(Minghui.org) Ich begann im Jahr 2020 damit, Falun Dafa zu praktizieren. Anfangs wusste ich nur, dass man das Fa lernen und die Übungen machen sollte, um einen gesunden Körper zu bekommen. Ich verstand noch nicht, dass das Loslassen von Anhaftungen ein wesentlicher Bestandteil der Kultivierung eines Dafa-Jüngers ist.

Durch das beständige Fa-Lernen und das Anhören der Erfahrungsberichte von Mitpraktizierenden begriff ich allmählich, dass die Konflikte, denen ich begegne, Gelegenheiten sind, meine Xinxing zu erhöhen. Mit diesem Erfahrungsbericht möchte ich dem Meister Bericht erstatten, und meinen Mitpraktizierenden von einigen meiner Kultivierungserfahrungen erzählen.

Das Loslassen des Selbst während des Lippenstift-Vorfalls

An einem Heiligabend rief mich meine Tochter, die keine Praktizierende ist, an und sagte, sie und ihre beiden Töchter würden kommen, um eine Zeit lang bei mir zu wohnen. Ich stimmte zu, doch mein Herz wurde sofort unruhig: Ich lebe allein und mein Tagesablauf dreht sich um das Fa-Lernen, die Übungen und die Arbeit. Würde ihr Besuch nicht meinen gewohnten Rhythmus stören?

Dann dachte ich daran, dass meine Tochter zwei Kinder allein großziehen muss, was für sie eine ziemliche Herausforderung darstellt. Mir wurde klar, dass ihr Besuch eine Gelegenheit war, meine Xinxing zu erhöhen.

Nachdem die drei angekommen waren, folgte eine Prüfung auf die andere. Zunächst blieben jeden Tag Reste übrig, die ich nicht aufessen konnte. Ich esse gerne Hirsebrei, aber meine Enkelinnen mögen ihn nicht. Sie wollten handgezogene Nudeln und frittierte Teigstangen, und der Geschmack musste genau so sein wie bei ihrer Mutter. Ständig hörte ich die Mädchen darüber streiten, wer wo sitzen durfte; sie zankten sich um die verschiedensten Dinge. Die Klimaanlage lief rund um die Uhr, und es gab noch andere Störfaktoren.

Meine Abneigung gegen Unannehmlichkeiten und meine Ungeduld kamen zum Vorschein. Gereizt sagte ich zu meiner Tochter: „Die Klimaanlage jeden Tag so laufen zu lassen, ist nicht gesund. Du solltest deiner älteren Tochter beibringen, mehr Rücksicht zu nehmen und zu lernen, mit anderen zu teilen. Lebensmittel sollten nicht auf diese Weise verschwendet werden.“

Meine Tochter war schon immer sehr pflichtbewusst und respektvoll mir gegenüber und hat mir nie widersprochen. Sie lächelte nur und sagte: „Okay, darauf werde ich in Zukunft achten.“

Eines Tages waren wir zu viert einkaufen. Auf dem Heimweg bemerkte ich, dass meine älteste Enkelin einen Lippenstift in der Hand hielt. Schnell fragte ich meine Tochter: „Ist dieser Lippenstift bezahlt?“

Meine Tochter antwortete: „Nein! Ich weiß gar nicht, wann sie ihn genommen hat.“

Ich sagte: „Lass uns schnell zurückgehen und ihn bezahlen. Ein kleines Kind sollte sich nicht so verhalten. Wie das alte Sprichwort sagt: ‚Unterlasse das Gute nicht, nur weil es klein ist, und tue das Böse nicht, nur weil es klein ist.‘“

Meine Tochter sagte nichts, so erhob ich die Stimme und fragte: „Hast du gehört, was ich gesagt habe? Kehr um und geh sofort zurück!“

Unerwarteterweise erhob auch meine Tochter die Stimme und sagte: „Hör dir mal selbst zu wie du redest – alles klingt wie ein Ausrufezeichen. Spricht so eine Kultivierende?“

Ich war schockiert! Ich schaute nach innen und erkannte, dass ich zwar täglich das Fa lerne, mich aber bei Konflikten nicht immer vom Fa leiten lasse. Ich entsprach nicht dem Maßstab des Fa. Mein Verhalten zeigte, dass ich das Fa nicht gut gelernt hatte.

Als wir zu Hause ankamen, machten die Mädchen ein Nickerchen. Ich setzte mich hin, sandte in der Stille aufrichtige Gedanken aus und reinigte mein Raumfeld. Danach wurde mir klar, dass ich eine starke Anhaftung daran habe, mein Gesicht zu wahren und mein Selbstwertgefühl zu behaupten. Ich habe immer das Gefühl, dass meine Tochter auf mich hören sollte, ohne zu erkennen, dass auch sie ein Lebewesen ist. Dass sie zu mir nach Hause gekommen ist, könnte vom Meister arrangiert worden sein, um mir die Gelegenheit zu geben, mich zu kultivieren und mich zu erhöhen.

Um mich selbst zu schützen, kritisiere und beschuldige ich oft andere, während ich nach ihrer Anerkennung und ihrem Lob suche. Ich bin nicht bereit, Unangenehmes zu hören, und mag es nicht, wenn andere mich auf meine Schwächen hinweisen. Meine Ichbezogenheit ist sehr stark ausgeprägt, und manchmal gewinnt sie die Oberhand.

Nach weiterem Nachdenken erkannte ich, dass ich noch immer einige schädliche Elemente der Parteikultur in mir trug, etwa die Missachtung der Gefühle anderer, eine laute Sprechweise, das Fehlen weiblicher Sanftmut sowie einen Mangel an echter Aufrichtigkeit im Herzen. Gleichzeitig strebte ich nach der Zustimmung anderer. Diese Anhaftungen hatten sich schleichend aufgebaut; oft glaubte ich, zum Wohle anderer zu handeln, ohne die menschlichen Anhaftungen zu bemerken, die mich dabei antrieben.

Als ich noch tiefer nach innen schaute, erkannte ich: Auch wenn ich vordergründig argumentierte, dass Klimaanlagen der Gesundheit schadeten und das Zurücklassen von Essensresten Lebensmittelverschwendung sowie Karma-Bildung bedeute, so verbarg sich tief in meinem Inneren doch eine Anhaftung an den Schutz meiner persönlichen Interessen. In der Kultivierung gibt es keine unwichtigen Dinge; man muss das Herz kultivieren. Ich darf nicht zulassen, dass diese Anhaftungen meinen Weg zur Rückkehr in die ursprüngliche Heimat versperren.

Indem ich tief in mich hineinschaute und mein Ego losließ, spürte ich plötzlich, wie mein Herz gereinigt wurde und klar und rein erstrahlte. Nach ihrem Mittagsschlaf sagte meine Tochter: „Mama, lass uns in das Geschäft zurückgehen und den Lippenstift bezahlen.“ Ich antwortete: „Gerne. Ich war vorhin ungeduldig, und mein Tonfall war nicht in Ordnung. Aber ich bin eine Dafa-Schülerin, eine Kultivierende; ich kann mein grundlegendes Gewissen nicht wegen einer kleinen Geldsumme ignorieren.“

Als wir im Geschäft waren, sagte meine Tochter: „Wir sind zurückgekommen, um den Lippenstift zu bezahlen, denn meine Mutter praktiziert Falun Dafa.“ Die Verkäuferin wiederholte immer wieder: „Sehr gut. Sehr gut.“

Güte kultivieren, wenn sich meine Enkelin den Kopf stößt

Beim Spielen stieß sich meine jüngere Enkelin oft den Kopf am Tisch, besonders an den scharfen Ecken. Jedes Mal, wenn das passierte, brach sie in Tränen aus. In solchen Momenten streichelte meine Tochter sanft den Kopf des kleinen Mädchens und klopfte dabei mit der Hand auf den Tisch. Bald hörte das Kind auf zu weinen und lachte wieder.

Ich sagte zu meiner Tochter, dass alle Dinge Leben haben, und sie die Kinder lehren solle, gütig zu sein, indem sie Samen der Güte in deren jungen Herzen pflanze. Meine Tochter erwiderte: „Hast du es mir nicht genau so beigebracht, als ich noch klein war?“ Ich war sprachlos.

Ja, wir haben lange unter der Herrschaft der Kommunistischen Partei Chinas gelebt und waren tief in ihre schädliche Kultur eingetaucht. Von Kindheit an wurden wir mit dieser Lebensweise indoktriniert, mit Hass erfüllt und von ihren Denk- und Verhaltensweisen geprägt. Selbst unsere Gestik, unser Tonfall und unsere Mimik waren von dieser Kultur durchdrungen.

Diese Parteikultur durchdrang jeden Bereich unseres täglichen Lebens, auch die Erziehung der Kinder. Die Worte und Taten der Kinder sind wie ein Spiegel, der die Unfreundlichkeit, Arroganz, Intoleranz und andere negative Eigenschaften widerspiegelt, die in unseren eigenen Herzen verborgen liegen.

Der Meister sagte:

„Barmherzigkeit zeigt sich in der Gesellschaft der gewöhnlichen Menschen in Form von Wohlwollen und einem liebevollen Herzen. Gleichzeitig drückt sie den Lebenszustand eines Dafa-Jüngers aus, was sein Inneres widerspiegelt. “ (Weckruf, 06.06.2024)

Meine Kultivierung in dieser Hinsicht entsprach bei Weitem nicht dem vom Meister geforderten Maßstab. Nachdem ich meine Fehler erkannt hatte, entschuldigte ich mich aufrichtig bei meiner Tochter und korrigierte meine Worte und Taten.

Meine Tochter sagte: „Ich habe den Eindruck, dass du jetzt oft einen friedlichen und freundlichen Gesichtsausdruck hast. Es scheint, als sei deine Güte durch die Kultivierung zum Vorschein gekommen. Früher wirktest du oft müde und ungeduldig, sodass die Menschen instinktiv Abstand zu dir halten wollten. Dafa hat dich wirklich verändert. Wenn du noch einmal einen Erfahrungsbericht schreibst, füge bitte diesen Satz hinzu: ‚Meine Tochter ist Dafa und dem Meister sehr dankbar.‘“

Als meine jüngste Enkelin wieder einmal gegen eine Tischecke stieß, streichelte ihre Mutter das weinende Kind sanft und sagte: „Nicht weinen, es tut nicht weh.“ Dann klopfte sie leise auf die Tischecke und wiederholte: „Nicht weinen, es tut nicht weh.“

Die Kleine hörte bald auf zu weinen und streckte sogar die Hand aus, um sanft auf den Tisch zu klopfen. Ihre ältere Schwester kam herbei, tätschelte sanft die Ecke und sagte: „Weine nicht, es tut nicht weh.“ Manchmal fügte sie sogar hinzu: „Wir haben dich lieb.“

Meine älteste Enkelin blieb die ganze Zeit in meiner Nähe. Wann immer ich die Übungen machte, machte sie mit und ahmte die Bewegungen nach. Als sie im Lehrvideo den Meister in der Meditation sitzen sah, wurde sie ganz aufgeregt, zeigte auf das Bild und sagte: „Unsterblicher, Unsterblicher.“ Dann setzte sie sich still im Schneidersitz neben mich, machte Handgesten und schloss sanft die Augen.

Nach vier Wochen, als sie schon im Gehen waren, weinte meine älteste Enkelin und rief nach ihrer Oma. Die Zuneigung meiner Familie berührte mich sehr, und ich wollte mich überhaupt nicht von ihnen trennen. Mir stiegen Tränen in die Augen. In diesem Moment wurde mir plötzlich klar: Das ist eine Anhaftung an Gefühle. Solche Emotionen sind Egoismus, nicht Barmherzigkeit. Die Kinder verstehen nun die Wahrheit in Bezug auf Dafa, und das ist der wahre Zweck ihres Kommens in diese Welt.

Ehrlichkeit bei der Parkplatzsuche kultivieren

Nachdem meine Tochter und meine Enkelinnen abgereist waren, widmete ich mich wieder meiner Kultivierung und meiner Arbeit. Der Kindersitz befand sich noch in meinem Auto. Eines Tages fuhr ich beim Einkaufen endlos lange umher, auf der Suche nach einem Parkplatz. Dann sah ich einen Eltern-Kind-Parkplatz direkt am Eingang. Ich dachte bei mir: „In meinem Auto ist ein Kindersitz; könnte ich mich nicht einfach dort hinstellen und so tun, als wäre ich berechtigt, dort zu parken? Das wäre praktisch und würde Zeit sparen, und niemand würde es merken.“ Doch dann wurde mir klar, dass das nicht wahrhaftig wäre.

Wenn ich vom Fa her dachte, setzten sich meine aufrichtigen Gedanken gegen meine menschlichen Anschauungen durch. Als Dafa-Schülerin muss ich meine Worte und Taten an den Prinzipien des Fa messen. Ich begriff, dass jemand, der nicht wahrhaftig ist, nicht einmal ein guter Mensch ist, geschweige denn ein wahrer Kultivierender. Wenn ich in meiner Kultivierung noch nicht einmal die Wahrhaftigkeit erreicht hatte, dann waren all die Güte und Nachsicht, auf die ich einst stolz war, in Wirklichkeit hohl und falsch.

Also kurbelte ich das Fenster herunter und fuhr, genau wie die anderen Autofahrer, geduldig weiter umher, bis ein Parkplatz frei wurde.

Fazit

Ich bin auf viele kleinere Prüfungen gestoßen, werde sie hier jedoch nicht näher erläutern.

Bei der Kultivierung gibt es keine Belanglosigkeiten; Kultivierung ist eine sehr ernste Angelegenheit. Wenn wir uns nicht an höheren Maßstäben messen und unsere Xinxing erhöhen, verpassen wir die vom Meister arrangierten Gelegenheiten. Wir sollten ein dankbares Herz bewahren und all jene in unserem Umfeld wertschätzen, die uns die Möglichkeit zur Erhöhung bieten. Wenn Herausforderungen auftreten, sollten wir nach innen schauen und uns gemäß dem Fa korrigieren, damit sich die Situationen auf natürliche Weise zum Besseren wenden.

Mir ist zudem bewusst geworden, dass jede meiner Anhaftungen Auswirkungen auf die unzähligen Lebewesen hat, die mit dem riesigen Himmelskörper verbunden sind, dem ich angehöre. Nur wenn ich alle Anhaftungen loslasse, können diese Lebewesen errettet werden. Der Prozess des Loslassens von Anhaftungen bedeutet tatsächlich die Errettung der unzähligen Lebewesen jenes Himmelskörpers. Die unzähligen Wesen, die mit meinem Himmelskörper verbunden sind, warten alle auf die Rückkehr ihres Königs.