(Minghui.org) An einem Tag im Juli 2025 begann es um 17 Uhr heftig zu regnen. Der Regen hielt bis in die Nacht hinein an. Gegen 22 Uhr machte sich mein Mann Sorgen, dass die steigenden Wassermassen unser Auto wegspülen könnten. Deshalb wollte er es an die höchste Stelle der Straße fahren. Er bat unseren Sohn, ihn zu begleiten.

Als sie hinausgingen, stand ihnen das Wasser bereits bis zur Hüfte. Unser Sohn trug eine Rettungsweste. Auf dem Rückweg regnete es noch stärker, sodass der Wasserstand rasch stieg. Als sie am Haus des Bruders meines Mannes vorbeikamen, sagte mein Mann zu unserem Sohn: „Lass uns nach deinem Onkel sehen!“

Sie versuchten, die Tür zu öffnen, aber sie bewegte sich nicht. Erst mit aller Kraft gelang es ihnen, sie aufzudrücken. Das Wasser im Zimmer stand hoch. Mein Schwager und seine Frau standen völlig durchnässt auf einem Bett. Mein Mann und unser Sohn brachten sie mit zu uns nach Hause, wo sie in Sicherheit waren. Eilig suchte ich trockene Kleidung für sie heraus. Sie in einem so erbärmlichen Zustand zu sehen, machte mir bewusst, wie zerbrechlich das menschliche Leben ist. Ich empfand tiefe Barmherzigkeit für meinen Schwager und seine Frau.

Früher hatte ich Groll gegen die beiden gehegt, den ich ablegen wollte. Wegen der Kränkungen, die sie mir zugefügt hatten, seit ich in die Familie eingeheiratet hatte, wollte ich nichts mit ihnen zu tun haben – ich wollte sie nicht einmal sehen. Doch seit ich Falun Dafa praktiziere, bin ich toleranter geworden. Als Praktizierende zähle ich mich zu den glücklichsten und gesegnetsten Menschen der Welt. Worüber sollte ich mich noch mit gewöhnlichen Menschen streiten?!

Früher hatte ich stets das Gefühl, dass ich ihnen vielleicht aus einem früheren Leben etwas schuldete. Und sobald diese Schuld beglichen sei, sei die Sache erledigt. Ich hatte dies aber nur unter dem Gesichtspunkt meines persönlichen Verlusts und Gewinns betrachtet und es versäumt, sie als Lebewesen zu sehen, die gerettet werden sollten. Zwar plauderten wir zwanglos, wenn wir uns trafen, und halfen einander, wenn es nötig war, doch zwischen uns blieb eine unüberbrückbare Kluft. Jetzt aber begegnete ich ihnen wirklich mit Barmherzigkeit und Güte. In meinem Herzen wurde es augenblicklich hell, so als hätte sich ein Dachfenster für mich geöffnet. Dafa löste 30 Jahre voller Kränkungen und Groll auf und ich fühlte mich wunderbar leicht.

Kurz nach Mitternacht ließ der Starkregen etwas nach. Mein Schwager sagte: „Oh nein, auf unserem Grundstück wohnt ein älterer Mann zur Miete. Wir müssen nach ihm sehen. Er darf doch nicht ertrinken.“ Ohne einen Augenblick zu zögern, sagte mein Mann: „Ich gehe sofort hin.“

Das Wasser stand immer noch sehr hoch. Als mein Mann das Zimmer des älteren Mieters erreichte, fand er diesen an einen Heizkörper geklammert vor; nur sein Kopf ragte aus dem Wasser. Er hievte ihn auf seinen Rücken und machte sich auf den Weg zu uns. Als sie den Hang erreichten, der zu unserem Haus führt, hatte der Regen wieder zugenommen. Da mein Mann ihn nicht mehr tragen konnte, setzte er ihn ab und half ihm, den Rest des Weges zu Fuß zurückzulegen.

Als ich hinausschaute, sah ich, dass der Mann nackt war und nur eine Windel für Erwachsene trug. Er sah bemitleidenswert aus. Rasch suchte ich etwas zum Anziehen für ihn heraus und richtete ihm ein Bett. Inzwischen war es 2 Uhr nachts.

Am nächsten Morgen gingen mein Schwager und seine Frau nach Hause und ließen den alten Mann in meiner Obhut. Ich hatte das Gefühl, dass der Meister diesen Menschen mit Schicksalsverbindung zu mir geführt hatte. Ich erklärte ihm die wahren Umstände über Falun Dafa und die Verfolgung und bat ihn, sich einzuprägen: „Falun Dafa ist gut; Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht sind gut.“ Er erklärte sich bereit, aus dem Kommunistischen Jugendverband und den Jungen Pionieren auszutreten. Anschließend begleitete ich ihn nach Hause. Ich hatte diesen Mann nie zuvor getroffen, doch er kam auf diese Weise zu mir nach Hause, um gerettet zu werden. Der Meister lässt tatsächlich keinen einzigen Menschen mit Schicksalsverbindung zurück.

Der Regen hatte nachgelassen. Wir gingen zu unserem Feld, auf dem wir gerade Mais anbauten, um nach Schäden zu sehen. Auf dem Weg dorthin sahen wir auf beiden Seiten der Straße, dass die Feldfrüchte stellenweise umgeknickt oder von den Fluten weggespült worden waren. Unsere Feldfrüchte waren jedoch weitgehend unversehrt.

Bergaufwärts von unserem Feld lag ein weiteres, das von den Fluten besonders schwer getroffen wurde. Das Hochwasser hatte allerlei Gegenstände – große und kleine Fässer, Schüsseln und dergleichen – auf unser Land geschwemmt. Aber von unserem Mais war nur ein etwa drei bis vier Quadratmeter großer Abschnitt zu Boden gedrückt worden. Als mein Mann das sah, legte er sofort die Handflächen zusammen und sagte: „Danke, Meister!“ Zu mir sagte er: „Zum Glück praktizierst du Falun Dafa und hast den Schutz des Meisters. Ansonsten wäre unsere Maisernte wohl schwer beschädigt worden.“

Auf dem Rückweg sagte mein Mann: „Wenn wir zu Hause sind, müssen wir Räucherstäbchen anzünden und uns vor dem Meister verbeugen, um ihm zu danken!“ Zu Hause ging ich rasch in das Zimmer, in dem das Bild des Meisters hängt, und machte die Lampe an. Mein Mann zündete selbst die Räucherstäbchen an und verneigte sich neunmal, um dem Meister von ganzem Herzen zu danken.

Mein Mann ist ein sehr gutherziger Mensch. Er versteht die Prinzipien von Falun Dafa und hat stets davon profitiert, dass ich es praktiziere. Wenn er unterwegs ist und jemand schlecht über Dafa spricht, fragt er: „Was ist an Falun Dafa auszusetzen? Es ist ein großartiges, hohes Fa, das Menschen errettet.“ Er duldet es einfach nicht, dass jemand schlecht über Falun Dafa redet.

Wenn ich auf meine 20 Jahre Kultivierung zurückblicke, schäme ich mich. In den ersten zehn Jahren führte ich ein Geschäft, in den darauffolgenden zehn kümmerte ich mich um meine beiden Enkelinnen. Ich kultivierte mich nicht fleißig, sondern hielt an Bequemlichkeit fest, hatte Angst vor Schwierigkeiten und beschäftigte mich überwiegend mit den Belanglosigkeiten des Alltags. Besonders die Anhaftung an Bequemlichkeit hat meinen Fortschritt behindert. Ich habe so viel Zeit vergeudet!

Von nun an werde ich die verlorene Zeit wieder aufholen, den drei Dingen Priorität einräumen und es bei der Errettung der Lebewesen besser machen.