(Minghui.org) Seien Sie gegrüßt, Meister! Seid gegrüßt, Mitpraktizierende!
Anlässlich der 23. China-Fahui auf Minghui möchte ich von meinen Erfahrungen erzählen, bei denen mir scheinbar unbedeutende Angelegenheiten Möglichkeiten zur Kultivierung boten.
Meine Einstellung zu Sauberkeit und Bequemlichkeit überwinden
Ich wohnte in einem Miethaus in einer Wohnanlage, in der mehrere Familien lebten. Wir alle benutzten eine gemeinsame Toilette, die keine automatische Spülung hatte. Deshalb mussten wir zum Spülen Wasser in einer Schüssel mitbringen. Mein Zimmer lag direkt gegenüber der Toilette in etwa vier Meter Entfernung. Einer meiner Nachbarn war ein Mann, dessen Sohn vom Land stammte. Der Sohn Lele war ein Mann Mitte 30; er spülte die Toilette nach dem Benutzen grundsätzlich nicht.
Während des heißen Sommers war der unangenehme Geruch unerträglich. Ich erinnerte Lele mehrmals daran, die Toilette zu spülen, doch er lächelte nur und sagte nur: „Entschuldigung!“, bevor er davonspazierte. Da mir nichts anderes übrigblieb, musste ich jedes Mal Wasser holen und selbst die Toilette spülen, nachdem er sie benutzt hatte. Lele verbrachte den ganzen Tag zu Hause und ging unzählige Male auf die Toilette. Und jedes Mal musste ich anschließend spülen. Mit der Zeit sammelten sich in mir immer mehr Groll und Unzufriedenheit an.
Eines Tages sah ich, wie Lele aus der Toilette kam, und wollte ihn zurückrufen, damit er die Toilette spülte. Ich öffnete ein paar Mal den Mund, hielt mich dann aber doch zurück. Äußerlich gelang es mir, ruhig zu bleiben, doch innerlich war ich ganz aufgewühlt. Voller Groll nahm ich eine Schüssel, füllte sie mit Wasser und spülte die Toilette. Als ich jedoch in mein Zimmer zurückkehrte, beruhigte ich mich schnell wieder. Konnte es wirklich nur Zufall sein, dass ich in eine so ärgerliche Situation geraten war? War diese Situation nicht gerade dazu da, meine Anhaftungen aufzudecken? Ich begann, nach innen zu schauen, und entdeckte viele verborgene menschliche Anhaftungen.
Der Meister sagte:
„Ein böser Mensch ist böse aufgrund des Neids. Aus Egoismus und Ärger beklagt er sich über sogenannte Ungerechtigkeiten.
Ein wohlwollender Mensch ist immer barmherzig. Ohne Beschwerde und Hass hält er die Leiden für Freude.
Ein erleuchteter Mensch ist frei von Anhaftung. Ruhig beobachtet er die von Illusionen verblendeten Menschen der Welt.“
(Ebenen der Gesinnung, 25.09.1995, in: Essentielles für weitere Fortschritte)
War mein Groll gegenüber Lele nicht ein Ausdruck von Neid? Groll ist das Gegenteil von Barmherzigkeit und dies oder jenes nicht zu mögen, ist Ausdruck von Egoismus. Ich bin eine Praktizierende und nur wenn ich mich an den Eigenschaften des Universums – Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht – ausrichte, kann ich in das neue Universum eintreten.
Ich muss mich an den Maßstäben von Dafa orientieren. Ganz gleich, wie unbedeutend eine Angelegenheit auch sein mag, sollte ich nicht nach außen schauen, um die Fehler anderer zu suchen. Stattdessen sollte ich die Unzulänglichkeiten, die ich bei anderen sehe, als Spiegel betrachten und meine eigenen Schwächen erkennen. Wenn ich meine Anhaftungen erkannt habe, sollte ich sie beseitigen. Ich sollte mich an Dafa angleichen und die schlechten Dinge in mir nicht weiter verstärken.
Ich muss mein Herz öffnen, lernen, nachsichtig zu sein und Barmherzigkeit entwickeln. Kaum hatte ich diesen Gedanken gefasst, verschwand jede Spur von Groll augenblicklich. Als Lele das nächste Mal aus der Toilette kam, nahm ich mit völlig ruhigem und klarem Kopf eine Schüssel, füllte sie mit Wasser und ging, um die Toilette zu spülen.
Nichts von dem, was uns auf unserem Kultivierungsweg begegnet, ist Zufall. Alles wurde vom Meister so arrangiert, damit wir uns erhöhen können. Wenn ich wirklich nach innen schaue, kann ich die Anhaftungen erkennen, die ich beseitigen muss, und meine Xinxing erhöht sich. Dann hat die Angelegenheit keinen Grund mehr weiterzubestehen. Und selbst wenn sie weiterhin besteht, wird sie mein Herz nicht mehr bewegen.
Als ich mich veränderte, veränderten sich auch mein Onkel und meine Tante
Ich wuchs in einer großen Familie auf und die Lebensumstände zu Hause waren schwierig. Als ich noch klein war, schickten mich meine Eltern zu meinem Onkel und meiner Tante in den Norden. Mein Onkel behandelte mich mit derselben Zuneigung wie seine eigene Tochter. Meine Tante hingegen hatte ein sehr dominantes Wesen. In der Familie bestimmte sie, wo es langging. Wenn etwas nicht genau so lief, wie sie es wollte, wurde sie wütend und stritt sich häufig mit meinem Onkel. Meine Tante überließ mir viele Hausarbeiten. Ich musste dabei ständig auf ihre Stimmung achten, was mich zutiefst verunsicherte.
Als ich etwa zehn Jahre alt war, holten mich meine Eltern wieder nach Hause. Mein Onkel kümmerte sich weiterhin sehr um mich. Während meiner dreijährigen Studienzeit übernahm er sogar einen größeren Teil meiner Studiengebühren als mein eigener Vater. Die Güte meines Onkels habe ich nie vergessen.
Letzten Winter baten mich mein Onkel und meine Tante, sofort zu ihnen in den Norden zu kommen. Bei meinem Onkel war Kehlkopfkrebs diagnostiziert worden und er musste dringend operiert werden. Sie brauchten jemanden, der sich um ihn kümmerte. Als ich das hörte, war ich hin- und hergerissen. Wenn ich in den Norden fahren würde, wäre es schwierig, so bald wieder zurückzukehren, was meine Kultivierung beeinträchtigen würde. Wenn ich jedoch nicht fahren würde, hätte ich kein gutes Gewissen. Als Praktizierende sollte ich meine Selbstsucht ablegen und andere an die erste Stelle setzen. Deshalb kündigte ich meine Arbeit, bereitete alles vor und flog umgehend zu meinem Onkel.
Meine Tante und ich begleiteten meinen Onkel zu den medizinischen Untersuchungen ins Krankenhaus. Anschließend wurde er operiert. Ich ging jeden Tag ins Krankenhaus, um mich um ihn zu kümmern. Mein Onkel und meine Tante verließen sich bei fast allem auf mich und waren sehr zufrieden mit meiner Hilfe. Auch nach der Entlassung meines Onkels kümmerte ich mich weiterhin um die beiden. Meine Tante ging jeden Tag tanzen oder Mah-jongg spielen, während die Pflege meines Onkels und die gesamte Hausarbeit an mir hängen blieben.
Wenn meine Tante nach Hause kam, schimpfte sie häufig laut mit mir, sodass ich ständig beschäftigt war und kaum zur Ruhe kam. Mir fiel außerdem auf, dass sie bei den Mahlzeiten die Schüsseln mit den Speisen immer näher zu meinem Onkel und sich selbst heranschob, als hätte sie Angst, ich könnte zu viel davon essen. Das waren scheinbar ganz alltägliche Kleinigkeiten, doch sie störten mich. Manchmal sprach sie auch wieder in demselben strengen und schroffen Ton mit mir wie damals, als ich noch ein Kind war.
Durch die Kultivierung hatte ich das Minderwertigkeitsgefühl, das ich als Kind entwickelt hatte, allmählich abgelegt. Ich sagte mir: „Ich bin jetzt fast sechzig. Wie kann ich da noch ständig versuchen, mich vor euren Launen zu fürchten, so wie ich es als Kind getan habe?“ Obwohl ich nicht mit meiner Tante stritt, konnte man mir meinen Unmut manchmal deutlich ansehen.
Eines Tages kam mein Cousin vorbei, um Haushaltsgeräte zu reparieren. Er schlug meiner Tante vor, einen Magneten am Stromzähler anzubringen, damit dieser den Stromverbrauch nicht mehr erfasste. Auf diese Weise könne man eine Menge Geld sparen. Als ich das hörte, riet ich meiner Tante davon ab und erklärte ihr das Prinzip „Wer nichts verliert, gewinnt auch nichts“. Daraufhin wurde meine Tante wütend und forderte mich auf, mich nicht einzumischen. Ich konnte nicht anders, als ihr zu widersprechen.
Anschließend dachte ich in Ruhe darüber nach und erkannte, dass ich mich überhaupt nicht wie eine Praktizierende verhalten hatte. Stattdessen hatte ich mich völlig in die Denkweise gewöhnlicher Menschen verstrickt und darüber gestritten, wer recht und wer unrecht hatte. Eigentlich hätte es ausgereicht, meinen Standpunkt klar darzulegen. Ich hätte mich nicht auf einen Streit mit meiner Tante einlassen sollen. Auch ihre Haltung mir gegenüber an diesem Tag war kein Zufall. Wollte der Meister nicht gerade diese Situation nutzen, um bestimmte Anhaftungen bei mir aufzudecken? Es war eine gute Gelegenheit, meine Xinxing zu erhöhen, doch ich hatte sie nicht gut genutzt.
Nach diesem Vorfall schaute ich immer wieder nach innen und entdeckte zahlreiche Anhaftungen: Groll, Streitlust, die Unfähigkeit, Kritik anzunehmen, die Angst, das Gesicht zu verlieren, und die Neigung, auf andere herabzuschauen. Ich forschte immer tiefer in meinem Inneren und stellte schließlich überrascht fest, dass ich meiner Tante gegenüber nicht dieselbe aufrichtige, von Herzen kommende Güte empfand wie gegenüber meinem Onkel. Meine Haltung ihr gegenüber war vielmehr von Höflichkeit und dem Respekt geprägt, den man einem älteren Menschen entgegenbringt. Mir wurde klar, dass ich mich falsch verhalten hatte.
Ich entschuldigte mich von mir aus bei meiner Tante und sagte: „Tante, es tut mir leid. Ich war zu schroff und hätte dir nicht widersprechen sollen. Bitte sei nicht böse. Ich werde mich in Zukunft bessern.“ Meine Tante lächelte und sagte freundlich: „Du hast dich doch schon sehr gut um uns gekümmert. Du versorgst uns beide. Was könnte ich da noch auszusetzen haben?“
Jeden Tag kümmerte ich mich nicht nur um die Bedürfnisse meines Onkels, sondern spielte ihm auch die Vorträge des Meisters vor sowie die Videos „Reise durch Stürme und Nöte“ und „Jetzt und für die Zukunft“. Meine Tante litt an verschiedenen Krankheiten. Deshalb sagte ich meinem Onkel und meiner Tante oft, dass es ihrer Gesundheit helfen würde, aufrichtig zu rezitieren: „Falun Dafa ist gut, Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht sind gut.“ Beide stimmten dem gerne zu.
Auch ich hatte mich verändert. Ich begann, mich aufrichtig um die beiden zu kümmern und bei allem, was ich tat, an sie zu denken. Da mein Onkel aufrichtig an die Güte von Dafa glaubte, erholte er sich sehr schnell. Zum chinesischen Neujahrsfest verbeugte er sich voller Ehrfurcht dreimal vor dem Porträt des Meisters und dankte ihm.
Seit ich meinen Groll gegenüber meiner Tante abgelegt hatte, sprach sie viel freundlicher und höflicher mit mir. Als ich einige ihrer Kleidungsstücke so änderte, damit sie ihr besser passten, lobte sie mich immer wieder für mein Geschick und meine handwerklichen Fähigkeiten. Mein Onkel freute sich sehr, wenn er sah, wie meine Tante und ich miteinander plauderten und lachten. Beim Essen forderte mich meine Tante auf, mehr zu essen, und meinte, ich müsse besser auf mich achten, da ich viel zu dünn sei. Sie kümmerte sich um mich wie eine Mutter. So etwas hatte es vorher noch nie gegeben.
Eines Tages kam meine Tante vom Mah-jongg-Spielen zurück, während ich mir gerade eine Aufzeichnung der Vorträge des Meisters anhörte. Sie setzte sich still neben mich und hörte gemeinsam mit mir zu. Lächelnd sagte sie: „Diese ‚Nachsicht‘ ist wirklich schwer! Du kannst das vielleicht schaffen, aber ich könnte es ganz sicher nicht.“
Ein anderes Mal machte ich gerade die Übungen, als meine Tante mich sah. Sie kam lächelnd zu mir und sagte: „Ich möchte gerne Falun Dafa lernen. Kannst du es mir beibringen?“ Ich hatte nicht damit gerechnet, dass meine Tante von sich aus den Wunsch äußern würde, Falun Dafa zu lernen. Das entsprach genau meinem Wunsch und ich freute mich riesig. Und so brachte ich meiner Tante die fünf Übungen bei.
Auch wenn mein Onkel und meine Tante noch nicht wirklich mit der Kultivierung im Falun Dafa begonnen haben, sind ihre erfreulichen Veränderungen für mich ein großer Trost. Ich weiß, dass all diese wunderbaren Veränderungen auf die Gnade zurückzuführen sind, die der Meister uns geschenkt hat.
Ich werde mich auch in Zukunft weiterhin nach den Anforderungen des Meisters richten, mich Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht angleichen, mich fleißig und gewissenhaft kultivieren, die drei Dinge gut machen und dem Meister folgen, um in meine wahre Heimat zurückzukehren!
Danke, Meister! Danke, Mitpraktizierende!
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