(Minghui.org) Am 22. Oktober 2024 wurde die 80-jährige Chi Fengying wegen ihres Glaubens an Falun Dafa verhaftet, 55 Stunden lang unter Hausarrest gestellt und am 26. Dezember 2024 angeklagt. Die unerbittliche Verfolgung wirkte sich schwerwiegend auf ihre Gesundheit aus: Ihre bereits bestehende Zyste im Bauch- und Beckenbereich wuchs alarmierend schnell, sodass sie aussah, als sei sie im neunten Monat schwanger. Nachdem sie sich einer Operation zur Entfernung der Geschwulst unterzogen hatte, wurde bei ihr ein muzinöses Karzinom diagnostiziert. Die Ärzte teilten ihr mit, dass ihr nur noch ein Jahr zu leben bleibe.

Am 30. März 2025 beantragte ihre Familie bei der Polizei, das Verfahren einzustellen, erhielt jedoch keine Antwort. Anfang Januar 2026 schrieb ihre Enkelin einen offenen Brief, in dem sie erneut die Aufhebung der Anklage forderte. Dennoch wird der Prozess gegen Chi weiterhin aufrechterhalten.

Vor Kurzem reichte Chi eine Beschwerde gegen die an ihrer Verfolgung beteiligten Polizeibeamten ein. Sie fordert eine staatliche Entschädigung für die wirtschaftlichen Verluste und das emotionale Leid, das ihr und ihrer Familie zugefügt wurde.

Festnahme

Chi aus der Stadt Shenyang, Provinz Liaoning, wurde am 22. Oktober 2024 gegen Mittag auf dem Heimweg von Zivilbeamten des Polizeireviers Yuhong angehalten. Obwohl sie dringend die Toilette aufsuchen musste, zerrten die Polizisten sie in ihren Streifenwagen und brachten sie zur Polizeiwache Chengdonghu. Keiner der Beamten wies sich aus oder legte einen Haftbefehl vor, und niemand erklärte den Grund für ihre Festnahme.

Während die Beamten Chis Wohnung durchsuchten, zeigten die Angehörigen ihnen deren Krankenakte, aus der hervorging, dass sie eine Zyste im Bauch- und Beckenbereich hatte. Sie wiesen die Beamten darauf hin, dass sie nicht haftfähig sei. Dennoch verhörten die Beamten Yang Hongyu und Zhang Tao die Praktizierende bis spät in die Nacht, ohne ihr Wasser oder Nahrung zu geben. Außerdem musste sie sich gegen Mitternacht einer körperlichen Untersuchung unterziehen. Die Beamten versuchten dreimal, sie in die örtliche Haftanstalt einzuweisen, die sie jedoch aufgrund ihres Gesundheitszustandes nicht aufnahm.

Schließlich wurde Chi am Abend des 24. Oktober freigelassen, nachdem man sie 55 Stunden lang festgehalten hatte.

Wieder zu Hause klagte Chi über geschwollene Beine und allgemeine Schwäche. Ihre Zyste im Bauch- und Beckenbereich wuchs weiter, sodass ihr Bauch immer stärker anschwoll.

Verschlechterung der Gesundheit sowie Krebsdiagnose

Die Polizei brachte Chi mit einer List dazu, sich am 26. Dezember 2024 um 8 Uhr bei ihnen zu melden, indem sie vorgaben, ihr den beschlagnahmten Computer zurückzugeben. Sobald sie dort erschien, wurde sie direkt zur Staatsanwaltschaft von Xinmin gebracht. Staatsanwalt Wang Shuang fragte sie, ob sie einen Anwalt beauftragen wolle. Erst dann wurde ihr bewusst, dass ein Verfahren gegen sie eingeleitet worden war. Sie erfuhr außerdem, dass die Polizei sie heimlich überwacht hatte.

Chi kehrte nach 13 Uhr nach Hause zurück. Sie vermutete, dass die Polizei gegen sie intrigierte, wodurch sie ständig nervös war und unter enormem Druck stand. Jedes Klingeln ihres Telefons oder Klopfen an der Tür versetzte sie und ihre Familie in Panik. Ihre Bauchzyste wuchs alarmierend schnell.

Am Tag ihrer Vernehmung, dem 26. Dezember 2024, erhob die Staatsanwaltschaft Anklage gegen sie. Als die Polizei ihr am 6. Januar 2025 die Anklageschrift zustellte, war ihr Bauch derart angeschwollen, als sei sie im neunten Monat schwanger. Trotz ihres Zustands riefen Polizei und Staatsanwaltschaft sie wiederholt an, um sie zu schikanieren. Infolge der psychischen Belastung verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand zusehends. Schließlich war sie auf den Rollstuhl angewiesen und musste ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Aufgrund ihres hohen Alters warnte ihr Arzt, dass die kostspielige Operation von mindestens 300.000 Yuan (etwa 37.500 Euro) mit einem hohen Risiko für Komplikationen verbunden sei. Selbst wenn sie die Operation überlebte, wäre eine Behandlung auf der Intensivstation erforderlich gewesen. Um ihre Familie nicht finanziell zu belasten, entschied sich Chi, das Krankenhaus zu verlassen und nach Hause zu gehen.

Seit ihrer Verhaftung hatten die Angehörigen die Polizei mehrfach über ihren Gesundheitszustand informiert. Am 30. März 2025 stellten sie einen formellen Antrag, der die Polizei aufforderte, ihren Fall einzustellen, erhielten jedoch keine Antwort.

Der zunehmende psychische Druck setzte Chi weiterhin stark zu, und ihre Gesundheit verschlechterte sich immer weiter. Sie stöhnte täglich vor Schmerzen und trug selbst im Sommer dicke Kleidung, als sei es Winter. Sie konnte kaum Nahrung bei sich behalten und erbrach fast alles, was sie aß. Sie überlebte, indem sie flüssige Nahrung zu sich nahm. Sie konnte kaum noch aus dem Bett aufstehen und gehen. Der Druck der Verfolgung lastete schwer auf ihr und ihre Familie.

Im Oktober 2025 war ihr Bauch so stark angeschwollen, dass ihre Haut transparent erschien. Aufgrund der unerträglichen Schmerzen entschied sie sich für die riskante Operation, die beinahe ihre gesamten Ersparnisse verschlang. Die Ärzte entfernten rund 20 kg Gewebe. Nach dem Eingriff wog sie nur noch 40 kg. Während ihre Familie die erfolgreiche Operation feierte, erhielt sie die niederschmetternde Nachricht, dass bei ihr ein muzinöses Karzinom diagnostiziert worden war. Man gab ihr nur noch ein Jahr zu leben.

Nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus erlitt Chi eine tiefe Venenthrombose in den Beinen, die das Risiko einer Lungenembolie erhöhte. Hinzu kamen Darmverklebungen und Stuhlgangprobleme. Sie war so dünn, dass sie auf mehreren aufgeschichteten Matratzen schlafen musste, um die Schmerzen zu lindern. Sie war extrem schwach und auf ständige Pflege angewiesen. Sie atmete kaum noch und sprach so leise, dass man sie nur verstand, wenn man sehr nah bei ihr war. Ihr Bauch schwoll erneut an.

Anfang 2026 beantragten Chis Angehörige eine staatliche Entschädigung in Höhe von insgesamt 501.879,75 Yuan (etwa 62.780 Euro). Diese Summe umfasste die medizinischen Behandlungskosten, den Verdienstausfall der Familie aufgrund der Pflegebedürftigkeit sowie deren psychische Belastung. All dies resultierte aus der widerrechtlichen Verfolgung, die Chi durch die Polizei des Bezirks Yuhong erleiden musste.