(Minghui.org) In der vergangenen Zeit habe ich an einem Projekt teilgenommen, bei dem wir Menschen in China telefonisch die wahren Umstände erklären und sie zum Austritt aus der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) bewegen. Dabei wurde mir bewusst, dass beim Erklären der wahren Umstände – sei es am Telefon oder im direkten Gespräch – der Zeitpunkt unserer Worte, die Wortwahl sowie sogar Tonfall und Haltung entscheidend sind und zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen führen können.
Da wir es mit unterschiedlichen Menschen und Situationen zu tun haben, kann selbst ein gut ausgearbeitetes Skript ganz verschiedene Wirkungen entfalten. Ich habe mich daher gefragt, ob es einen Ansatz gibt, der flexibel auf wechselnde Situationen reagieren kann. Bei einem kürzlichen Austausch im Projektteam habe ich dazu einige Gedanken entwickelt, die ich hier mit euch teilen möchte. Falls daran etwas nicht zutreffend oder unvollständig ist, bitte ich um Hinweise.
Worte sprechen, von denen man selbst überzeugt ist – mit ganzem Herzen für andere
Wenn wir jemanden anrufen oder unterwegs auf Menschen treffen, stellt sich zunächst die Frage, wie wir das Gespräch beginnen. Der Einstieg ist wichtig, aber nicht einfach. Verwendet man über längere Zeit ähnliche Formulierungen, lässt die Wirkung oft nach.
Ich habe erkannt, dass es hilfreich ist, eine Einleitung zu wählen, mit der man sich selbst wohlfühlt und die man aus Überzeugung sprechen kann. Dazu gehört eine kurze Vorstellung und der Anlass des Anrufs wie ein Gruß oder gute Wünsche. Anschließend kann man über Jahreszeiten, Feiertage oder aktuelle Ereignisse ins Gespräch einsteigen.
Wenn wir vorbereitete Texte verwenden, sollten wir unbedingt Inhalte wählen, hinter denen wir selbst stehen. Auch wenn bestimmte Formulierungen allgemein als besonders wirkungsvoll gelten (etwa klassische oder traditionelle Ausdrücke), kann es sein, dass sie uns persönlich nicht liegen. Dann kann das ein Hinweis darauf sein, nach innen zu schauen: Liegt es an eigenen Vorstellungen, an Unsicherheit oder daran, dass wir uns nicht ausreichend vorbereitet haben?
Ein guter Einstieg sollte beim Gegenüber das Gefühl erzeugen: „Dieser Mensch ruft mich an, weil er sich um mich sorgt und mir etwas Gutes tun möchte.“ So entsteht eine positive Gesprächsatmosphäre.
Dass wir anderen helfen wollen, ist für Praktizierende selbstverständlich. Warum sollten wir sonst Zeit und Geld dafür aufwenden, Telefonate zu führen? Doch die eigentliche Herausforderung besteht darin, dass der andere diese Aufrichtigkeit auch wirklich spürt – und nicht nur wir selbst glauben, aus Mitgefühl zu handeln.
Während ich darüber nachdachte, kam mir ein Bild: Es ist, als befände man sich im Meer. Egal wie sehr man sich bemüht, man kann das Meer nicht verändern. Wird man jedoch ruhig, spürt man dessen Weite und Sanftheit. Wenn unser Herz so weit wird wie das Meer, können uns die Emotionen oder Reaktionen anderer nicht erschüttern. Stattdessen können wir ihnen helfen, zur Ruhe zu kommen und unsere Aufrichtigkeit und Freundlichkeit wahrzunehmen.
Eine ruhige und gelassene innere Haltung
Wir wissen alle, wie wichtig unsere innere Haltung beim Telefonieren ist. Wenn wir über den Austritt aus der KPCh sprechen, machen wir uns oft Sorgen: Wird die Person sensibel reagieren? Wird sie meine Worte ablehnen oder Angst haben? Könnte sie denken, wir seien gegen die Regierung?
Diese Gedanken sind verständlich. Wenn wir uns jedoch gut vorbereiten und mögliche Reaktionen durchdenken, gewinnen wir an Sicherheit.
Als ich anderen Praktizierenden beim Telefonieren zuhörte, wurde mir klar: Wenn wir innerlich entspannt sind – so, als würden wir mit einem Freund sprechen, den wir zwar nicht gut kennen, dem wir aber wirklich helfen möchten –, dann vermitteln wir Hoffnung und Wärme.
Menschen erwarten keinen belehrenden Ton wie von Eltern, Lehrern oder Vorgesetzten. Ebenso wenig möchten sie das Gefühl haben, jemand wolle ihnen eine Meinung „verkaufen“ oder spreche unsicher über ein sensibles Thema. Solche Haltungen können wir bewusst vermeiden.
Jeder Anruf ist eine kostbare Gelegenheit. Wir wissen nicht, wann diese Person wieder die Chance haben wird, die wahren Umstände zu hören. Wenn wir jedoch mit Angst, Anspannung oder Ungeduld sprechen, übertragen sich diese Gefühle. Die Energie, die wir aussenden, ist stark – und auch mangelndes Mitgefühl kann sich negativ auswirken.
Den anderen verstehen und wirklich zuhören
Beim Erklären der wahren Umstände übernehmen Praktizierende eine führende Rolle. Doch was bedeutet „führen“ eigentlich? Meiner Ansicht nach heißt das nicht, das Gespräch zu dominieren oder ununterbrochen zu reden.
Eine Mitpraktizierende berichtete von ihrer Erfahrung, wie sie anderen aufmerksam zuhörte. Das hat mich tief beeindruckt. Durch ihre Geduld, ihren Respekt und ihr Verständnis konnte die andere Person ihre Vorbehalte ablegen und schließlich dem Austritt aus der KPCh zustimmen. Während sie zuhörte, nutzte sie jedoch Gelegenheiten, um Inhalte einzubringen und zur Entscheidung zu ermutigen. Ihr Zuhören war kein Rückzug, sondern bereitete den Weg, die innere Blockaden beim anderen aufzulösen.
Meiner Ansicht nach ist die Fähigkeit eines Mitpraktizierenden zuzuhören so, als würde man eine Schleuse öffnen, damit die Gefühle des anderen ein Ventil finden können, anstatt mit unseren eigenen Worten einen Damm zu errichten, der sie blockieren könnte.
Auch unter Freunden ist echtes Zuhören entscheidend. Wenn wir Telefonate als freundliche Gespräche betrachten, hinterlassen wir selbst dann einen guten Eindruck, wenn die Person sich nicht sofort entscheidet. Beim nächsten Kontakt wird sie dann eher offen sein.
„Austreten“ oder „nicht austreten“
Ich verstehe es so: Alles, dem wir begegnen, ist Teil unserer Kultivierung. Wenn jemand zustimmt auszutreten, bedeutet das nicht nur, dass das Gespräch erfolgreich war – letztlich ist alles vom Meister arrangiert.
Wenn jemand nicht austritt, gibt uns das die Gelegenheit, nach innen zu schauen. Das betrifft nicht nur die Person, die telefoniert, sondern alle Beteiligten. Auch wenn ich nicht direkt telefoniere, hängt das Ergebnis mit mir zusammen.
Vielleicht ist meine eigene Haltung nicht ruhig oder aufrichtig genug. Vielleicht reicht mein Kultivierungszustand noch nicht aus. Das, was wir sagen oder schreiben, spiegelt unsere Ebene wider. Dann sollten wir überlegen: Waren unsere Worte passend? Hätten wir etwas anders formulieren oder einen anderen Zugang wählen können?
Tatsächlich handelt kein Praktizierender, der einen Anruf tätigt, allein; wir sind als ein einziger Körper vereint. Fehlt ein Teil oder ist nicht im Gleichgewicht, kann sich das auf das Gesamtergebnis auswirken. Gleichzeitig liegt das endgültige Resultat in den Händen des Meisters. Alle Rückschläge, Schwierigkeiten oder Hindernisse, denen wir begegnen, sind in Wirklichkeit Gelegenheiten, die uns der Meister bietet, damit wir unsere eigenen Unzulänglichkeiten erkennen und uns rasch erhöhen können. In Wirklichkeit sind diese Herausforderungen Gelegenheiten für uns, uns weiterzuentwickeln.
Zum Schluss möchte ich meine tiefe Dankbarkeit ausdrücken. Ich danke dem Meister dafür, dass ich an diesem Projekt teilnehmen darf. Ebenso danke ich meinen Mitpraktizierenden für ihre Unterstützung und Ermutigung.
Besonders möchte ich denjenigen danken, die an vorderster Front telefonieren. Euer Einsatz hat mich tief berührt und inspiriert. Ich bin überzeugt: Unabhängig davon, ob sich jemand sofort entscheidet oder nicht – jedes einzelne Gespräch ist wertvoll. Viele Menschen werden eure selbstlosen Bemühungen eines Tages zu schätzen wissen.
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