(Minghui.org) Heute möchte ich über das Prinzip Nachsicht sprechen und über die Erkenntnisse, zu denen ich im Laufe meiner Kultivierung im Falun Dafa gelangt bin.
Viele Menschen denken vielleicht, dass es sehr schwer ist, Nachsicht zu üben, da es fast unmöglich erscheint, dies zu tun, wenn man tief verletzt wurde oder wenn man von Wut, Groll, Hass und Ähnlichem erfüllt ist. Wie kann man solche Situationen leichtnehmen?
Bevor ich mit dem Praktizieren von Falun Dafa begann, teilte ich diese Ansicht, doch das änderte sich allmählich, als ich mich durch die Kultivierung immer weiter verbesserte.
Groll loslassen und Familienangehörige mit Güte behandeln
Ein Vorfall hat mich tief beeindruckt. Als mein Vater starb, spendeten Freunde und Verwandte meiner Familienangehörigen Beileidsgeld, das deutlich gekennzeichnet war, damit das Geld anschließend an die jeweils bestimmte Person weitergegeben werden konnte.
Als das Beileidsgeld jedoch sortiert wurde, beanspruchte mein älterer Bruder einen Teil meines Anteils für sich. Ich war darüber ziemlich wütend, stritt mich aber damals nicht mit ihm.
Als ich nach Hause kam, brach ich in Tränen aus, weil ich dachte, mein älterer Bruder würde mich furchtbar ungerecht behandeln. Ich konnte ihm jahrelang nicht verzeihen.
Nach dem Tod unseres Vaters sagten mein älterer Bruder und mein jüngerer Bruder, sie würden sich um unsere Mutter kümmern, und übernahmen es daher, den Nachlass unserer Eltern unter sich aufzuteilen.
Das brachte meine Schwestern und mich sehr auf, aber wir stritten uns nicht mit ihnen, da wir dachten, dass zumindest unser älterer Bruder sich dann später in seinem Haus um unsere Mutter kümmern würde.
Als unsere Mutter jedoch ein Jahrzehnt später alt und gebrechlich wurde, beschloss er, dass er sich nicht mehr um sie kümmern wolle, und unsere Mutter hatte keinen Ort mehr, an dem sie leben konnte. Wir Schwestern waren darüber äußerst wütend – da er den das Vermögen unserer Eltern an sich genommen hatte, wie konnte er sich dann weigern, unsere Mutter in ihrem hohen Alter zu unterstützen und zu versorgen?
Zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits begonnen, Falun Dafa zu praktizieren, und die wahre Bedeutung des Lebens verstanden. Ich hatte gelernt, mich nach den Prinzipien Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht zu verhalten, und die Gefühle zu meinem älteren Bruder loszulassen, sodass ich keinen Groll mehr gegen ihn hegte.
Es war ein so wunderbares Gefühl, als ich all diese Dinge losgelassen hatte. Ich verspürte eine Erleichterung und Leichtigkeit, als hätte sich mein Herz plötzlich geöffnet. Die Kraft von Dafa ist so wundersam, und nachsichtig und gütig zu sein ist so wunderbar! Ich beschloss, meine Erfahrung mit den anderen zu teilen.
Als wir Schwestern uns trafen, ließ ich meinen Groll nicht wie früher an ihnen aus, sondern bat sie, unserem älteren Bruder zu vergeben, und schlug vor, dass wir gemeinsam die Verantwortung für die Pflege unserer Mutter übernehmen sollten. Sie waren sehr berührt davon, wie sehr ich mich verändert hatte, seit ich Falun Dafa praktizierte, und beschlossen, unserem älteren Bruder ebenfalls zu vergeben und ihm sein Verhalten nicht übel zu nehmen.
Später besprachen wir, wie wir uns um unsere Mutter kümmern sollten. Wir beschlossen, dass jede von uns Geld beisteuern würde, um sie zu unterstützen. Auch unser älterer Bruder bot seinen Anteil an. Es gab keine Streitigkeiten, und unsere Mutter war mit der Situation sehr zufrieden.
Das Praktizieren von Nachsicht beschränkt sich nicht darauf, Groll loszulassen, sondern bedeutet auch, den Menschen in dieser entscheidendsten Zeit der Geschichte Freiheit von Gefahr zu bieten. Ich behandle meinen älteren Bruder genauso, wie ich jedes andere Lebewesen behandeln würde.
Ich ging zu ihm, um ihm die wahren Umstände zu erklären, und bat ihn, aus den Organisationen der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) auszutreten, um eine sichere Zukunft zu gewährleisten. Er war sehr froh darüber und dankte mir für das Pseudonym, dass ich ihm gegeben hatte. Ich erzählte ihm auch, dass ich in der Vergangenheit viele Fehler im Umgang mit unserer Mutter gemacht, mich aber durch die Kultivierung gebessert hätte und nun besser mit allem umgehen könne. Zu meiner Überraschung sagte mein älterer Bruder: „Nein, alle meine Schwestern haben sich gut verhalten.“ Seine Worte berührten mich, und mir wurde klar, dass auch mein älterer Bruder ein gutherziger Mensch ist.
Später, als ich wegen meines Glaubens an Dafa von der KPCh verfolgt wurde, spendeten mein älterer Bruder und meine Schwestern Geld, um mir zu helfen. Von ganzem Herzen wünsche ich ihnen eine strahlende Zukunft.
Harmonisierung familiärer Beziehungen
Als ich mich mit Problemen in der Familie meiner Schwiegereltern befasste, missverstand mich der Onkel meines Sohnes und schimpfte hinter meinem Rücken über mich, wobei er sagte, er würde mir niemals erlauben, sein Haus zu betreten.
Als ich in meine Heimatstadt zurückkehrte, rieten mir andere Leute, ihn zu ignorieren und ihn nicht zu besuchen, um Ärger zu vermeiden.
„Keine Sorge“, antwortete ich. „Ich bin jetzt eine Falun-Dafa-Praktizierende, ich habe gelernt, nachsichtig zu sein, und werde nicht mehr wütend. Außerdem bin ich wieder in meiner Heimatstadt; da ist es nur recht und billig, dass ich ihm einen Besuch abstatte.“
Als sie sahen, dass sie mich nicht aufhalten konnten, rieten sie mir, vorsichtig zu sein, und schickten sogar jemanden mit mir, für den Fall, dass es zu Schwierigkeiten kommen sollte.
Ich kaufte ein paar Geschenke und besuchte ihn. Es wurde ein sehr angenehmer Besuch, geprägt von Freundlichkeit, als wäre zwischen uns nie etwas Schlimmes geschehen. Bevor ich ging, gab ich ihm auch eine CD mit Informationen über Falun Dafa.
Andere Verwandte konnten es kaum glauben, da sie sich alle Sorgen darüber gemacht hatten, was passieren könnte. All dies zeigte, wie wunderbar Falun Dafa ist. Seitdem pflegen wir ein sehr angenehmes und harmonisches Verhältnis.
Mit Würde durchhalten, ruhig und gelassen bleiben
Nachsicht berührt die Insassen im Arbeitslager
Eines Tages, als ich wegen meines Glaubens an Falun Dafa unrechtmäßig in einem Zwangsarbeitslager festgehalten wurde, fing eine Insassin in der Werkstatt an, mich vor allen anderen ohne Grund anzuschreien und sagte, was ich täte, sei falsch. Sie sprach sehr laut und beleidigend.
Da ich durch die Kultivierung gelernt hatte, Nachsicht zu üben, blieb ich ganz ruhig und sagte nichts.
Die anderen Insassinnen sagten untereinander: „Seht mal, sie ist so tolerant. Das ist wirklich Kultivierung.“ Wieder einmal erlebte ich, wie wunderbar Nachsicht ist. Die Insassinnen wurden Zeugen des edlen Charakters einer Dafa-Praktizierenden und der Güte von Falun Dafa.
Später kam ich mit der Insassin, die mich beschimpft hatte, gut zurecht.
Kluft überbrücken durch Toleranz und Verständnis
Als ich kürzlich versuchte, jemandem zu helfen, wurde diese Person aufgrund einiger Unterschiede in unserer Denkweise sehr wütend, schrie mich an und ging dann weg.
Ich schaute sofort in mich hinein, um zu prüfen, ob ich etwas falsch gemacht hatte. Ich stellte fest, dass ich immer noch die Neigung hatte, auf andere herabzuschauen, was sie verärgert hatte – ich war diejenige, die im Unrecht war. Diese Anhaftung musste ich loslassen und lernen, anderen gegenüber toleranter und verständnisvoller zu sein.
Als ich nach Hause gekommen war, las ich das Zhuan Falun.
Der Meister sagt:
„Wenn du deine Xinxing durch Kultivierung erhöht hast, sagst du beispielsweise nichts, wenn dich unter den gewöhnlichen Menschen jemand beschimpft. Dein Herz bleibt ruhig. Wenn dich jemand schlägt, sagst du auch nichts und tust es mit einem Lächeln ab.“ (Zhuan Falun, 2019, S. 43)
Ich dachte mir: „Nun, sie hat mich weder geschlagen noch beschimpft, sondern nur einige Dinge gesagt, die mich verärgert haben.“ Auch wenn ich nichts gesagt hatte, fühlte ich mich innerlich dennoch etwas aufgewühlt, was zeigte, dass es mir nicht gelungen war, dies mit Grazie zu ertragen. Aus dieser Lektion musste ich lernen, und wenn andere mich kritisierten, musste ich unbeeindruckt und tolerant bleiben.
Ein paar Tage später suchte ich sie auf und sagte: „Ich bin hier, um die Kluft zwischen uns zu überbrücken.“ Wir unterhielten uns freundlich, doch dann kritisierte sie mich erneut mit verletzenden Worten. Ich erinnerte mich an die Lehre des Meisters, reagierte nicht darauf und blieb ruhig und gelassen.
Ich hatte mich als Kultivierende korrigiert, hoffte aber dennoch, dass sie sich zum Besseren wandeln könnte. Als mir dieser Gedanke kam, wurde mir plötzlich klar, dass das Praktizieren von Nachsicht sich nicht darauf beschränkt, ruhig und gefasst zu bleiben, wenn man ungerecht behandelt wird, sondern auch darin besteht, die Güte zu besitzen, anderen gleichzeitig zu helfen, sich zu verbessern.
Ich habe die Kraft von Güte und Nachsicht wirklich erfahren und wie wundervoll sie sind.
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