(Minghui.org) Im Frühling 1998 begann meine Frau Falun Dafa zu praktizieren, und veränderte sich innerhalb nur einer Woche auf eine bemerkenswerte Weise. Sie klagte nicht mehr täglich über Schmerzen und rheumatische Beschwerden, und ihre Stimmung war ganz anders als vorher – sie war immer fröhlich. Ihr trauriger Gesichtsausdruck aufgrund der Qualen, die sie durch ihre Krankheit erlitten hatte, war verschwunden und unser Zuhause war wieder von einer Freude erfüllt, die wir lange nicht mehr erlebt hatten.

Von ihrer plötzlichen Veränderung überrascht und verwirrt folgte ich ihr eines Morgens zum Stadtplatz. Dort sah ich eine Gruppe von Menschen meditieren, begleitet von melodischer Musik. In diesem Moment verspürte ich ein tiefes Gefühl von Trost und Leichtigkeit. In der Nähe erklärte eine ältere Frau einer Gruppe die Prinzipien von Falun Dafa. Während ich ihr zuhörte, wurde mir klar, dass sich diese Methode von anderen Qigong-Arten unterschied.

In diesem Moment trat jemand auf sie zu und kaufte ein Buch. Ich sah, dass es den Titel Zhuan Falun trug, und kaufte ebenfalls ein Exemplar. Ich erkannte sofort, dass es kein gewöhnliches Buch war: es zog mich sogleich in seinen Bann und eine plötzliche Klarheit überkam mich. Jeder Satz in dem Buch handelte von aufrichtigen Prinzipien und lehrte, ein guter Mensch zu sein. Jedes Wort darin klang tief in meinem Inneren nach. Von da an beschritt ich den Weg der Kultivierung im Dafa.

Meine Frau wird verhaftet

Im Frühling 2006 wurde meine Frau verhaftet. Ich verließ meine Stadt, um sie zu retten, und hastete eilig umher, um herauszufinden, wo sie festgehalten wurde. Ich beschloss, nach Peking zu fahren, um Berufung einzulegen. Als ich dort ankam, folgte ich der Menge der Petenten durch die Tore des Petitionsbüros in Zhongnanhai. In diesem Moment fühlte es sich an, als hätte ich die Hölle betreten: Meine Kopfhaut spannte, meine Haare standen zu Berge, und ein unsichtbarer Druck nahm mir den Atem, als würde ich gleich ersticken.

Ich fasste mir ein Herz und dachte: „Weshalb bin ich hierhergekommen? Ich bin ein Falun-Dafa-Praktizierender – meine Frau wird illegal festgehalten, und ich muss die Tatsachen klarstellen. Nur die Wahrheit kann sie nach Hause bringen.“

Am Nachmittag traf ein großer Bus ein. Die Behörden registrierten diejenigen von uns, die nicht aufgerufen worden waren, fotografierten uns und trieben uns in den Bus, der uns an einen abgelegenen Ort brachte und uns dort absetzte. So endete meine erste Reise zum Petitionieren nach Peking. Obwohl ich keinen Regierungsbeamten zu Gesicht bekommen hatte und niemanden über die wahren Umstände über Falun Dafa informieren konnte, war es mir wenigstens gelungen, meine Angst loszulassen.

Als ich wieder zu Hause war, lernte ich das Fa und schaute, auf der Suche nach meinen Anhaftungen, nach innen. Kurze Zeit später bestieg ich zum zweiten Mal den Zug nach Peking. Diesmal ging ich jedoch nicht zum Petitionsbüro, sondern direkt auf den Tiananmen, den Platz des Himmlischen Friedens. Die glühende Sommersonne brannte wie Feuer und verwandelte den Platz in einen riesigen Ofen.

Ich fragte eine Frau, die Souvenirs verkaufte, wo ich eine Beschwerde einreichen könnte. Sie wollte wissen, weshalb ich petitionieren wollte, und so erklärte ich ihr: „Meine Frau wurde verhaftet, weil sie Falun Dafa praktiziert. Sie ist ein guter Mensch. Ich bin hier, um für Gerechtigkeit zu appellieren.“ Daraufhin rief sie einen Polizisten herbei, der auf dem Tiananmen-Platz patrouillierte.

Der Beamte durchsuchte meine Tasche und fand T-Shirts mit der Aufschrift „Falun Dafa ist gut!“ und „Der Austritt aus der Partei gewährleistet deine Sicherheit!“ sowie Falun Dafa Bücher. Er zerrte mich zu einem Van, wies mich an, das T-Shirt und die Falun Dafa Bücher hochzuhalten und fotografierte mich.

Mehrere Reporter fotografierten mich. Ich sagte zu ihnen: „Ich bin hier, weil das Büro 610 in meinem Bezirk gute Menschen, die Falun Dafa praktizieren, verhaftet hat, ohne ihre Familien darüber zu informieren, wo sie festgehalten werden. Ich kann meine Frau nicht finden, deshalb bin ich hierhergereist, um die Regierung aufzufordern, sie freizulassen und mir einen plausiblen Grund zu nennen.“

Ein diensthabender Offizier tut das Richtige

Ich wurde zur Polizeistation Qianmen gebracht. Dort bemerkte ein diensthabender Offizier, der anscheinend die Verantwortung innehatte, zu mir: „Es muss einen Grund dafür geben, dass Sie mit diesen Dingen zum Tiananmen-Platz gekommen sind, oder?“

„Ich möchte die Regierung lediglich fragen, warum sie gute Menschen verhaftet“, entgegnete ich. „Meine Frau ist eine vorbildliche Lehrerin. Seit 30 Jahren widmet sie sich dem Unterrichten, unterstützt mich – ihren Mann – zieht unsere Kinder groß und kümmert sich um unsere betagten Eltern. Sie wurde verhaftet, weil sie Falun Dafa praktiziert, was ihrer Gesundheit zugutekommt und sie zu einem besseren Menschen macht. Was hat sie falsch gemacht? Wo wird sie jetzt festgehalten? Ist sie noch am Leben? Ich habe keine Ahnung. Was soll ein Mann ihrer Meinung nach in einer solchen Situation tun?“

Der Offizier meinte: „Alleine hierher zu kommen, um zu appellieren, wird nicht viel bewirken oder Aufsehen erregen. Verschwenden Sie nicht Ihre Zeit?“ – „Wie könnte meine Reise umsonst sein? Ich bin hierhergekommen, um die Fakten klarzustellen und den Menschen zu zeigen, dass Falun Dafa gut ist! Selbst wenn Sie als Einziger verstehen und erkennen, dass Falun Dafa gut ist, und dass Dafa-Praktizierende gute Menschen sind und sich nicht mehr an der Verfolgung beteiligen, hat sich meine Reise gelohnt – sie war nicht umsonst“, betonte ich.

Auf einmal sackte er in sich zusammen. Erst nach einer Weile hob er den Kopf und sah mich mit tränenerfüllten Augen an. Ich war ebenfalls tief bewegt. Vielleicht hatten meine aufrichtigen Gedanken ihn berührt und sein Gewissen geweckt. In diesem Moment fühlte ich immense Dankbarkeit für den Segen des Meisters, und Tränen rollten über meine Wangen. Meine Reise war nicht umsonst gewesen! Ein Leben war aufgewacht und hatte verstanden, worum es bei Falun Dafa geht. Schon deswegen hatte sich die Reise gelohnt.

Er griff zum Hörer, rief das Büro 610 der Provinz an und erkundigte sich nach meiner Frau. Als ihm gesagt wurde, dass keine solche Person aufgeführt sei, geriet er in Rage und rief das Büro des Gouverneurs an. „Was macht ihr Leute im Büro 610 eigentlich? Ihr habt jemanden verhaftet und seid nicht in der Lage, ihren Aufenthaltsort ausfindig zu machen! Was spielt sich da ab? Ihr Mann ist zum Tiananmen gekommen und fordert ihre Freilassung. Ihr müsst sie sofort finden und ihn unverzüglich informieren!“

Nachdem er aufgelegt hatte, versicherte er: „Seien Sie unbesorgt, sie werden sich bald bei uns melden. Da Sie allein gekommen sind und keine öffentliche Störung verursacht haben, werde ich ein Dokument aufsetzen, das Sie von jeglicher Strafe befreit. Sie können es mitnehmen und nach Hause gehen.“

Kurze Zeit später kam die Nachricht, dass meine Frau im Provinzarbeitslager festgehalten wurde. Der Offizier kontaktierte das Empfangspersonal im Pekinger Verbindungsbüro unserer Provinz, um meine Unterkunft in ihrem Gästehaus zu arrangieren. Am darauffolgenden Tag schickte die öffentliche Sicherheitsabteilung, in der ich arbeitete, einen Wagen, um mich in Peking abzuholen.

Nach meiner Rückkehr an meinem Arbeitsplatz wurden die Führungskräfte wegen meiner Reise nach Peking von den höheren Behörden zurechtgewiesen. Sie drängten mich, eine Art Verpflichtung zu unterschreiben. Ich fragte: „Was soll ich versprechen? Dass ich aufhören werde, ein guter Mensch zu sein und ein schlechter Mensch werde?“

Später legte ich ihnen die Fakten über Dafa ausführlich dar und zeigte ihnen das Dokument des diensthabenden Polizeibeamten am Tiananmen-Platz, das mich von jeglicher Strafe befreite. Sie unternahmen keine weiteren Schritte gegen mich und erlaubten mir, meine reguläre Tätigkeit wieder aufzunehmen. Meine Frau musste während ihrer Zeit im Arbeitslager keine körperlichen Misshandlungen erleiden.

Nach meiner Rückkehr aus Peking erwartete ich, am Arbeitsplatz für die Schwierigkeiten, die ich verursacht hatte, zur Rechenschaft gezogen zu werden. Ich dachte, sie würden sicher hart mit mir ins Gericht gehen. Zu meiner Überraschung jedoch tadelten mich meine Vorgesetzten und Kollegen nicht nur nicht, vielmehr war tatsächlich mein Ansehen in ihren Augen gestiegen.

Viele hoben anerkennend den Daumen hoch: „Er hat wirklich Mut – er ist beeindruckend!“ „Wer würde in der heutigen Zeit ein solches Risiko eingehen, um für Gerechtigkeit einzutreten und sogar nach Peking fahren, um für die Rechte seiner Frau zu kämpfen?“ „Wirklich erstaunlich! Ein echter Mann.“ Einige weibliche Kollegen äußerten sogar: „Wenn du einen Ehepartner suchst, ist ein Mann wie er die ideale Wahl. Aber solche Männer sind unglaublich selten. Du wirst es schwer haben, einen wie ihn zu finden.“

Da ich mit meinen Vorgesetzten regelmäßig über Falun Dafa spreche, unterstützen sie es sehr. Einige von ihnen und einige meiner Kollegen haben das Zhuan Falun gelesen. Nachdem ihnen die Zusammenhänge klargeworden waren, haben sie persönlich davon profitiert und mich stillschweigend geschützt. Manchmal, wenn das Büro 610 oder die Abteilung der Öffentlichen Sicherheit anriefen, um mich zu schikanieren, wimmelten meine Vorgesetzten sie ab.

Wenn ich auf die 27 Jahre meiner Kultivierung zurückblicke – eine Reise voller Prüfungen und Schwierigkeiten – erkenne ich, dass jeder Schritt vom Meister sorgfältig geplant, kraftvoll unterstützt, erleuchtet und überwacht.

Meister Li, Ihr Schüler verneigt sich voller Ehrfurcht vor Ihnen!