(Minghui.org) Wie Minghui.org kürzlich berichtete, wurden am 19. November 2020 vier Einwohner der Stadt Huainan, Provinz Anhui, wegen ihres Glaubens an Falun Gong verurteilt.

Lyu Wenfen (w) und ihr jüngster Sohn, Yue Cangsheng, wurden jeweils zu 7,5 Jahren Haft sowie einer Geldstrafe von 25.000 Yuan (etwa 3.200 Euro) verurteilt. Ihre Haftzeiten sollten ursprünglich im März 2027 enden, doch beide wurden vorzeitig entlassen: Lyu am 16. April 2026 und ihr Sohn am 1. März 2026.

Lyus älterer Sohn, Yue Pengcheng, erhielt eine Haftstrafe von sieben Jahren und drei Monaten sowie eine Geldstrafe von 20.000 Yuan (etwa 2.600 Euro). Seine Entlassung ist für das Ende seiner Haftzeit am 1. Dezember 2026 vorgesehen.

Cheng Xiulan (w), 83, wurde zu 3,5 Jahren Haft und einer Geldstrafe von 10.000 Yuan (etwa 1.300 Euro) verurteilt. Sie wurde am 1. März 2023 nach Verbüßung ihrer Haftstrafe freigelassen.

Festnahmen

Lyu und Cheng wurden am Morgen des 1. September 2019 festgenommen, als Lyu Cheng Falun-Gong-Materialien übergab. Später erfuhr Lyu im Gefängnis, dass die Polizei sie seit August 2019 von einer gegenüberliegenden Wohnung aus überwacht hatte.

Yue Cangsheng (m), ein Mitarbeiter der Pharmafirma Yilian im Kreis Fengtai, wurde am selben Tag vor seinem Wohnhaus festgenommen. Sein Bruder, ein Lehrer an der Jingzhong-Mittelschule, wurde etwa zur gleichen Zeit an seinem Arbeitsplatz ergriffen.

Unter der Leitung des stellvertretenden Polizeichefs Ma Gang vom Polizeirevier des Kreises Fengtai durchsuchte eine große Gruppe von Beamten die Wohnung von Lyu. Sie beschlagnahmten ihre Falun-Gong-Bücher, ihren Computer, ihr Mobiltelefon, Musikabspielgeräte, ein tragbares Speichermedium, eine Kamera, einen Drucker sowie weitere Wertgegenstände. Um die beschlagnahmten Gegenstände abzutransportieren, mussten sie einen weiteren Streifenwagen hinzuziehen.

Auch Chengs Wohnung wurde durchsucht. Dabei wurden zahlreiche Gegenstände beschlagnahmt, darunter ihre Falun-Gong-Übungskassetten, ein Radio, Datenträger sowie Kalender mit Falun-Gong-Botschaften.

Die vier Praktizierenden wurden mit Handschellen gefesselt und für das Verhör auf Metallstühle gesetzt. Am Nachmittag desselben Tages wurden die beiden Frauen in die Haftanstalt der Stadt Huainan und die beiden Brüder in die Haftanstalt des Kreises Fengtai gebracht.

Das Kreisgericht Fengtai hielt am 18. November 2020 eine Verhandlung in diesem Fall ab. Alle vier Praktizierenden trugen während des Prozesses Handschellen und Fußfesseln. Die Brüder Yue waren extrem abgemagert, da sie in der Haft nur sehr wenig zu essen erhalten hatten.

Der Vorsitzende Richter Sun Yongqiang verurteilte die vier Praktizierenden am darauffolgenden Tag. Die beisitzenden Richter Li Xiaomin und Liu Benrong, die Protokollführerin Li Mengting sowie die Staatsanwälte Zhu Jing und Liang Huihui unterzeichneten die Urteile.

Die vier Praktizierenden legten Berufung ein, doch das Mittlere Volksgericht der Stadt Huainan entschied am 25. Dezember 2020 zu ihren Ungunsten.

Die Yue-Brüder wurden am 12. Januar 2021 in das Gefängnis von Suzhou eingeliefert, ihre Mutter und Cheng eine Woche später in das Frauengefängnis der Provinz Anhui.

Im Juli 2021 pfändete das Gericht des Kreises Fengtai 15.283,64 Yuan (etwa 1.970 Euro) von Lyus Bankkonto und 7.900,84 Yuan (etwa 1.020 Euro) vom Konto von Yue Cangsheng (m), um die gegen sie verhängten Geldstrafen zu begleichen. Yue Pengcheng (m) verfügte über keine Ersparnisse.

In der Haft misshandelt

Die Yue-Brüder wurden während ihrer Inhaftierung im Untersuchungsgefängnis des Kreises Fengtai misshandelt. Der für die anderen Häftlinge verantwortliche Gefangene wies diese häufig an, auf die Brüder einzuschlagen. Der diensthabende Wärter beobachtete die Vorfälle über Überwachungskameras, rief jedoch lediglich „Ruhe!“, ohne die Häftlinge zu bestrafen. Die Misshandlungen gingen daraufhin oft weiter.

Zudem wurden die Brüder gezwungen, stundenlang auf einem kleinen Hocker zu sitzen. Infolgedessen litten sie unter Verstopfung und Hämorrhoiden. Da sie ihren Vater in jungen Jahren verloren hatten, waren sie auf ihren Onkel angewiesen, dass er ihnen monatlich Geld auf die Gefängniskonten überwies, damit sie Dinge des täglichen Bedarfs kaufen konnten – sowohl für sie selbst als auch für ihre Mutter. Sie konnten sich lediglich Instant-Nudeln leisten, die Verpflegung war sehr schlecht. Zudem mussten sie das ganze Jahr über kalt duschen.

Der Wärter Xia Guangwu zerrte Yue Cangsheng einmal in einen Raum ohne Überwachungskameras. Er ließ die Jalousien herunter, befahl mehreren Häftlingen, Yue die Hose auszuziehen, und schlug mit einer Bambuspeitsche auf dessen Gesäß ein. Danach ließ Xia ihn für mehr als zwei Wochen in Fesseln legen. Da die Wunden an seinem Gesäß eiterten, musste er sein Gesäß beim Schlafen unbedeckt lassen, um Infektionen zu vermeiden. Später bildete sich an seinem Gesäß ein großes, kegelförmiges Geschwür.

Nachdem die Brüder in das Gefängnis von Suzhou eingeliefert worden waren, wurde Yue Cangsheng der vierten und Yue Pengcheng der sechsten Abteilung zugewiesen. Sie wurden gezwungen, täglich mehr als zehn Stunden lang Schwerstarbeit zu verrichten. Produktionsarbeiten, für die eine normale Fabrik einen Monat benötigt hätte, mussten die Häftlinge innerhalb von zehn Tagen erledigen. Die Bezahlung betrug jedoch nur wenige hundert Yuan im Monat.

Yue Cangshang rutschte einmal aus und stürzte, während er sein Frühstück bei sich trug. Der heiße Reisbrei ergoss sich über seinen Arm, sodass er schwere Verbrennungen erlitt. Dennoch zwangen ihn die Wärter, an jenem Tag weiterzuarbeiten. Später wurde er in die elfte Abteilung verlegt. Dort musste er Zellen reinigen, Müll entsorgen, die Waschräume schrubben sowie schwere Lasten be- und entladen. Bis heute sind seine Finger und Handgelenke beeinträchtigt durch die Folgen der harten Zwangsarbeit, die er im Gefängnis verrichten musste.

Auch Lyu und Cheng wurden nach ihrer Einlieferung in das Frauengefängnis der Provinz Anhui misshandelt. Sie waren in der 13. Abteilung untergebracht, die gezielt für Falun-Gong-Praktizierende vorgesehen war.

Weiterhin unter Überwachung nach der Haftentlassung

Cheng wurde am 1. März 2023 aus der Haft entlassen. Yue Cangsheng kam am 1. März 2026 frei, Lyu am 16. April 2026. Sie unterliegen weiterhin einer laufenden Überwachung.

In der Provinz Anhui sind drei Stellen verpflichtet, Falun-Gong-Praktizierende nach Ablauf ihrer Haftstrafe aus dem Gefängnis abzuholen. Die örtlichen Polizeidienststellen, Justizbehörden sowie Straßen- oder Dorfkomitees müssen gemeinsam innerhalb von zehn Tagen nach der Entlassung eine „Registrierung nach der Haftentlassung“ abwickeln.

Zudem zwingen diese drei Stellen die Praktizierenden zur Unterzeichnung einer „fünfjährigen Resozialisierungsvereinbarung“ und nehmen sie in die staatliche Liste zur Langzeitüberwachung auf. Die Praktizierenden müssen ihre Kontaktdaten und Wohnanschriften angeben, damit die Behörden sie einmal im Monat „aufsuchen“ können. Auch müssen sie sich bei den Behörden melden, wenn sie das Haus verlassen wollen. Auslandsreisen sind ihnen untersagt.

Viele Praktizierenden sind immer noch im Gefängnis Suzhou inhaftiert

Yue Pengcheng soll am 1. Dezember 2026 freigelassen werden. Außer ihm werden immer noch wenigstens 14 weitere Praktizierende im Gefängnis Suzhou festgehalten. Darunter sind:

In der ersten Abteilung: Sun Zhengyi (m), etwa 42 Jahre alt, er ist zu vier Jahren Haft verurteilt worden.

In der zweiten Abteilung: Yang Xude (m) um die 78.

In der dritten Abteilung: Hong Buzhen (m) um die 60.

In der vierten Abteilung: Nie Jingchuan (m) um die 74 und Zhang Qiping (m) um die 61. Er ist drei Jahre lang eingesperrt.

In der fünften Abteilung: Hu Xiang (m) um die 37 ist für drei Jahre eingesperrt.

In der siebten Abteilung: Yu Zhiqiang (m) um die 76 ist für drei Jahre und acht Monate eingesperrt.

In der neunten Abteilung: Ding Xianyou (m) um die 63 ist vier Jahre inhaftiert.

In der zehnten Abteilung: Chen Guojun (m) um die 41. Er wurde zu vier Jahren Haft verurteilt und eingesperrt.

In der elften Abteilung: Zhang Guocheng (m) ist um die 64 Jahre alt.

In der zwölften Abteilung (für ältere und gebrechliche Häftlinge): Tang Zhifei (m) ist etwa 43 Jahre alt und muss eine acht Jahre lange Haftstrafe absitzen.

In der neunzehnten Abteilung: Zhou Shanyong (m) etwa 53. Er muss eine neunjährige Haftstrafe absitzen. Shi Xiancheng (m) etwa 42 Jahre alt und Liu Hongming (m) etwa 48 Jahre alt.