(Minghui.org) Ich praktiziere Falun Dafa seit über 20 Jahren und war lange der Meinung, das Fa gut verstanden zu haben. Dennoch stand meine Entscheidung, der Tian Guo Marching Band beizutreten, nicht wirklich im Einklang mit dem Fa.
Damals verschickte der Leiter der Beratungsstelle in New Jersey eine E-Mail. Darin stand, dass der Meister eine Blaskapelle gründen wolle und Praktizierende, die ein Instrument spielen könnten, eingeladen seien mitzumachen. Ich konnte zwar Noten lesen und hatte als Kind Geige gespielt, doch ich befürchtete, dass es schwierig sein würde, ein neues Instrument zu lernen, zumal ich bereits über 50 Jahre alt war.
Einige Tage später fuhr ich auf den Berg, um dort etwas zu erledigen. Dabei sah ich mehrere Trompeter beim Üben. Ich dachte bei mir: „Sind sie in der Lage, in der Band mitzuspielen?“ Doch der gütige Meister gab mich nicht auf. Eine Woche später fuhr ich mit anderen Praktizierenden erneut auf den Berg. Der Meister sagte zu uns: „Holt schnell eure Instrumente und kommt heute Nachmittag zum Üben.“
Mein Kopf war wie leergefegt. In der Woche zuvor hatte ich noch über die Trompeter geschmunzelt und nun fragte der Meister mich, ob ich mitmachen wolle. Wir suchten den Leiter der Gruppe auf. Als er mich fragte: „Welches Instrument möchtest du spielen?“, erinnerte ich mich daran, dass der Meister Trompete spielen kann. Ich dachte: „Wenn ich Trompete lerne, bekomme ich vielleicht sogar Unterricht vom Meister.“
Am Nachmittag bat der Meister alle, die Trompete lernen wollten, sich im Kreis aufzustellen, und brachte uns die Grundtöne bei. Ich lernte Do, Re, Mi, Fa, So, La, Ti, Do. Doch die höheren Töne bekam ich nicht heraus. Als ich bemerkte, dass einige bereits den Anfang des Liedes „Falun Dafa ist gut“ spielen konnten, wurde ich nervös. Was sollte ich nur tun?
Einige Wochen vergingen und ich wurde immer unruhiger, weil mir die hohen Töne noch immer nicht gelangen. Als ich sah, dass der Meister andere Praktizierende im Übungsraum anleitete, fragte ich ihn: „Meister, warum kann ich die höheren Töne nicht spielen?“ Zuerst schaute sich der Meister an, wie ich Trompete spielte. Dann korrigierte er meine Haltung und sagte: „Versuch es noch einmal.“ Als ich es dann versuchte, konnte ich die höheren Töne spielen.
Ich folgte beim Üben genau den Anweisungen des Meisters und nach einiger Zeit konnte ich die hohen Töne mühelos erreichen. In der darauffolgenden Woche fuhren wir wieder mit den anderen Praktizierenden zum Berg und der Meister bat mich, ihm etwas vorzuspielen. Ich konnte nicht nur das hohe „So“, sondern sogar das hohe „La“ spielen. Der Meister war sehr zufrieden, klopfte mir auf die Schulter und meinte: „Nicht schlecht, übe fleißig weiter!“
Seine Ermutigung gab mir großes Selbstvertrauen. Bald darauf konnte ich auch den komplizierten Anfang des Liedes „Falun Dafa ist gut“ spielen. Später erklärte der Meister, dass Anfänger auf der Trompete zunächst meist nur das „Do“ spielen könnten und ihren Tonumfang dann Schritt für Schritt erweitern müssten. Es erfordere normalerweise langes Üben, bis man das hohe „So“ und „La“ spielen könne.
Wir hingegen konnten den Anfang von „Falun Dafa ist gut“ schon nach wenigen Wochen spielen. Einer von uns erzählte sogar, dass sein Musiklehrer, der nicht praktizierte, das Stück für so schwierig hielt, dass er es selbst nicht spielen konnte. Wir hatten jedoch gerade erst angefangen, Trompete zu spielen. Da wurde uns klar, dass wir dieses anspruchsvolle Stück nur deshalb spielen konnten, weil der Meister uns die nötige Kraft dazu gab.
Als ich die hohen Töne beherrschte, hatte ich jedoch Schwierigkeiten mit der richtigen Atmung. Wenn ich nicht korrekt atmete, klang der Ton unsauber und das Spielen fiel mir schwer. Als der Meister bemerkte, wie sehr ich mich anstrengte, nahm er mich beiseite und zeigte mir geduldig, wie man richtig atmet. Anschließend brachte er uns allen eine Atemübung bei.
Mit der Zeit begannen wir mit gemeinsamen Proben. Da die meisten Trompeter Anfänger waren, fehlte es uns noch an Lippenkraft. Eines Tages, als viele von uns schon zu müde zum Weiterspielen waren, hörte ich plötzlich einen klaren, kraftvollen Trompetenton. Ich drehte mich um. Es war der Meister! Von da an kam er, wann immer es seine Zeit erlaubte, zu unseren Proben. Obwohl der Meister immer in der letzten Reihe saß, erfüllten seine Trompetentöne den ganzen Übungsraum.
Einmal nahmen wir an einer Parade in West Virginia teil. Als wir früh am Morgen ankamen, war der Meister bereits dort. Der Startpunkt befand sich auf einem Universitätsgelände. Als wir uns zum Üben auf den Weg machten, sah ich den Meister auf mich zukommen. Ich grüßte ihn und er zog ein neues Mundstück aus der Tasche. „Dieses Bach-Trompetenmundstück ist für dich“, sagte er. Ein warmes Gefühl der Dankbarkeit erfüllte mich, als ich mich an die Güte des Meisters vor einiger Zeit erinnerte. Der Meister hatte damals bemerkt, dass die Beschichtung meines Mundstücks abgenutzt war. „Dieses Mundstück sieht nicht mehr gut aus“, hatte er gesagt. Ich hatte geantwortet: „Ein Fachmann meinte, man müsse es neu beschichten.“
In meinem Alltag war das dann untergegangen, doch der Meister hatte sich an diese kleine Sache erinnert und mir ein neues Mundstück besorgt! Ich wusste gar nicht, wie ich ihm für seine aufmerksame Fürsorge danken sollte. Als ich aufsah, war der Meister schon weitergegangen. Hastig rief ich ihm nach: „Danke, Meister!“
Kurz darauf sollte die Parade beginnen, doch ein Trompeter fehlte. Der Meister wollte keine Lücke in der Formation und so zog er eine Uniform an und machte sich bereit, sich uns anzuschließen und mitzuspielen. Doch kurz vor dem Start rief plötzlich jemand: „Da kommt ja der Trompeter!“ Der Meister lächelte und sagte: „Dann mache ich für euch Fotos und spiele nicht.“
Als der Umzug begann, ging der Meister vor unserer Gruppe und fotografierte uns. Seine Anwesenheit erfüllte uns mit großer Freude und wir spielten mit noch mehr Begeisterung. Ich verwendete das neue Mundstück, das der Meister mir geschenkt hatte, und je länger ich spielte, desto mehr Energie spürte ich. Obwohl die Strecke sehr lang war, wurden wir nicht müde. Viele von uns sagten später, dass der Meister uns gestärkt habe.
Am Ende der Parade schlug ein Praktizierender vor, ein Gruppenfoto mit dem Meister zu machen. Alle waren begeistert und versammelten sich um ihn, um diesen besonderen Moment der Fa-Berichtigung festzuhalten. Einmal nahm der Meister uns mit zu einer Probe einer erstklassigen Militärkapelle der USA und erklärte uns, wie sie arbeiteten. Ich verstand, dass er uns damit zeigen wollte, welchen Maßstab wir erreichen sollten. Wann immer ich heute an diese unvergesslichen Erlebnisse auf dem Berg zurückdenke, spüre ich tief im Herzen die barmherzige Fürsorge und Gnade des Meisters.
Kultivierung ist eine persönliche Angelegenheit
Im Sommer 2006 verließ die Tian Guo Marching Band ihren Standort in Dragon Springs und zog zunächst nach New York City, später nach New Jersey. Da der Meister uns nun nicht mehr persönlich unterrichtete oder anleitete, mussten wir vieles eigenständig bewältigen. Zwar nahmen wir weiterhin an Paraden teil und konnten so die Menschen über Falun Dafa informieren, doch unsere musikalische Entwicklung verlief, besonders bei uns Trompetern, nur langsam. Klangqualität und Ausdauer wurden zu unserer größten Herausforderung, vor allem bei anspruchsvolleren Stücken mit Techniken wie Oktavsprüngen.
Schließlich übernahm eine neue Dirigentin die Leitung der Band. Sie schlug vor, dass jede Instrumentengruppe professionellen Unterricht nehmen sollte. Für uns Trompeter organisierte sie einen Lehrer mit Masterabschluss. Obwohl unsere Gruppe recht groß war, lernten wir viel von ihm und machten spürbare Fortschritte. Bereits ein Jahr später konnten wir das relativ anspruchsvolle Stück „The Stars and Stripes Will Never Fall“ spielen. Zwei jüngere Musiker aus unserer Gruppe nahmen zusätzlich Privatunterricht bei diesem Lehrer. Innerhalb weniger Monate verbesserte sich nicht nur ihre Spieltechnik, auch ihr Klang wurde deutlich voller und klarer.
Als ich sah, wie schnell sie Fortschritte machten, beschloss ich, ebenfalls Privatstunden zu nehmen. Zu meiner Überraschung ließ mich meine Lehrerin jedoch keine schwierigen Stücke spielen. Stattdessen musste ich immer wieder grundlegende Übungen wiederholen, während sie ständig meine Haltung korrigierte. Ich hatte das Gefühl, kaum voranzukommen, im Gegenteil, manchmal schien mein Spiel sogar schlechter zu werden. Gerade als ich mich entmutigt fühlte, sagte die Dirigentin eines Tages zu mir: „Dein Ton hat sich sehr verbessert.“ Ich war völlig überrascht. Als ich meine Lehrerin darauf ansprach, bestätigte sie: „Ja, dein Klang ist viel besser geworden.“ Doch ich selbst konnte den Unterschied kaum hören.
Erst später wurde mir klar, woran das lag. Ich hatte unbewusst den Ton meiner Lehrerin als Maßstab genommen und meinte ständig, ich könnte ihre Erwartungen nicht erfüllen. Dabei erkannte ich auch die Prinzipien des Fa über „Gewinn, ohne danach zu trachten“. Meine Ungeduld und mein Wunsch nach schnellem Erfolg hatten mich daran gehindert, den Fortschritt zu sehen. Ursprünglich hatte ich nur acht Monate Unterricht geplant. Doch dann wurde mir klar, dass ich ohne ihre Anleitung nicht weiterkam.
Mit der Zeit verbesserte sich meine Technik stetig. Eines Tages half mir die Lehrerin, meinen Ansatz zu korrigieren, damit ich höhere Töne besser spielen konnte. Ich ahnte nicht, dass dies zu einer echten Prüfung in meiner Kultivierung werden würde. Nachdem ich meinen Ansatz verändert hatte, konnte ich die hohen Töne nicht besser spielen. Ich verlor sogar plötzlich die Fähigkeit, die hohen Töne zu spielen, die mir zuvor leichtgefallen waren. Nach einer Woche Üben begann ich, die Methode der Lehrerin anzuzweifeln. Sie bemerkte meine Bedenken und sagte: „Keine Sorge. Es dauert ein paar Wochen, bis man sich an den neuen Ansatz gewöhnt hat.“
Eine weitere Woche verging ohne sichtbare Verbesserung. Ich war kurz davor, ihr zu sagen, dass ich zu meiner alten Technik zurückkehren wolle. Als sie meine Unruhe bemerkte, sagte sie nur: „Bitte, vertrau mir.“ Ich wagte nicht, ihr zu sagen, dass ihre Methode vielleicht falsch ist oder nicht für mich geeignet. Zum Glück behielt ich meine Zweifel für mich. Und eines Tages geschah etwas Unerwartetes: Plötzlich konnte ich die hohen Töne ganz entspannt und mühelos spielen.
Diese plötzliche Veränderung erfüllte mich mit großer Freude. Gleichzeitig war ich froh, dass ich mich von meinen alten Gewohnheiten gelöst hatte. Dabei erkannte ich, dass mein Vertrauen noch nicht stark genug gewesen war.
Der Meister sagt:
„Wenn die Schüler nicht fest an die Schule und den Lehrer glauben würden, könnten sie kein Wissen erlangen.“ Was ist Mi Xin (fester Glaube / Aberglaube)?, 22.01.1996, in: Essentielles für weitere Fortschritte I)
Dass ich meiner Lehrerin misstraute, spiegelte letztlich mein eigenes Ego wider. Nach dieser Erfahrung begann ich, ihren Anweisungen vollständig zu folgen. Gleichzeitig ermahnte ich mich immer wieder, nicht ungeduldig nach schnellen Erfolgen zu streben. Nachdem ich meinen Ansatz korrigiert hatte, konnte ich die hohen Töne mühelos spielen. Daraufhin ließ mich meine Lehrerin anspruchsvollere Stücke üben, darunter Werke mit hohem C und D. Außerdem sollte ich die Doppel- und Dreifachzunge aus der klassischen ARBAN-Trompetentechnik trainieren. Hinzu kamen Phrasierungsübungen aus dem ARBAN-Lehrwerk für klassische und populäre Melodien. Dieser Kurs umfasst insgesamt 150 Melodien und meine Lehrerin verlangte, dass ich ein- bis zweimal pro Woche ein neues Stück spielte. Inzwischen habe ich über 130 von ihnen erarbeitet.
Dabei habe ich nicht nur zahlreiche Spieltechniken für unterschiedliche musikalische Phrasen kennengelernt, auch mein Blattspiel und mein Verständnis für Noten haben sich stark verbessert. Außerdem brachte sie mir mehrere anspruchsvolle klassische Trompetenkonzerte bei. Es war, als hätte sich mir eine völlig neue Welt eröffnet – eine Welt, in der das Lernen niemals endet. Ich war erstaunt zu erkennen, dass das Erlernen des Trompete-Spielens in gewisser Weise der Kultivierung ähnelt. Es gibt viele Theorien und Methoden, die den eigenen vorgefassten Meinungen widersprechen.
Vor Kurzem führte die Band Prüfungen ein. Ich sah darin eine gute Gelegenheit, die Stücke wirklich gründlich zu durchdringen. Es reicht nicht aus, sie nur korrekt zu spielen, man muss sie auch so interpretieren, wie es sich der Komponist gedacht hat. Unsere Dirigentin sagt oft, wir sollten so spielen, als würden wir singen. Auch meine Lehrerin bittet mich häufig, eine Melodie zunächst zu singen, bevor ich sie auf der Trompete spiele. Dadurch fällt es mir leichter, Gefühle in mein Spiel einfließen zu lassen. Eine große Herausforderung für mich ist jedoch die Zeit. Jede Woche bekomme ich neue Aufgaben, viele Stücke sind völlig neu und erfordern intensives Üben. Gleichzeitig arbeite ich drei Tage pro Woche im Büro eines Projekts.
Außerdem trage ich Zeitungen aus und unterstütze verschiedene andere Projekte. Dazu kommen das tägliche Fa-Lernen und die Übungen. Deshalb bleibt mir oft nur sehr wenig Zeit zum Trompetenüben. Zum Glück unterstützt mich meine Frau – sie spielt ebenfalls Trompete. Oft hilft sie mir beim Zubereiten des Abendessens, sodass ich danach direkt das Fa lernen und die Übungen machen kann. Ich versuche, keine Zeit zu verschwenden: Ich surfe kaum noch im Internet, schaue nicht fern, chatte nicht und vermeide Treffen, die nicht wirklich notwendig sind.
Schlusswort
Die Zeit vergeht wie im Flug. Inzwischen sind mehr als 19 Jahre vergangen, seit wir den Berg verlassen haben. Vor über einem Jahrzehnt wurde unsere Trompetenlehrerin auf Einladung der Dirigentin Teil der Tian Guo Marching Band. Viele unserer Trompeter haben seitdem bei ihr Unterricht genommen. Sie hat die Wahrheit über Falun Dafa erfahren und sich auch Shen Yun angesehen. Dass sie zu uns kam, war sicherlich kein Zufall. Ich glaube, es war ein sorgfältiges Arrangement des Meisters. Er wusste, wie schwierig es für Bläser ist, sich ohne die Anleitung eines erfahrenen Lehrers wirklich zu verbessern. Deshalb sorgte der Meister dafür, dass eine geeignete Person zu uns kam, um uns zu unterrichten. Unter ihrer Anleitung konnten wir unsere technischen Fähigkeiten stetig weiterentwickeln, sodass wir unsere Musik immer besser einsetzen können, um Lebewesen zu erreichen und zu erretten.
Wenn ich heute auf meinen Weg der vergangenen mehr als zwanzig Jahre zurückblicke, wird mir klar, dass der Meister uns stets begleitet hat – sowohl damals auf dem Berg und danach in New York und New Jersey. Ich empfinde große Dankbarkeit und bin überglücklich, da mich der Meister beim Trompetespielen persönlich angeleitet und gefördert hat. Danke, Meister, dass Sie mir diesen Weg der Kultivierung eröffnet haben. Ich werde ihn entschlossen weitergehen und meine Verantwortung erfüllen, bis ich die mir anvertraute Mission vollendet habe.
Danke, Meister! Danke, liebe Mitpraktizierende!
Bitte korrigiert mich, falls mein Verständnis nicht mit dem Fa übereinstimmt.
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