(Minghui.org) Das US-Justizministerium gab am 11. Mai 2026 bekannt, dass Eileen Wang, die chinesisch-amerikanische Bürgermeisterin von Arcadia, Kalifornien, von Bundesstaatsanwälten wegen ihrer Tätigkeit als Agentin der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) angeklagt wurde und sich schuldig bekannte.
Den vom Justizministerium veröffentlichten Informationen zufolge wird der 58-jährigen Eileen Wang ein schweres Verbrechen zur Last gelegt: die Tätigkeit „als illegale Agentin einer ausländischen Regierung“. Darauf steht eine Höchststrafe von zehn Jahren Haft.
Wangs enger Freund Yaoning „Mike“ Sun war bereits im Februar 2026 zu 48 Monaten Haft in einem Bundesgefängnis verurteilt worden, weil er im Raum Los Angeles als KPCh-Agent tätig gewesen war, um gegen Falun Dafa vorzugehen und sich in lokale Wahlen einzumischen.
Einmischung in demokratische Systeme
Das US-Justizministerium, das FBI und die Bundesstaatsanwaltschaft erklärten, dass dieser Fall die anhaltenden Versuche der chinesischen Regierung widerspiegle, demokratische Institutionen und die Kommunalpolitik in den USA mithilfe von Mittelsmännern zu beeinflussen. Vertreter der Spionageabwehr des FBI betonten, dass jede Person, die insgeheim eine ausländische Regierung vertrete, um den demokratischen Prozess in den USA zu beeinflussen, gemäß den gesetzlichen Bestimmungen strafrechtlich verfolgt und zur Rechenschaft gezogen werde.
„Personen, die in den Vereinigten Staaten in ein öffentliches Amt gewählt wurden, sollten ausschließlich im Dienste des amerikanischen Volkes handeln, das sie vertreten“, betonte John A. Eisenberg, der stellvertretende Justizminister für nationale Sicherheit. „Es ist zutiefst beunruhigend, dass eine Person, die zuvor Anweisungen von Regierungsvertretern der Volksrepublik China entgegengenommen und ausgeführt hat, überhaupt eine Position öffentlichen Vertrauens bekleidet. Dies wiegt jedoch umso schwerer, als diese Verbindung zu der ausländischen Regierung niemals offengelegt wurde.
„Personen in unserem Land, die insgeheim die Befehle ausländischer Regierungen ausführen, untergraben unsere Demokratie“, erklärte der erste stellvertretende US-Staatsanwalt Bill Essayli. „Diese Verständigung im Strafverfahren ist der jüngste Erfolg in unserer Entschlossenheit, die Heimat gegen Chinas Bestrebungen zu verteidigen, unsere Institutionen zu korrumpieren.“
„Nach eigenem Bekunden diente Eileen Wang insgeheim den Interessen der chinesischen Regierung“, so der stellvertretende Direktor Roman Rozhavsky von der Abteilung für Spionageabwehr und Spionage des FBI. „Dies soll als klare Warnung dienen: Personen, die im Auftrag fremder Regierungen unsere Demokratie beeinflussen, werden identifiziert, gegen sie wird ermittelt und sie werden vor Gericht gestellt.“
Anweisungen von Funktionären der KP Chinas erhalten
Aus den Anklageunterlagen geht hervor, dass Wang von Ende 2020 bis 2022 mit Sun, der in Chino Hills in Kalifornien lebte, zusammenarbeitete, um unter der Leitung und Kontrolle chinesischer Regierungsvertreter pro-chinesische Propaganda in den Vereinigten Staaten zu verbreiten.
Die beiden betrieben gemeinsam eine Website namens „US News Center“, die sich als Nachrichtenplattform ausgab, welche der chinesisch-amerikanischen Gemeinschaft diente. Die Staatsanwaltschaft wies darauf hin, dass die Website tatsächlich bei mehreren Gelegenheiten auf Anweisung von Funktionären der KPCh hin pro-Peking-freundliche Artikel veröffentlicht und dass Wang diesen Funktionären über deren Auswirkung berichtet habe.
Das Dokument des Justizministeriums führt hierfür mehrere Beispiele an. Im Juni 2021 sandte ein chinesischer Regierungsvertreter Wang über WeChat einen Artikel bezüglich Xinjiang zu. In diesem wurde die Existenz von „Völkermord“ und „Zwangsarbeit“ in Xinjiang bestritten. Zudem wurde in dem Artikel behauptet, derartige Anschuldigungen würden dazu dienen, „China zu verleumden“.
Die Staatsanwaltschaft erklärte, dass Wang den Artikel nur wenige Minuten nach dessen Erhalt auf ihrer eigenen Website erneut veröffentlicht und den entsprechenden Link an den chinesischen Beamten zurückgesandt habe. Der Beamte antwortete: „So schnell, danke an alle.“
Im August desselben Jahres überarbeitete Wang den Artikel erneut auf Wunsch des chinesischen Beamten und sandte ihm einen Screenshot zu, aus dem hervorging, dass der Artikel bereits 15.128-mal gelesen worden war. Der Beamte antwortete daraufhin: „Großartig!“, worauf Wang erwiderte: „Danke, Führer.“
Die Einheitsfront und die Nachrichtendienstsysteme der KP Chinas
Die Ermittlungen ergaben zudem, dass Wang im November 2021 Kontakt zu John Chen aufnahm. Gerichtsunterlagen zufolge handelt es sich bei Chen um eine hochrangige Persönlichkeit innerhalb des Nachrichtendienstsystems der KPCh. Er hat an zahlreichen hochrangigen Aktivitäten der Partei teilgenommen und ist mit dem chinesischen Spitzenführer Xi Jinping zusammengetroffen. Wang bat Chen Jun, ihr dabei zu helfen, einen Artikel von ihrer Website weiterzuleiten, und hinterließ dabei die Nachricht: „Das ist das, was das Außenministerium versenden möchte.“
Im Jahr 2024 bekannte sich Chen vor dem US-Bezirksgericht für den südlichen Bezirk von New York schuldig unter anderem wegen der Vorwürfe, als illegaler Agent Chinas tätig gewesen zu sein und US-Beamte bestochen zu haben. Er wurde zu einer Haftstrafe von 20 Monaten verurteilt.
Sun, der gemeinsam mit Wang in den Fall verwickelt war, fungierte als ihr Wahlkampfmanager, als sie für den Stadtrat kandidierte. Die Staatsanwaltschaft wies darauf hin, dass die chinesische Regierung Wang über einen langen Zeitraum hinweg aufgebaut habe – in der Hoffnung, sie würde in der Kommunalpolitik der Vereinigten Staaten schrittweise aufsteigen und auf diese Weise Chinas politischen Einfluss in Kalifornien ausweiten.
Sun bekannte sich im Oktober 2025 schuldig und wurde im Februar 2026 zu vier Jahren Haft in einem Bundesgefängnis verurteilt.
Aus Unterlagen der Staatsanwaltschaft geht hervor, dass Sun hochrangige chinesische Beamte über seine Tätigkeit in den Vereinigten Staaten informiert hatte, darunter auch über die Unterdrückung von Falun-Gong-Anhängern sowie von Gegnern der Unabhängigkeit Taiwans. Zudem wird ihm vorgeworfen, alle Bewegungen der taiwanesischen Führungsperson während eines Besuchs in den Vereinigten Staaten im Jahr 2023 überwacht zu haben.
Gericht ordnet Herausgabe von Reisepass und Reisedokumenten an
US-Medienberichten zufolge erschien Wang am 11. Mai 2026 kurz vor dem Bundesgericht in Los Angeles. Begleitet von vier Anwälten nahm sie mithilfe eines Mandarin-Dolmetschers an der Anhörung teil. Sie wischte sich immer wieder Tränen aus dem Gesicht und wirkte sichtlich mitgenommen.
Der Richter ordnete an, dass sie eine Kaution in Höhe von 25.000 US-Dollar hinterlegen und sämtliche Reisepässe sowie Reisedokumente herausgeben müsse. Zudem wies die Staatsanwaltschaft sie an, jeglichen Kontakt zu chinesischen Regierungsvertretern, einschließlich des Personals chinesischer Konsulate in den Vereinigten Staaten, zu unterlassen.
In einem Interview aus dem Jahr 2024 erklärte Wang, dass sie vor 30 Jahren von China nach Südkalifornien gezogen sei und dass ihre Eltern Ärzte in Sichuan, China, gewesen seien.
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