(Minghui.org) Ein Ehepaar aus der Stadt Gongzhuling, Provinz Jilin, sieht sich ständigen Schikanen durch die örtlichen Behörden ausgesetzt, nachdem es eine vierjährige Haftstrafe wegen des Praktizierens von Falun Gong im Juni 2025 verbüßt hat.

Ein Mitarbeiter namens Yao von der Justizbehörde der Gemeinde Fanjiatun erschien mehrfach bei Ai Cuijie (w) zu Hause. Er fotografierte sie gegen ihren Willen und forderte sie auf, verschiedene Dokumente zu unterschreiben und Fingerabdrücke zu hinterlassen. Am 11. Juni (das Jahr ist unbekannt, entweder 2025 oder 2026) kam ein Beamter der Polizeiwache Fanjiatun und nahm eine Stimmprobe sowie Finger- und Zehenabdrücke von ihr; zudem wurden ihre Körpergröße und ihr Gewicht erfasst. Er wies sie sogar an, an einem kleinen Behälter zu lecken, um eine Speichelprobe zu entnehmen.

Eine Woche später rief der Dorfvorsteher bei Frau Ai an und verlangte die Ausweisnummern von ihr, ihrem Mann Ding Luyi und ihrem Sohn. Sie weigerte sich, dieser Forderung nachzukommen.

Festnahmen

Am 15. Juni 2021 waren Ding und Ai mit dem Auto unterwegs, als sie bemerkten, dass ein schwarzer Jeep dicht hinter ihnen fuhr. Sie fuhren an den Straßenrand, um dem Jeep Platz zum Überholen zu machen. Stattdessen hielt der Jeep jedoch vor ihrem Wagen an. Zwei Männer stiegen aus; einer ging zur Fahrerseite, der andere zur Beifahrerseite.

Einer der Männer behauptete, sie hätten sich verfahren und das GPS ihres Mobiltelefons funktioniere nicht. Er bat Ding, ihm bei der Überprüfung des Telefons zu helfen. Ding erwiderte, auch er und seine Frau hätten sich verfahren und versuchten noch, die richtige Strecke zu ihrem Ziel zu finden.

Der Mann bestand darauf, dass Ding einen Blick auf sein Telefon werfe. Ding ließ das Autofenster herunter, musste jedoch feststellen, dass der Mann versuchte, nach seinem Autoschlüssel zu greifen. Nach diesem gescheiterten Versuch gab sich der Mann als Beamter der Staatssicherheitsabteilung des Kreises Lishu zu erkennen. Ding verlangte, dessen Polizeiausweis zu sehen. Der Mann zeigte seinen Ausweis vor, behauptete dann aber, er habe sein Telefon in Dings Auto fallen lassen. Ding öffnete die Tür und stieg aus. Er versuchte zu fliehen, wurde jedoch zu Boden geworfen und heftig geschlagen. Anschließend wurden er und seine Frau in den Jeep gestoßen, dabei bemerkte er, dass das Fahrzeug kein Nummernschild hatte.

Etwa zur gleichen Zeit durchsuchte eine weitere Gruppe von Beamten die Wohnung des Ehepaares und beschlagnahmte Laptops, einen Drucker, Büromaterial sowie Informationsmaterialien übner Falun Gong.

Hauptmann Wang Mingshan verhörte das Paar in der Staatssicherheitsabteilung des Kreises Lishu. Er brüstete sich damit, in der Vergangenheit bereits die Verhaftung anderer Praktizierender angeordnet zu haben, ohne dafür jemals karmische Vergeltung erfahren zu haben. Er erkundigte sich, ob das Paar Geld zu Hause aufbewahre und wer die anderen Praktizierenden seien, mit denen sie gemeinsam im Auto unterwegs gewesen waren, um Informationsmaterialien zu Falun Gong zu verteilen.

Am nächsten Tag wurde Ding in die Haftanstalt des Kreises Lishu gebracht. Der Beamte, der ihn dorthin überführte, wies die Wärter an, ihn „zurechtzubiegen“, da er sich „nicht ordentlich“ verhalte. Die Wärter verweigerten ihm ausreichend Nahrung und störten seine Nachtruhe. Zudem zwangen sie ihn, Nachtdienste zu leisten.

Dings betagte Mutter, die in ihrer Mobilität eingeschränkt war, reiste am 28. Juni 2021 fast 96 Kilometer zur Staatssicherheitsabteilung des Kreises Lishu. Sie kniete sich auf den Boden und flehte die Beamten an, ihren Sohn und ihre Schwiegertochter freizulassen. Hauptmann Wang weigerte sich, sie persönlich zu empfangen, und sprach nur kurz am Telefon mit ihr. Er beharrte darauf, dass das Paar „gegen das Gesetz verstoßen“ habe und weder Besuche von Familienangehörigen noch die Entgegennahme von Kleidung gestattet bekäme.

Misshandlungen während der vierjährigen Haftzeit

Ding wurde Ende 2021 zu vier Jahren Haft verurteilt. Seine Frau erhielt wenige Monate später ebenfalls eine vierjährige Haftstrafe.

Unmittelbar nachdem Ding in das Gefängnis Gongzhuling verlegt worden war, sah er sich mehreren Wärtern und bewaffneten Polizisten gegenüber, die Elektroschockstäbe in den Händen hielten. Sie brachten ihn in eine Zelle im zweiten Stock der neunten Abteilung, damit er die Gefängniskleidung anlegen konnte. Während des gesamten Aufnahmeverfahrens maßen sie seine Körpergröße und sein Gewicht und beschimpften ihn dabei.

Liu Dapeng und Feng Kuiwen – zwei ehemalige Praktizierende, die Falun Gong im Gefängnis aufgegeben hatten – waren dafür zuständig, Ding und andere Praktizierende im Rahmen von „Kleingruppen-Unterweisungen“ einer Gehirnwäsche zu unterziehen.

Neben dem Zwang, Videos anzusehen, die Falun Gong verleumdeten, und wöchentliche „Gedankenberichte“ zu verfassen, wurden die Praktizierenden auch dazu angehalten, Erklärungen zu unterzeichnen. In diesen Berichten sollten sie Falun Gong aufgeben und sich davon distanzieren. Wer sich weigerte, wurde verschiedenen Foltermethoden ausgesetzt, darunter Schlägen, Elektroschocks und sie bekamen Salz in ihre Wunden gestreut. Außerdem mussten sie von 6 Uhr morgens bis 20 Uhr abends auf einem kleinen Hocker sitzen. Sie durften die Toilette nur zweimal täglich aufsuchen, hatten für jede Mahlzeit nur zehn Minuten Zeit und erhielten reduzierte Essensrationen. Außerdem mussten sie über lange Zeiträume mit dem Gesicht zur Wand stehen und wurden, während sie schliefen, alle zehn Minuten geweckt.

Wer als weniger „stur“ in der Wahrung seines Glaubens galt, durfte an „Vorträgen in größeren Gruppen“ mit etwa 50 Praktizierenden teilnehmen. Dennoch mussten diese Personen weiterhin monatlich Berichte über ihre Gedanken verfassen.

Ding wurde später gezwungen, täglich Zwangsarbeit zu verrichten. Auch seine Frau war während ihrer Haft im Frauengefängnis der Provinz Jilin brutalen Misshandlungen ausgesetzt. Die gegen sie und andere inhaftierte Praktizierende angewandten Methoden ähnelten jenen, die ihr Mann erleiden musste.

Auch Ai wurde später zu Zwangsarbeit von mehr als zehn Stunden täglich gezwungen. Die Aufgaben bestanden hauptsächlich aus der Herstellung künstlicher Wimpern und Bettbezüge. Wenn sie die vorgegebene Quote nicht erfüllte, musste sie die Gefängnisregeln 50- bis 100-mal abschreiben.