(Minghui.org) Eine 79-jährige Frau aus Kunming, Provinz Yunnan wurde am 2. April 2026 in das Zweite Frauengefängnis der Provinz eingeliefert und Ende 2024 wegen ihres Glaubens an Falun Dafa zu vier Jahren Haft verurteilt.
Zhang Zhenyi, eine ehemalige Mathematiklehrerin an der Mittelschule der Stadt Pu’er, begann 1998, Falun Dafa zu praktizieren. Sie erholte sich bald danach von ihren Magenbeschwerden, einem Zwölffingerdarmgeschwür und Schwindelgefühlen. Am 15. November 2023 wurde sie zusammen mit ihrem Mann, ihrem Sohn und ihrer Schwiegertochter festgenommen. Ihr Sohn und ihre Schwiegertochter wurden noch in derselben Nacht freigelassen. Sie kam am nächsten Tag gegen Kaution frei, doch ihr Mann blieb in Haft.
Staatsanwalt Su Jing von der Staatsanwaltschaft des Bezirks Xishan erhob im März 2024 Anklage gegen Zhang und ihren Mann. Ihr Mann, der 79-jährige Su Zesheng, war am 21. Dezember 2024 zu vier Jahren Haft und einer Geldstrafe von 40.000 Yuan (ca, 4.800 Euro) verurteilt worden. Er verlor seine Berufung und wurde in der zweiten Hälfte des Jahres 2025 in das erste Gefängnis der Provinz Yunnan eingeliefert.
Zhang tauchte unter, nachdem ihr Mann verurteilt worden war. Zwei Beamte der Polizeistation Macun folgten ihr am 17. Juli 2025 nach Hause und nahmen sie fest. Sie übergaben sie an die Polizeistation Lishutou. Ihrem Sohn gelang es am nächsten Tag, herauszufinden, wo sie sich befand. Er kämpfte für ihre Freilassung, und die Polizei ließ sie am Nachmittag desselben Tages (18. Juli 2025) nach Hause gehen. Sie warnten sie, sich nicht erneut zu verstecken, und wiesen sie an, auf die Benachrichtigung über ihren Gerichtstermin zu warten.
Richter Pu Huijun vom Bezirksgericht Xishan verhandelte am 28. August 2025 Zhangs Fall und verurteilte sie damals zu zwei Jahren Haft sowie einer Geldstrafe von 20.000 Yuan (ca. 2.400 Euro). Die Richter Zhan Wenxi und Cao Qingjie sowie der Gerichtsschreiber Zhang Shiman unterzeichneten das Urteil ebenfalls. Sie legte Berufung ein, verlor jedoch.
Zhang durfte nach ihrem Prozess nach Hause zurückkehren. Als die Polizei sie am 15. März 2026 zu einer ärztlichen Untersuchung brachte, wurde sie für ungeeignet für die Haft befunden. Kurz darauf versuchten sie es erneut, doch sie bestand die Untersuchung erneut nicht. Die Polizei brachte sie am 30. März zu einer dritten ärztlichen Untersuchung und brachte sie danach direkt in die Haftanstalt der Stadt Kunming. Die Haftanstalt wies sie wenige Stunden später zur stationären Behandlung in das Krankenhaus Xinhua ein. Am 2. April 2026 wurde sie ins Gefängnis eingeliefert.
Minghui.org berichtete bereits zuvor über die Verhaftungen von Zhang und ihren Angehörigen sowie über die Haftstrafe ihres Mannes. Dieser Bericht enthält neu verfügbare Details.
Die Festnahmen
Zhang Zhenyis Schwiegertochter Zhang Xiaodan kehrte am 15. November 2023 gegen 9:40 Uhr in die gemeinsame Wohnung zurück. Sobald sie die Tür öffnete, wurde sie von etwa acht Beamten (von denen nur zwei in Uniform waren) umringt. Hauptmann Pu von der Polizeidienststelle des Bezirks Panlong zeigte seinen Dienstausweis vor und nahm sie fest. Er wies einen Beamten an, die Bodycam auf sie zu richten.
Zhang Zhenyi wurde aufgefordert, sich aufs Sofa zu setzen. Sie war so verängstigt, dass ihr Blutdruck in die Höhe schoss. Ihr wurde schwindelig und ihr Kopf fühlte sich schwer an. Mehrere Beamte durchsuchten ihr Schlafzimmer und beschlagnahmten einige Gegenstände.
Außerdem durchsuchten sie das Schlafzimmer ihres Mannes, Su Zesheng. Pu ließ einen Beamten vor seinem Schlafzimmer postieren, der die Durchsuchung auf Video aufzeichnete. Als Su fragte, warum die Polizei da sei, warf Shi Ruilin ihm und seiner Familie vor, gegen Artikel 300 des Strafgesetzbuches verstoßen zu haben. Wonach diejenigen, die eine Sekte dazu nutzen, die Strafverfolgung zu untergraben, mit der ganzen Härte des Gesetzes verfolgt werden.
Su entgegnete, dass es in China kein Gesetz gebe, das Falun Dafa unter Strafe stelle oder als Sekte einstufe.
Die Polizeibeamten legten die beschlagnahmten Gegenstände auf einem Teetisch aus und forderten Su auf, diese zu bestätigen und die Beschlagnahmeliste zu unterschreiben.
Etwa 10 Minuten später kam ein Freund der Familie, Pi Penghua, zu Besuch und wurde ebenfalls festgenommen. Die Polizisten legten ihm Handschellen an und durchsuchten ihn. Ein weiterer Freund, Chen Shunzu, kam etwa eine halbe Stunde später vorbei. Er rief über die Gegensprechanlage an, woraufhin ein Beamter hinunterging und ihn in die Wohnung brachte. Auch er wurde durchsucht. Später schlossen sich zwei weitere Beamte in Zivil der Razzia an.
Während des Verfahrens wurde zu keinem Zeitpunkt ein Durchsuchungsbefehl vorgelegt.
Die Verhöre
Su, seine Frau, ihr Sohn und ihre Schwiegertochter sowie ihre beiden Freunde wurden zur Polizeistation Donghua gebracht. Sie waren überrascht, dort Zhang Zhenyis Schwester, Zhang Huiyi, und deren Mann anzutreffen. Es ist unklar, warum die Polizei das Ehepaar festgenommen hatte. Zhang Huiyis Mann war der Einzige, der nicht verhört wurde. Auch Zhang Huiyis Wohnung wurde durchsucht.
Nach Mitternacht brachten die Polizisten Zhang Zhenyi, Su und Pi, die alle über 75 Jahre alt sind, zur medizinischen Untersuchung ins Krankenhaus Xinhua. Zhang und ihr Mann hatten einen ungewöhnlich hohen Blutdruck. Auch waren Sus Fingergelenke stark deformiert. Pi zitterte ununterbrochen, und auch ihr Blutdruck schoss in die Höhe. Anschließend wurden die drei zur Polizeistation Lishutou gebracht.
Zhang Zhenyi und Pi wurden am 16. November 2023 nach 21 Uhr gegen Kaution freigelassen, erhielten jedoch keine offizielle Mitteilung. Su wurde in die erste Haftanstalt des Bezirks Panlong gebracht, dort jedoch aus gesundheitlichen Gründen nicht aufgenommen. Die Polizei brachte ihn zur stationären Behandlung ins Krankenhaus Xinhua. Polizeibeamter Ren Junxiong verweigerte Sus Familie den Besuch. Eine Woche später wurde er entlassen und in die erste Haftanstalt des Bezirks Panlong aufgenommen. Sein Sohn und seine Schwiegertochter wurden in der Nacht des 15. November 2023 freigelassen (Einzelheiten im letzten Abschnitt dieses Berichts).
Der Prozess gegen Su und die Verfolgung
Die Polizeibehörde des Bezirks Panlong legte den Fall gegen Zhang Zhenyi und ihren Mann der Staatsanwaltschaft des Bezirks Xishan vor. Staatsanwältin Su (keine Verwandtschaft) erhob Anklage gegen das Ehepaar. Zhang sowie ihr Sohn und ihre Schwiegertochter reichten eine Beschwerde gegen Staatsanwältin Su ein und baten um Gespräche mit ihrem Vorgesetzten, doch ihre Anträge wurden wiederholt abgelehnt.
Su beauftragte einen befreundeten Falun-Dafa-Praktizierenden, ihn zu vertreten, doch Staatsanwältin Su lehnte dies ab.
Der oben genannte Richter Pu bestellte einen Anwalt für Su, der diesen jedoch ablehnte, da dieser Anwalt angewiesen worden war, für ihn ein Schuldbekenntnis abzugeben. Pu hielt am 20. Dezember 2024 eine Anhörung ab, ohne Sus Familie davon in Kenntnis zu setzen. Su hatte letztendlich keinen Rechtsbeistand. Er erinnerte den Richter daran, dass er schon lange zuvor einen Anwalt beauftragt hatte, ihn zu verteidigen. Pu sagte, der Anwalt praktiziere ebenfalls Falun Dafa und dürfe ihn daher nicht vertreten.
Su sagte während des gesamten Verfahrens nichts mehr. Am nächsten Tag wurde er zu vier Jahren Haft und einer Geldstrafe von 40.000 Yuan verurteilt. Er legte beim Mittleren Volksgericht der Stadt Kunming Berufung ein, verlor jedoch. In der zweiten Hälfte des Jahres 2025 wurde er in das erste Gefängnis der Provinz Yunnan eingeliefert.
Es ist nicht das erste Mal, dass Su, geboren im Juli 1946, wegen seines Glaubens ins Visier genommen wurde. Er wurde von seiner Stelle als Oberarzt am Kreiskrankenhaus Ning’er entlassen. Im Jahr 2006 war er zu einem Jahr Haft verurteilt worden. Zu diesem Zeitpunkt war er gerade dabei, seinen Ruhestand zu beantragen. Sein Arbeitgeber strich ihm seine gesamte Dienstzeit, sodass ihm keinerlei Rentenansprüche verblieben. Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis musste er Gelegenheitsjobs annehmen, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.
Die Verfolgung von Sohn und Schwiegertochter
Zhang Xiaodan und ihr Mann, Su Kun, geboren im September 1974, wurden am Tag ihrer Festnahme (15. November 2023) getrennt voneinander verhört.
Der in Zivil gekleidete Beamte Shi und ein weiterer Beamter befragten Su. Shi unterschrieb das Verhörprotokoll und trug seine Dienstnummer ein, der andere Beamte jedoch nicht. Shi wies einen dritten Beamten, der nicht am Verhör teilgenommen hatte, an, stattdessen zu unterschreiben. Su vermerkte im Protokoll, dass die Polizei irrelevante Fragen gestellt und seine Aussagen nicht protokolliert habe. Er erklärte das Verhör für rechtswidrig und unterschrieb dann mit seinem Namen.
Zhang wurde von zwei weiteren Beamten verhört, die weder ihre Namen nannten noch einen Ausweis vorzeigten. Sie schrieb zudem, dass das Verhör rechtswidrig sei, und unterzeichnete das Dokument. Die beiden Beamten, die sie verhört hatten, unterzeichneten das Dokument nicht, wie es gesetzlich vorgeschrieben ist.
Dem Ehepaar wurde befohlen, Vorladungen zu unterschreiben, in denen kein konkreter Zeitpunkt angegeben war. Zhang unterschrieb, doch ihr Mann schrieb: „Ich weigere mich zu unterschreiben.“ Sie erhielten keine Kopien der Vorladungen. Anschließend wurden sie am 15. November 2023 gegen 21 Uhr freigelassen.
Es war nicht das erste Mal, dass das Ehepaar wegen Falun Dafa ins Visier genommen wurde. Su war im Dezember 2004 zu drei Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden. Da er sich der Verfolgung widersetzte, wurde seine Haftstrafe um acht Monate verlängert. Nachdem er und seine Frau am 4. Mai 2012 verhaftet worden waren, wurde er zu sechs Jahren Haft verurteilt, sie zu vier Jahren. Kurz darauf wurde er von seiner Stelle als Professor für Informatik an der Fernuniversität von Yunnan entlassen.
Nach ihrer letzten Freilassung im November 2023 reichten sie gemeinsam mit Zhang Zhenyi Beschwerden gegen Liu Wenxian, den Leiter der Polizeibehörde des Bezirks Panlong ein. Ebenso gegen seine Untergebenen Pu und Shi sowie gegen den stellvertretenden Leiter Chen Fuxin und den Beamten Ren von der Polizeistation Lishutou. Sie forderten, dass das Verfahren gegen Zhang Zhenyi und ihren Mann eingestellt, Su freigelassen und die beschlagnahmten Gegenstände zurückgegeben werden. Es ging jedoch keine Antwort ein, und das ältere Ehepaar wurde schließlich zu einer Freiheitsstrafe verurteilt.
Frühere Berichte:
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