(Minghui.org) Seit nun 25 Jahren gehe ich – mit einigen Umwegen – den Weg der Kultivierung im Dafa. Ich war überzeugt, meinen grundlegenden Eigensinn bereits erkannt und beseitigt zu haben. Im Austausch mit Mitpraktizierenden erkannte ich vor Kurzem jedoch, dabei etwas Wesentliches übersehen zu haben.
Mein Zustand war oft schwankend. Schwierigkeiten häuften sich, ich ließ mich leicht bewegen und war oft erschöpft. Diese Zustände wurden über lange Zeit zu einem großen Hindernis, verfolgten mich mit Schlafproblemen und körperlichen Symptomen.
Um meine Xinxing zu erhöhen, las ich mehr Fa, mehr Erfahrungsberichte und bemühte mich, die drei Dinge besser zu machen. Um mich gründlich zu prüfen, schaute ich noch tiefer nach innen.
Als Dafa-Kultivierende wissen wir, dass Groll und Hass sehr schlechte Dinge sind. In den letzten drei Jahren hatte ich mich daher intensiv mit Angst, Wut und besonders mit Groll auseinandergesetzt. Dieser saß tief und vielschichtig in mir und ließ mich kaum gütig mit anderen umgehen. Nach einem langen Prozess gelang es mir, vieles davon aufzulösen, doch in den tieferen Schichten blieb noch Groll zurück. Weil ich bereits Fortschritte gemacht hatte, glaubte ich, den Rest leicht beseitigen zu können. Dass sich unter dem Groll noch weitere Ursachen verbergen könnten, bedachte ich dabei nicht. Ich nahm an, Angst sei nur eine weitere Anhaftung unter vielen.
Warum ist die Angst die Ursache?
Es dämmerte mir irgendwann, dass ich Angst als eine normale Anhaftung betrachtet hatte und nicht als Wurzel und als meinen grundlegenden Eigensinn.
In einem Märchen wurde treffend beschrieben: ‚Angst führt zu Wut, Wut zu Hass – und Hass ist der Weg der dunklen Seite.‘ Die Moral von der Geschichte war, Angst mit Güte aufzulösen und damit die positive Seite und eine gute Zukunft zu wählen.
Der Meister sagt:
„Ist die Gesinnung der Angst nicht Anhaftung? Kultivierung ist so wie große Wellen, die den Sand wegspülen; was übrig bleibt, ist Gold.“ (Für wen sich kultivieren, 21.12.1995, in: Essentielles für weitere Fortschritte I)
Angst ist also eine Anhaftung und eine menschliche Emotion, die ich wegkultivieren muss.
In vielen Situationen war ich mutig gewesen und hatte gelernt, damit umzugehen. Ich dachte: „Das war’s, ich habe diese Anhaftung nicht mehr.“ Doch nun prüfte ich es noch einmal anhand der Dinge, die einen grundlegenden Eigensinn ausmachen.
Etliche Situationen hatte ich erlebt, die mir von klein auf Angst bereitet hatten. Das zog sich von meiner Kindheit bis zum jetzigen Alter wie ein roter Faden durch und wurde mir erst bewusst, als ich beim Prozess, den Groll und die unterdrückte Wut aufzulösen, tiefer nach innen schaute. Anhand wichtiger Lebensstationen erkannte ich, wann sich diese Anhaftungen bildeten und wie ich sie später auflösen konnte.
Ursprung in der Kindheit
Vor 42 Jahren wurde ich in einer kleinen Universitätsstadt geboren; meine Mutter zog mich als Alleinerziehende groß. Ich wurde im Glauben an einen Schöpfer erzogen. Mein Großvater leitete uns an, gütig, ehrlich und wahrhaftig zu sein. Wenn ich mich falsch verhielt, wurde ich korrigiert; Hass und Wut lehnte ich ab und schaute auf andere herab, wenn sie sich nicht beherrschen konnten.
Trauma durch Gewalt und Scham
Ein schlimmes Erlebnis prägte mein weiteres Leben: Als ich fünf Jahre alt war, erlebte ich Gewalt gegen meine Mutter. Ich sah, wie meine Mutter meine Tante vor deren gewalttätigem Freund beschützen wollte. Dieser Mann gab meiner Mutter eine so heftige Ohrfeige, dass sie zu Boden ging und anfing zu weinen. Mein Herz war am Zerspringen; ohne nachzudenken stellte ich mich schützend vor meine Mutter und Tante und brüllte weinend den fremden Mann an: „Das darfst du nicht! Du darfst meine Mutter nicht schlagen!“ Das Erlebnis schockte mich zutiefst, sodass ich anfing zu stottern und zu schielen. Das Stottern ging mit der Zeit weg. Das Schielen blieb.
Dieses Erlebnis erschütterte mein Vertrauen in andere Menschen tief. Das Gefühl von Ohnmacht bildete sich und ich entwickelte große Angst davor, erneut verletzt zu werden oder ausgeliefert zu sein.
Ich wuchs unter einfachen Lebensbedingungen auf, übernahm früh Verantwortung und wurde trotz guter schulischer Leistungen wegen unserer Wohnsituation und meines Erscheinungsbildes verspottet. Gegenüber Menschen, die mich aus meiner Sicht ungerecht behandelten, entwickelte ich Wut und Groll, die ich jedoch unterdrückte.
Mit etwa 14 Jahren passte ich mich an und wurde zunehmend akzeptiert. Die Werte meiner Mutter – das Herz ist wichtiger als Materielles – prägten mich. In mir hatten sich aber schon Schichten von Scham, Wut, Trauer, Groll und innerer Härte sowie auch Kampfgeist gebildet, da ich nicht erneut verletzt werden wollte und versuchte, alles zu kontrollieren. Rückblickend erkannte ich, dass tiefe Ängste vor Ausgrenzung, Vernachlässigung und einem Gefühl von innerer, spiritueller Verlassenheit mein Denken stark beeinflussten.
Ich fürchtete, bei der Suche nach der Wahrheit die Erlösung zu verpassen und vom Schöpfer verlassen zu werden.
Der Meister sagt:
„Jeder hat Angst, in die Gesellschaft der gewöhnlichen Menschen zu kommen, denn nachdem das Gedächtnis gelöscht worden ist, kennt man niemanden mehr. Wenn jemand in die Gesellschaft der gewöhnlichen Menschen kommt, wird er in dieser Umgebung von den Menschen gestört, und das wird dazu führen, dass er auf Ruhm und Reichtum achtet. Schließlich wird er nach unten fallen und nie mehr wieder hochkommen können. Deshalb wagt niemand hierherzukommen, jeder hat Angst davor.“ (Zhuan Falun 2019, S. 27)
Begegnung mit Falun Dafa
Mit 17 Jahren stieß ich auf Falun Dafa. Ich las das Zhuan Falun, lernte die Übungen und war sehr froh. Ich wusste, dass ich meinen wahren Weg gefunden hatte, und trat in die Kultivierung ein. Von da an wendete sich mein Leben erst einmal zum Besseren.
Mein Verständnis vom Fa war noch ziemlich oberflächlich. Ich dachte: „Oh, der Meister hat gesagt, wenn ich mehr Leiden ertrage, kann ich mein Karma schneller abbauen und mich höher kultivieren. Ich will gerne mehr Leiden ertragen als vorgesehen!“ Später erkannte ich, dass dieser Gedanke absolut falsch war und eine Lücke für Arrangements der alten Mächte öffnete.
Ich hörte bedrohliche Stimmen und Worte wie: „Ich werde dich zerstören“ oder „Du wirst es nie schaffen, du bist zu schlecht“. Die Leiden, die ich mir gewünscht hatte, traten ein und manches davon schien vom Meister arrangiert, manches nicht.
Gewalt in der Ehe – und Weckruf
Aus dem Wunsch nach einer heilen Familie ging ich mit 21 Jahren – auch aus Angst – unbedacht eine Ehe ein. Mein Mann versuchte mich von der Kultivierung abzuhalten, war jähzornig, gewalttätig und bedrohte mich regelmäßig. Ich versuchte vieles als Karma-Rückzahlung zu betrachten, doch in mir wuchsen Angst, Wut, Trauer und Groll, besonders nach der Geburt unseres Kindes, wodurch sich die Situation weiter verschärfte. Ich fühlte mich wie in der Hölle. Gleichzeitig erlebte ich Wunder und Hilfe des Meisters.
Einmal dachte ich verzweifelt über mein Leben nach und merkte, wie ich mich von der Kultivierung entfernt hatte. Dabei wollte ich mich doch im Dafa kultivieren! Da hörte ich plötzlich eine laute Stimme in meinem Kopf: „Wach auf! Wach auf! Wach auf!“ Ich hörte dies dreimal deutlich und war sehr verwundert. Es war kein Traum, sondern ein reales Erlebnis. Ich überlegte: „Wer war denn das? Wovon soll ich aufwachen?“ Dann wurde mir klar: Es war der Meister!
Plötzlich fiel mir die Minghui-Website ein, die ich dann besuchte. Die Worte des Meisters in den neuesten Jingwen lösten viel Angst auf und gaben mir neuen Mut.
Trennung und jahrelanger Druck
Da ich es nicht schaffte, die angespannte Atmosphäre von Gewalt und Terror grundlegend zu verändern, entschied ich mich für Trennung. Vernünftige Gespräche waren mit meinem Mann zu der Zeit nicht möglich, so floh ich mit meinem Sohn in eine andere Stadt. Mein Ex-Mann leitete zahlreiche Gerichtsverfahren zum Sorge- und Umgangsrecht ein und versuchte, Falun Dafa zu verleumden. Die Gelegenheit nutzte ich, um die wahren Umstände zu erklären. Nach neun Gerichtsterminen erhielt ich das alleinige Sorgerecht für unser Kind und einen Umgangsausschluss für ihn als Vater. Rechtlich war ich zwar erfolgreich, aber mein Kampfgeist wurde dabei verstärkt und innerlich blieben Angst, Wut und Erschöpfung zurück.
Andauernde Schwierigkeiten nähren den Groll
Von klein auf ließ sich mein Sohn nicht leicht erziehen. Aufgrund der Gewalterfahrungen im Zusammenhang mit seinem Vater wurde er zunehmend aggressiv. Bereits seit seinem sechsten Lebensjahr bedrohte und schlug er mich und andere. Ich bemühte mich, ihm die Werte von Falun Dafa vorzuleben und ihn gut zu erziehen. Durch die nächtlichen Albträume meines Sohnes, unsere finanzielle Not und die anhaltende Belastung war ich jedoch völlig erschöpft und überfordert. Es gelang mir nicht, die Situation beständig aus der Sicht einer Dafa-Kultivierenden zu betrachten und mit dem Fa zu beurteilen. Es fiel mir schwer, ein gütiges, weites Herz zu bewahren, und ich beneidete andere Menschen, die ein sorgloseres Leben führten.
Als das Verhalten meines Sohnes eskalierte und ich Sorge um seine weitere Entwicklung hatte, gab ich ihn schweren Herzens zeitweise in eine Wohngruppe. Diese Entscheidung war von Schuldgefühlen begleitet, brachte aber eine gewisse Entlastung. Unsere Beziehung konnte sich stabilisieren und ich konnte ihm sein Verhalten mir gegenüber verzeihen.
Neue Ehe und Wendung der Ereignisse
In der Zeit davor hatte ich meinen jetzigen Ehemann kennengelernt. Der Gedanke nach einem neuen Partner war zunächst durch meinen Sohn entstanden. Er hatte mir weiszumachen versucht, er sei nur so aggressiv, weil ihm ein gutes Vater-Vorbild fehle. Ich musste anerkennen, dass dies ein Faktor war. Aber allein wegen seines Wunsches eine Ehe einzugehen, schien mir abwegig. Daher prüfte ich mich diesbezüglich mit meinem Verständnis vom Fa und bat den Meister um Hinweise. Letztlich heirateten wir nach sorgfältiger Prüfung; mein Sohn mochte meinen Mann sehr und schaute zu ihm auf.
Es war geplant, dass mein Sohn zu meinem Mann und mir ziehen sollte; wir hatten alles vorbereitet und freuten uns auf einen guten Neuanfang als Familie. Urplötzlich wendete sich die Sichtweise meines Sohnes und er bestand darauf, doch bei seinem Vater leben zu wollen. Ich war außer mir und grollte meinem Ex-Mann, während ich gleichzeitig Angst davor hatte, meinen Sohn zu verlieren.
Der Wendepunkt: Vergebung und Durchbrüche
Zwar hatte ich alle Gerichtstermine gewonnen und alle Rechte bekommen, doch nun musste ich weise abwägen, wie ich damit umgehen wollte.
Entgegen den Empfehlungen des Jugendamtes beschloss ich, meinem Ex-Mann eine Vollmacht zu erteilen und meinem Sohn zu erlauben, bei seinem Vater zu leben. Es war schmerzhaft für mich, jedoch die friedlichste Lösung angesichts der Umstände, um neue Konflikte zu vermeiden. Ich wusste auch, ich musste die Gefühle zu meinem Sohn loslassen und ihm vertrauen.
In diesem Prozess gelang es mir endlich, mich den Dingen der belasteten Vergangenheit mit meinem Ex-Mann zu stellen und ihm zu verzeihen: Die Angst und den Groll ihm gegenüber konnte ich komplett loslassen. Ich war erstaunt: Die Angst vor ihm war weg! Das war unbezahlbar, ich war dankbar und fühlte mich so befreit! Als ich ihm bewusst verzieh, veränderte sich alles. Er begegnete mir von nun an respektvoll.
Prüfungen in der neuen Ehe
Mein jetziger Mann ist ein sehr guter Ehemann und ein gutherziger Mensch; er unterstützt meine Kultivierung sehr. Mein Mann ist ebenfalls geschieden und verpflichtet, hohe Unterhaltszahlungen an seine Ex-Frau und seine Kinder zu leisten. Aus meiner Sicht behandeln sie ihn schlecht und sind undankbar. Nach unserer Heirat erhöhten sich die Geldleistungen sogar, da mein Einkommen indirekt mit einbezogen wurde.
Die hohe finanzielle Belastung schränkte unser Leben stark ein, obwohl wir beide arbeiteten. Ich erkannte, dass sich meine finanzielle Situation durch die Ehe nicht verbessert hatte. Allerdings waren Wohlstand und Geld nie meine Beweggründe für diese Ehe gewesen, sondern gemeinsame Werte, Glaube und Interessen.
Ich prüfte, mehr zu arbeiten, musste aber feststellen, dass sich u.a. durch steuerliche Gesetze unsere Lage dadurch kaum verbessern würde. Ich empfand das alles als ungerecht und fühlte mich in einer ausweglosen Situation, die mir wieder Angst machte. Das erzeugte Verbitterung bei mir und meine Anhaftungen wie Wut und Neid verstärkten sich.
Angst und Groll wegen finanzieller Belastungen
Gleichzeitig entwickelte ich starken Groll – nicht nur gegenüber der Ex-Frau, sondern auch gegenüber meinem Mann. „Das ist eine dämonische, finanzielle Verfolgung!“, dachte ich empört und suchte nach rechtlichen Möglichkeiten, die Belastung zu reduzieren.
Mein Mann traf schließlich die Entscheidung, vor Gericht gegen die lebenslangen Forderungen vorzugehen, um diese zu begrenzen. Die Ex-Frau behauptete weiterhin, krank zu sein, und beispielsweise nicht einmal in der Lage zu sein, für wenige Minuten einen Stift zu halten. Kurz darauf sah ich ein Bild von ihr online, auf dem sie lächelnd eine große Pyro-Fackel in der Hand hielt. Das bestärkte meinen Verdacht, dass ihre Krankheitsdarstellung nicht der Wahrheit entsprach und sie sich nachehelichen Unterhalt durch eine angebliche Krankheit erschleichen wollte. Ich grollte ihr sehr.
In unserem Fall wurden viele Aspekte nicht genau geprüft und das Gericht entschied, mein Mann müsse noch fünf Jahre Unterhalt an seine Ex-Frau zahlen. Obwohl der Unterhalt an die Ex-Frau nun ein Enddatum hatte, empfand ich diese Belastung als große Zumutung. Ich war in Sorge, wie wir diese Zeit bewältigen sollten. War ich nun plötzlich geldgierig? Auf jeden Fall wollte ich unbedingt meine Interessen und eigene Vorteile schützen.
Da ich dieses ständige Gefühl von Ungerechtigkeit nicht loslassen konnte, verstärkte mein falsches Selbst den Gedanken, dass mir alles zu viel wäre. Ich wollte keine Leiden mehr ertragen und fand, die jahrelangen Leiden zuvor hätten meine Kapazität des Ertragens aufgebraucht. Da es mir an aufrichtigen Gedanken mangelte, beeinträchtigte es meine Fähigkeit, die drei Dinge beständig gut zu erfüllen.
Eine Mitpraktizierende wies mich darauf hin, dass die Gesetze der gewöhnlichen Menschen ohnehin nicht auf uns Dafa-Kultivierende angewendet werden. Sie sagte zu mir: „Ich sehe, du hast viele Hinweise bekommen, deine Anhaftung loszulassen, aber du weigerst dich, das zu erkennen. Ändere deine Sichtweise und versuche, es vom Fa her zu erkennen.“ Das traf mich. Ich sah, wie weit ich innerlich abgerutscht war.
Ich sah auch, wie tief meine Erwartungen und mein Hang, mich zu beschweren, in mir verwurzelt waren. Wenn ich wütend wurde und unbarmherzige Gedanken hatte, sank meine Xinxing und ich folgte nicht mehr vollständig der Lehre von Falun Dafa.
Hinweis in einem Traum
Vor Kurzem war ich wieder sehr erschöpft und wollte schlafen gehen. Vorher hatte ich das Fa gelesen und aufrichtige Gedanken ausgesendet. Ich bat den Meister um einen Hinweis und war auch bereit, die Dinge, die mich behinderten, loszulassen. Daraufhin hatte ich einen Traum.
In diesem Traum begegnete ich der Ex-Frau meines Mannes und sprach ganz freundlich und humorvoll mit ihr. Zum Ende hin nahm ich sie mit ins Restaurant, wo mein Mann wartete, und ließ sie an unserem Tisch sitzen. Meinem überraschten Mann flüsterte ich zu, ich wolle sie nicht ausschließen.
Ich sah dies alles wie in einem Film und im Traum dachte ich sogar noch völlig verblüfft: „Wie gelingt es mir nur, so gütig mit ihr umzugehen?!“
So wachte ich auf und wusste sofort, dass dies wirklich ein Geschenk voller Hinweise vom Meister war! Ich sollte erkennen, dass ich in der Lage war, mit einem weiten gütigen Herzen mit ihr und auch allen anderen gut umzugehen. Die Ärgernisse in dieser Welt musste ich gar nicht so tragisch und als beklagenswert betrachten. An diesem Morgen war ich voller Ruhe und gütiger Gedanken, was sich auf den Tag positiv auswirkte.
Kultivierung ist Leiden ertragen
Als ich mich früher über mein leidvolles Leben und die Konflikte beschwert hatte, meinte mein Mann zu mir: „Denk mal an die Mitpraktizierenden in China, welche wahren Leiden sie zu ertragen haben und sich unter der Verfolgung kultivieren! Damit kannst du dein Leiden doch gar nicht vergleichen.“ Wenn ich daran dachte, wurde mir bewusst, dass ich mich wirklich nicht beschweren sollte.
Der Meister sagt:
„Wenn du unter den gewöhnlichen Menschen Glück genießen würdest und Geld ohne Ende hättest, sodass sogar dein Bett mit Geldscheinen gepolstert wäre; wenn du keinerlei Leiden hättest, so würdest du nicht einmal dann eine Gottheit werden wollen, wenn du die Gelegenheit bekommen würdest. Für dich als einen Kultivierenden kann dein Lebensweg geändert werden, und nur durch Kultivierung kann er geändert werden.“ (Zhuan Falun 2019, S. 90)
Nach so langer Kultivierung hing ich immer noch an den menschlichen Gefühlen, wollte keine Leiden ertragen und ein bequemes Leben führen!
Ich überlegte: „Dabei gehe ich doch auf dem Kultivierungsweg, den der verehrte Meister arrangiert hat. Vielleicht war all das nötig, damit ich mein Karma begleichen kann. Es könnte sein, dass mein Mann und ich der Exfrau und auch ihren Kindern aus einem früheren Leben etwas schuldete, und nun wurde das ausgeglichen und aufgelöst.“
Ich wollte mich berichtigen, all diese Anhaftungen loslassen, aber allein das zu erkennen, reichte nicht aus. Ich spürte, wie sich das falsche Selbst sträubte und weigerte, diese Sichtweise zu ändern und loszulassen.
Der Meister sagt:
„Was gibt es denn noch, worauf ihr nicht verzichten könnt? Könnt ihr das, was ihr in eurem Herzen nicht loslassen könnt, in das Himmelreich mitnehmen?“ (Wahre Kultivierung, 22.05.1995, in: Essentielles für weitere Fortschritte I)
Tiefe Erkenntnis und Auflösung
Besonders in der letzten Zeit tauchten immer wieder vor meinem inneren Auge Bilder von Situationen auf, wo ich andere Menschen unbarmherzig, herablassend und respektlos behandelt habe. Ich musste einsehen, dadurch neues Karma angehäuft zu haben. Die verletzten Herzen der anderen Personen konnte ich nachempfinden und war traurig. Ich bereute mein schlechtes Verhalten und bat innerlich um Verzeihung. Alle diese Menschen, die danach in mein Leben gekommen waren und mir, in welcher Konstellation auch immer, Schwierigkeiten verursacht hatten, spielten eine wichtige Rolle; sie gaben mir Gelegenheiten zur Erhöhung.
Durch den intensiven Prüfungsprozess erkannte ich, dass alle Anhaftungen – Groll, Wut, Kampfgeist, Neid, Unbarmherzigkeit – nicht die Wurzel waren, sondern nur wie Zweige eines Baumes. Die Wurzel meines grundlegenden Eigensinns war die Angst. Damit war ich in die Kultivierung eingetreten und hatte sie unbemerkt mitgeschleppt. Und das Gefühl getrennt zu sein ist eine Illusion, ist ein ängstlicher Auswuchs des Ego; denn wir sind alle eins.
Wenn ich der Angst folgte, dass mir etwas fehlen würde, ich ausgegrenzt oder nicht genug versorgt würde, hatte ich vor allem mangelndes Vertrauen. Daraus entstanden Sorge, dann Ärger, Wut und Groll. Ich beschwerte mich über das Leiden und kultivierte nicht meinen Mund. Dadurch wurde mein Herz eng, ich verlor Güte, aufrichtige Gedanken und konnte nicht mehr nachsichtig sein. Auch schaute ich schnell auf andere herab, nahm manches wiederum viel zu leicht und war übermütig. Alle meine Beschwerden, mein Kampfgeist und Misstrauen entstanden letztlich aus Angst.
Mir wurde klar, dass ich dem Meister große Sorgen bereitet hatte, und das schmerzte mich am meisten.
Groll gegen den Schöpfer erkannt
Schließlich erkannte ich, dass ich mich insgeheim sogar beim Schöpfer über mein Leiden im Leben beschwert hatte. Ich hatte dem Meister und dem Fa nicht vertraut, dass sich alles zum Guten wenden kann. Ich war erschüttert und beschämt! Wie hatte ich mich trotz des Fa nur so sehr verlieren können?!
So sehr bereute ich, es nicht früher erkannt zu haben. Ich kniete mich hin, musste weinen und bat den Meister innerlich aufrichtig um Vergebung. Ich bat darum, noch eine Chance zu bekommen, meine Fehler und die schlecht gelösten Dinge mit den Lebewesen um mich herum wieder gut zu machen.
Beständige Kultivierung
Nach der Auflösung von Angst und Groll begann eine Phase der Stabilisierung. Ich erkenne erneut, dass ich mich wirklich nach Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht richten und kultivieren muss. Täglich mehrfach nach innen zu schauen, ist nun für mich unverzichtbar – nicht nur bei Problemen. Ich bemühe mich, nun wirklich alles mit dem Fa zu beurteilen.
Der Meister sagt:
„Aber auf der anderen Seite, wenn du dich wirklich standhaft im Dafa kultivierst, wenn du dich von nun an nach den Maßstäben eines wahren Kultivierenden, eines Praktizierenden richtest, und egal was du machst, dich offen und aufrichtig kultivierst, dann denke ich, dass dieser Pass sofort vorbei sein wird.“ (Fa-Erklärung auf der Fa-Konferenz in Kanada, 23.05.1999)
Auch wenn familiäre und finanzielle Belastungen aktuell noch bestehen, kann ich innerlich ruhiger bleiben. Ich verstehe, dass mir diese Prüfungen helfen, Karma zu begleichen und meine Xinxing zu erhöhen. Zusammenhänge von Angst und weiteren Anhaftungen erkenne ich jetzt schneller und bemühe mich, sie zu beseitigen. Wenn alte Muster auftauchen, berichtige ich meine Sichtweise und prüfe regelmäßig meine Gedanken, Worte und Handlungen, damit sie nicht von menschlichen Gefühlen oder Egoismus bestimmt werden.
Meine Xinxing stabilisiert sich, mein Herz wird wieder offener und gütiger. Auch körperliche Symptome bessern sich. Ich ermahne mich, demütiger, dankbarer und gütiger zu werden sowie Vertrauen und wahren Glauben zu bewahren. Ich weiß, dass ich weiterhin wachsam bleiben und Anhaftungen frühzeitig erkennen muss, um sie aufzulösen. Ich will mein Bestes geben und mich aufrichtig dem Fa angleichen, eine würdige Dafa-Jüngerin sein, mein heiliges Gelübde erfüllen und dem Meister helfen, Lebewesen zu erretten.
Ich danke dem Meister für die unzähligen Hinweise, den Schutz und die Gelegenheiten, mein Herz zu prüfen und meine Xinxing zu erhöhen.
Ich hoffe, dieser Bericht hilft auch anderen, ihren grundlegenden Eigensinn zu finden oder denjenigen, die unbemerkt länger in alten Anschauungen feststecken, diese aufzudecken und aufzulösen. Der Meister und das Dafa ist da, wir sind gefordert, es nicht nur gut, sondern besser zu machen.
Danke, verehrter Meister! Danke an euch, Mitpraktizierende!
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