(Minghui.org) Ein älteres Ehepaar, das vor 40 Jahren unsere Nachbarn gewesen war, besuchte kürzlich unsere Stadt, um dort Urlaub zu machen. Damals war ich erst 12 Jahre alt gewesen. Die beiden waren Universitätsprofessoren und mein Vater ihr Vorgesetzter. Unsere Familien standen sich nahe und meine Eltern hatten bei der Vermittlung ihrer Ehe geholfen. Die Verfolgung von Falun Dafa und seinen Praktizierenden durch die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) zwang mich später, aus Sicherheitsgründen in eine andere Provinz zu ziehen, sodass wir uns mehr als 20 Jahre lang nicht gesehen hatten.
Ich holte sie in ihrem Hotel ab. Als wir uns begrüßten, rief die Frau aus: „Du hast dich in den letzten 20 Jahren überhaupt nicht verändert! Du siehst fast genauso aus wie damals, als du angefangen hast zu arbeiten!“ Ich lachte und sagte: „Jetzt bin ich aber schon in Rente!“
Meine Mutter wartete unten, um unsere Gäste zu begrüßen. Als das Paar sie sah, war es überrascht zu erfahren, dass ihr rosiger Teint und ihr pechschwarzes Haar völlig natürlich waren. Die Frau sagte bewunderd: „Sie ist 80, aber ihr Haar ist immer noch so schön!“ Meine Mutter sagte zu ihnen: „Ich sehe unverändert aus, weil ich Falun Gong praktiziere.“ Dann hieß sie sie mit Tränen der Freude in unserem Haus willkommen.
Wir servierten frischen Tee, verschiedene Snacks sowie Scheiben von roten Datteln und Erdnuss-Toast mit hausgemachter Kiwi-Marmelade. Außerdem bot ich unseren Gästen selbstgemachte, blättrige Eierkuchen an. Die Frau war beeindruckt: „Von all diesen Teesnacks schmecken deine duftenden und raffinierten Eierkuchen am besten.“ Ich erzählte ihnen, dass ich diese oft auch für unsere Nachbarn backen würde.
Während meine Mutter und ich unsere Gäste unterhielten, bereitete mein Mann ein köstliches hausgemachtes Abendessen für alle zu. Nach dem Essen begleiteten wir sie in einen nahegelegenen Park, wo wir die Kirschblüten bewunderten. Obwohl der Weg steil war, gingen mein Mann und ich mühelos voran. Unsere Gäste wussten von meiner früheren schweren Knochenverletzung, bei der die Ärzte vorausgesagt hatten, ich würde irgendwann auf einen Rollstuhl angewiesen sein. Doch an meinen Bewegungen war offensichtlich, dass ich mich vollständig erholt hatte. Die Frau sagte: „Erstaunlich! Du bist so leichtfüßig und beweglich wie ein junges Mädchen! Bist du immer noch von Falun Gong besessen?“ Als ich ihr ein leicht überraschtes Lächeln schenkte, korrigierte sie sich verlegen: „Ich meine, praktizierst du es immer noch?“ Ich lachte und antwortete: „Ja. Ich mache die Übungen, wenn ich Zeit habe. Ich hatte heute einen vollen Terminkalender, deshalb bin ich um vier Uhr morgens aufgestanden, um sie zu machen.“ Ich erklärte ihr daraufhin, dass die erste Übung die Wirkung erzielen könne, alle Energiebahnen des Körpers zu öffnen, während die dritte Übung die Wirkung habe, die Energie des Universums mit der Energie im Körper zu vermischen und zu verschmelzen.
Vor 25 Jahren wurde ich von KP-Schergen so schwer gefoltert, dass ich danach körperlich behindert war und gegen Kaution freigelassen wurde. Ich wurde dann von meinem Arbeitsplatz entlassen, hatte keine Einkommensquelle mehr und war weiterhin von Inhaftierung bedroht. Meine Freunde und meine Familie fürchteten um meine Sicherheit. Diese beiden Professoren hatten mich damals besucht, mir ihr Mitgefühl ausgesprochen und mich gedrängt, das Praktizieren von Falun Gong aufzugeben. „Folge einfach den Anweisungen der Behörden, da wir machtlos sind. Warum so leiden?“, hatten sie gesagt. Mein Mann hatte entschlossen geantwortet: „Als Lehrer müssen wir ein Vorbild sein und aufrichtig bleiben.“ Angesichts der Worte meines Mannes verstummten die beiden. Die Angst vor der Verfolgung durch die KP zwang damals viele gute Menschen zum Schweigen und zur Untätigkeit, doch das freundliche Ehepaar war trotz dieses Drucks weiterhin bereit, uns zu besuchen.
In den folgenden 20 Jahren hatten sie mit zunehmendem Alter einen Rückgang ihrer Gesundheit erlebt und waren schließlich in den Ruhestand gegangen. Unser jugendliches Aussehen und unser aktiver Lebensstil überraschten sie.
Wir machten an diesem Abend die Betten für unsere Gäste und rieten ihnen, am Morgen auszuschlafen, um sich von ihrer langen Reise zu erholen. Unsere Familie hatte ohnehin vor, den Morgen zunächst mit den Übungen zu verbringen. Am nächsten Morgen kam das Ehepaar jedoch noch früher als wir ins Wohnzimmer. Sie sagten, sie seien neugierig und wollten sehen, wie wir die Übungen machen. Schließlich setzten wir uns alle hin, um uns Videoaufnahmen anzusehen, auf denen Meister Li einen Vortrag hielt und die Übungen lehrte.
An diesem Tag sollte unser neuer Gasherd geliefert werden. Die Firma bot an, den Herd kostenlos zu installieren, aber wir fanden keinen passenden Termin für den Kundendienst. Wir würden den größten Teil des Tages mit unseren Gästen unterwegs sein und wollten nicht, dass die Installation das Mittagessen verzögerte. Mein Mann baute daher den alten Herd auseinander und installierte den neuen selbst. Als ich bemerkte, dass er sein makellos weißes Langarmhemd noch nicht ausgezogen hatte, erinnerte ich ihn schnell: „Mach dir aber dein Hemd nicht schmutzig.“ Er antwortete: „Natürlich nicht.“ Wir lachten beide und gingen dann unseren jeweiligen Aufgaben nach. Die Professorin vertraute mir an: „Wären wir in Ihrer Situation gewesen, hätten mein Mann und ich uns am Ende gestritten.“ Ich antwortete: „Ich wollte gerade weiterreden, merkte dann aber, dass ich mir nur Gedanken über den Aufwand beim Wäschewaschen machte. Da ich nur an mich selbst dachte, habe ich geschwiegen.“ Die Professorin versank in Gedanken, nachdem sie meine Worte gehört hatte.
Die Brille des Professors ging kaputt, als wir auf Sightseeing-Tour waren. Wir überlegten, zu einem Optiker zu gehen, um sie reparieren zu lassen, aber mein Mann reparierte sie schließlich innerhalb weniger Minuten mit ein paar kleinen Werkzeugen. Das Paar war voller Bewunderung: „Er ist so tüchtig! Dabei arbeitet er so hart, beschwert er sich denn nie?“ Ich dachte einen Moment nach und antwortete dann: „Nie! Er ist immer fröhlich und hilfsbereit gegenüber allen.“
Nach dem Mittagessen unterhielt sich mein Mann mit ihnen und erläuterte einige allgemeine Grundsätze: wie man eine gesunde Geisteshaltung bewahrt; wie man seine Sichtweise ändert und vermeidet, sich zu ärgern; wie man Gewinn und Verlust gelassen nimmt; wie Sorgen durch persönliche Wünsche und Gier entstehen; und wie eine gute Geisteshaltung helfen kann, Schlaflosigkeit zu überwinden. Das Paar hörte aufmerksam zu, ihre Augen strahlten Bewunderung aus. Die Professorin kam in die Küche, während ich das Geschirr spülte, und sagte: „Dein Mann hat es ausgezeichnet erklärt! Genau mit diesen Problemen kämpfen wir. Wo hat er all diese Dinge gelernt?“ Ich antwortete: „Das ist die Weisheit, die durch Falun Gong herauskultiviert wird. Die Gründe, warum Probleme auftreten, und die Methoden zu ihrer Lösung werden alle im Buch Zhuan Falun erklärt. Wenn man das Buch liest und diese Prinzipien versteht, bekommt man als Praktizierender eine Anleitung, nach innen zu schauen und sich zu erhöhen.“
Meine Mutter drängte uns alle, uns zu beeilen, damit wir den Park besuchen konnten. Wir standen gerade im Aufzug, als meiner Mutter auffiel, dass sie ihr Handy vergessen hatte. Als mein Mann anmerkte: „Hattest du denn keine Zeit zum Packen?“, antwortete meine Mutter scherzhaft: „Da ich nun weniger zu tragen habe, habe ich es nun leichter.“ Ich hatte Mitleid mit ihr und sagte: „Du hast mir geholfen, meine Bestellung entgegenzunehmen, und hattest dadurch keine Zeit, deine eigenen Sachen zu packen.“ Die Professorin gestand: „Wäre uns das passiert, hätten mein Mann und ich uns gegenseitig die Schuld gegeben. Doch ihr habt alle einfach darüber gelacht und euch keine Vorwürfe gemacht. Davon können wir lernen.“ Ihr Mann pflichtete ihr bei: „Ja, kein Ärger und keine Wutanfälle. Wir sehen hier die Prinzipien, die wir zuvor gelernt haben, in der Praxis.“
Der Park bot im Frühling eine malerische Kulisse aus klarem Wasser und grünen Hügeln. Die Professorin, eine begeisterte Sängerin der Peking-Oper, trug ein Stück vor, begleitet von meiner Flöte. Das Paar sang daraufhin ein Duett aus der Peking-Oper für uns. Es war offensichtlich, dass sie viel Mühe in das Einstudieren des Stücks gesteckt hatten, und wir applaudierten. Der Professor sagte ganz begeistert: „Wir werden für euch nun noch ein Stück aus einer revolutionären Oper singen!“ Ich lehnte sofort mit einem Nein ab. Das Paar war überrascht. Ich erklärte: „Ich habe nichts gegen traditionelle Oper, aber in diesem Fall enthalten die Texte die Erzählung der Kommunistischen Partei vom Kampf gegen Himmel und Erde, preisen die Partei und schüren Konflikte zwischen den Klassen. Diese Lieder propagieren die kommunistische Ideologie und bekräftigen eure Identität als Teil dieser Gruppe. Solche kämpferischen Texte können zudem der körperlichen und geistigen Gesundheit schaden. Im Gegensatz dazu beinhalten alte Operntexte Güte, Rechtschaffenheit, Anstand und Respekt gegenüber den Eltern, was positive Energie erzeugen kann.“ Die beiden stimmten mir zu und sagten, das leuchte ihnen ein.
Ich erzählte ihnen, dass Shen Yun Performing Arts, das mit acht Ensembles weltweit auf Tournee sei, am besten die chinesische Kultur aus der Zeit vor dem Kommunismus zur Geltung bringe. Ich riet ihnen, sich eine Shen-Yun-Aufführung anzusehen, sollten sie jemals die Gelegenheit dazu haben. Als wir an diesem Abend zu Hause waren, zeigte ich dem Paar eine Shen-Yun-Anzeige. Beeindruckt von den exquisiten und wunderschönen Bildern fragten die beiden immer wieder, wer die Darsteller seien. Ich antwortete: „Es sind Falun-Gong-Praktizierende oder Kinder von Falun-Gong-Praktizierenden.“
Beim Abendessen an jenem Abend erzählte meine Mutter ihnen, dass der Vorfall der Selbstverbrennung auf dem Tiananmen-Platz, über den 2001 in der Sendung „Focus Interview“ des chinesischen Staatsfernsehens berichtet worden war, eine Fälschung gewesen sei. Nachdem wir sie auf die vielen verdächtigen Details in den Videoaufnahmen hingewiesen hatten, rief der Professor aus: „Warum verleumdet die Regierung etwas so Gutes?“ Meine Mutter antwortete: „Regierungsagenten haben sogar zwei Überwachungskameras vor unserem Haus installiert. Die Partei stellt sich als rechtschaffen dar, begeht aber hinter dem Rücken alle möglichen bösartigen Taten und verfolgt gütige Menschen.“
Die nächsten Tage mit unseren Gästen vergingen wie im Flug. Am Abend vor ihrer Abreise machten wir gemeinsam Teigtaschen. Während des Essens bemerkte der Professor feierlich: „Ich bin überglücklich zu sehen, dass es euch allen so gut geht – das übertrifft meine Erwartungen bei Weitem! Wir möchten von euch lernen.“ Wir besprachen, wie wir am besten in Kontakt bleiben könnten, damit das Ehepaar mit dem Lernen von Falun Gong beginnen konnte.
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