(Minghui.org) Ich praktiziere Falun Dafa seit Jahrzehnten. Als ich kürzlich mit anderen Praktizierenden über meine Kultivierungserfahrungen sprach, wurde mir bewusst, dass jeder eine grundlegende Anhaftung hat, die schwer loszuwerden ist. Sie behindert uns ständig und verhindert, dass wir Fortschritte machen: Es ist die Anhaftung an das „Ego“. Sie manifestiert sich auf vielfältige Weise, insbesondere im Umgang mit anderen Praktizierenden. In scheinbar unbedeutenden Angelegenheiten klammern wir uns hartnäckig an unser Ego und bedienen uns der Lehre des Meisters, um dies zu verschleiern. Ich möchte meine Erkenntnisse dazu mitteilen.

Prahlerei

Der Meister sprach im Zhuan Falun über das Problem der Prahlerei. Manche Praktizierende erwähnen, wie viele Lektionen des Zhuan Falun sie täglich lesen oder wie viele Abschnitte sie auswendig gelernt haben. Andere berichten von drei Stunden Meditation oder zwei Stunden Übung. Manche prahlen damit, wie viele Materialien sie an diesem Tag verteilt oder wie vielen Menschen sie geholfen haben, der KPCh den Rücken zu kehren: „Ich habe dies getan, ich habe das getan“ und so weiter. Manche prahlen sogar: „Ich wurde verhaftet, habe aber nicht mit der Polizei kooperiert, sondern gerufen: ‚Falun Dafa ist gut!‘ Ich habe mich geweigert, Gefängniskleidung zu tragen“ und so weiter… Es gibt Praktizierende, die mit Gerüchten prahlen und so tun, als wüssten sie mehr als andere: Wer diesen Artikel geschrieben hat, wer jene Materialien zur Aufklärung über die Fakten hergestellt hat …

Prahlerei ist ein großes Tabu in der Kultivierung, und eine solche Anhaftung kann von den alten Mächten leicht ausgenutzt werden. Ich habe beobachtet, dass dies bei vielen heftig verfolgten Praktizierenden eine entscheidende Rolle spielte. Auch ich habe dieses Problem. Ich glaubte, die Fa -Prinzipien gut zu verstehen und die drei Dinge gut zu machen. Ich war überzeugt, mich gut geschlagen zu haben, als ich in Untersuchungsgefängnisse, Arbeitslager und ins Gefängnis kam. Ob absichtlich oder unabsichtlich, ich erregte unter den Praktizierenden Aufmerksamkeit; ich wurde oft verfolgt, was eng mit meinem Hang zur Selbstdarstellung und zum Prahlen zusammenhing.

Tatsächlich hat der Meister uns alle aus der Hölle befreit, also womit sollten wir prahlen? Wir sind lediglich ein Teilchen von Dafa, alles, was wir haben, ist uns vom Meister gegeben. Ohne den Meister und Dafa sind wir nichts. Womit sollten wir prahlen?

Wenn wir den Meister bei der Fa-Berichtigung unterstützen und das Böse beseitigen, das Dafa untergräbt und die Praktizierenden verfolgt, sollten wir eine Haltung der absoluten Dominanz einnehmen. Doch im Umgang mit allen Lebewesen sollten wir demütig sein und Demütigungen ertragen können, nur so können wir die aufrichtige Erleuchtung der Selbstlosigkeit und des Altruismus erlangen.

Arroganz

Dieses Problem tritt besonders deutlich bei jenen auf, die dafür gelobt werden, dass sie sich gut kultivieren. Diese Praktizierenden glauben oft, sie seien beim Fa-Lernen sehr erfolgreich, hätten ein gutes Verständnis vom Fa, hätten ein gutes Erleuchtungsvermögen und sind dann eingebildet. Manche sagen: „Ich muss über die wahren Umstände nicht mehr aufklären, ich muss nur anderen Praktizierenden helfen, ihr Verständnis vom Fa zu verbessern und Prüfungen zu bestehen.“ Manche Praktizierenden organisieren Fa-Lerngruppen, lesen das Fa aber selbst nie. Sie behaupten sogar, das Fa-Lernen sei sinnlos – wichtig sei nur der Austausch von Erkenntnissen. Folglich streiten die Teilnehmer solcher Fa-Lerngruppen nur über bestimmte Themen und geraten in ständige Auseinandersetzungen, was ebenfalls eine menschliche Anhaftung ist.

Der Meister sagte:

„Dass du mit einem menschlichen Herzen betonst, wer recht hat und wer nicht, das an sich ist schon falsch, weil du dich an einem Grundsatz der gewöhnlichen Menschen misst und verlangst, dass die anderen diesem Grundsatz entsprechen.“ (Fa-Erklärung in Manhattan, 26.03.2006, New York, USA)

Sobald man sich selbst überschätzt und darauf besteht, dass das eigene Verständnis richtig ist, ist man bereits auf dem verkehrten Weg.

An bestimmten Konzepten festhalten

Der Mensch hält von Natur aus an den menschlichen Prinzipien fest, die sich über Jahrtausende in ihm verfestigt haben. Der Meister hat in vielen Gedichten im Hong Yin auf den negativen Einfluss von „modernen Konzepten“, der „Evolutionstheorie“ und des „Atheismus“ auf den Menschen hingewiesen.

Besonders für diejenigen, die von der Kultur der Kommunistischen Partei indoktriniert wurden, ist es leicht, in Extreme zu verfallen. Aufgrund unseres Berufes, Geschlechtes oder Charakters etc. klammern wir uns möglicherweise hartnäckig an unsere Vorstellungen, unser Verständnis und unsere Gewohnheiten. Wir neigen dazu, Probleme mit menschlichem Denken zu betrachten und zu lösen.

Zum Beispiel: Als ich einem Praktizierenden, der unter „Krankheitskarma“ litt, meine Erkenntnisse zur Kultivierung mitteilte, fragte mich seine Mutter, ob ihr Sohn an Hirnatrophie leide. Ich antwortete: „Der Meister hat die Wurzel der Krankheit bei denen, die die Kultivierung aufrichtig betreiben, bereits beseitigt. Wer sagt denn, dass er Hirnatrophie hat?“ Sie erwiderte: „Ein Praktizierender, der Arzt ist.“

Wir sollten bei uns selbst nachschauen, wenn wir Prüfungen durchmachen, und unsere Anhaftungen loslassen. Doch manche Praktizierende vergessen das Fa und reagieren auf die Situation mit rein menschlichem Denken.

Selbstbestätigung

Wenn manche Praktizierende verhaftet werden, sollten sie die Gelegenheit nutzen, nach innen zu schauen und ihren Charakter zu verbessern. Aus Angst tun sie Dinge, die ein Praktizierender nicht tun sollte. Manche bringen Dafa-Bücher oder Geräte zur Materialherstellung in heiklen Zeiten zu anderen Praktizierenden. Andere bringen Materialien wie die Minghui Weekly zum Produktionsort oder zum Koordinator zurück, was dazu führt, dass bei einer Polizeirazzia im Haus des Koordinators mehrere Kisten mit der Minghui Weekly, Computer, Drucker oder andere Geräte gefunden werden, was die Prüfungen der Praktizierenden noch verschlimmert. Manche Praktizierenden haben Angst, die Minghui-Website zu besuchen, obwohl sie einen Computer besitzen. Stattdessen besorgen sie sich gedruckte Exemplare der Erfahrungsberichte anderer Praktizierender von den jeweiligen Produzenten usw. Diese Praktizierenden ignorieren die zusätzliche Belastung und die Sicherheitsrisiken, die den Produktionsorten entstehen.

Manche Menschen denken überhaupt nicht über ihre eigenen Schwächen nach, wenn es zu Konflikten kommt. Stattdessen geben sie anderen die Schuld. Besonders wenn alle Familienmitglieder Falun Dafa praktizieren, tritt dieses Problem deutlich hervor. Wenn sie auf Probleme stoßen, legen sie die Maßstäbe für einen Praktizierenden an die anderen Praktizierenden an. Dabei vergessen sie, dass sie selbst Praktizierende sind und bei Konflikten zuerst bei sich selbst schauen sollten.

Ich nahm an einem Erfahrungsaustausch über die Kultivierung teil, um einer dreiköpfigen Familie – Vater, Tochter und Schwiegersohn – bei der Lösung langjähriger Konflikte zu helfen. Der Vater beklagte sich über den Schwiegersohn. Ich unterbrach ihn und sagte: „Wir sind doch alle Praktizierende, Konflikte entstehen nicht ohne Grund. Wir haben Anhaftungen, die wir lösen müssen. Wenn du weitersprichst, wirst du nur noch wütender. Weil du willst, dass andere dich bedauern, würde ich doch etwas Schlechtes tun, wenn ich dich weiterreden ließe?“ Er entgegnete: „Ich verstehe, was du meinst, aber ich kann es nicht.“ Mit anderen Worten: Er wollte sich selbst nicht kultivieren.

Der Vater beklagte sich weiter und gab an, der Schwiegersohn respektiere ihn nicht. Je mehr er redete, desto wütender wurde er. Die Tochter beklagte sich, ihr Mann kümmere sich nur um sich selbst und respektiere sie nicht.

Alle hielten das Problem des anderen für unbedeutend. Ich war überzeugt, dass sich das Problem lösen ließe, wenn man es mit der Haltung eines Kultivierenden angehen und nach innen schauen würde. Wenn beispielsweise der Schwiegersohn sein Ego überwinden, sich dafür entschuldigen würde, seiner Frau in der Vergangenheit nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt zu haben, und versprechen würde, sein Verhalten in Zukunft zu ändern, wäre der Konflikt vielleicht beigelegt. Da sich aber alle weigerten, nach innen zu schauen, blieben die Konflikte ungelöst.

Der Meister sagte:

„Kultiviere dich selbst wahrhaftig, schaue bei Konflikten und Problemen, was du selbst falsch gemacht hast und wie du damit umgehen sollst. Bemiss die Angelegenheit mit dem Fa. Denkt einmal nach, ist das nicht Kultivierung? Ganz gleich, ob ein gewöhnlicher Mensch in den Tempel geht oder sich zu Hause kultiviert, wird er auf diese Weise handeln? Nein. Bist du dann dabei, dich selbst zu kultivieren? Wenn dir etwas Verdrießliches, etwas Ärgerliches passiert, wenn deine persönlichen Interessen, dein Selbst angeprangert werden, kannst du nach innen schauen, dich selbst kultivieren, die eigene Lücke suchen? Selbst wenn du bei Konflikten wirklich unschuldig bist, kannst du auch auf folgende Weise denken: Oh, ich verstehe, ich habe sicher irgendwo nicht gut gehandelt, selbst wenn wirklich kein Fehler vorhanden wäre, könnte dies eine von früher angehäufte Karmaverschuldung sein, ich gehe damit gut um. Was zurückgezahlt werden soll, zahle ich zurück. Ununterbrochen stößt du auf solche Probleme, ununterbrochen begegnen dir solche Angelegenheiten und ununterbrochen kultivierst du dich. Ist die Verdrießlichkeit, die euch unter den gewöhnlichen Menschen begegnet, nicht etwas Gutes, wenn ihr als Kultivierende Probleme auf diese Weise betrachtet und euch anhand aufrichtiger Grundsätze kultiviert? (Dafa-Jünger müssen das Fa lernen, Fa-Erklärung in Washington, D.C. 2011, 16.07.2011)

Wenn wir auf Probleme stoßen, sollten wir uns als Erstes daran erinnern, was der Meister im Fa gelehrt hat. Wir sollten uns fragen, wie ein Erleuchteter mit einer solchen Situation umgehen würde, anstatt uns von alltäglichen Gefühlen und Anschauungen leiten zu lassen.

Meinen eigenen Weg gehen

Der Meister hat unsere Kultivierungswege systematisch angelegt. Wir sollten daher seinem Plan folgen und unseren Weg gut beschreiten, indem wir die drei Dinge tun, die er von uns verlangt. Manche Praktizierende gehen weiterhin ihren eigenen Weg und tun, was sie wollen.

Manche respektieren die Sitten und Gebräuche der Menschen nicht, andere achten nicht auf ihr Erscheinungsbild in der Öffentlichkeit: Sie sprechen unbedacht, und dieses Verhalten hinterlässt einen schlechten Eindruck bei Nicht-Praktizierenden. Manche Praktizierende hören nicht auf den Rat anderer Praktizierender und wurden deshalb wiederholt verhaftet, in Arbeitslager oder Gefängnisse geschickt.

Andere Praktizierende ignorieren die Unterweisungen des Meisters, sich nicht an Schneeballsystemen und Ähnlichem zu beteiligen. Sie bewegen andere Praktizierende dazu, sich an Spendensammlungen, Investitionen, der Werbung für Produkte auf verschiedenen Plattformen und Ähnlichem zu beteiligen. Sie weigerten sich zuzuhören, als Praktizierende wiederholt darauf hinwiesen, und benutzten sogar Arbeitslosigkeit als Ausrede, wobei sie Dafa aus dem Zusammenhang gerissen zitierten, um ihre Handlungen zu vertuschen. Sie reflektieren nicht darüber, warum sie selbst als Kultivierende keine Einkommensquelle haben. Einige Praktizierende, die sich an diesen Dingen beteiligten, wurden verfolgt, und manche erlitten enorme wirtschaftliche Verluste. Andere Praktizierende verschwendeten ihre Energie in Rechtsstreitigkeiten, wieder anderen wurde sogar das Leben genommen, als die alten Mächte ihre Schwachstellen ausnutzten.

Praktizierende bringen andere dazu, kostenlose Behandlungen in Anspruch zu nehmen oder Gesundheitsprodukte zu kaufen. Sie verhalten sich wie normale Menschen und vergessen dabei, dass sie Praktizierende sind.

Manche legen Dafa-Bücher achtlos irgendwo hin, wodurch diese beschädigt oder verschmutzt werden. Viele verstorbene Praktizierende hatten mit solchen Problemen zu kämpfen. Die Achtung vor dem Meister und dem Fa ist eine sehr ernste Angelegenheit.

Der Wunsch, andere zu übertreffen

Ich entdeckte, dass Menschen mit solch starken Anhaftungen oft schon vor ihrer Kultivierung willensstark waren. Sie gehörten zur Elite unter den Menschen und hatten zu Hause das Sagen. Auch in der Kultivierung selbst sind sie vergleichsweise fleißiger und beherrschen die drei Dinge besser. Ihr Konkurrenzdenken ist jedoch offensichtlich. Besonders dann, wenn auch Familienmitglieder praktizieren, tritt dieser Wettbewerbsgeist deutlich hervor.

Ein bestimmter Menschentypus besteht darauf, in jeder Situation Recht und Unrecht zu bestimmen; er will nur Schmeicheleien hören und ist kritikunwillig. Wenn Praktizierende auf ihr Problem hinweisen, hinterfragen sie nicht ihre eigenen Fehler. Stattdessen streiten sie und geben anderen die Schuld. Sie bestehen darauf, im Streit Recht zu haben.

Ein anderer Menschentypus gerät in Wut, wenn er mit der Polizei konfrontiert wird. Er sieht alle Polizisten als bösartig an, demonstriert vor ihnen seine Standhaftigkeit, zeigt seine Furchtlosigkeit und ruft: „Falun Dafa ist gut!“ Damit bestätigt er nicht Dafa, sondern sein eigenes Ego. Polizisten sind auch Wesen, die gerettet werden sollten, daher sollten wir ihnen mit Freundlichkeit und Vernunft begegnen. Ihr Handeln mag korrekt erscheinen, weicht aber in Wirklichkeit vom Fa ab, da es ihnen an Güte mangelt. Dies kann dazu führen, dass Polizisten gegen Dafa sündigen.

Ein ausgeprägtes Konkurrenzdenken ist ein großes Hindernis für den Fortschritt in der Kultivierung. Warum ist es so schwer, diese Anhaftung abzulegen, die aus der Gehirnwäsche zur „Philosophie des Kampfes“ in der Kultur der KPCh stammt? Um diese Bindung zu überwinden, sollten wir neben dem gründlichen und regelmäßigen Lernen des Fa zunächst die Neun Kommentare über die Kommunistische Partei und „Die Auflösung der Parteikultur“ häufig lesen und den Einfluss der Parteikultur auf uns eliminieren. Wir sollten uns angewöhnen, bei unseren Handlungen an andere zu denken und unsere Schwächen zu reflektieren, wenn ein Konflikt entsteht.

An Ruhm, Gewinn und Emotionen festhalten

Dies ist ein Problem vieler älterer Praktizierender. Sie hängen an ihrem Krankheitskarma, ihrer Rente, ihren Enkelkindern usw.

Eine Praktizierende ist seit über einem Jahrzehnt zutiefst beunruhigt über Angelegenheiten, die ihre Kinder und Enkelkinder betreffen. Immer wieder kommt sie zu mir, um sich über dasselbe Problem zu beklagen. Manche Praktizierende sagen: „Ich habe eine weitere Anhaftung entdeckt.“ Ich antworte: „Vor über zehn Jahren hast du mir von dieser Anhaftung erzählt, doch was du jetzt gefunden hast, ist immer noch dieselbe. Kultivieren bedeutet, menschliche Anschauungen loszulassen.“

Andere können anhand des Fa nicht erkennen, wo sie eine falsche Richtung eingeschlagen haben. Stattdessen beurteilen sie Richtig und Falsch danach, was ein bestimmter Praktizierender gesagt hat oder was sie auf der Minghui-Website gelesen haben. Mit der Zeit werden sie zu abhängig von anderen und folgen ihnen statt dem Fa. Sie wissen nicht, wie sie das Fa als Wegweiser für ihre Kultivierung nutzen können.

Der Meister sagte:

„Wenn jemand anderes dir deine Probleme aufzeigen würde, würde es dann noch zu deiner Kultivierung zählen? Natürlich kommt es bei der Kultivierung auch vor, dass dir der Meister durch den Mund eines anderen Hinweise gibt; dennoch wird eure Kultivierung von mir arrangiert, nicht von jenen Personen.“ (Noch ein Stockschlag zum Aufrütteln, 05.07.2020)

Manche Praktizierende machen sich ständig Sorgen, dass andere Praktizierende Anhaftungen haben und welche Fehler sie begehen könnten. Sie wenden ihre eigenen Vorstellungen an, um Forderungen an sie zu stellen. Das ist ihre eigene Anhaftung, doch sie glauben, zum Wohl des anderen Praktizierenden zu handeln und ihm mit Gutherzigkeit zu begegnen.

Ich machte mir Sorgen um den Kultivierungszustand meiner Tochter. Sie war faul und weigerte sich, die Übungen zu machen oder das Fa zu lernen. Meine Frau war sehr besorgt. Als sie merkte, dass meine Worte keine Wirkung zeigten, bat sie andere Praktizierende, zu uns nach Hause zu kommen, um mit unserer Tochter zu sprechen. Jedes Mal, wenn Praktizierende kamen, saß meine Tochter in ihrem Zimmer und knallte sogar laut die Tür zu. Dies führte zu einem Bruch zwischen Mutter und Tochter.

Nach meiner Rückkehr aus dem Gefängnis erzählte mir meine Frau von dem Verhalten unserer Tochter. Ich meinte: „Du bist zu sehr an sie gebunden. Du betrachtest die Dinge nicht mit der Haltung einer Praktizierenden, sondern behandelst sie mit mütterlichen Gefühlen und legst deine Maßstäbe an sie an. Es scheint, als sei es das Problem unserer Tochter, aber es liegt an deiner Anhaftung. Du siehst nur ihre Fehler, nicht ihre Stärken. Unsere Tochter nimmt Ruhm und Gewinn nicht so wichtig, sie hat ein gutes Herz. Sie ist nicht wie die jungen Leute heutzutage, die darauf achten, was sie essen oder anhaben, oder einfach nur Spaß haben und modernen Trends hinterherjagen. Sie hat drei schwere Prüfungen durchgemacht. Hätte sie Dafa nicht praktiziert, hätte sie diese Schwierigkeiten nicht überstanden. Sie hat keine so großen emotionalen Anhaftungen wie wir. Tatsächlich hilft sie dir, dich von deiner emotionalen Anhaftung zu lösen.“

Wahrscheinlich, weil meine Frau ihre Anhaftung losgelassen hat, schenkte meine Tochter dem Fa-Lernen mehr Aufmerksamkeit und machte die Übungen täglich.

Alles in der menschlichen Welt kann zu einer Anhaftung werden, die meisten davon werden durch Emotionen verursacht. Wenn wir das nicht loslassen, denken wir immer wieder darüber nach, und es entsteht eine weitere Anhaftung. Um das loszulassen, müssen wir zuerst das Fa lernen und an unsere Mission denken. Wenn wir unseren Charakter wirklich verbessern und an alle Lebewesen denken, wird uns dann noch irgendetwas, was uns begegnet, stören?

Schlussbemerkung

Der Meister sagte:

„Ich möchte euch auch noch sagen, dass eure Natur in der Vergangenheit tatsächlich auf Egoismus und Selbstsucht aufgebaut war. Von nun an sollt ihr bei allem, was ihr macht, zuerst an andere denken und euch bis zur Selbstlosigkeit kultivieren. Von nun an sollt ihr bei allem, was ihr macht oder sagt, an die anderen und sogar an die zukünftigen Generationen denken. Und an die Unveränderlichkeit von Dafa!“ (In der Buddha-Natur wird nichts ausgelassen, 13.02., in: Essentielles für weitere Fortschritte)

Es fällt uns Menschen sehr schwer, die Selbstsucht loszulassen, doch als Praktizierende müssen wir das Ego vollständig loslassen, um die wahre Erleuchtung der Selbstlosigkeit und des Altruismus zu erlangen. Um dieses Ziel zu erreichen, ist das beste Mittel, das Fa zu lernen und bei Konflikten nach innen zu schauen. Wenn wir das Fa im Herzen tragen und an alle Lebewesen denken, werden wir unser Ego wahrhaft loslassen können.