(Minghui.org) Seien Sie gegrüßt, verehrter Meister! Seid gegrüßt, liebe Mitpraktizierende!
Im Jahr 2018 trat ich dem Trommelteam der Tian Guo Marching Band bei. Nach fast 20 Jahren Kultivierung und indem ich mich im Alltag und im Beruf stets an den Prinzipien Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht orientiere, gelingt es mir im Allgemeinen gut, mit anderen Menschen umzugehen, sodass Konflikte und Streitigkeiten selten sind. Ich genieße die Teilnahme an den Aktivitäten der Band. Das Zusammensein mit Mitpraktizierenden bietet mir eine hervorragende Möglichkeit zur Kultivierung und persönlichen Verbesserung.
Körperliches Leiden ertragen
Als ich anfing, bei der Tian Guo Marching Band mitzuwirken, empfand ich das als ziemliche Herausforderung. Bei den Paraden musste ich mich voll und ganz auf das Musizieren konzentrieren. Doch das Marschieren auf der Straße erforderte auch, den Bandleiter im Auge zu behalten, auf die Straße und andere Hindernisse zu achten und die Reaktionen der Passanten wahrzunehmen. Durch die vielen äußeren Einflüsse fiel es mir schwer, mich vollkommen zu konzentrieren, und ich musste mich immer wieder daran erinnern, mich auf die Darbietung zu fokussieren.
Gelegentlich, nach einer Weile des Marschierens, spürte ich allmählich das Gewicht des Trommelrahmens schmerzhaft auf meinen Schultern, besonders auf der linken. Manchmal war der Schmerz so stark, dass er sogar die Bewegung meines linken Armes einschränkte. Da fiel mir das Gedicht des Meisters ein:
„Hundert Bitternisse gleichzeitig herabfallen,Dann sehen, wie er lebt.“(Herz leiden lassen, 17.12.1976, in: Hong Yin I)
Ich dachte bei mir: „Das ist nur ein bisschen körperlicher Schmerz, noch nicht ‚Hundert Bitternisse‘. Es wird in ein paar Tagen vorübergehen, also kein Grund zur Sorge.“ Tatsächlich war der Schmerz am nächsten Morgen meist fast verschwunden und beeinträchtigte meine Teilnahme an der Parade am folgenden Tag nicht. Körperliches Leiden zu ertragen, ist in der Tat auch ein Prozess der Karmabeseitigung.
Im darauffolgenden Jahr, nach der Parade, schmerzten meine Schultern etwa eine Woche lang. Nach der letzten Aufführung des Jahres hielten die Schmerzen lange an und verschwanden nicht. In bestimmten Positionen meines linken Arms spürte ich Schmerzen in der Schulter. Dieser Zustand hielt fast ein Jahr an. Anfangs machte ich mir keine großen Sorgen, doch mit der Zeit wurde ich unruhig und fragte mich, ob das normal sei.
Ich erzählte einer Mitpraktizierenden von meiner Situation und erwähnte, dass dieser Prozess der Auflösung des physischen Karmas schon eine Weile andauerte. Sie sagte mir, sie habe diese Phase bereits durchlaufen. Ich war überrascht und fragte, welche Phase sie meinte.
Sie erklärte, dass es in den ersten Jahren, vor den Aktivitäten der Marching Band, immer wieder zu Störungen kam: teils körperlicher Natur, teils im Zusammenhang mit den Xinxing-Prüfungen. Darunter befanden sich Konflikte mit Familienmitgliedern oder allerlei Schwierigkeiten auf dem Weg zu den jeweiligen Veranstaltungsorten. Trotzdem nahm sie weiterhin teil.
Jetzt, sagte sie, läuft alles viel reibungsloser. Wenn Probleme auftauchen, kann sie diese sofort und mit aufrichtigen Gedanken angehen, ohne sich von ihnen stören oder die Auftritte der Band beeinträchtigen zu lassen.
Ich dachte mir: „Was sollte mich schon beunruhigen? Das war doch alles Karma, das ich in der Vergangenheit angehäuft hatte. Es jetzt loszuwerden, war bestimmt gut.“ Im dritten Jahr meiner Teilnahme an Paraden verschwanden die Schmerzen plötzlich und beeinträchtigten meine Auftritte nicht mehr. Auch jetzt noch schmerzt meine linke Schulter während der Paraden manchmal, aber der Schmerz wurde immer leichter.
Mein Verständnis zur Durchführung der Übungen
Im Alltag praktiziere ich die Falun-Dafa-Übungen nicht täglich. Deshalb bin ich besonders dankbar, wenn ich bei den Aktivitäten der Marching Band von anderen Praktizierenden dazu ermutigt werde, jeden Morgen gemeinsam zu üben. Die Zeit mit den Praktizierenden erleichtert mir auch das frühe Aufstehen.
Während des Praktizierens versuche ich sicherzustellen, dass meine Bewegungen den erforderlichen Standards entsprechen, also öffne ich von Zeit zu Zeit die Augen, um meine Körperhaltung zu überprüfen.
Während der zweiten Übung, als ich das Rad mit beiden Händen über dem Kopf hielt, hatte ich das Gefühl, meine Hände seien richtig ausgerichtet und zueinander gerichtet. Als ich jedoch die Augen öffnete, um dies zu überprüfen, bemerkte ich, dass meine rechte Hand höher war als die linke und die Hände leicht versetzt waren – eine nach vorn, die andere nach hinten. Nachdem ich meine Haltung korrigiert und die Augen wieder geschlossen hatte, fühlte es sich an, als wären meine Hände nicht richtig ausgerichtet. Es stellte sich heraus, dass das, was ich für richtig gehalten hatte, tatsächlich falsch war.
Wir neigen dazu zu glauben, unseren eigenen Körper sehr gut zu kennen. Doch tatsächlich kann unsere Wahrnehmung unserer eigenen Gliedmaßen erheblich trügerisch sein. Während der zweiten Übung wurde mir deutlich bewusst, wie falsch mein eigenes Körpergefühl sein kann. Das brachte mich dazu, auch über andere Aspekte meines Lebens nachzudenken. Wenn ich felsenfest davon überzeugt bin, etwas zu verstehen und absolut richtig zu liegen, könnte ich dann nicht denselben Fehler begehen?
Mir wurde klar, dass ich demütiger sein und mich öfter fragen sollte, ob ich vielleicht etwas falsch mache. Der Prozess, meine Haltung während der Übungen zu korrigieren, ist in Wirklichkeit auch ein Prozess, mein eigenes Verständnis zu korrigieren und mich selbst zu verbessern.
Jedes Mal, wenn ich die Übungen praktizierte, achtete ich genau darauf, den Anweisungen des Meisters zu folgen und die Bewegungen korrekt auszuführen. Schon bei der dritten und vierten Übung merkte ich, sobald ich auch nur kurz unkonzentriert war, dass meine Bewegungen schneller wurden, als von Meister Li vorgegeben. Deshalb erinnerte ich mich daran, konzentriert zu bleiben, genau zuzuhören und mich erst nach den Anweisungen zu bewegen.
Die fünfte Übung ist die schwierigste. Als ich mit der Sitzmeditation begann, konnte ich nur fünfzehn Minuten in der einfachen Lotusposition verweilen. Es dauerte über zehn Jahre, bis ich eine Stunde im vollen Lotussitz ausharren konnte.
In dieser Zeit fragte ich mich manchmal, ob ich die Anforderung, eine Stunde lang in der vollen Lotusposition zu sitzen, jemals erfüllen könnte, ob meine körperliche Verfassung dafür ausreichte. Ich bewunderte jene Praktizierenden, die mühelos und über lange Zeiträume im vollen Lotussitz verweilen konnten.
Der Meister sagt:
„Es wird verlangt, dass man letztendlich den Doppellotussitz schafft, man kann Schritt für Schritt praktizieren, und alle können den Doppellotussitz schaffen. In China haben alte Menschen mit über 80 Jahren allmählich auch den Doppellotussitz geschafft, das ist kein Problem. Du brauchst nur zu praktizieren, dann wirst du das allmählich schaffen.“ (Fa-Erklärung während der Fa-Konferenz in Houston, 12.10.1996)
Ich sagte mir: „Ich sollte Vertrauen in Meister Li und das Fa haben und keine Ausreden suchen. Einfach weiter üben und Karma abbauen und eines Tages werde ich Erfolg haben.“
Beim Fa-Lernen versuchte ich, so oft wie möglich mit gekreuzten Beinen zu sitzen. Auch im Alltag versuche ich, wann immer möglich, in der Lotusposition zu sitzen. Manchmal waren meine Beine nach einem anstrengenden Tag geschwollen und schmerzten, und mein ganzer Körper fühlte sich völlig erschöpft an. Mir wurde jedoch schnell klar, dass das Meditieren mit gekreuzten Beinen eine sehr wirksame Methode war, meine körperliche Kraft wiederherzustellen.
Schon kurz nach dem Übereinanderschlagen der Beine konnte der Schmerz heftig sein. Meine Erfahrung war jedoch, dass zwar anfangs ein stechender Schmerz auftrat, gleichzeitig aber auch ein subtiles Gefühl der Entspannung. Hielt ich ein paar Minuten durch, ließ der Schmerz schnell nach, und ich spürte ein wunderbares Gefühl von Energie, das durch meinen ganzen Körper strömte. Meine Kraft und Vitalität kehrten rasch zurück.
Wie lange ich in der Lotusposition sitzen konnte, hing davon ab, wie sehr sich meine Xinxing erhöht hatte. Es ist genau, wie der Meister sagt:
„Wenn sich deine Xinxing erhöht hat, wird sich dein Körper sehr stark verändern; wenn sich deine Xinxing erhöht hat, werden sich die Substanzen an deinem Körper garantiert verändern.“ (Zhuan Falun, 2019, Seite 35)
Konflikte sind eine Gelegenheit, nach innen zu schauen
Wenn Praktizierende zusammen sind, können Konflikte entstehen, aber sie bieten auch Gelegenheiten, meine Xinxing durch die Kultivierung zu erhöhen.
Während einer Veranstaltung der Tian Guo Marching Band vor einem Jahr machte ich eine solche Erfahrung. Eines Abends in unserem Hotelzimmer sprach ich mit einer Praktizierenden über die Qualität der Hotels, in denen wir in diesem Jahr übernachtet hatten. Ich äußerte meine starke Unzufriedenheit mit einem bestimmten Hotel in einer Stadt und war überzeugt, dass die lokalen Praktizierenden bei der Organisation der Unterkünfte nachlässig oder faul gewesen sein mussten.
Diese Praktizierende meinte, es könnte auch andere Gründe geben. Ich unterbrach sie jedoch unhöflich und beharrte darauf, die lokalen Praktizierenden zu beschuldigen, überzeugt davon, dass deren Faulheit die einzige Erklärung sei. Damals war mir nicht bewusst, dass meine Kritik an anderen eigentlich Ausdruck meiner eigenen Anhaftung an Bequemlichkeit war.
Am nächsten Morgen, während alle gemeinsam die Übungen machten, traf ich einen Praktizierenden aus dieser Stadt. Ich dachte, das wäre eine gute Gelegenheit, ihm ein Feedback zu den Mängeln des Hotels zu geben, in dem wir übernachteten.
Nachdem er zugehört hatte, ging er auf meine Vorschläge nicht ein. Stattdessen erklärte er, wie schwierig es gewesen sei, ein passendes Hotel zu finden. Er wies auch darauf hin, dass meine Logik fehlerhaft sei. Einen Moment lang war ich fassungslos. Ich verstand nicht, was das Aufzeigen von Mängeln an einem Hotelzimmer mit Logik zu tun hatte. Aber ich spürte deutlich, dass er mich innerlich aufgewühlt hatte. Glücklicherweise begann in diesem Moment die Musik für die Übungen, so dass wir unser angespanntes Gespräch beendeten.
Während der Übungen dachte ich: Wir sind alle Kultivierende. Wenn Konflikte entstehen, sollte ich nicht bei anderen nach Fehlern suchen. Stattdessen sollte ich selbst nach innen schauen, um zu sehen, wo ich vielleicht einen Fehler gemacht habe. Plötzlich erinnerte ich mich daran, dass der Praktizierende gesagt hatte, meine Logik sei fehlerhaft. Wo genau hatte ich unlogisch gehandelt?
In diesem Moment schoss mir ein Gedanke durch den Kopf: Meine Annahme war falsch. Am Abend zuvor hatte ich darauf bestanden, dass die lokalen Praktizierenden faul seien und wir deshalb mehrmals im selben, minderwertigen Hotel übernachten mussten. Diese Annahme war völlig unbegründet.
Der Praktizierende, mit dem ich sprach, wusste nichts von dem vorherigen Gespräch, aber er wies mich direkt auf den Kern meines Problems hin. War es nicht der Meister, der mir mit seinen Worten einen Hinweis geben wollte? Mir wurde klar, dass ich solche negativen Gedanken und Beschwerden nicht haben sollte. Ich sollte weder Praktizierende so behandeln, noch sollte ich irgendjemanden oder irgendetwas so behandeln.
Alles, was geschieht, hat seinen Grund. Kultivierung bedeutet, durch Konflikte unsere eigenen Anhaftungen zu erkennen, sie aufzulösen, unsere menschlichen Anschauungen zu verändern und unsere Ebene zu erhöhen. Es mag wie eine Kleinigkeit erschienen sein, doch es half mir, meine Anhaftung an Bequemlichkeit und Beschwerden zu finden.
Im Bereich der Kultivierung gibt es keine Kleinigkeiten. Die Tian Guo Marching Band bietet uns nicht nur die Möglichkeit, Meister Li bei der Errettung von Menschen durch Musik zu unterstützen, sondern auch ein Umfeld, in dem wir uns gemeinsam weiterentwickeln und erhöhen können.
Ich bin dem Meister für seine barmherzigen Arrangements und den anderen Praktizierenden für ihre Unterstützung und Hilfe zutiefst dankbar.
Das Obige sind nur einige meiner persönlichen Kultivierungserfahrungen. Wenn es etwas Unangemessenes gibt, weist mich bitte barmherzig darauf hin.
Danke, verehrter Meister! Danke, liebe Mitpraktizierende!
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