(Minghui.org) Schon als kleines Kind erlebte ich, wie meine Mutter Falun Dafa zu praktizieren begann. Das inspirierte mich dazu, als junge Erwachsene selbst den Weg der Kultivierung einzuschlagen. Heute bin ich 40 Jahre alt und praktiziere seit 22 Jahren.
Ich wurde in den 1980er Jahren geboren. Schon früh interessierte ich mich für die traditionelle chinesische Kultur. Ich verspürte stets eine unerklärliche Zuneigung zu alter Architektur und der Kleidung vergangener Zeiten. All das kam mir vertraut vor und wenn ich gute Texte las, rührte mich das oft zu Tränen. Damals dachte ich noch mit dem Herzen, nicht mit dem Verstand.
Ich erinnere mich, einmal in einem Buch gelesen zu haben, dass Menschen mit ihrem Verstand denken. Ich fragte mich: „Stimmt das wirklich? Denke ich nicht eigentlich mit dem Herzen?“ Vielleicht lag ja ich falsch! Danach bemerkte ich, dass auch ich anfing, mit dem Verstand zu denken.
In den ersten Jahren nach Beginn des Praktizierens von Falun Dafa war ich – geprägt durch mein familiäres Umfeld und den begrenzten Kontakt zur Außenwelt – noch sehr naiv und unschuldig. Ruhm und Reichtum ließen mich weitgehend kalt und von den komplizierten menschlichen Beziehungen oder den Dingen der Welt hatte ich kaum eine Vorstellung.
Gleichzeitig verließ ich mich auf meine Mutter, die ebenfalls praktizierte, als wäre sie ein starker Baum. Ich war davon überzeugt, dass ich mich recht gut kultivierte und die drei Dinge, die von uns erwartet werden, ordnungsgemäß erledigte. Heute, im Rückblick, erkenne ich, dass meine Kultivierung des Herzens damals noch unzureichend war. Ich ging einfach nur meinen Weg, gestützt auf der bisschen angeborenen, unverfälschten Unschuld und der Grundlage, die ich von Geburt an mitgebracht hatte.
Später verstarb meine Mutter und ich bekam selbst ein Kind. Ich durchlebte viele Prüfungen und Schwierigkeiten. Auch wenn ich dabei immer wieder ins Straucheln geriet, hielt ich durch. Im Folgenden möchte ich mich vor allem auf meinen Kultivierungsweg der letzten fünf Jahre konzentrieren. Im heutigen China ist es kaum möglich, das Ausmaß der Korruption vollständig zu erfassen, ohne selbst tief in sie hineingezogen zu werden. Wie können Praktizierende, insbesondere junge Praktizierende, die Tag für Tag in dieser Gesellschaft leben und arbeiten, vermeiden, von dieser zutiefst materialistischen Welt verschmutzt zu werden? Das ist überaus schwierig. Sie müssen nicht nur verhindern, dass sie verschmutzt werden, sondern sich auch so kultivieren, dass sie zu ihrem wahren Selbst zurückkehren. Und währenddessen müssen sie noch Lebewesen erretten; das ist wahrlich eine große Herausforderung. Doch ich weiß, dass dies der Weg ist, den ich gehen muss.
Beständige Kultivierung meiner Xinxing
Im Jahr 2021 bestand ich eine bedeutende Charakterprüfung nicht, ähnlich wie es ein Mitpraktizierender in dem Erfahrungsbericht 26 Schlachten: Den Stand der Fa-Berichtigung im Traum gesehen beschrieb. Ich fühlte mich völlig erschöpft und wollte mich ausruhen. Also gab ich den Versuch auf, die Prüfung zu bestehen, und entschied mich dafür, dem Konflikt auszuweichen, anstatt ihn zu überwinden.
Ich fragte mich: Warum habe ich nach all den Jahren der Kultivierung diese Prüfungen immer noch nicht gemeistert? Der Grund lag darin, dass ich mich über die Jahre hinweg nicht wirklich und grundlegend kultiviert hatte.
Äußerlich gesehen erfüllte ich zwar die drei Dinge, doch im Inneren hatte ich mich nicht wirklich gewandelt. Meine menschlichen Anschauungen waren nach wie vor sehr stark ausgeprägt. Ich weiß, dass ich den Anforderungen nicht gerecht geworden bin, doch die Kultivierung darf nicht zum Stillstand kommen – ich muss auf diesem Weg weiter voranschreiten.
Auf dem Weg zurück zum Ursprung versuchen verschiedene Anhaftungen, mir diesen Weg zu versperren.
Neid und Arroganz
Zu den ersten Anhaftungen gehören Neid und Arroganz. Ein Konflikt, der am Arbeitsplatz mit einer Person entstand, sollte mir eigentlich dabei helfen, einige meiner Anhaftungen, insbesondere den Neid, loszulassen. Doch anstatt mich dem Konflikt direkt zu stellen und diese negative karmische Verbindung in eine positive zu verwandeln, wich ich aus und distanzierte mich von dieser Person.
Nicht nur gelang es mir nicht, den Neid, den ich eigentlich hätte ablegen sollen, zu beseitigen, er wurde sogar noch stärker. Er verknüpfte sich mit Arroganz, mit Kampfgeist und mit Groll und hätte beinahe die Kontrolle über mich übernommen. Über eine ganze Weile hinweg war ich arrogant und blickte auf andere herab. Ich fragte mich, ob ich früher auch so gewesen war. Wie konnte ich nur so selbstgerecht werden? Als ich später Die Reise in den Westen las, fiel mir auf, dass der Affenkönig anfangs, als er sich auf die Suche nach dem Dao begab, überaus demütig und bescheiden war. Doch später richtete er im Himmel ein heilloses Durcheinander an und ernannte sich selbst zum „Großen Weisen, der dem Himmel gleichgestellt ist“. Warum dieser krasse Gegensatz? Weil er zu der Überzeugung gelangte, dass er, nachdem er die „72 Verwandlungen“ gemeistert und die Fähigkeit erlangt hatte, Himmel und Erde zu durchqueren, wahrhaft außergewöhnlich geworden sei.
Bei mir ist es ganz ähnlich. In meiner Jugend verfügte ich über keine nennenswerten Fähigkeiten, doch heute, im mittleren Alter, habe ich mir fundierte berufliche Fachkenntnisse angeeignet. Infolgedessen betrachte ich mich nun selbst als einen ziemlich bemerkenswerten Menschen.
Der Meister lehrte uns im Fa:
„Man sieht, dass jemand im Alltag ein sehr guter Mensch ist. Wenn er in der Gesellschaft der gewöhnlichen Menschen noch keine großen Fähigkeiten besitzt, ist sein Streben nach Ruhm und Reichtum ziemlich schwach. Doch sobald er sich einen Namen gemacht hat, wird er sich oftmals leicht durch Ruhm und Reichtum von seinem Weg abbringen lassen. Er denkt, er habe in seinem Leben noch einen langen Weg vor sich; er will sich noch bemühen und kämpfen, um irgendein menschliches Ziel zu erreichen. “ (Zhuan Falun, 2019, S. 143)
Später schwächte sich durch das wiederholte Auswendiglernen des Fa und die Kultivierung meines Herzens dieser Neid allmählich ab. Wenn er heute zum Vorschein kommt, kann ich ihn meist rechtzeitig bemerken. Dieser Prozess wurde ausführlich in einem Artikel aus dem Jahr 2024 mit dem Titel Meine Erfahrungen, tiefsitzenden Neid zu beseitigen beschrieben.
Die Anhaftung an Angst
Eines Nachts Anfang 2024 träumte ich, dass ich vor dem Eingang eines alten Tempels stand. Auf der linken Seite des Weges sah ich eine Schar Hühner, während sich auf der rechten Seite zu meinem Entsetzen eine unglaublich dicke, lange schwarze Schlange befand.
Von Angst ergriffen, wandte ich mich zur Flucht, doch die riesige schwarze Schlange kam hinter mir her. Gerade als sie mich erreichte, schreckte ich auf, zitternd vor Angst. Einen Tag später erfuhr ich, dass in genau derselben Nacht ein Mitpraktizierender verhaftet worden war, während er in der Nähe meines Wohnortes Informationsmaterialien zur Aufklärung über die wahren Umstände verteilt hatte.
Damals hatte ich Schuldgefühle, vor allem weil mein eigenes Raumfeld nicht rein war; mir fehlte es an Barmherzigkeit. Das hatte dazu geführt, dass ein Mitpraktizierender in meiner Nähe verfolgt wurde.
Danach verstärkte ich meine Bemühungen, aufrichtige Gedanken auszusenden, doch meine Angst wurde nur noch stärker. Ständig gingen mir alle möglichen negativen Gedanken durch den Kopf. Vor allem hatte ich Angst vor den Überwachungskameras, die überall zu finden sind: auf den Straßen, in den Gassen und sogar an den smarten Türschlössern der Wohnhäuser. Diese Angst beeinträchtigte meine Fähigkeit, Menschen zu erretten, erheblich, was mich sehr bedrückte. Obwohl ich das Fa immer wieder rezitierte, blieb die Angst stark.
Im vergangenen November verspürte ich plötzlich den Drang, einige der neueren Artikel des Meisters auswendig zu lernen. Ich begann damit, Nimm Abstand von der Gefahr, Die Drangsale, denen Dafa ausgesetzt ist, und Die Kultivierung im Dafa ist ernsthaft, auswendig zu lernen.
Während ich diese Texte immer wieder aufsagte, stellte ich zu meiner Überraschung fest, dass meine Angst allmählich nachließ und die schwere Last in meinem Inneren von mir abfiel. Ich empfand eine tiefe, von Herzen kommende Dankbarkeit gegenüber dem Meister. Als ich wieder hinausging, um Menschen die wahren Umstände über die Verfolgung zu erklären, handelte ich mit mehr Vernunft und Weisheit und meine Angst war nicht mehr so stark.
Die Anhaftung an Bequemlichkeit
Erst vor Kurzem wurde mir die Schwere dieser Anhaftung bewusst und ich erkannte, dass sie tatsächlich meine grundlegende Anhaftung ist. Erst vor wenigen Tagen, als ich den Text Den eigensinnigen Hang zur Bequemlichkeit beseitigen las, begann ich, dem mehr Aufmerksamkeit zu schenken.
Als ich damals mit der Kultivierung begann, hatte ich den folgenden Abschnitt des Fa noch nicht so recht verstanden:
„Wenn ihr bisher noch nicht begriffen habt, was ein Dafa-Jünger in der Zeit der Fa- Berichtigung bedeutet, werdet ihr nicht in der Lage sein, aus den derzeitigen dämonischen Schwierigkeiten herauszukommen, und ihr werdet durch das Streben nach Bequemlichkeit in der Menschenwelt dazu verleitet, zu abwegigen Erkenntnissen zu kommen. Das Herz des Meisters ist immer wegen denjenigen betrübt, die heruntergefallen sind, und die meisten von ihnen sind durch diese Gesinnung ruiniert worden.“ (Dafa-Jünger in der Zeit der Fa-Berichtigung, in: Essentielles für weitere Fortschritte II)
Wenn ich nach all den Jahren zurückblicke, wird mir klar, dass viele Dinge, die mir nicht gut gelangen, ihren Ursprung in dem Wunsch nach einem bequemen Leben hatten, einem Streben nach Bequemlichkeit. Als ich mit der Kultivierung begann, hatte ich gerade alle Schriften des Meisters gelesen.
Mein Gedanke war damals: „Wenn die große Aussortierung kommt, werde ich dann nicht vernichtet? Ich muss mich kultivieren. Außerdem nähert sich die Verfolgung ihrem Ende; ich werde also nicht so viel Leid ertragen müssen wie meine Mutter. Kultivierung ist einfach zu mühsam. Ich begnüge mich damit, ein Lebewesen im Reich meiner Mutter zu sein.“
Mit dieser Einstellung begann ich also meine Kultivierung mit dem Wunsch, Schwierigkeiten zu vermeiden, gepaart mit einer berechnenden, opportunistischen Haltung und dem Streben nach Bequemlichkeit. Doch all die Jahre habe ich dieses Verlangen nach Bequemlichkeit konsequent übersehen.
Während ich daran arbeitete, andere Anhaftungen zu beseitigen, da ich den Schaden erkannte, den sie verursachen, hat sich diese Anhaftung an Bequemlichkeit fast unbemerkt in mir eingenistet. Was ist diese Anhaftung an Bequemlichkeit? Es ist der Wunsch, Mühsal zu vermeiden und körperliche sowie geistige Annehmlichkeiten zu suchen, was der Kultivierung zuwiderläuft.
Warum können nur diejenigen, die einen menschlichen Körper haben, sich kultivieren? Gerade deshalb, weil ein menschlicher Körper es einem ermöglicht, Mühsal zu ertragen und dadurch Karma zu beseitigen. In dieser Hinsicht hinke ich den Mitpraktizierenden in meinem Umfeld noch deutlich hinterher. Ich muss mich also gewissenhafter kultivieren, um den Anforderungen zu entsprechen.
Tiefer nach innen schauen
Das sind die Anhaftungen, derer ich mir derzeit bewusst bin. Doch ich spüre, dass das noch nicht alles ist. Hinter diesen Anhaftungen nehme ich stets moderne Anschauungen wahr, allen voran den Atheismus. Mir ist klar geworden, dass der Atheismus die Wurzel vieler dieser Anhaftungen bildet.
Wenn ich fest daran glauben würde, dass der Meister direkt an meiner Seite ist, würde ich dann noch Angst verspüren? Wenn ich fest daran glauben würde, dass der Meister meinen gesamten Kultivierungsweg arrangiert hat, würde ich mich dann manchmal aus dem Gleichgewicht gebracht oder ungerecht behandelt fühlen? Wenn ich fest daran glauben würde, dass der gesamte Lebensweg eines Menschen bereits von Geburt an vorgezeichnet ist, würde ich dann weiterhin an der Zukunft meines Kindes hängen? Wenn ich fest an das glauben würde, was der Meister über die Bedeutung der Errettung von Menschen gesagt hat, könnte ich dann immer noch gleichgültig bleiben oder ein bequemes Leben anstreben? Wenn ich fest daran glauben würde, dass ich nur deshalb von Leben zu Leben wiedergeboren wurde, um das Fa zu erhalten, würde ich mich dann jemals darüber beklagen, dass die Kultivierung zu lange dauert? Wenn ich fest daran glauben würde, dass andere, wenn sie mich beschimpfen oder schlagen, mir eigentlich dabei helfen, mich zu erhöhen. Würde ich dann noch Groll hegen?
Warum schwanke ich dann manchmal zwischen Glauben und Unglauben? Weil ich es nicht sehen kann! Nicht zu glauben, nur weil man etwas nicht sehen kann – das ist ein Zeichen für eine sehr schlechte Erleuchtungsfähigkeit.
Daher ist das Fa-Lernen, und zwar ein gründliches Fa-Lernen, von allergrößter Bedeutung! Nur so können wir vermeiden, von der gewöhnlichen Gesellschaft verschmutzt zu werden, und nur dann können wir uns Schicht um Schicht von Verunreinigungen befreien, in unserer Kultivierung voranschreiten und die drei Dinge wirklich gut machen.
Die erretteten Leben
Die Errettung von Lebewesen ist eine Aufgabe, die ein Kultivierender im Falun Dafa erfüllen muss, und zwar gut erfüllen muss. Obwohl ich auf meinem eigenen Kultivierungsweg oft gestolpert bin und weit hinter jenen Mitpraktizierenden zurückbleibe, die täglich hinausgehen, um die wahren Umstände zu erklären, bemühe ich mich, mein Bestes zu geben.
Ich möchte von zwei einprägsamen Erlebnissen berichten, die ich in den vergangenen Jahren bei meinen Bemühungen, die wahren Umstände zu erklären, gemacht habe. Einmal sprach ich mit einem jungen Mann darüber, wie sich Falun Dafa weltweit verbreitet hat und wie die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) es verfolgt.
Er hörte aufmerksam zu und war sichtlich tief bewegt. Nachdem ich geendet hatte, sagte er sich von seiner Mitgliedschaft in den der KP angegliederten Organisationen los. Er sah mich mit klaren, ernsten Augen an und fragte: „Kann ich irgendetwas tun?“ In diesem Moment wusste ich, dass diese Seele gerettet war.
Bei einer anderen Gelegenheit, als ich einem jungen Freund die Fakten bezüglich Falun Dafa näherbrachte, stimmte er voll und ganz zu und sagte: „Weißt du was? Mir ist etwas wahrhaft Wunderbares widerfahren: Ich glaube an die Reinkarnation!“
Er erzählte, dass er nach Abschluss der Grundschule eine Reise mit seinem Vater unternommen habe. Als sie am Grab von Nurhaci ankamen, verspürte er den überwältigenden, unglaublich starken Drang niederzuknien. Während sein Vater sich andere Sehenswürdigkeiten ansah, ging er zurück zum Grab und verweilte dort eine ganze Weile.
Die Geschichte dieses jungen Mannes berührte mich zutiefst. Alle Lebewesen haben durch unzählige Reinkarnationszyklen hindurch auf genau diesen Tag gewartet. Wenn ich meinen Teil nicht gut erfülle, werde ich sie wahrlich enttäuschen.
Manche Menschen waren schockiert, als sie von den Fakten über Falun Dafa und die Verfolgung erfuhren. Sie sagten, sie hätten noch nie zuvor davon gehört. Andere, mit denen ich lange keinen Kontakt mehr hatte, kamen plötzlich bei mir vorbei, nur um die Wahrheit über Falun Dafa zu erfahren.
Dies sind einige der Erkenntnisse, die ich in den vergangenen fünf Jahren gewonnen habe, sowie die kleinen Fortschritte, die ich machen konnte. Ich bin mir des großen Abstands zwischen mir und meinen Mitpraktizierenden, die sich unermüdlich und gewissenhaft kultivieren, sehr wohl bewusst. Doch ich werde mein Bestes geben. Ich werde mich nicht länger an Zeit oder an mein Ego klammern und nicht zulassen, dass ich in den Sumpf der Selbstzufriedenheit abgleite. Ich muss den mühevollen Anstrengungen des Meisters, uns zu retten, gerecht werden und den Erwartungen aller Lebewesen entsprechen!
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