(Minghui.org) Zhang Guohais vierjährige Haftstrafe endete am 27. Juli 2023. Er war wegen seines Glaubens an Falun Dafa inhaftiert gewesen. Dem Einwohner der Stadt Jiamusi, Provinz Heilongjiang, wurde jedoch die freie Heimreise verweigert.
Stattdessen wurde er am Gefängnistor von einem Vertreter des Komitees für Politik und Recht des Bezirks Qianjin in Jiamusi und zwei Mitgliedern des örtlichen Straßenkomitees abgeholt. Sie brachten ihn zur Polizeistation Zhongshan und verlangten eine Kopie seiner Haftentlassungsbescheinigung. Die Mitglieder des Straßenkomitees versprachen, ihm einen Zuschuss für Geringverdiener zu gewähren, falls er einen solchen beantragte.
Nach vier Jahren Misshandlungen im Gefängnis litt der 52-jährige Zhang häufig unter Magen- und Milzschmerzen. Er war ständig erschöpft und bezweifelte, dass er die Kraft aufbringen konnte, eine Arbeit zu suchen. Daher begab er sich zum Straßenkomitee, um seinen Antrag auf Sozialhilfe einzureichen. Da er Falun Dafa praktiziert, wies der Leiter ihn jedoch sofort ab.
Bald darauf tauchte der Direktor mit zwei Personen vor Zhangs Wohnung auf, die sich auf einem Dachboden in einem heruntergekommenen Gebäude befand, und verlangte seine Telefonnummer. Erst da begriff Zhang, dass das Versprechen der Sozialhilfe lediglich als Vorwand gedient hatte, um an seine Kontaktdaten zu gelangen. Er weigerte sich, sie preiszugeben, doch die beiden fanden sie schließlich selbst heraus. Einer der Überwacher rief ihn später an und fragte nach seiner Adresse. Zhang antwortete, dass er immer noch auf dem Dachboden wohne.
Zhang hatte einst eine gut bezahlte Stelle beim Eisenbahnbüro Jiamusi. 1996 begann er, Falun Dafa zu praktizieren und erholte sich daraufhin rasch von seiner Neurasthenie. Nachdem die Kommunistische Partei Chinas im Juli 1999 eine landesweite Kampagne gegen Falun Dafa initiiert hatte, wurde er wiederholt wegen seines Glaubens verfolgt. 2002 und 2004 wurde er zu zwei Haftstrafen in einem Zwangsarbeitslager verurteilt. Seine Frau konnte den Druck der Verfolgung nicht mehr ertragen und ließ sich 2004 von ihm scheiden, als er seine zweite Zwangsarbeitslagerstrafe absaß. Nach einer weiteren Festnahme am 27. Juli 2019 wurde Zhang zu vier Jahren Haft verurteilt. Neben diesen drei Langzeitinhaftierungen wurde er mindestens vier weitere Male verhaftet und verlor seine Arbeitsstelle.
Minghui.org hat bereits über Zhangs frühere Verfolgung und seine jüngste Haftstrafe berichtet. Nach seiner Freilassung schilderte er folgende weitere Details.
Verhaftet
Als Zhang am 27. Juli 2019 die Treppe zu seiner Wohnung im obersten Stockwerk hinaufging, bemerkte er hinter sich einen älteren Beamten in Zivil. Sobald er die Tür öffnete, wurde er von mehreren uniformierten Beamten umringt. Später erfuhr er, dass der Ausbilder Zhao Bo der Polizeistation Zhongshan die Festnahme angeordnet hatte.
Die Beamten beschlagnahmten über 80 Falun-Dafa-Bücher, zwei Bilder des Falun-Emblems, ein Porträt des Falun-Dafa-Begründers, Zhangs Bankkarte, sein Mobiltelefon, einen MP3-Player und einen Laptop. Später kamen die Beamten zurück, durchforsteten die Wohnung ein zweites Mal und beschlagnahmten seine Küchengeräte, Teekannen, Tee, Kleider, eine Seidendecke sowie sein Motorrad.
Zhang wurde in der Polizeistation des Bezirks Qianjin verhört und gegen 3 Uhr in die Haftanstalt Heitong gebracht. Dort wurde er in eine Zelle gesteckt, dessen Zellenleiter wegen Internetbetrugs verurteilt worden war. Dieser trat ihn kurz nach seiner Einlieferung und schlug auf ihn ein.
Einige Tage später wurde Zhang in eine andere Zelle verlegt. Einmal zerrte ihn ein Wärter ins Wärterzimmer und schlug ihn mit einem Stock.
In der Zelle stand lediglich ein Gemeinschaftsbett zur Verfügung, das sich die Insassen teilen mussten – allerdings reichte der Platz nie für alle aus. Stets blieben vier Personen ohne Schlafplatz, sodass sich die Gefangenen im Zwei-Stunden-Rhythmus beim Liegen abwechseln mussten. Auch Zhang musste jeweils zwei Stunden warten, bevor er sich hinlegen konnte.
Der anhaltende Schlafmangel und der psychische Druck beeinträchtigten Zhangs Gesundheit erheblich. An seiner linken Kniescheibe bildete sich ein Furunkel von beträchtlicher Größe. Um den Eiter abzulassen, setzte der Gefängnisarzt ohne Betäubung einen Schnitt am Knie und verabreichte ihm anschließend drei Tage lang eine Infusion. Während dieser Zeit wurde er von der Polizei aus dem Gefängnis abgeholt und zu Verhören gebracht.
Verurteilt
An einem Nachmittag im April 2021 kam ein Richter mit einem Gerichtsdiener, einem Pflichtverteidiger und mehreren Polizisten ins Gefängnis, um Zhang zu verurteilen.
Der Richter versprach ihm eine mildere Strafe, wenn er eine Erklärung zum Verzicht auf Falun Dafa schreiben würde. Zhang lehnte ab und wurde zu vier Jahren Haft verurteilt.
Das Urteil war auf den 31. April 2021 datiert. Als Zhang darauf hinwies, dass der Monat April nur 30 Tage hat, widerrief der Gerichtsschreiber das Urteil und trug ein beliebiges Datum ein.
Am 10. Mai 2021 wurde Zhang in das Gefängnis Shuangyashan (ehemals Gefängnis Bijiashan) eingeliefert, wo er einem intensiven Training zur Vorbereitung auf die Verlegung in ein anderes Gefängnis unterzogen wurde. Die Wärter durchsuchten seine Kleidung und befahlen ihm, den Appell in der Hocke zu beantworten. Außerdem musste er jeden Tag mehrere Stunden lang regungslos sitzen.
In der Regel dauerte das intensive Training drei Monate, wurde jedoch wegen der COVID-Pandemie auf weniger als einen Monat verkürzt. Am 3. Juni 2021 wurde Zhang in das Gefängnis Tailai in Qiqihar (Provinz Heilongjiang) verlegt, mehr als 640 Kilometer von Jiamusi entfernt. Normalerweise werden Häftlinge in Gefängnissen in der Nähe ihrer Wohnorte untergebracht, um Familienbesuche zu erleichtern. Falun-Dafa-Praktizierende werden jedoch absichtlich weit weg von zu Hause inhaftiert, um Familienbesuche zu erschweren.
Im Gefängnis von Tailai misshandelt
Die Wärter des Gefängnisses Tailai warfen Zhangs Haftbefehl weg sowie all seine Kleider, sodass er keine Wechselkleidung mehr hatte.
Der Zellenleiter Wang Dongzhong wies über 20 Häftlinge an, die Überwachungskameras zu verdecken. Anschließend schlug er auf Zhang ein und stieß ihm in die Brust. Sein Versuch, Zhang dazu zu bringen, eine Garantierklärung zu schreiben, in der er Falun Dafa aufgab, scheiterte
Danach musste Zhang die Gefängnisregeln aufsagen und von Montag bis Samstag von 7 bis 16 Uhr Zwangsarbeit verrichten. Diese bestand hauptsächlich in der Herstellung von Säcken, die zum Auskleiden von Schiffscontainern dienten.
Einmal schaffte Zhang sein Arbeitspensum nicht und wurde von einem Wärter in ein Büro gerufen. Dort sprühte ihm dieser Pfefferspray in die Augen, was ihm unerträgliche Schmerzen bereitete. Obwohl seine Augen und seine Nase unkontrolliert Flüssigkeit absonderten, besprühte der Wärter ihn weiterhin mit Pfefferspray, um ihn zu zwingen, Erklärungen zum Verzicht auf seinen Glauben zu schreiben. Zhang weigerte sich standhaft. Schließlich gab der Wärter auf und erlaubte ihm, sich die Augen und das Gesicht zu waschen.
Einige Monate später wurde Zhang von einem Insassen gemeldet, weil er mit ihm über Falun Dafa gesprochen hatte. Wärter Chen besprühte ihn daraufhin erneut mit Pfefferspray und traktierte seine Brust mit einem Elektrostab.
Die Folter brachte Zhang an die Grenze seiner Belastbarkeit. Psychisch zermürbt und desorientiert verfasste er schließlich gegen seinen Willen die geforderten Erklärungen, in denen er Falun Dafa abschwor. In der Folge wurde die gegen ihn gerichtete Verfolgung etwas gelockert, und auch seine Arbeitsbelastung nahm ab.
Im Gefängnis erhielt Zhang eine Mitteilung des Stadtgerichts Jiamusi, dass er eine Geldstrafe von 15.000 Yuan (etwa 1.800 Euro) zahlen müsse. Die Polizei pfändete daraufhin sein gesamtes Guthaben (etwas über 10.000 Yuan) auf seinem Bankkonto und übergab es dem Gericht. Nachdem er seine Arbeit verloren hatte, bestritt Zhang seinen Lebensunterhalt mit Lieferdiensten. Das waren seine einzigen Ersparnisse gewesen.
Am 27. Juli 2023 wurde er freigelassen, sah sich aber fortan Schikanen und ständiger Überwachung ausgesetzt.
Frühere Berichte:
Jiamusi, Provinz Heilongjiang: 24 Praktizierende weiterhin wegen ihres Glaubens in Haft
Mann aus Heilongjiang wegen seines Glaubens heimlich zu Gefängnisstrafe verurteilt
15 Falun-Dafa-Praktizierende innerhalb von drei Tagen verhaftet – in Jiamusi, Provinz Heilongjiang
Jiamusi Falun Gong Practitioner Zhang Guohai Subjected to Repeated Persecution
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