(Minghui.org) Als Kind hörte ich oft, wie die Leute Geistergeschichten erzählten. Mit der Zeit wurde ich sehr ängstlich – ich hatte Angst vor der Dunkelheit und hatte immer das Gefühl, dass Geister um mich herum lauerten. Nachts wagte ich nicht nach draußen zu gehen, und wenn ich zur Toilette ging, musste mich jemand begleiten. Immer wenn jemand im Dorf starb, hatte ich schreckliche Angst. Dieses Gefühl der Angst begleitete mich viele Jahre lang.

Im Herbst 1991 fuhr mein Mann zu meiner Schwester, um ihr Heu zu bringen. Aufgrund einer alten Familienfehde versperrten ein Dorfbewohner und seine beiden Söhne die Straße und griffen meinen Mann und meinen Schwager mit Messern an. Mein Mann wurde wegen „übermäßiger Notwehr“ inhaftiert. Der Schmerz und das Gefühl der Ungerechtigkeit, die ich empfand, waren überwältigend. Von da an wurde mir klar, dass nicht die Geister beängstigend waren – es waren die Menschen, die ihre Moral und Menschlichkeit verloren hatten.

Anfang 1999 hatte ich das Glück, mit dem Praktizieren von Falun Dafa zu beginnen. Schon nach wenigen Tagen, in denen ich das Fa las und die Übungen machte, verschwanden alle meine Krankheiten. Ich war so dankbar, dass ich allen erzählte, wie wunderbar Falun Dafa ist. Als die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) am 20. Juli 1999 begann, Falun Dafa zu verfolgen, versuchten meine Familie, meine Verwandten und sogar enge Nachbarn, die von der staatlichen Propaganda getäuscht worden waren, mich davon abzuhalten, weiter zu praktizieren. Sie rieten mir: „Wenn du denkst, dass es gut ist, dann praktiziere einfach zu Hause und erzähle den Leuten nichts davon.“ Aber ich konnte nicht schweigen. Ich war gesund und glücklich, und ich hatte das Gefühl, nur die Wahrheit zu sagen. Wovor sollte ich Angst haben?

Eines Abends im Jahr 2005 gingen zwei Praktizierende und ich zum gemeinsamen Fa-Lernen. Danach gab uns der Koordinator Broschüren zur Wahrheitsklärung, um sie zu verteilen. Die beiden anderen Praktizierenden baten mich, die Broschüren in einer Straße zu verteilen, vor der ich Angst hatte. Ich dachte: „Ihr beide geht selbst nicht dorthin, aber ihr wollt, dass ich alleine dorthin gehe? Menschen aus zwei Haushalten in dieser Straße, die gelogen haben, sind gerade gestorben.“ Doch dann dachte ich: Vielleicht wurde das vom Meister so arrangiert, um mir zu helfen, die Wurzel meiner Angst zu beseitigen. Somit willigte ich ein.

Nachdem sie gegangen waren, sammelte ich meine Gedanken, rezitierte das Gedicht des Meisters „Was zu fürchten“ aus Hong Yin II und ging selbstbewusst und aufrichtig die Straße entlang, um die Broschüren von Tür zu Tür zu verteilen. Wie durch ein Wunder strahlte jedes Exemplar, das ich ablegte, in goldenem Licht, sogar meine Hände leuchteten. Auf dem Heimweg spürte ich deutlich, wie eine große Last (Karma) von meinem Körper von mir abfiel. Von da an verspürte ich keine Angst mehr, selbst wenn ich mitten in der Nacht allein am Friedhof vorbeiging.

Im Jahr 2015 schloss ich mich der gemeinsamen Initiative an, eine Strafanzeige gegen Jiang Zemin, den ehemaligen Führer der KPCh, einzureichen. Er hatte die Verfolgung von Falun Dafa initiiert. Während ich meinen Brief schrieb, fühlte ich mich ruhig und aufrichtig. Doch als es darum ging, mit meinem Namen zu unterschreiben, kam ein Anflug von Angst in mir auf, sodass ich mich unwohl fühlte. Eine Gruppe von uns ging zur Post, um unsere Briefe aufzugeben. Die Post wurde gerade renoviert. Zwei Praktizierende sagten daher, sie würden hineingehen, um den Versand zu erledigen, während der Rest von uns draußen warten könne. Ich wartete draußen voller Sorge mit den anderen. Die beiden kamen lange Zeit nicht heraus. Dann traf die Koordinatorin mit ihrem Auto ein. In dem Moment, als sie ausstieg, überkam mich plötzlich ein überwältigendes Gefühl von Angst und Anspannung. Ich hatte Angst, dass etwas Schlimmes passieren könnte. Kurz nachdem sie hineingegangen war, kamen die beiden Praktizierenden heraus, und wir verließen schnell die Post.

Viele Praktizierende erhielten Antworten vom Obersten Gerichtshof, aber auf meinen Brief kam keine Antwort. Mir wurde klar, dass die Kultivierung eine ernste Angelegenheit ist. Da ich immer noch Angst hatte und diese Prüfung nicht ordnungsgemäß bestanden hatte, hatte ich die Anforderungen nicht erfüllt. Von diesem Zeitpunkt an beschloss ich, meine Anhaftung an die Angst zu beseitigen. Ich lernte mehr das Fa, reinigte meinen Geist anhand der Lehre und stärkte meine aufrichtigen Gedanken. Durch wiederholtes und solides Studium des Fa wurden meine aufrichtigen Gedanken immer stärker.

Drei Monate später hatte ich plötzlich das Gefühl, dass die Polizei zu mir nach Hause kommen würde. Ich war ganz ruhig und dachte, ich würde ihnen die wahren Umstände erklären. Kurz darauf klopfte heftig gegen das Fenster. Ich erschrak und eine Welle unbeschreiblicher Angst überkam mich. Mein Herz pochte wie wild. Der Buchhalter des Dorfes kam mit einem anderen Mann herein. Ich fragte mich im Stillen: „Warum habe ich solche Angst? Ich bin Praktizierende, warum sollte ich mich vor ihnen fürchten? Sie sind gekommen, um die wahren Umstände zu erfahren.“

Der Mann fragte: „Warum hast du Jiang Zemin angeklagt? Hat er dich persönlich verfolgt?“

Ich antwortete: „Obwohl ich nicht unmittelbar verfolgt wurde, litt ich auch unter den Auswirkungen der Verfolgung. Nachdem ich begonnen hatte, Falun Dafa zu praktizieren, verschwanden meine zahlreichen Krankheiten ohne jegliche Behandlung. Doch als Jiang Zemin am 20. Juli 1999 die Verleumdungskampagne und die Verfolgung einleitete, bekam meine Familie Angst, schimpfte mit mir und verbot mir, dass Fa zu lernen und die Übungen zu praktizieren.“

Mein Mann, der Angst hatte, sagte: „Warum musstest du diesen Brief schreiben?“

Ich antwortete: „Das ist mein Recht.“

Der Mann antwortete nicht. Er beugte sich vor und schrieb schwitzend etwas auf. Ich zog einen Hocker heran, setzte mich ruhig neben ihn und sah ihm beim Schreiben zu. Er zerriss das Papier, schrieb es neu und zerriss es wieder – immer und immer wieder. Ich lächelte und sagte sanft: „Junger Mann, hören Sie auf zu schreiben. Es ist sinnlos. Ich werde weder etwas unterschreiben noch mit meinem Fingerabdruck versehen, also ist das Schreiben sinnlos.“

Als er das hörte, stand er auf und sagte zum Buchhalter: „Lass uns gehen“, und ging hinaus.