(Minghui.org) Für die Monate März und April 2026 wurde über insgesamt 787 Falun-Dafa-Praktizierende berichtet, die wegen ihres Glaubens verhaftet oder schikaniert wurden.
Die Fälle umfassen 400 Verhaftungen und 387 Vorfälle von Schikanierung. Bei 170 betroffenen Praktizierenden wurden Hausdurchsuchungen durchgeführt, und 15 Praktizierende wurden in Gehirnwäschez-Einrichtungen festgehalten. Einige dieser Vorfälle ereigneten sich bereits vor Jahren. Die Verzögerung bei der Berichterstattung ist auf die Informationszensur in China unter dem kommunistischen Regime zurückzuführen; diese erschwert es den Minghui-Korrespondenten, die Daten zeitnah zu sammeln, zu überprüfen und zu melden.
Die 787 Praktizierenden stammten aus 24 Provinzen, autonomen Gebieten oder regierungsunmittelbaren Städten. Shandong meldete mit insgesamt 175 Fällen die höchste Anzahl, gefolgt von Liaoning mit 98 und Hebei mit 96 Fällen. Vierzehn weitere Regionen verzeichneten zweistellige Fallzahlen zwischen 10 und 76. Die verbleibenden sieben Orte registrierten einstellige Fallzahlen zwischen 2 und 9.
Informationen über das Alter zum Zeitpunkt ihrer Verhaftung oder Schikanierung liegen von 138 Praktizierenden vor. Zwei waren zwischen 20 und 29 Jahre alt, zwei über 40, 19 über 50, 43 über 60, 56 über 70, 14 über 80 und zwei über 90.
In der Stadt Baoding (Provinz Hebei) starteten das Komitee für Politik und Recht und die Bildungsbehörde am 18. Dezember 2025 eine an Schüler und Studenten gerichtete Kampagne mit dem Ziel, Falun Dafa zu diffamieren.
Obwohl die Kampagne Falun Dafa nicht ausdrücklich erwähnte, war den Falun-Dafa-Praktizierenden in Baoding vollkommen klar, dass sich die Kampagne gegen sie richtete. Seit die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) im Juli 1999 die Verfolgung von Falun Dafa begann, wurden unzählige Praktizierende wegen „Nutzung einer Sekte zur Untergrabung des Gesetzesvollzugs“ verfolgt – ein gängiger Vorwand, der dazu dient, Praktizierende zu belasten und schließlich zu verurteilen.
In Baoding und den ihr unterstellten Landkreisen gibt es fast 2.000 Grundschulen, Mittelschulen, Gymnasien und Universitäten. Jeder Schüler und Student an diesen Einrichtungen war verpflichtet, an der Eröffnungszeremonie der Kampagne teilzunehmen, Propagandavideos anzusehen, seine Ansichten zu den Propagandamaterialien darzulegen, sich an einer „Anti-Sekten“-Unterschriftenaktion zu beteiligen, während einer Flaggenhissung der KPCh die Treue zu schwören, Pinnwände zum Thema „Anti-Sekten“ zu gestalten und an Wissenswettbewerben zu diesem Thema teilzunehmen.
Schüler der Grund- und Sekundarstufe erhielten zudem Propagandamaterialien, die sie mit nach Hause nehmen sollten. Ihren Eltern wurden daraufhin regelmäßig über soziale Medienkanäle Propagandainhalte zugesandt.
Das Komitee für Politik und Recht – eine außergerichtliche Behörde, die mit der Überwachung der Verfolgung von Falun Gong betraut ist und über die Befugnis verfügt, sich über das Justizsystem hinwegzusetzen – wies zudem jede Schule an, die „Anti-Sekten“-Kampagne fest in den Schulalltag zu integrieren und ihre Campusgelände in eine unerschütterliche Hochburg für die Verbreitung von „Anti-Sekten“-Informationen umzuformen.
Während der „Zwei Tagungen“ des Jahres 2026 – den jährlichen Zusammenkünften des Nationalen Volkskongresses und der Politischen Konsultativkonferenz des Chinesischen Volkes, die vom 4. bis 12. März 2026 stattfanden – überwachten Mitarbeiter eines Pekinger Stadtteilbüros Falun-Dafa-Praktizierende in einer Wohnsiedlung. Sie hielten vor den Wohnhäusern der Praktizierenden eine 24-stündige Überwachung aufrecht, wobei pro Schicht jeweils zwei Personen Dienst hatten. Sobald ein Praktizierender sein Zuhause verließ, folgten ihm die beiden Überwacher und meldeten seinen Aufenthaltsort per Mobiltelefon. Diese Maßnahme dauerte 15 Tage an, vom 27. Februar bis zum 13. März – also noch über den Abschluss der „Zwei Tagungen“ hinaus.
In Shanghai wurde Li Hong am frühen Morgen des 3. März von einem unbekannten Mann verfolgt, als sie das Haus verließ. Später erfuhr sie, dass diese Person 200 Yuan pro Tag dafür erhielt, sie zu überwachen.
Infolge der Verfolgung von Falun Dafa verwitwet – 86-jährige Praktizierende nun selbst verhaftet
Am 13. März 2026 drang eine Gruppe von Polizisten in die Wohnung von Luo Shuhua in der Stadt Xinxiang (Provinz Henan) ein und versuchte, die 86-jährige Frau abzuführen. Da sie sich heftig dagegen wehrte, riefen sie einen Krankenwagen und zerrten sie in das Fahrzeug. Sie behaupteten, die Frau habe einen „Schatten auf der Lunge“ und brachten sie ins örtliche Krankenhaus für Infektionskrankheiten. Außerdem drohten sie ihr, sie nach der Behandlung ins Gefängnis zu stecken.
Luos Leidensweg begann mit einer früheren Festnahme im Dezember 2020, nachdem sie von einer Überwachungskamera beim Verteilen von Informationsmaterialien über Falun Dafa gefilmt worden war. Beamte der Polizeistation Muye brachten sie in die Haftanstalt Xinxiang. Diese nahm die Praktizierende aufgrund ihrer schwachen Gesundheit jedoch nicht auf. Daraufhin wurde sie am 4. Dezember 2020 unter häusliche Überwachung gestellt. Nachdem die Polizei die Überwachung am 3. Mai 2021 eingestellt hatte, änderten sie den Status der Fallakte auf „Freilassung gegen Kaution“. Sie unternahmen mehrere Versuche, die Praktizierende zu inhaftieren, die jedoch scheiterten.
2024 leitete die Polizeistation Tiexi Luos Fall an die Staatsanwaltschaft der Stadt Weihui weiter. Diese erhob Anklage gegen die Praktizierende und stellte sie vor das Stadtgericht Weihui. (Weihui unterliegt der Gerichtsbarkeit Xinxiang.) Ob sie verurteilt wurde, ist unklar.
Vor ihrer jüngsten Festnahme war Luo seit Beginn der Verfolgung vor 27 Jahren mehrfach verhaftet und schikaniert worden. Ihr Mann Ma Yunxian, der ebenfalls Falun Dafa praktizierte, musste untertauchen, um nicht verfolgt zu werden. Die psychische Belastung und körperlichen Misshandlungen, die er während seinen Haftstrafen erleiden musste, forderten ihren Tribut: Er starb im April 2008 im Alter von 70 Jahren.
Chongqing: Polizei beauftragt Schlüsseldienst und bricht in Wohnung einer 77-jährigen Witwe ein
Im Februar und April 2026 drangen Polizeibeamte in Chongqing in die Wohnung einer 77-jährigen Frau ein und durchsuchten ihre Räumlichkeiten. Der Grund: Sie praktiziert Falun Dafa.
Polizeibeamte hämmerten am Mittag des 28. Februar 2026 an Xu Mingjins Wohnungstür. Sie riefen ihren Namen und forderten sie auf, ihnen zu öffnen. Xu fragte, was sie wollten, und weigerte sich, sie hereinzulassen. Die Beamten beschuldigten sie, in einen Betrugsfall verwickelt zu sein, und behaupteten, eine Vorladung zu haben.
Als Xu verlangte, das Dokument zu sehen, zeigten sie ihr ein Blatt Papier, das mit einem Stempel versehen, aber ohne Unterschrift war. Laut Gesetz sind solche Dokumente ohne die Unterschrift des Polizeichefs ungültig. Sie erklärte, dass ihr kein Betrugsfall bekannt sei und sie ihnen nicht öffnen werde.
Daraufhin riefen die Beamten einen Schlüsseldienst, brachen die Tür auf und stürmten in die Wohnung. Zwei von ihnen zerrten Xu hinaus, während die anderen über eine Stunde lang ihre Räumlichkeiten durchsuchten. Sie beschlagnahmten ihre Falun-Dafa-Bücher, ein Foto des Begründers von Falun Dafa und andere persönliche Gegenstände.
Danach brachten sie Xu zur Polizeidienststelle. Dort befragten sie die Praktizierende zu ihrem Besuch in der Stadt Zouma, wo sich das Frauengefängnis von Chongqing befindet. Xu antwortete nicht. Daraufhin erkundigten sich die Beamten nach den Vorteilen des Praktizierens von Falun Dafa. Xu erklärte, dass Falun Dafa die Prinzipien Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht lehre und sie sich nach diesen Prinzipien richte, um ein besserer Mensch zu sein.
Sie verlangte Auskunft über die Namen der Beamten, die sie verhört hatten, doch diese weigerten sich, sie ihr zu nennen. Nach 22 Uhr wurde sie freigelassen.
Als Xu ihre Wohnung betrat, fand sie ein komplettes Chaos vor: Ihre Kleider und persönlichen Gegenstände lagen verstreut auf dem Boden und die Haustür war aufgebrochen und ließ sich nicht mehr vollständig schließen. Sie musste tags darauf einen Reparaturdienst beauftragen.
Neun Tage später, am 9. März 2026, schikanierten zwei Gemeindepolizisten die betagte Praktizierende erneut.
Am 1. April 2026 standen Polizeichef Chen Hua und sein Assistent Li Xiaogang vor Xus Wohnungstür. Sie forderten sie auf, mit ihnen zur Polizeistation zu kommen, und ihre Habseligkeiten abzuholen. Sie weigerte sich und bat sie, ihr die Sachen zu schicken. Daraufhin beauftragten die beiden Beamten abermals einen Schlüsseldienst, drangen in Xus Wohnung ein, nahmen sie fest und brachten sie zur Polizeistation.
Während Xu versuchte, der Polizei die Rechtswidrigkeit der Verfolgung klarzustellen, fälschten diese ihre Verhörprotokolle und befahlen ihr, sie zu unterschreiben. Stattdessen schrieb sie, dass die Beamten gegen das rechtmäßige Verfahren verstoßen hätten, indem sie in ihren Privatbereich eingedrungen seien. Die Beamten nahmen ihr daraufhin den Stift weg und verließen den Raum.
Kurz darauf kam der Beamte Li zurück und teilte Xu mit, dass eine Verwaltungshaft gegen sie verhängt worden sei, diese jedoch aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters nicht vollstreckt werde. Dann legte er ein Blatt Papier vor sie hin und verlangte ihre Unterschrift, aber sie weigerte sich.
Die Beamten fotografierten Xu ohne ihr Einverständnis und nahmen ihre Fingerabdrücke und Blut ab. Sie wurde nach 17 Uhr freigelassen.
Nach einem Jahrzehnt Haft: 75-Jährige wird erneut angeklagt
Die 75-jährige Zou Hualan aus Chongqing wurde am 6. März 2026 gegen 10 Uhr an einem Busbahnhof festgenommen. Sie hatte mit dem stellvertretenden Gemeindesekretär Yang Guoqiang über Falun Dafa gesprochen, dieser hatte sie dann angezeigt.
Beamte der Polizeistation Gelan durchsuchten ihre Wohnung, fanden aber keine Informationsmaterialien zu Falun Dafa bei ihr. Zur Anklageerhebung werteten sie Überwachungsvideos aus und identifizierten drei Clips, die Zou im Gespräch mit anderen Personen zeigten. Sie behaupteten, Zou propagiere Falun Dafa, und übergaben ihren Fall der Staatsanwaltschaft des Bezirks Changshou.
Die Staatsanwaltschaft erließ am 18. März 2026 einen Haftbefehl gegen Zou und übergab den Fall vermutlich an die Staatsanwaltschaft des neuen Bezirks Liangjiang, eine der für Falun-Dafa-Fälle zuständigen Staatsanwaltschaften.
Vor ihrer jüngsten Verfolgung war Zhou, eine pensionierte Angestellte der Landmaschinenfirma Changshou, fast elf Jahre inhaftiert. Sie überstand drei Zwangsarbeitsstrafen von insgesamt fünf Jahren und zwei Monaten (Juli 1999 – März 2001; November 2001 – November 2003; und August 2006 – Februar 2008) sowie zwei Haftstrafen von insgesamt fünf Jahren (Juli 2017 – Juli 2019; und November 2019 – November 2022). Darüber hinaus war sie von September 2012 bis Mai 2013 in einer örtlichen Haftanstalt inhaftiert.
74-Jährige Frau aus Hubei nach zwei Jahren Haft im Dezember 2025 erneut zweimal festgenommen
Die 74-jährige Zhang Jiao’e aus Wuhan, Provinz Hubei, wurde im Dezember 2025 zweimal wegen ihres Glaubens an Falun Dafa festgenommen. Sie steht derzeit unter Hausarrest, nachdem die örtliche Haftanstalt sie aus gesundheitlichen Gründen nicht aufgenommen hat.
Zhang Jiao’e war am Morgen des 4. Dezember 2025 in einem Supermarkt einkaufen, als ein Zivilbeamter sie meldete, weil sie mit einem Fünf-Yuan-Schein bezahlt hatte, auf dem Botschaften mit Bezug zu Falun Dafa aufgedruckt waren. Sieben Beamte der Polizeistation Zhifang durchsuchten daraufhin das Haus ihres Sohnes und ihr Zimmer. Sie beschlagnahmten zwei Exemplare des Zhuan Falun, ein Exemplar eines neuen Artikels des Begründers von Falun Dafa und ein Porträt des Begründers sowie zwei Exemplare der Minghui Weekly.
Zhang wurde von 8:00 bis 18:00 Uhr auf der Polizeiwache Zhifang verhört. Bevor sie am Abend freigelassen wurde, musste sie die Liste der beschlagnahmten Gegenstände unterschreiben.
Am 19. Dezember 2025 um 16:00 Uhr durchsuchten fünf Beamte der Polizeiwache Miaoshan Zhangs Mietwohnung und beschlagnahmten Dinge mit Bezug zu Falun Dafa: ein Exemplar des Zhuan Falun, sechs Artikel des Begründers, einen MP3-Player mit der Übungsmusik sowie ein Mobiltelefon mit Audiodateien und Übungsmusik.
Die Polizei brachte Zhang in die Haftanstalt Wuhan. Dort wurde sie untersucht, wobei hoher Blutdruck und erhöhter Blutzucker festgestellt wurden. Die Haftanstalt nahm sie deswegen nicht auf, und die Polizei brachte sie zurück zur Wache.
Die Polizei veranlasste später eine weitere körperliche Untersuchung von Zhang in einem örtlichen Krankenhaus. Am 21. Dezember 2025 wurde sie erneut in die Haftanstalt gebracht. Wieder nahm die Haftanstalt sie nicht auf, und die Polizei stellte sie unter Hausarrest, nachdem sie eine Kaution in Höhe von 2.000 Yuan (ca. 240 Euro) hinterlegt.
Xia Jiesheng, 75, lebt in Chongqing. Sie wurde am 18. März 2026 verhaftet, weil sie im Juli 2022 einen Brief an den örtlichen Polizeichef geschickt hatte. Darin forderte sie ihn auf, sich nicht an der Verfolgung ihres Glaubens Falun Dafa zu beteiligen. Derzeit befindet sie sich in der Haftanstalt des Bezirks Beibei.
Xias jüngster Verhaftung gingen zwei weitere Festnahmen voraus, die ebenfalls auf ihren Brief an den Polizeichef zurückzuführen waren. Am 22. September 2022 gegen 8 Uhr morgens befand sie sich zu Hause, als es an der Tür klopfte. Eine Frau, die sich als Mitarbeiterin der Hausverwaltung ausgab, erklärte, dass es im Erdgeschoss ihrer Wohnung einen Wasserschaden gebe.
Sobald Xia die Tür öffnete, stürmten die Frau und fünf Zivilbeamte herein. Die Polizei gab an, von der Polizei des Bezirks Yuzhong zu sein, und erklärte, ihr Überwachungssystem habe sie dabei gefilmt, wie sie den besagten Brief im Juli 2022 im Postamt der Datong-Straße in ihrem Zuständigkeitsbereich eingeworfen habe.
Nach einer Hausdurchsuchung wurde Xia zur Vernehmung auf die Polizeiwache Wanglongmen gebracht. Sie wurde zu 15 Tagen Verwaltungshaft und einer Geldstrafe von 1.000 Yuan (ca. 120 Euro) verurteilt (beides wurde jedoch nicht vollstreckt). Anschließend wurde die Polizeiwache Tushan in ihrem Heimatbezirk Nan’an benachrichtigt, sie abzuholen. Gegen 15 Uhr kehrte sie am selben Tag nach Hause zurück.
Am nächsten Tag (23. September 2022) erhielt Xia einen Anruf von einem Mitglied des örtlichen Straßenkomitees. Sie wurde gebeten, ins Hausverwaltungsbüro zu kommen, um „etwas zu überprüfen“. Sie ging nicht hin, wurde jedoch erneut unter einem Vorwand dazu gebracht, die Tür für die Polizei zu öffnen. Vier Zivilbeamte des Polizeireviers Yuzhong – von denen drei bereits am Vortag bei ihr gewesen waren – sowie eine Hausverwalterin fotografierten ihre Wohnung und durchsuchten sie gründlich.
Xia wurde erneut zur Vernehmung auf die Polizeiwache Wanglongmen gebracht und um 15:00 Uhr wieder freigelassen.
Nach Ablauf ihrer achtjährigen Haftstrafe am 19. April 2026 wurde eine 65-jährige Einwohnerin der Stadt Wuhan, Provinz Hubei, direkt in eine Gehirnwäsche-Einrichtung gebracht.
Hou Milas Angehörige trafen am frühen Morgen im Frauengefängnis der Provinz Hubei ein, um sie abzuholen. Dort angekommen, bemerkten sie, dass Hou in einem Fahrzeug der Gehirnwäsche-Einrichtung Yusunshan des Bezirks Jianghan von Wuhan saß.
Rund 20 Personen aus dem Gefängnis, der Gehirnwäsche-Einrichtung und dem örtlichen Straßenkomitee der Stadt Wuhan schirmten das Fahrzeug ab und hinderten die Angehörigen daran, sich ihm zu nähern. Sie behaupteten, dass laut Befehl von oben die Praktizierende in eine Gehirnwäsche-Einrichtung eingeliefert werden solle.
Nach einer Auseinandersetzung von mehr als einer halben Stunde wurde Hou von den Beamten der Gehirnwäsche-Einrichtung abtransportiert.
Hous Leidensweg begann am 19. April 2018, als sie zusammen mit ihrer Schwester, Hou Aila, und ihrem Schwager, Hong Weisheng, verhaftet wurde. Der Grund der Festnahme bestand darin, dass sie Falun Dafa praktizieren. Die drei Praktizierenden wurden Mitte September 2019 zu Haftstrafen verurteilt: Die beiden Schwestern zu jeweils acht Jahren und eine Geldstrafe von 40.000 Yuan (etwa 4.800 Euro), Hong zu zehn Jahren und einer Geldstrafe von 50.000 Yuan (etwa 6.000 Euro).
Die Berufungen der drei Familienmitglieder wurden abgewiesen. Hong wurde in das Gefängnis Fanjiatai, Hou Mila in das Frauengefängnis der Provinz Hubei und ihre Schwester Hou Aila in das Gefängnis Hankou eingeliefert.
Am 9. März 2026 teilte das Gefängnis Hous Familie mit, dass Hou nach Ablauf ihrer Haftzeit am 19. April nicht nach Hause zurückkehren könne und dass sie auf weitere Anweisungen warten müssten.
Dennoch gingen die Angehörigen am 19. April zum Gefängnis, mussten jedoch ohne Hou nach Hause zurückkehren. Es ist unklar, wann Hou aus der Gehirnwäsche-Einrichtung freigelassen werden wird.
Nur vier Monate, nachdem Zhou Haiyan eine achtjährige Haftstrafe wegen ihres Glaubens an Falun Dafa verbüßt hatte, wurde die in der Stadt Dalian (Provinz Liaoning) ansässige Frau am 28. Februar 2026 erneut verhaftet.
Mitarbeiter des Wohnkomitees Mingxing und Beamte der Polizeistation Huanghai-Straße drangen am Nachmittag des 28. Februar in Zhous Wohnung ein, durchsuchten die Räumlichkeiten und brachten Zhou Haiyan und ihren Mann (kein Praktizierender) zur Polizeistation. Während ihr Mann noch am selben Tag freigelassen wurde, befindet sich Zhou seitdem in Haft.
Seit die Kommunistische Partei Chinas im Juli 1999 die Verfolgung von Falun Dafa angeordnet hatte, wurde die rund 60-jährige Zhou mindestens fünfmal verhaftet. Dreimal war sie in Gehirnwäsche-Einrichtungen inhaftiert und zweimal im Zwangsarbeitslager. Im Jahr 2008 verurteilte ein Gericht sie zu acht Jahren Gefängnis. Nach einer weiteren Verhaftung am 8. Oktober 2017 verhängte das Gericht abermals acht Jahre Haft.
Neben Zhou wurden auch ihre Angehörigen aufgrund ihres Glaubens verfolgt. Ihre jüngere Schwester, die im Büro für Zertifizierung arbeitete und zahlreiche Auszeichnungen für ihre Leistungen erhalten hatte, wurde entlassen. Ein Vorgesetzter sagte ihr, dass die Prämien aller anderen Mitarbeiter gestrichen würden; auch die Vorgesetzten könnten ihren Arbeitsplatz verlieren, wenn sie nicht gekündigt würde. Die einzige Möglichkeit, die Entlassung zu verhindern, sei eine schriftliche Erklärung, mit der sie Falun Dafa aufgab. Zhou lehnte ab.
Als Zhous Vater unterwegs war, um den Leuten von Falun Dafa zu erzählen, prügelte ein junger Polizist brutal auf ihn ein. Er erlitt eine schwere Kopfverletzung und wurde zur Polizeiwache gebracht. Bevor die Beamten seine Frau gegen 22 Uhr anriefen, damit sie ihn abholte, musste er eine Geldstrafe von 1.000 Yuan (rund 140 Euro) zahlen. Am nächsten Tag tauchten Beamte bei ihm zu Hause auf, um ihn zu schikanieren und unter Druck zu setzen. Die Enttäuschung und der Frust sowie das entzogene Recht, Falun Dafa zu praktizieren, forderten ihren Tribut. Er starb im Jahr 2012.
Seit die Kommunistische Partei Chinas 1999 mit der Verfolgung von Falun Dafa begann, hat ein 53-jähriger Mann aus der Stadt Yingkou in der Provinz Liaoning zwei achtjährige Haftstrafen verbüßt, weil er zu seinem Glauben stand. Er überlebte die Folter in der Haft nur knapp und konnte aufgrund von Knieverletzungen lange Zeit nicht laufen.
Fan Xuebin wurde zuletzt am 10. April 2026 von Beamten der Polizeistation des Bezirks Zhanqian verhaftet. Sein aktueller Aufenthaltsort ist unbekannt.
Fans Eltern sind beide verstorben. Er hat eine Schwester mit einer geistigen Behinderung, die vollständig auf seine Pflege angewiesen war. Während seiner Inhaftierung musste seine Familie seine Schwester in ein Pflegeheim geben.
Fan wurde bereits am 13. Juni 2025 festgenommen, nur ein Jahr nachdem er eine zweite Haftstrafe wegen Aufhängens von Falun-Dafa-Plakaten verbüßt hatte. Die Polizei durchsuchte seine Wohnung und brachte ihn in die Haftanstalt der Stadt Yingkou. Dort wurde Fan von den Wärtern gefoltert und innerhalb von zwei Wochen schwer verletzt. Am 26. Juni 2025 ließ man ihn gegen Kaution frei.
Pensionierte Lehrerin festgenommen
Chu Zhanfeng, 63, aus dem Kreis Changling, Provinz Jilin, wurde am 25. April 2026 in der Stadt Daqing, Provinz Heilongjiang, festgenommen.
Chu war vor einigen Jahren nach Heilongjiang gezogen, um einer erneuten Verfolgung wegen ihres Glaubens zu entgehen. Sie ist pensionierte Lehrerin und arbeitete an der Liushui-Grundschule im Kreis Changling.
Sie wurde bereits am 31. Oktober 2016 verhaftet, nachdem sie wegen der Verbreitung von Falun-Dafa-Materialien angezeigt worden war. Das Bezirksgericht Changling verurteilte sie am 28. März 2017 zu einer Haftstrafe von viereinhalb Jahren und einer Geldstrafe von 10.000 Yuan ca. 1.200 Euro). Auch ihre Berufungen wurden vom Mittleren Volksgericht der Stadt Songyuan zurückgewiesen.
Im Juli 2021 – nur drei Monate nach der Freilassung von Frau Chu – begann die Polizei erneut, sie zu schikanieren. Am 26. Juli 2023 begab sich der Beamte Pei Yuanqing von der Staatssicherheitsabteilung Changling mit sechs Beamten zu Chus Wohnung. Es gelang ihr zu fliehen. Chu war gezwungen, fern von ihrem Zuhause zu leben, um der Polizei zu entgehen.
Später zog sie nach Daqing in der Provinz Heilongjiang. In ihrer Freizeit verteilte sie Informationsmaterialien, um auf die Verfolgung aufmerksam zu machen, doch jemand zeigte sie an. Am 25. April 2026 wurde sie von Beamten der Polizeistation des Bezirks Sartu festgenommen und befindet sich derzeit im zweiten Untersuchungsgefängnis der Stadt Daqing in Haft.
Wegen seines Glaubens im Gefängnis – innerhalb von acht Tagen 16-mal zwangsernährt
Liu Linfeng aus der Stadt Weihai in der Provinz Shandong wurde im Verlauf von acht Tagen insgesamt 16-mal zwangsernährt, während er wegen seines Glaubens an Falun Gong in Haft war.
Am 5. Januar 2026 zwischen 6 und 7 Uhr drangen vier Beamte der Polizeistation Tianhe in Liu Linfengs Wohnung ein. Sie beschlagnahmten seine Falun-Dafa-Bücher und andere Gegenstände und brachten ihn zur Polizeistation.
Mehrere Beamte nahmen Liu gewaltsam Blut und seine Fingerabdrücke ab. Gegen 19 Uhr brachten sie ihn in die Haftanstalt der Stadt Weihai. Am nächsten Tag trat er aus Protest in Hungerstreik. Vier Tage später, am 9. Januar, fesselten die Wärter ihn an einen Metallstuhl und befahlen zwei Insassen, seinen Kopf festzuhalten. Dann unterzogen sie ihn einer Zwangsernährung. Ein Wärter erwähnte, dass sie der Nahrung übermäßige Mengen Salz beigemischt hätten. Sie zwangsernährten Liu zweimal täglich acht Tage lang. Nach jeder Zwangsernährung war ihm ungewöhnlich heiß, sodass er sich beim Schlafen nicht zudecken konnte. Er vermutete, dass die Wärter der Nahrung unbekannte Medikamente beigemischt hatten.
Illustration der Folter: Zwangsernährung
Liu wurde am 19. Januar 2026 freigelassen, nachdem sein Vater eine Kaution in Höhe von 5.000 Yuan (etwa 600 Euro) hinterlegt hatte. Als er nach Hause kam, verspürte er starken Durst und hatte keinen Appetit.
Die Polizei rief seinen Vater mehrmals an und forderte ihn auf, Dokumente zu unterschreiben. Außerdem durchsuchten sie zweimal Lius Wohnung, durchstöberten seinen Computer und beschlagnahmten seine Falun-Dafa-Bücher sowie ein Foto des Begründers von Falun Dafa. Sie versuchten sogar, mehrere Kleidungsstücke mitzunehmen.
73-jähriger Mann verliert in der Haft drastisch an Gewicht ohne ersichtlichen Grund
Ein 73-jähriger Mann magerte stark ab, nachdem er drei Monate lang wegen seines Glaubens an Falun Dafa inhaftiert war.
Zhang Shuyin aus Chaoyang, Provinz Liaoning, wurde am 24. November 2025 von Beamten der Polizeistation Qianjin in seiner Wohnung festgenommen. Sie gaben an, eine Überwachungskamera habe ihn beim Aufhängen von Falun-Dafa-Plakaten gefilmt. Er wurde zur Polizeiwache gebracht und über drei Stunden verhört, bevor er wieder freikam.
Zehn Tage später, am 4. Dezember 2025, drangen Beamte der Polizeistation Shuangta erneut in Zhangs Wohnung ein und nahmen ihn fest. Sie beschlagnahmten einige seiner Falun-Dafa-Materialien sowie eine Satellitenschüssel, mit der er unzensierte Nachrichten aus ausländischen Medien empfing. Seitdem befindet er sich in der Haftanstalt von Chaoyang, wo er stark an Gewicht verloren hat, ohne dass ein Grund dafür ersichtlich ist. Seine Familie ist sehr besorgt um ihn.
Gefälschte Krankenakte und fabrizierte Beweise – die Polizei schreckt vor nichts zurück
Die etwa 57-jährige Tong Xiaoyan aus dem Kreis Huanren in der Provinz Liaoning wurde am 26. September 2025 verhaftet. Beamte der Polizeistation Wunüshan wiesen Tongs Vermieter an, sie unter dem Vorwand eines Wasserlecks dazu zu verleiten, in ihre Wohnung zurückzukehren. Sie eilte nach Hause, wo die Beamten auf sie warteten und sie festnahmen. Sie beschlagnahmten ihren Computer, ihren Drucker und Informationsmaterialien über Falun Dafa.
Danach brachten sie Tong in die Haftanstalt der Stadt Benxi. (Der Landkreis Huanren unterliegt der Gerichtsbarkeit von Benxi.) Da man bei der obligatorischen Untersuchung von Tong eine verminderte Durchblutung des Herzens, Anzeichen eines Schlaganfalls und hohen Blutdruck feststellte, nahm die Haftanstalt sie nicht auf. Die Beamten riefen daraufhin den stellvertretenden Leiter Wang Chenggang an. Dieser befahl, Tongs Krankenakte zu fälschen und sie für hafttauglich zu befinden.
Mit den gefälschten Unterlagen lieferte die Polizei Tong in die Haftanstalt ein. Als sie sich wehrte, stießen die Polizisten sie zu Boden, wobei ihr Kopf auf dem Boden aufschlug. Anschließend hielten sie ihren Kopf fest und wiesen den Arzt der Haftanstalt an, eine Computertomographie durchzuführen. Trotz ihrer Haftuntauglichkeit nahm der Wärter Wang Naihan die Praktizierende auf.
Kurze Zeit später wurde Tong in das Eisenbahnkrankenhaus in Benxi verlegt. Dort stellten die Ärzte fest, dass sie gesundheitliche Probleme hatte, gewährten ihr jedoch weder Einsicht in ihre Krankenakte noch teilten sie ihr die genaue Diagnose mit. Stattdessen forderten sie sie auf, Dokumente zu unterschreiben. Tong weigerte sich und wurde ein paar Tage später in die Haftanstalt zurückgebracht.
Sie wurde noch mehrmals zur stationären Behandlung in dasselbe Krankenhaus eingeliefert, fühlt sich nach wie vor unwohl und leidet unter häufigen Kopfschmerzen.
Tongs Anwalt versuchte dreimal, sie zu besuchen, aber jedes Mal wurde ihm mitgeteilt, dass sie ihn nicht empfangen wolle. Vor kurzem durfte er sie schließlich sehen und erfuhr, dass die Haftanstalt sie nie über seine Besuchsanträge informiert hatte.
Tong bestätigte ihrem Anwalt gegenüber, dass sie nie gesagt habe, sie wolle ihn nicht sehen, sondern das Gegenteil der Fall sei. Sie erzählte ihm, dass die Polizei ihre Krankenakte und Verhörprotokolle gefälscht und „Beweise“ gegen sie fabriziert habe.
Die Polizeibehörde des Kreises Huanren leitete den Fall an die Staatsanwaltschaft des Bezirks Mingshan in Benxi weiter. Die Staatsanwaltschaft erhob zu einem unbekannten Zeitpunkt Anklage gegen Tong. Ihr Anwalt bestätigte, dass der Fall nun beim Bezirksgericht Mingshan liege.
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