(Minghui.org) Song Yaping kehrte am 15. Juni 2026 gegen 8 Uhr morgens gerade vom Einkaufen zurück, als drei Männer und eine Frau sie am Eingang ihrer Wohnanlage aufhielten.

Die vier Beamten – nur die Frau trug Uniform – zwangen die 63-jährige Einwohnerin der Stadt Jinzhou in der Provinz Liaoning in ihr Polizeifahrzeug und brachten sie zur örtlichen Polizeistation Tianan.

Während des Verhörs fragten die Beamten Song, geboren im August 1962, ob sie an öffentlichen Orten Aufkleber mit Botschaften über Falun Dafa angebracht habe. Song weigerte sich zu antworten und wiederholte lediglich: „Falun Dafa ist gut.“

Danach durchsuchte die Polizei ihre Wohnung und beschlagnahmte Falun-Dafa-Bücher, Laptop, Desktop-Computer, Mobiltelefon, Geschenkkarten und Wohnungsschlüssel. Einige der Gegenstände bekam sie später zurück.

Die Polizei brachte Song außerdem zu einem Laternenmast und fotografierte sie daneben. Vermutlich sollte das Foto als „Beweis“ dafür dienen, dass sie die genannten Aufkleber an dem Mast angebracht hatte.

Während der für die Aufnahme in die Haftanstalt der Stadt Jinzhou vorgeschriebenen körperlichen Untersuchung bekam Song starke Schmerzen in der Brust und Atembeschwerden. Die Polizei zwang ihre Familie, 5.000 Yuan (etwa 640 Euro) zu bezahlen, bevor sie Song gegen Kaution freiließ. Zudem forderten die Beamten sie auf, eine Garantieerklärung zu verfassen, laut der sie Falun Dafa nicht mehr praktizieren werde. Als sie sich weigerte, drohte man damit, ihre Familie mit hineinzuziehen und sie weiter strafrechtlich zu verfolgen.

Haft im Arbeitslager

Es ist nicht das erste Mal, dass Song wegen ihres Glaubens ins Visier genommen wurde. Sie schreibt Falun Dafa zu, dass sie sich von einer schweren Herzerkrankung und weiteren Beschwerden erholen konnte. Zuvor verbüßte sie eine Haftzeit unbekannter Dauer in einem Arbeitslager sowie eine elfjährige Gefängnisstrafe.

Nachdem die Kommunistische Partei Chinas im Juli 1999 mit der Verfolgung von Falun Dafa begonnen hatte, ging Song nach Peking, um für ihr Recht auf Glaubensfreiheit zu appellieren. Sie wurde festgenommen und zu Zwangsarbeit von unbekannter Dauer verurteilt. Während sie im Jahr 2000 im Arbeitslager Masanjia festgehalten wurde, musste sie einen ganzen Monat lang jeden Tag vom morgens bis Mitternacht in der Hocke verharren, weil sie sich weigerte, ihren Glauben aufzugeben.

Das Gefängnis Nanshan, bei dem Song angestellt war, kündigte ihr im Jahr 2000. Danach war sie auf die finanzielle Unterstützung ihrer Familie und Freunde angewiesen.

2009 zu elf Jahren Gefängnis verurteilt

Song wurde am 17. April 2009 um 6.40 Uhr vor dem örtlichen Kinderpark festgenommen. Die Polizei schlug sie so heftig, dass ihr schwindelig und übel wurde und sie sich ununterbrochen übergeben musste. Die Haftanstalt der Stadt Jinzhou weigerte sich, sie aufzunehmen, woraufhin die Polizei sie in ein Krankenhaus brachte. Die Ärzte entdeckten bei ihr einen Unterleibstumor.

Li Yazhou, der damalige stellvertretende Leiter der Polizeibehörde der Stadt Jinzhou, wies die Haftanstalt daraufhin an, Song trotz ihres Gesundheitszustandes aufzunehmen. Er sagte: „Wenn sie stirbt, wird das als natürlicher Tod gewertet!“

Später wurde bei Song in der Haftanstalt Gebärmutterkrebs diagnostiziert.

Das Bezirksgericht Guta verurteilte Song kurz darauf zu elf Jahren Haft. Ende August 2009 wurde sie trotz ihrer Krebsdiagnose in das Frauengefängnis der Provinz Liaoning eingeliefert. Wu Li, Leiterin der Neunten Abteilung und Qian Lei, Leiterin der Vierten Gruppe, wiesen Insassinnen an, sie zu misshandeln. Qian sagte zu den Insassinnen: „Schlagt sie, so fest ihr könnt, solange ihr sie nicht totschlagt.“

Die Insassinnen folterten Song auf verschiedene Weisen: Sie hängten sie auf, schlugen sie, fesselten sie, klebten ihr den Mund zu, ohrfeigten sie, zogen ihr an den Haaren und schlugen ihren Kopf gegen die Wand; sie stachen sie mit Nadeln und stopften ihr verschmutzte Unterwäsche oder Toilettenpapier in den Mund. Manchmal blieb sie in Einzelhaft und durfte nicht schlafen. Wenn sie einschlief, wurde kaltes Wasser über sie gegossen. Zu den beteiligten Insassinnen gehörten unter anderem Li Ying, Shi Liping und Wei Xiaofeng.

Die Wärter wiesen zudem sechs Insassinnen an, Song mit Fäkalien zwangszuernähren.

Als Songs Familie sie im Januar 2011 besuchte, erfuhr sie, dass Song einen Schlaganfall erlitten hatte. Eine Körperhälfte sowie eine Gesichtshälfte waren gelähmt. Ihr Gebärmutterkrebs hatte Metastasen gebildet und war weit fortgeschritten. Dennoch weigerte sich das Gefängnis weiterhin, sie freizulassen, weil sie ihren Glauben nicht aufgeben wollte.

Song wurde schließlich vollständig inkontinent und litt an Amnesie. Zudem erlitt sie einen Nervenzusammenbruch. Erst Ende Oktober 2012 entließ das Gefängnis sie vorzeitig. Sie musste mit Sauerstoff versorgt werden und wurde auf einer Trage aus dem Gefängniskrankenhaus getragen.

Bei einer Körpergröße von etwa 1,60 Metern wog Song bei ihrer Rückkehr nach Hause nur noch rund 36 Kilogramm. Sie erkannte weder ihre Familie noch ihre Freunde und konnte sich an die Misshandlungen im Gefängnis überhaupt nicht mehr erinnern. Ihrer Schwester zufolge hatte das Gefängniskrankenhaus ihr ein unbekanntes Medikament gespritzt und die Familie aufgefordert, eine Haftungsverzichtserklärung zu unterschreiben.

Songs Mann berichtete, dass sie nur im Bett liegen und schweigen würde, unabhängig davon, wer sie besuchte. Später besserte sich ihr Zustand etwas, doch ihre Gedanken blieben sprunghaft, sie reagierte langsam und ihr Gedächtnis war äußerst schlecht. Sie nahm zwar etwas an Gewicht zu, hatte jedoch weiterhin Schwierigkeiten, ihre Arme und Beine zu kontrollieren.

2025 fünf Tage inhaftiert

Songs Mann starb 2025 plötzlich, sodass sie fortan allein für sich sorgen musste. Häufig litt sie unter Übelkeit und Erbrechen.

Trotz ihres schwachen Gesundheitszustandes wurde Song zu Hause häufig von der Polizei schikaniert, die versuchte, sie erneut ins Gefängnis zu bringen. 

Am 13. September 2025 wurde sie festgenommen, nachdem die Polizei einen Hinweis erhalten hatte, dass sie mit anderen über Falun Dafa gesprochen habe. Ihre Wohnung wurde durchsucht und sie wurde fünf Tage lang eingesperrt.

Früherer Bericht:

Am 17. April 2009 wurden 14 Falun Gong-Praktizierende in der Stadt Jinzhou verhaftet