(Minghui.org) 1996 begann ich, Falun Dafa zu praktizieren. Es befreite mich aus einem schmerzhaften, schwierigen Leben und schenkte mir meine Gesundheit und meinen inneren Frieden zurück. In jenem Jahr begann mein Sohn sein Studium an der Universität. Mein Mann war bereits verstorben, als unser Sohn sieben Jahre alt war, und ich konnte mir damals das Schulgeld für ihn nicht leisten. Mir blieb keine andere Wahl, als mich in einer anderen Stadt nach Arbeit umzusehen. Daher beschloss ich, nach Peking zu gehen, um jede Arbeit anzunehmen, die ich nur finden konnte.

Menschen ohne Vorurteile erretten

Mein Heimatlandkreis gilt landesweit offiziell als Armutsgebiet. Wie die Mehrheit der Angestellten in den örtlichen Betrieben wurde auch ich entlassen. Ich musste meinem Sohn monatlich einen Unterhaltsbeitrag schicken und zudem meine eigenen Lebenshaltungskosten bestreiten. Das bedeutete, dass ich so schnell wie möglich eine neue Arbeitsstelle finden musste.

An meinem ersten Tag bei einer Arbeitsvermittlung traf ich auf eine junge Frau, die jemanden für die Erledigung ihrer Hausarbeit suchte. Sie stellte einigen von uns zahlreiche Fragen zu unserer Person und verließ anschließend das Büro. Als es fast Mittag war, machte ich mich auf den Heimweg. Kurz darauf rief mich die Arbeitsvermittlung an und teilte mir mit, dass die Frau mich ausgewählt hatte.

Als ich zurückkehrte, unterhielt sie sich gerade mit dem Vermittler der Agentur über den Arbeitsvertrag sowie über die Rechte und Pflichten von Arbeitgeber und Arbeitnehmer – insbesondere darüber, wie die Rechte und Interessen der Arbeitnehmer gewahrt werden könnten. Als der Vermittler kurz hinausging, um einen Telefonanruf zu tätigen, notierte die junge Frau ihre Telefonnummer und gab sie mir. Als der Vermittler zurückkam, erklärte sie, ihr Mann habe sie angerufen, und verließ das Büro.

Auf dem Heimweg dachte ich bei mir: „Diese Frau ist ziemlich hart im Nehmen. Sie will der Arbeitsvermittlung offenbar keine Gebühren zahlen.“ Aufgrund dessen, was ich in der Agentur beobachtet hatte, konnte ich mir gut vorstellen, dass sie keine besonders umgängliche Person war. Sollte ich ihr Angebot annehmen oder nicht? Doch dann kam mir ein anderer Gedanke: „Vielleicht ist sie dazu vorherbestimmt, von Falun Dafa zu erfahren.“

Sie bat mich, sie bei ihr zu Hause aufzusuchen, und trug mir auf, täglich zwei Mahlzeiten zuzubereiten und das Haus sauber zu halten. Ich erhielt einen freien Tag pro Woche. Sie erzählte mir, dass ihr Name Weiwei (Deckname) sei und ihr Mann Yu Lai (Deckname) heiße. Sie berichtete mir zudem von all den Dingen in ihrem Zuhause, auf die ich besonders achten sollte. Ich sagte zu ihr: „Ich kann keine lebenden Fische oder Hühner töten. Ich habe meine eigenen Prinzipien: Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht.“

Ich konnte erkennen, dass Weiwei ziemlich verwöhnt und sehr wählerisch war. Sie fragte mich, ob ich gut kochen könne. Meine Antwort darauf lautete: „Jeder hat einen anderen Geschmack. Lassen Sie es mich versuchen, dann werden wir sehen, ob Ihnen meine Kochkünste zusagen.“ Dabei dachte ich bei mir: „Viele Jahre lang führten mein Sohn und ich ein entbehrungsreiches Leben. Ich hatte nie die Gelegenheit, eine große Vielfalt an Gerichten zuzubereiten. Es ging damals kaum darum, ob das Essen ‚gut‘ zubereitet war oder nicht.“

Weiwei bat mich, die Einkäufe zu erledigen und zu ihr nach Hause zu kommen, um dort zu kochen, sobald sie und ihr Mann nach der Arbeit heimkehrten. Sie bestellte die unterschiedlichsten Gerichte, die ich für sie zubereiten sollte. Ich folgte der Falun-Dafa-Lehre, stets Rücksicht auf andere zu nehmen, und ging meiner Arbeit mit ganzem Eifer nach. Ich gab mein Bestes, um alles genau so zu kochen, wie sie es sich wünschte. Nie äußerte sie, dass das Essen, das ich zubereitet hatte, ihr nicht schmecke.

Weiwei lud oft Freunde oder ihre Eltern zum Abendessen zu sich nach Hause ein; dementsprechend spät kam ich an solchen Tagen nach Hause zurück. Ihre Mutter kam gelegentlich vorbei und wir unterhielten uns ein wenig. Einmal sagte Weiweis Mutter zu mir: „Weiwei hat erzählt, dass das Essen, das Sie kochen, köstlich schmecke. Deshalb hat sie ihre Freunde und uns zum Abendessen eingeladen.“ In meiner Gegenwart jedoch fand Weiwei nie ein lobendes Wort für mich. Ich erfuhr, dass Weiweis Vater ein hoher Beamter aus einer anderen Provinz war. Kein Wunder, dass sie sich wie eine verwöhnte kleine Prinzessin aufführte. Zudem machte sie mir häufig das Leben schwer, indem sie Aufgaben von mir verlangte, die weit über meinen eigentlichen Zuständigkeitsbereich hinausgingen. Das kümmerte mich jedoch nicht weiter – schließlich bin ich eine Praktizierende.

Weiweis Mann Yu Lai legte eine sehr distanzierte Haltung mir gegenüber an den Tag. Ich arbeitete zu diesem Zeitpunkt bereits seit fast einem Monat in ihrem Haushalt. In dieser Zeit hatte er kein einziges Mal ein Wort mit mir gewechselt.

Eines Abends bat Weiwei ihre Eltern erneut zum Abendessen zu sich. Nach dem Essen sagte Yu Lai zu seiner Schwiegermutter: „Ich wäre beinahe am Steuer ohnmächtig geworden. Das war ziemlich gefährlich.“ Seine Schwiegereltern waren besorgt und fragten, ob er ins Krankenhaus gehen werde, um sich dort untersuchen zu lassen. Er erwiderte: „Ich war schon in einigen Krankenhäusern, aber sie konnten nicht herausfinden, was mir fehlt.“

Ich riet ihm: „Sie könnten es einmal mit Falun Dafa versuchen. Viele Menschen sind durch das Praktizieren von schweren Krankheiten genesen.“ Er fragte mich, wie er mit dem Praktizieren beginnen könne. Ich erklärte es ihm kurz. Weiweis Mutter merkte an: „Mehrere meiner ehemaligen Kollegen sind gesund geworden, seit sie Falun Dafa praktizieren.“ Da es bereits spät war, ging ich anschließend nach Hause.

Es schien, als würde Yu Lai etwas verehren. Eines Tages verneigte er sich vor einem Gegenstand in der Nähe der Tür. Mir fiel auf, dass es eine kupferne Kröte war. Da entfuhr es mir: „Ich weiß jetzt, was die eigentliche Ursache Ihrer Krankheit ist.“ Ich war selbst erschrocken über das, was mir da raufgerutscht war. Wie konnte mir eine solche Äußerung nur über die Lippen kommen? Er hakte sofort nach: „Was ist es?“ – „Das lässt sich nicht so einfach in wenigen Worten erklären. Ich werde es Ihnen beim nächsten Mal erläutern.“ In den darauffolgenden Tagen kamen sie jedoch immer erst spät nach Hause, sodass ich keine Gelegenheit fand, weiter mit ihm darüber zu sprechen.

Ein neues Arbeitsangebot 

Su Lin (ein ehemaliger Lehrer, mit dem ich mir früher ein Büro geteilt hatte) eröffnete eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Peking. Er erfuhr, dass ich mittlerweile in Peking arbeitete, und rief mich an: „In unserem Berufsfeld gilt: Je älter man wird, desto gefragter ist man. Du solltest wirklich bei deinem ursprünglichen Beruf bleiben.“ Er fand es bedauerlich, dass ich nicht mehr in meinem Fachgebiet tätig war.

Meine Zeit als Lehrerin war mit Chinas wirtschaftlicher Integration in den Weltmarkt im Jahr 1992 vorbei. Im Jahr 1993 wurden offiziell die neuen Rechnungslegungsstandards für Unternehmen eingeführt, was tiefgreifende Änderungen für viele Buchführungsmethoden mit sich brachte. Zu jener Zeit waren jedoch noch keine aktualisierten Lehrbücher verfügbar. Um sicherzustellen, dass ich meine Schüler nicht benachteiligte und ihre künftigen Berufsaussichten nicht beeinträchtigte, war ich nach Peking gereist, um mir neue Lehrmaterialien zu beschaffen. Obwohl ich eine städtische Auszeichnung für hervorragende Lehrleistungen erhalten hatte, war es mir nicht gelungen, meine dienstliche Versetzung durchzusetzen, da ich mich weigerte, Bestechungsgelder zu zahlen – eine Praktik, die damals jedoch als gängige gesellschaftliche Norm galt. Ich hatte meinen Beruf fast ein Jahrzehnt nicht mehr ausgeübt. Meine Zulassung als Buchhalterin war abgelaufen. In den 1990er Jahren waren Computer noch selten und es gab noch keine elektronische Buchführung. Su Lin wusste, dass ich eine tiefe Abneigung gegen Buchhalter hatte, die Bücher fälschten. Er sagte zu mir: „Es gibt durchaus Fälle, in denen man als Buchhalter keine betrügerischen Konten erstellen muss.“ Er fügte hinzu, dass ich in seiner Firma das Programm für die elektronische Buchführung erlernen könne. Da beschloss ich, meine Zulassung als Buchhalter erneut zu beantragen und meinen freien Tag dazu zu nutzen, das Buchführungsprogramm in seiner Firma zu erlernen.

Eines Tages erfuhr ich, dass der Sohn einer Freundin an einer Universität angenommen worden war und sie Freunde zum Abendessen einladen würde, um dies zu feiern. Ich plante, nach Hause zu fahren, um an dem Treffen teilzunehmen und ihr zu gratulieren. An meinem freien Tag ging ich zum Bahnhof, um eine Fahrkarte zu kaufen. Ich dachte mir: „Ich könnte einen Nachtzug nehmen, nach Hause fahren und wieder zurückkommen. Auf diese Weise könnte ich vermeiden, bei der Arbeit zu fehlen. Wenn Weiwei es gestattet, könnte ich einen Tag Freizeitausgleich nehmen und diesen nach meiner Rückkehr nacharbeiten. So könnte ich noch einen zusätzlichen Tag in meiner Heimatstadt bleiben.“

Ich erzählte Weiwei von meinem Plan, am folgenden Tag nach Hause zu fahren. Sie reagierte verärgert darauf: „Wer hat Ihnen erlaubt, sich einen Tag freizunehmen? Selbst ein einziger Tag ist nicht gestattet – geschweige denn zwei!“ Ich war fassungslos: „Ich habe doch einen freien Tag. Wieso sollte da selbst ein einziger Tag nicht erlaubt sein?“ Sie erwiderte: „Meine Schwiegermutter muss operiert werden. Sie wird nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus hier bei uns wohnen.“ Ich entgegnete: „Ich habe die Fahrkarte doch schon gekauft. Kann ich nicht wenigstens für einen Tag fahren?“ Sie lehnte ab. Ich dachte: „Jeden späten Nachmittag muss ich auf deinen Anruf warten, genau nach deinen Anweisungen einkaufen gehen und draußen auf deine Rückkehr warten, bevor ich überhaupt das Haus betreten und mit dem Kochen beginnen kann. Wenn ich so draußen im Wind und Regen stehe, warte ich manchmal über zwei Stunden. Obendrein verlangst du häufig, dass ich drei Mahlzeiten am Tag für dich zubereite – was mir eine Unmenge an zusätzlicher Arbeit aufbürdet. Du bist ein schwieriger Mensch, den man betreuen muss! Außerdem hat deine Schwiegermutter noch nie zuvor bei euch gewohnt; dennoch hast du beschlossen, sie bei euch einziehen zu lassen – ohne mir auch nur einen einzigen freien Tag zu gewähren und ohne mich vorher auch nur im Geringsten vorzuwarnen. Was soll ich denn nun mit dem Kurs für elektronische Buchführung machen, den ich belegen wollte? Ich habe mich doch nicht in deine Dienste verkauft! Ich kündige!“

Eine Entscheidung

Dann besann ich mich: „Ich bemühe mich jeden Tag darum, Menschen zu erretten. Sie sind hier. Soll ich mir aussuchen, wen ich errette? Gut, ich werde nicht gehen. Ich möchte dieser Familie Erlösung bringen.“ Es war erstaunlich, wie diese Gedanken innerhalb eines Augenblicks in mir aufstiegen.

Dann sagte ich ruhig zu Weiwei: „Gut, ich werde nicht nach Hause fahren. Ich gebe das Zugticket zurück.“ Zu jener Zeit gab es noch keinen Online-Ticketkauf; man musste sich während der Feiertage lange in Schlangen anstellen, um eine Fahrkarte zu ergattern. Nach der Arbeit fuhr ich also mit dem Bus zum Bahnhof, um das Ticket zurückzugeben. Allein für den Hin- und Rückweg benötigte ich über zwei Stunden. Ich dachte daran, dass meine Freunde mir über Jahre hinweg so sehr geholfen hatten und dass ich sie wirklich gerne besucht hätte. Es war bedauerlich, dass ich es nicht einrichten konnte.

Ein paar Tage später wurde Weiweis Schwiegermutter aus dem Krankenhaus entlassen. Weiwei bat mich, mich um ihre Schwiegermutter zu kümmern. Sie war nur selten zu Hause und selbst wenn sie daheim war, half sie nicht mit. Ihre Schwiegermutter hatte sich einer Brustoperation unterzogen und konnte sich nicht selbst versorgen. Sie benötigte sogar Hilfe dabei, aus dem Bett zu kommen.

Von da an hatte ich keinen einzigen freien Tag mehr und konnte nicht einmal mehr in die Firma meines ehemaligen Kollegen gehen, um dort zu lernen. Ich wusste, dass ich die Chance verpasst hatte, mich weiterzubilden und die entsprechende Lizenz zu erwerben, und damit auch die Gelegenheit auf eine anständige, gut bezahlte Arbeitsstelle. Doch ich bin eine Praktizierende und der Meister hat uns gelehrt, Rücksicht auf andere zu nehmen.

Als ich Weiweis Schwiegermutter zum ersten Mal die Füße wusch, empfand ich eine gewisse Beklommenheit, denn abgesehen davon, dass ich meinem Sohn die Füße gewaschen hatte, als er noch klein war, hatte ich zuvor noch nie jemand anderem die Füße gewaschen. Doch Praktizierende müssen Rücksicht nehmen! Sie war so schwach. Immer wieder ging mir der Gedanke durch den Kopf: „Meine Mutter ist schon vor langer Zeit verstorben. Ich habe ihr nie die Füße gewaschen.“ Da erfüllte es mich mit Freude, dies nun tun zu dürfen.

Ich kümmerte mich um sie und sprach geduldig mit ihr über die außergewöhnliche Natur von Dafa. Sie war eine hochgebildete und gütige Frau und konnte meine Worte akzeptieren.

Eines Tages bat mich Yu Lai, ihm zu erklären, worin die eigentliche Ursache seiner Krankheit liege. Ich erwiderte: „An fast jedem Straßenstand wird irgendetwas verehrt. Ich sage dazu normalerweise nie etwas. Doch ich bin nun schon seit geraumer Zeit in Ihrem Haus. Unsere Begegnung ist schicksalhaft bestimmt. Folgendes habe ich durch Falun Dafa gelernt: Die eigentliche Ursache Ihrer Krankheit ist die Kröte, die Sie verehren. Sie ist etwas Schlechtes.“ Yu erzählte mir daraufhin, er habe sie für 500 Yuan [ca. 60 Euro] von einem Berg mitgebracht. Ich entgegnete: „Vielleicht bringt sie Ihnen tatsächlich etwas Geld ein. Doch wenn Sie sie verehren, zehrt sie an Ihrer Lebensessenz. Darin liegt die eigentliche Ursache Ihrer Krankheit begründet. Sie können mir glauben oder auch nicht – die Entscheidung liegt ganz bei Ihnen.“

Meine Arbeitgeber beginnen zu praktizieren

Am nächsten Tag sagte Yu zu mir: „Ich habe das Ding auf den Balkon gestellt. Sie können es entsorgen.“ Ich hatte nicht damit gerechnet, dass er eine so rasche Entscheidung treffen würde. Ich sprach mich mit seiner Mutter ab und rief einen Schrottsammler an. Ich sagte zu ihm: „Nimm dieses Ding und schick es einfach direkt in die Schmelze. Andernfalls wird es jedem schaden, der es an sich nimmt.“

Einige Tage später begannen Yu und Weiwei, Falun Dafa zu lernen. Yu erlernte die ersten vier Übungen in einem Durchgang. Anfangs konnte er bereits im halben Lotussitz meditieren. Sie machten die Übungen gemeinsam mit mir, wann immer sie Zeit hatten. Yus Mutter sah sich zudem zweimal das Video von der Fa-Erklärung des Meisters an. Yu fertigte auch eine Kopie der VCD mit der Fa-Erklärung an. Sie beschlossen alle gemeinsam, aus der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) sowie den ihr angeschlossenen Organisationen auszutreten. Über einen Monat später hatte sich Yus Mutter erholt und kehrte in ihr eigenes Zuhause zurück. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie das Zhuan Falun bereits zweimal gelesen. Sie nahm das Buch mit, als sie nach Hause ging.

Weiwei änderte ihre Einstellung vollkommen. Sie erhöhte mein Gehalt und gab mir sogar ihren Hausschlüssel, damit ich jederzeit ungehindert das Haus betreten konnte. Auch Weiweis Eltern entschieden sich für den Parteiaustritt. Als ich ihr Haus verließ, um eine andere Arbeitsstelle anzutreten, weinte Weiwei.

Yu genas von seiner Krankheit. Einige Jahre später fragte ich seine Mutter nach ihm. Sie berichtete, dass er keinen Rückfall erlitten habe und vollständig geheilt sei. Ich wusste, dass sie alle eine schicksalhafte Verbindung zum Dafa besaßen.

Die einzige „herausragende Mitarbeiterin“

Eine weitere potenzielle Arbeitsstelle wurde online von meinem Mitbewohner entdeckt, der meinte, sie würde gut zu mir passen. Das in der Stellenanzeige aufgeführte Gehalt war dreimal so hoch wie der Branchendurchschnitt und die beschriebenen Zusatzleistungen waren hervorragend – es schien fast zu schön, um wahr zu sein. Ich beschloss, mich zu bewerben, und nahm dabei die Einstellung ein, dass ich nichts zu verlieren hätte.

Das Vorstellungsgespräch war recht langwierig. Ich wurde gebeten, ein Dokument zu entwerfen – eine Aufgabe, die angeblich typischerweise bei Vorstellungsgesprächen in Fortune-500-Unternehmen gestellt wird. Zudem wurden mir einige ziemlich bizarre Fragen gestellt. Ich dachte mir: „Angesichts derart hervorragender Zusatzleistungen werde ich die Stelle wohl kaum bekommen.“ Ich beantwortete ihre Fragen jedoch ohne Zögern und bewahrte dabei eine Haltung, die weder unterwürfig noch arrogant war. Unerwarteterweise erhielt ich drei Tage später einen Anruf mit der Zusage. Meine Mitbewohner freuten sich für mich und fanden es schier unvorstellbar, dass ich die Stelle tatsächlich bekommen hatte. Ich bin dem Meister zutiefst dankbar. Zu jener Zeit lastete ein enormer finanzieller Druck auf mir, da ich für die Lebenshaltungskosten meines Sohnes während seines Studiums aufkommen musste.

Bei der Arbeit sah ich mich mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert, die ich jedoch mithilfe der Güte, die ich durch die Kultivierung im Dafa gewonnen hatte, auflösen konnte. Nach Feierabend unterhielt ich mich oft mit meinen Kollegen und erzählte ihnen, wie außergewöhnlich Dafa ist. Ich war jeden Tag voller Freude und bemühte mich stets darum, meinen Kollegen und Kunden gegenüber rücksichtsvoll zu sein. Viele von ihnen traten daraufhin aus der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) aus.

Das Unternehmen, für das ich tätig war, war nicht sonderlich groß; es zählte weniger als 100 Mitarbeiter. Eines Jahres beschloss die Geschäftsführung, einen Betriebsausflug für die Belegschaft zu organisieren und im Rahmen dessen die jährliche Firmenfeier abzuhalten. Ich wandte mich an meinen Vorgesetzten und sagte: „Meine Kollegen sind allesamt jung und feiern gerne mal ausgelassen. Daher werde ich dieses Mal aussetzen und hierbleiben, um währenddessen den Laden am Laufen zu halten.“ Zu meiner Überraschung kehrten meine Kollegen drei Tage später mit einer Auszeichnung für mich zurück: Ich war zum einzigen „herausragenden Mitarbeiter“ des Unternehmens gekürt worden.

Den Schilderungen meiner Kollegen zufolge war der Wettbewerb um die Auszeichnung als „herausragender Mitarbeiter“ während der Firmenfeier besonders hart umkämpft. Die Kandidaten wurden anhand einer langen Liste von Kriterien bewertet – darunter Arbeitsleistung, fachliche Kompetenz und die Einhaltung der Unternehmensrichtlinien. Es wurde heftig diskutiert, wobei man sogar die Schwächen der jeweils anderen Kandidaten ans Licht zerrte. Doch als schließlich die endgültige Entscheidung fiel, war ich die Einzige, die ausgewählt wurde. Meine Kollegen verliehen mir einstimmig den Titel „Herausragender Mitarbeiter“ – die einzige Auszeichnung, die in jenem Jahr vergeben wurde.

Das Buch – verloren und wiedergefunden

Unsere Firma stellte eine Hausmeisterin ein. Ich machte sie mit Dafa bekannt und riet ihr, aus der KPCh und den ihr angeschlossenen Organisationen auszutreten. Sie unterhielt sich auch mit mir über familiäre Probleme. Sie erzählte mir, dass das Verhältnis zu ihrem Mann sehr schlecht sei und sie eine Scheidung in Erwägung zögen. Zudem war sie gesundheitlich angeschlagen. Ich gab ihr Ratschläge auf der Grundlage der Prinzipien des Dafa, und so begann sie, Falun Dafa zu lernen. Ich lieh ihr außerdem das Buch Zhuan Falun aus und sagte zu ihr: „Hüte dieses Buch gut und lege es nicht einfach irgendwo hin.“ Sie versprach es.

Ihr Arbeitsplan sah vor, dass sie an den Wochenenden arbeitete. Eines Tages teilte sie mir mit, dass das Buch verschwunden sei. Besorgt fragte ich sie: „Was ist passiert?“ Sie antwortete: „Mein Mann hat es weggeworfen.“ Ungläubig entgegnete ich: „Hat er es vielleicht nur versteckt? Du solltest freundlich mit ihm reden und ihm erklären, dass das Buch nur ausgeliehen und sehr kostbar ist. Du musst ihn unbedingt danach fragen.“ Am nächsten Tag berichtete sie mir: „Ich habe ihn noch einmal gefragt. Er beharrte darauf, dass er es weggeworfen habe.“ Als sie am darauffolgenden Wochenende wieder zur Arbeit kam, berichtete sie mir, dass das Buch noch nicht wiederaufgetaucht sei. Sie war sehr beunruhigt, da sie wusste, wie viel mir dieses Buch bedeutete.

Zwei Wochen vergingen, doch das Buch blieb verschwunden. Ich war enttäuscht. Ich dachte bei mir: „Wie konnte er in seiner Unwissenheit nur eine solche Sünde begehen!“ Ich fühlte mich sehr niedergeschlagen, gab jedoch nicht auf und weigerte mich zu glauben, dass das Buch tatsächlich für immer verloren sei.

Als die Hausmeisterin mich am dritten Wochenende wiedersah, rief sie voller Freude: „Ich habe es gefunden!“ Begeistert fragte ich: „Großartig! Hat er es also doch nur versteckt?“ Sie antwortete: „Er hatte es tatsächlich in den Müll geworfen. Mein zweijähriger Enkelsohn entdeckte dort jedoch ein ‚buntes‘ Buch und holte es heraus. Er bat seinen Vater, daraus Papierflieger zu falten. Mein Schwiegersohn sah sich das Buch an und behielt es daraufhin.“

Ich fragte sie: „Hast du die Schutzhülle des Buches ausgetauscht?“ Sie verneinte. Ich sah, dass das Buch noch immer in das ursprüngliche weiße Papier eingeschlagen und völlig sauber war. Wie konnte das Kind da behaupten, das Buch sei „bunt“? Später kam mir der Gedanke, dass sein Himmelsauge geöffnet sein musste und er das Falun gesehen hatte. Danke, Meister.

Ich war überglücklich und lud die Hausmeisterin spontan zum Mittagessen ein. Ich fragte sie: „Wie konnte dein Schwiegersohn das Buch behalten, und wie hast du es erst vor Kurzem erfahren?“ Sie antwortete: „Er wusste, dass das Buch gut ist, und behielt es. Aber als er sah, wie ich nach etwas suchte, fragte er mich, wonach ich Ausschau hielt. Als ich ihm sagte, dass ich das Buch suchte, holte er es hervor und gab es mir. Er hatte auch ein Amulett bei sich und zeigte es mir. Ich bat ihn darum, doch er gab es mir nicht.“ Ich sagte, ich würde ihm persönlich danken, und fragte nach seinem Namen und seiner Tätigkeit.

Die Hausmeisterin nannte mir seinen Namen, seinen Arbeitsplatz und seine Adresse. Ich war überrascht: „Was für ein Zufall! Dein Schwiegersohn ist ein Kollege meiner Mitbewohnerin – eine Praktizierende, die ich kennenlernte, nachdem ich nach Peking gekommen war.“ Sie hatte ihm von Dafa und den Fakten über die Verfolgung durch die KPCh erzählt. Er wusste, dass Falun Dafa außergewöhnlich ist, und hatte das Buch deshalb aufbewahrt.

Das war ein Ereignis von derart unwahrscheinlicher Fügung – einfach unfassbar! Eine Gruppe von Menschen, die scheinbar absolut keine Verbindung zueinander hatten, wurde tatsächlich durch Falun Dafa miteinander verbunden. So wurde das Buch verloren und wiedergefunden.