(Minghui.org) Liu Yan aus Yinchuan in der Autonomen Region Ningxia Hui schrieb Falun Dafa die Genesung von ihren Krankheiten zu, wurde aber wegen ihres Glaubens immer wieder ins Visier genommen. Zuletzt wurde sie am 6. Januar 2021 verhaftet und 14 Tage lang festgehalten. Die Verfolgung beeinträchtigte ihre Gesundheit erheblich. Im Jahr 2022 bekam sie Bauchschmerzen und vaginale Blutungen. Anfang 2023 verschlechterte sich ihr Zustand. Selbst ein Krankenhausaufenthalt brachte keine Besserung. Sie starb am 12. April 2024 im Alter von 50 Jahren.

Mit dem Praktizieren von Falun Dafa begonnen

1983 wurde Liu von einem Auto angefahren und über zehn Meter weit geschleudert. Sie lag 20 Tage im Koma. Nach weiteren zehn Tagen im Krankenhaus kehrte sie nach Hause zurück, litt aber unter schweren Komplikationen wie Konzentrations- und Sprachstörungen und hatte schwere Migräneanfälle. Später kamen eine ernste gynäkologische Krankheit und ein anhaltendes Taubheitsgefühl im linken Bein hinzu. Aufgrund ihrer gesundheitlichen Probleme besaß sie ein sehr geringes Selbstwertgefühl und war introvertiert.

Kurz nachdem sie Anfang Dezember 1998 angefangen hatte, Falun Dafa zu praktizieren, verschwanden ihre Symptome. Sie wurde fröhlich und hatte einen klaren Kopf, gewann ihr Selbstvertrauen zurück und fühlte sich wie der glücklichste Mensch der Welt.

Nach vielen Jahren die Kultivierung wieder aufgenommen

Nachdem das kommunistische Regime im Juli 1999 die Verfolgung von Falun Dafa eingeleitet hatte, verlor Liu den Kontakt zu anderen Praktizierenden. Im August desselben Jahres forderte der örtliche Gemeindesekretär Yang Zhongde sie auf, sich bei der Polizeistation in Daxin zu melden. Als sie dort erschien, befahl Polizeichef Yang Ruisheng ihr, eine Reueerklärung zu unterschreiben, in der sie versprach, auf das Praktizieren von Falun Dafa zu verzichten. Aus Angst kam sie der Aufforderung nach, bereute es aber noch im selben Moment.

Danach entfernte sich Liu immer weiter von Falun Dafa und geriet in die Fänge von Schneeballsystemen. Im Dezember 2001 verließ ihr Mann sie und ihren 7-jährigen Sohn. Sie erlitt einen Nervenzusammenbruch und versuchte, sich das Leben zu nehmen. Ein Mann rettete sie; er wurde später ihr neuer Ehemann.

2005 nahm ein örtlicher Falun-Dafa-Praktizierender Kontakt zu Liu auf und brachte sie zurück auf den Weg der Kultivierung. Daraufhin löste sie sich von den Schneeballsystemen. Anfang Mai 2005 wies ein Dorfbeamter sie an, anlässlich einer Inspektion durch Vorgesetzte, die Frage, ob sie Sozialhilfe bezogen hätte, zu bejahen. Als am 12. Mai zwei Mitglieder des Disziplinarausschusses sie aufsuchten, trug sie sich in die Liste der Sozialhilfeempfänger ein.

In Wahrheit hatte Liu nie staatliche Unterstützung erhalten, obwohl sie anspruchsberechtigt war. Kurz nachdem sie unterschrieben hatte, fühlte sie sich unwohl, da Falun Dafa sie dazu anleitete, aufrichtig zu handeln. Sie sagte zu den Beamten, dass sie ihre Unterschrift für ungültig erkläre, da sie ehrlich sein sollte.

Als die Beamten erfuhren, dass sie Falun Dafa praktizierte, meldeten sie sie der Polizei. Nachdem sie gegangen waren, ging Liu einkaufen. Als sie wieder nach Hause kam, bemerkte sie einen Streifenwagen vor ihrem Wohngebäude. Mithilfe einer Nachbarin, die wusste, dass Falun Dafa zu Unrecht verfolgt wurde, gelang es ihr zu fliehen.

2008: 24 Tage in Haft

Am Nachmittag des 20. Juni 2008 klopfte es an Lius Tür. Polizeichef Wu und ein weiterer Beamter der Polizeistation Daxin wollten wissen, ob sie noch Falun Dafa praktizierte. Als sie dies bejahte, durchsuchten sie ihre Wohnung. Danach rief Wu 20 bis 30 weitere Beamte verschiedener Polizeibehörden herbei und durchsuchte zusammen mit ihnen die Wohnung ein weiteres Mal, was bis etwa 20 Uhr dauerte. Anschließend nahmen sie Liu und ihre damals 13 Monate alte Tochter zur Polizeistation mit.

Während des Verhörs schwieg Liu. Ein Beamter schlug ihr mit einer CD ins Gesicht. Sie warnte ihn, dass er für die Misshandlung einer gesetzestreuen Bürgerin zur Rechenschaft gezogen werden würde. Daraufhin schlug er sie nicht mehr.

Die Polizei lockte Lius Mann und ihren Sohn, der die Grundschule besuchte, unter einem Vorwand zur Polizeistation. Als die beiden dort ankamen, befahl Polizeichef Wu ihnen, preiszugeben, woher Liu die Informationsmaterialien hatte. Sie weigerten sich.

Gegen Mitternacht riss ein Beamter Liu das Baby vom Schoß und gab es ihrem Mann. Das Baby, das erst kürzlich abgestillt worden war, hatte zu diesem Zeitpunkt seit zehn Stunden keine Nahrung mehr erhalten. Der Vater ging mit den beiden Kindern nach Hause.

Die Polizei brachte Liu in die Haftanstalt von Yinchuan, wo sie in Zelle drei der dritten Abteilung eingesperrt wurde. Als die Wärter sie aufforderten, die Häftlingsuniform anzuziehen, weigerte sie sich und musste daraufhin die ganze Nacht lang stehen. Nach Tagesanbruch wurde sie in Zelle vier verlegt.

Liu musste täglich zehn Stunden Zwangsarbeit leisten. Auf Befehl der Wärter mussten sie und eine andere Gefangene barfuß 50 Kilogramm schwere Säcke mit Natron vom Boden auf eine 1,5 Meter hohe Werkbank heben, wo andere Insassen sie in kleinere Packungen umfüllten. Die ihr zugeteilte Aufseherin beschimpfte sie jedes Mal, wenn sie zu langsam war.

Es gab keine Pausen. Liu hatte nur ein paar Minuten Zeit zum Mittagessen, das in der Regel nur aus einer Kohl- oder Kürbis-Suppe bestand. Nach getaner Arbeit am Abend war ihr ganzer Körper von Staub bedeckt. Die Wärter zwangen sie, das auf dem Boden verstreute und in den Ritzen eingetretene Natron aufzukehren und in die kleineren Packungen zu mischen, um das Gewicht zu erhöhen. Nach der Rückkehr in ihre Zelle durfte sie nur kalt duschen und zitterte danach unaufhörlich.

Am dritten Tag bekam Liu rektale Blutungen und die Haut an den Händen schälte sich ab. Nachdem der Teamleiter von ihrem Zustand erfahren hatte, bot er ihr keine medizinische Behandlung an und empfahl ihr lediglich, mehr Wasser zu trinken. Später wurde sie in eine andere Werkstatt versetzt, wo sie Feuerzeuge zusammensetzen musste. Die neue Aufgabe erforderte, dass sie den ganzen Tag saß. Infolgedessen waren ihre Beine und ihr Gesäß geschwollen. Auch ihre Finger bekamen Blasen und bluteten.

Um Hass gegen Falun-Dafa-Praktizierende zu schüren, sperrten die Wärter sie mit anderen Gefangenen zusammen. Weigerte sich eine Praktizierende, schwere Arbeit zu verrichten, musste der Rest der Gruppe ihre Arbeit übernehmen. Einmal drohte Insassin Chen Mei Liu zu schlagen, weil sie zu langsam war.

Während ihrer 24 Tage im Gefängnis lebte Liu in ständiger Angst und Verzweiflung und fand nachts keinen Schlaf. Nach ihrer Freilassung am 14. Juli 2008 erfuhr sie, dass ihr Mann mit den beiden Kindern die Polizeistation in Daxin aufgesucht und um ihre Freilassung gebeten hatte, jedoch von der Polizei ignoriert worden war. Ihr Sohn musste die Schule abbrechen, um sich um seine kleine Schwester zu kümmern, während sein Stiefvater arbeitete, um die Familie zu ernähren.

Endlose Schikanen

Im Dezember 2008 führte der örtliche Dorfbeamte Yang Wenke zwei Personen zu Liu nach Hause, um „nach ihr zu sehen“. Sie versprachen, ihrer Familie Sozialhilfe zu gewähren – sie müsse dafür lediglich das Praktizieren von Falun Dafa aufgeben. Sie lehnte ab. Im Februar 2009 tauchte Yang erneut bei Liu zu Hause auf, diesmal in Begleitung von vier Beamten (einer davon hieß Zhang. Er befahl ihr, eine Erklärung zu unterschreiben, in der sie auf ihren Glauben verzichtete. Sie weigerte sich abermals. Zwei Monate später kam Zhang zurück, um sie zu schikanieren.

Am 3. Juni 2009 begab sich Liu zur Gemeindeverwaltung, um Formalitäten zu erledigen. Kurz darauf erschien Zhang und befragte sie, ob sie am nächsten Tag vorhabe, in der Öffentlichkeit auf die Verfolgung aufmerksam zu machen und ob sie weiterhin Falun Dafa praktiziere.

Im September 2009 führte Yang den Hausverwalter Wang Zizhang zu Lius Wohnung, konnte sie aber nicht dazu bewegen, Falun Dafa abzuschwören. Ein paar Tage später kehrte Yang mit fünf Beamten, darunter Zhang, zurück, um sie zu schikanieren.

Guo Guang und ein weiterer Beamter der Polizeistation Daxin belästigten Liu am 31. August 2016 gegen 21 Uhr in ihrer Wohnung. Sie verlangten ihre Handynummer und filmten sie.

Zwei weitere Festnahmen in den Jahren 2017 und 2020

Am 8. Juni 2017 schikanierten Guo und eine Polizistin Liu in ihrer Wohnung unter dem Vorwand, ihre Meldebescheinigung zu überprüfen.

Am 1. Juli 2017 durchsuchten Guo und drei weitere Beamte, darunter Ma Zili und Zou Haijun (beide in Zivil) von der Staatssicherheitsabteilung der Stadt Yinchuan Lius Wohnung. Sie beschlagnahmten ihre Falun-Dafa-Bücher, E-Books, einen MP3-Player, Speicherkarten und weitere Gegenstände.

Liu wurde zehn Tage lang festgehalten und am 11. Juli 2017 freigelassen.

In der zweiten Jahreshälfte 2020 belästigten Beamte der Polizeistation Daxin Liu mehrmals in ihrer Wohnung und forderten sie auf, Erklärungen zu schreiben, in denen sie ihrem Glauben abschwor. Sie bedrohten auch ihren Sohn, um Druck auf sie auszuüben. Am 3. September 2020 tauchte die Polizei erneut auf. Um ihren Sohn nicht zu belasten, schrieb Liu die erforderlichen Aussagen gegen ihren Willen.

Am Morgen des 6. Januar 2021 brachen acht Beamte in ihre Wohnung ein und beschlagnahmten ihre Falun-Dafa-Bücher und Informationsmaterialien sowie ein iPhone. Sie wurde 14 Tage lang festgehalten. Nur wenige Tage nach ihrer Freilassung schikanierten drei Beamte sie zu Hause und zwangen sie, Erklärungen zu schreiben, in denen sie Falun Dafa aufgegebn sollte.

Im Jahr 2022 ging es mit Lius Gesundheit zusehends bergab, bis sie am 12. April 2024 verstarb.