenschwestern zurechtgewiesen worden waren, verhielten sie sich uns gegenüber bei den Visiten äußerst respektvoll. Sie hatten Angst, ihre Arbeit zu verlieren. Ich konnte ihre Situation gut verstehen und wies sie deshalb nie zurecht. Wenn die Pflegekraft eines von mir betreuten Patienten etwas nicht richtig machte, erklärte ich ihr während meines Nachtdienstes, worauf sie achten musste. Die anderen Pflegekräfte hörten dann zu. Mit der Zeit kamen sie zu mir, wenn sie Fragen zur Pflege ihrer Patienten hatten. Wenn sie selbst gesundheitliche Beschwerden hatten, kamen sie ebenfalls und fragten mich um Rat. Obwohl mir dies zusätzliche Arbeit bescherte und ich manchmal sehr müde war, dachte ich: „Ich bin eine Kultivierende. Jedem Menschen gegenüber muss ich aufrichtig, freundlich und nachsichtig sein. Nur so entspreche ich den Anforderungen von Dafa.“

Außerdem half mein Verhalten den Patienten bei ihrer Genesung. Denn die Pflegekräfte arbeiteten besser mit uns zusammen und die Atmosphäre verbesserte sich zudem.

Eines Tages sagte ein Pfleger, mit dem ich normalerweise nicht viel sprach, zu mir: „Ich arbeite schon so viele Jahre in diesem Krankenhaus und hatte mit vielen Ärzten zu tun. Die meisten schauen auf Menschen wie uns vom Land herab. Einen Arzt wie Sie, der uns so behandelt, habe ich wirklich noch nie erlebt. Ich habe immer das Gefühl, dass etwas an Ihnen anders ist. Wenn Sie einmal Zeit haben, würde ich Sie gern etwas fragen und von Ihnen lernen.“ Ich sagte zu. Doch kurz darauf wurde ich wieder auf eine andere Station versetzt. Leider traf ich ihn danach nicht mehr und konnte ihm nicht von der Schönheit von Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht erzählen.

In der Dialyseabteilung arbeitet eine sehr verantwortungsvolle Ärztin

Unsere Dialyseabteilung ist relativ groß, wenn man sie mit denen in gleichgestellten Krankenhäusern vergleicht. Da unser Haus jedoch einen niedrigeren Rang hat, sind die zugehörigen Einrichtungen und die unterstützenden Fachabteilungen nicht vollständig ausgebaut. Deshalb hatten wir in den vergangenen Jahren viele Dialysepatienten, die von größeren Krankenhäusern nicht aufgenommen worden waren. Entweder waren die Patienten schon älter und hatten zahlreiche Komplikationen oder sie waren finanziell schlecht gestellt und hielten sich nicht an die verordnete Behandlung.

Als ich die Arbeit in der Dialyseabteilung antrat, meinten manche: „Du hast es gut! In dieser Abteilung haben es die Ärzte am leichtesten. Sobald der Patient an die Dialyse angeschlossen ist, gibt es nichts mehr zu tun.“ Nachdem ich dort angefangen hatte, stellte ich jedoch fest, dass dem nicht so war. Eine Dialysebehandlung bei einem Nierenversagen ist eine langfristige Angelegenheit. Sie ist wie Essen und Schlafen und zu einem unverzichtbaren Bestandteil des Lebens geworden. Außerdem sind die Behandlungskosten relativ hoch und für jede Familie eine langfristige feste Ausgabe. Deshalb muss jeder Dialysepatient gut betreut werden. Man muss nicht nur die Krankengeschichte und den aktuellen Zustand des Patienten kennen, sondern auch seine finanzielle Situation berücksichtigen und dazu viel mit seinen Angehörigen sprechen. Nur so kann jeder Patient einen geeigneten Behandlungsplan erhalten. Als ich dort anfing, hatte ich etwa hundert Dialysepatienten und weitere mindestens hundert Angehörige zu betreuen. Es gab Patienten mit den unterschiedlichsten Krankheitsbildern und Angehörige mit den unterschiedlichsten Charakteren. Innerhalb kurzer Zeit alles kennenzulernen und die Abläufe zu ordnen, erforderte tatsächlich viel Arbeit und Mühe.

Zu dieser Zeit kam eine über sechzigjährige Patientin aus einem der führenden Krankenhäuser des Landes zu uns. Sie war bereits seit fast zehn Jahren an der Dialyse. Ihr Allgemeinzustand war relativ gut, ihre Familie war finanziell gut gestellt und ihr Ehemann und sie waren gebildet. Ich machte mich schnell und umfassend mit ihrer Krankengeschichte vertraut und erstellte auf Grundlage ihrer bisherigen Behandlung einen geeigneten Plan. Sie arbeitete sehr gut mit. Obwohl sie in eine neue Umgebung gekommen war, gewöhnte sie sich schnell ein.

Seit langer Zeit hatte unsere Dialyseabteilung keinen so guten Patienten mehr aufgenommen. Deshalb fragten wir uns verwundert: „Warum wechselte sie freiwillig von dem großen Krankenhaus zu uns?“ Nach einiger Zeit waren wir miteinander vertraut und sie erzählte mir nach einer Behandlung: „Ich war so viele Jahre in dem anderen Krankenhaus zur Dialyse und wollte eigentlich nicht wechseln. Aber nach unserem Umzug war der Weg zu weit und die Fahrt zu umständlich. Deshalb kam ich hierher. Es gibt aber noch einen weiteren, viel wichtigeren Grund. Kennen Sie ihn?“ Ich schüttelte den Kopf. „Bevor ich hierherkam, hatte ich mich gründlich über Ihr Krankenhaus informiert. Schließlich brauche ich die Behandlung mein restliches Leben lang. Das Niveau dieses Krankenhauses kann natürlich nicht mit dem vorherigen mithalten. Als ich aber einen Bekannten fragte, der in Ihrem Krankenhaus arbeitet, meinte er: ‚Bei uns gibt es seit Kurzem eine neue Ärztin, Dr. W., in der Dialyseabteilung. Sie ist ein guter Mensch und sehr verantwortungsvoll. Du kannst beruhigt wechseln.‘ Deshalb bin ich gekommen. Nachdem ich Sie nun einige Zeit kenne, muss ich sagen, dass er Recht hatte. Daher bin ich geblieben und lasse mich weiterhin hier behandeln.“ Für diese Anerkennung dankte ich ihr sehr. Bei einer passenden Gelegenheit erzählte ich ihr, dass ich Falun Dafa praktiziere. Ich erklärte ihr, dass der Meister uns lehrt, nach Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht zu leben und wir sollen uns in die Lage anderer versetzen. „Nur dadurch konnte ich mich so verhalten!“ Ich erzählte ihr von der Schönheit der Kultivierung im Dafa und erklärte ihr die wahren Umstände über die Verfolgung von Dafa. Sie leugnete nichts und verstand die Wahrheit.

Du hast die großzügigste Mutter

Bei der Erziehung meiner Tochter legte ich von Anfang an großen Wert auf gute Manieren und auf Selbstständigkeit. Schon im Kindergarten gewöhnte sie sich daran, morgens sofort aufzustehen, wenn ich sie weckte. Nachdem sie eingeschult worden war, erledigte sie ihre Hausaufgaben und packte anschließend selbstständig ihre Schultasche. Auch ihre eigenen Sachen wie Bücher oder Kleidung räumte sie selbst ordentlich auf. Beim Lernen sagte ich ihr, sie solle im Unterricht aufmerksam zuhören, ihre Hausaufgaben pünktlich erledigen und den Lehrer fragen, wenn sie etwas nicht versteht. Dann könne sie gut lernen. Ich verlangte von ihr nicht, dass sie immer die besten Noten nach Hause brachte oder sogar Klassenbeste war.

Ich sagte ihr auch: „Verhalte dich deinen Mitschülern gegenüber gut. Jeder hat Stärken und Schwächen. Du solltest mehr auf ihre Stärken achten und dann von ihnen lernen.“ Meine Tochter war eine durchschnittliche Schülerin, und so machte ich ihr hauptsächlich Mut. Dadurch war sie von klein auf ein einfaches und fröhliches Kind, das anderen nichts streitig machte.

Einmal kam sie nach der Schule nach Hause und erzählte: „Heute hat jemand aus unserer Klasse an einem Wettbewerb in der Stadt teilgenommen und den ersten Preis gewonnen. Sie ist wirklich toll!“ Sie empfand pure Anerkennung, kein Neid und keine Eifersucht. Meine Tochter wollte lange Haare haben. Nach einiger Zeit konnte ich ihr einen kleinen Zopf flechten. Doch schon bald bat sie mich, ihr die Haare wieder abzuschneiden. Ich fragte sie, warum. Sie sagte: „Ich sitze in der ersten Reihe. Wenn die frechen Jungs an mir vorbeigehen, ziehen sie immer an meinem Zopf. Ich möchte mich nicht mit ihnen streiten. Schneiden wir ihn lieber ab.“ Ich sagte: „Gut. Das ist eine gute Entscheidung. Deine Mitschüler meinen es nicht böse. Du solltest wegen so einer Kleinigkeit nicht mit ihnen streiten. Wenn du größer bist und deinen Zopf selbst flechten kannst, kannst du wieder lange Haare tragen.“ Sie nickte zustimmend. Es gab noch viele ähnliche Situationen.

Als meine Tochter in der zweiten Klasse war, erhielt ich eines Tages kurz vor Schulschluss unerwartet einen Anruf von ihrer Klassenlehrerin. Sie sagte in entschuldigendem Ton: „Ihr Kind und eine Mitschülerin haben miteinander gespielt und sich gegenseitig getragen. Die andere Schülerin trug ihre Tochter auf dem Rücken und verlor das Gleichgewicht. Deshalb fiel Ihre Tochter herunter und schlug mit dem Kopf auf dem Boden auf. Dadurch bekam sie eine ziemlich große Beule an der Stirn. Die Eltern des anderen Kindes sind gekommen und möchten sich persönlich bei Ihnen entschuldigen, wenn Sie Ihr Kind abholen.“ Ich sagte: „Das ist schon in Ordnung. Wenn Kinder spielen, bleiben solche kleinen Verletzungen nicht aus. Mein Mann und ich arbeiten heute bis spät und können unsere Tochter nicht abholen. Ein Kollege meines Mannes wird sie holen. Die Eltern des anderen Kindes müssen nicht warten. Das ist keine große Sache und sie müssen sich nicht entschuldigen. In ein paar Tagen ist es wieder gut.“ Die Klassenlehrerin war sehr froh und sagte: „Vielen Dank! Vielen Dank für Ihre Großzügigkeit. Andere Eltern würden es wahrscheinlich zum Streit kommen lassen mit uns Lehrern. Sie würden der Schule vorwerfen, nicht gut genug auf ihr Kind aufgepasst zu haben, und würden verlangen, dass die anderen Eltern das Kind im Krankenhaus untersuchen lassen. Solche Situationen haben wir schon oft erlebt. Aber eine Mutter, die so reagiert wie Sie, haben wir noch nie erlebt.“

Als ich nach der Arbeit nach Hause kam, war die große Beule am Kopf meiner Tochter nicht zu übersehen. Sie war tatsächlich ziemlich groß, fast so groß wie ein Ei. Als meine Tochter mich sah, begann sie zu weinen und sagte: „Es tut weh.“ Ich nahm einen Eisbeutel und legte ihn auf die Beule. Ich sagte ihr: „Es ist schon gut. Mama ist Ärztin. Ich werde dafür sorgen, dass es gleich nicht mehr weh tut. Du hast dich heute ganz richtig verhalten!“ Meine Tochter hörte auf zu weinen, nahm den Eisbeutel und ging wieder spielen.

Als das Schulhalbjahr fast zu Ende war, kam sie eines Tages fröhlich aus der Schule nach Hause und sagte: „Mama, die Lehrerin hat dich heute bei der Klassenversammlung gelobt.“ Ich fragte: „Ach ja? Was hat sie gesagt?“ – „Die Lehrerin hat gesagt: ‚Deine Mama ist die großzügigste Mutter!‘“

Diese Sache hinterließ einen großen Eindruck bei ihr. Sie wurde ebenfalls toleranter und nachsichtiger. Ich praktiziere Falun Dafa und richte mich nach Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht. Das beeinflusste unbewusst meine Tochter.

Schlusswort

Seit mehr als zwanzig Jahren praktiziere ich Falun Dafa. Wenn ich mich an die vielen kleinen Dinge aus meinem täglichen Leben zurückerinnere, erkenne ich: „Wenn ich das Fa in meinem Herzen trage, bei Problemen nach innen schaue und meine Worte und mein Verhalten an Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht ausrichte, kann ich die Schönheit dieser Prinzipien an die Menschen in meinem Umfeld weitergeben. Wenn ich auf diesem Kultivierungsweg gut und aufrichtig voranschreite, wird der Meister mir ebenfalls das Schönste geben. Das spornt mich an, mich fleißig und solide zu kultivieren, mit der Fa-Berichtigung Schritt zu halten und gemeinsam mit dem Meister in unsere wahre Heimat zurückzukehren.