(Minghui.org) „Ursache und Wirkung“ ist ein Begriff, der in der modernen Kultur vielfach kaum noch Beachtung findet. Doch dass dieser Zusammenhang im Bewusstsein der Menschen keinen Platz hat, bedeutet nicht, dass er nicht mehr existiert. Der Unterschied liegt lediglich darin, wie die Menschen darauf reagieren, wenn die Folgen ihres Handelns eintreten: Manche ziehen daraus eine Lehre und richten ihren weiteren Lebensweg danach aus; andere halten das Geschehene ohne weiteres Nachdenken für einen „Zufall“. Wer nicht anerkennt, dass diese Folgen unausweichlich sind, wird kaum vermeiden können, dieselben Fehler zu wiederholen, und sich womöglich immer tiefer darin verstricken – bis sich nichts mehr wiedergutmachen lässt.
Betrachten wir zunächst zwei weithin bekannte Begebenheiten aus der Geschichte:
Qin Hui: Von höchstem Rang und Ruhm zu ewiger Verachtung
Der „Geschichte der Song-Dynastie“ zufolge genoss Qin Hui das große Vertrauen des Song-Kaisers Gaozong. Er eignete sich das Amt des Kanzlers an und bestimmte 19 Jahre lang allein die Staatsgeschäfte. In dieser Zeit setzte er sich nachdrücklich für einen demütigenden Friedensschluss ein, bildete eine Clique zur Durchsetzung eigener Interessen und konstruierte Beschuldigungen, um Yue Fei und andere loyale, rechtschaffene Männer zu Fall zu bringen. Als Qin Hui im 25. Jahr der Ära Shaoxing (1155) lebensbedrohlich erkrankte, suchte Gaozong ihn persönlich in seiner Residenz auf und verlieh ihm den Fürstentitel „Junwang von Jiankang“. Nach seinem Tod wurde ihm darüber hinaus der höhere Fürstentitel „Wang von Shen“ sowie der ehrenvolle postume Name „Zhongxian“ („Loyal und verdienstvoll“) verliehen. Sowohl zu Lebzeiten als auch nach seinem Tod schien er in Glanz und Ehren zu stehen.
Doch 51 Jahre später, im zweiten Jahr der Ära Kaixi unter Kaiser Ningzong der Song-Dynastie (1206), stellte sich der Kaiserhof der historischen Wahrheit über das Unheil, das Qin Hui über das Land und seine Bevölkerung gebracht hatte. Ihm wurden die nach seinem Tod unverdient verliehenen Fürstentitel aberkannt. Sein postumer Ehrenname „Zhongxian“, der ursprünglich höchstes Lob zum Ausdruck gebracht hatte, wurde offiziell in „Miuchou“ geändert. Dabei bedeutet „Miu“, dass Name und Wirklichkeit einander widersprechen und dass etwas widersinnig und verkehrt ist; „Chou“ steht für offenkundige Übeltaten und äußerste Niedertracht. Die „Geschichte der Song-Dynastie“ nahm ihn in die „Biografien der treulosen Minister“ auf. Er wurde für alle Zeiten zum Gegenstand von Schmähung und Verachtung.
Yan Song: Von uneingeschränkter Macht zu einem elenden Ende
Der „Geschichte der Ming-Dynastie“ zufolge verstand es Yan Song während der Ära Jiajing unter Kaiser Shizong, dem Kaiser mit seiner Kunst im Verfassen von „Qingci“ – an die Gottheiten gerichteten Gebetstexten mit der Bitte um Segen – zu schmeicheln und dessen besonderes Vertrauen zu gewinnen. So riss er schließlich die Regierungsmacht an sich. Gemeinsam mit seinem zweiten Sohn Yan Shifan beherrschte er 20 Jahre lang unrechtmäßig die Staatsgeschäfte. Die beiden bauten am Kaiserhof ein weitverzweigtes Netz von Gefolgsleuten auf, zogen immer mehr Macht an sich und nahmen Bestechungsgelder entgegen. Um seine Machtstellung zu festigen, bewirkte Yan Song im 27. Jahr der Ära Jiajing (1548) durch falsche Anschuldigungen, dass der führende Großsekretär Xia Yan und zahlreiche weitere loyale Minister hingerichtet wurden. Von da an lag die Macht allein in seinen Händen.
Vierzehn Jahre später, im 41. Jahr der Ära Jiajing (1562), reichte der kaiserliche Zensor Zou Yinglong eine Eingabe ein, in der er Yan Song und dessen Sohn rechtswidriger Handlungen beschuldigte. Kaiser Shizong ordnete daraufhin Yan Songs Versetzung in den Ruhestand und die Inhaftierung Yan Shifans an. Später wurde Yan Shifan wegen geheimer Absprachen mit japanischen Piraten, der Anstiftung zu Unruhen und weiterer Vergehen auf kaiserlichen Befehl enthauptet. Yan Song und all seinen Enkeln wurden ihre Titel und Privilegien entzogen; sie wurden zu einfachen Bürgern herabgestuft. Der gesamte Familienbesitz wurde beschlagnahmt und eingezogen. Im Alter litt Yan Song unter Armut und Krankheit. Er fand nur noch in einer Unterkunft bei den Gräbern seiner Vorfahren Unterschlupf, musste um Nahrung betteln und starb schließlich in elenden Verhältnissen. Die „Geschichte der Ming-Dynastie“ nahm ihn in die „Biografien der treulosen Minister“ auf. Sein Name steht damit am Pranger der Geschichte.
Buddha Shakyamuni: Die Wahrheit über das Heranreifen schlechten Karmas
Immer wieder fragen sich Menschen: „Warum ereilt Übeltäter manchmal lange Zeit keine Vergeltung? Warum können sie sogar das genießen, was sie durch ihre schlechten Taten erlangt haben?“ Buddha Shakyamuni hat die Antwort auf diese Frage bereits vor 2.500 Jahren aufgezeigt.
Buddha Shakyamuni erläuterte den Lebewesen seiner Zeit den Prozess vom Begehen böser Taten bis zum Erleiden karmischer Vergeltung anhand des Bildes „von der Süße zur bitteren Frucht“. Zunächst entfaltet das schlechte Karma, das ein Mensch gesät hat, nicht sofort seine Wirkung – ebenso wenig, wie frisch gemolkene Milch sofort gerinnt und sauer wird. Doch dieses schlechte Karma wirkt im Verborgenen weiter, wie zugedeckte Glut, die jederzeit aufflammen und den Übeltäter selbst erfassen kann. Deshalb glauben unwissende Menschen nach ihren bösen Taten oft, einen Vorteil erlangt und einen „süßen Genuss“ erfahren zu haben. Erst wenn das schlechte Karma herangereift ist und seine Wirkung entfaltet, beginnt für sie das endlose Leiden. Schließlich ist die Vergeltung unausweichlich: Wohin ein Mensch auch flieht – es gibt auf der Welt keinen Ort, an dem er der Vergeltung für das von ihm selbst erzeugte schlechte Karma entkommen kann.
Über karmische Vergeltung sagte Buddha Shakyamuni: Wer unbewaffneten, unschuldigen Menschen Gewalt antut, wird unweigerlich die bitteren Früchte seiner eigenen bösen Taten in Form von zehn Arten schmerzlichen Unheils erleiden: heftige Schmerzen, schweres Unheil und gravierende Schäden, körperliche Verletzungen oder bleibende Behinderungen, schwere Krankheit, psychische Störungen, gerichtliche Bestrafung, schwerwiegende falsche Anschuldigungen, Tod von Angehörigen oder Trennung von ihnen, Verlust des gesamten Vermögens und einen Brand des eigenen Hauses.
China heute: Beispiele für Vergeltung noch in diesem Leben
Die folgenden Beispiele aus der Gegenwart handeln von Personen, die während ihrer Amtszeit Schüler des Buddha-Fa wegen ihres Glaubens an „Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht“ gewaltsam verfolgten. Erst nach ihrem Eintritt in den Ruhestand wurden sie von den zuvor beschriebenen Formen des Unheils heimgesucht und fanden kein gutes Ende.
• Wang Wenhai war ab 2008 Leiter und Parteisekretär der Justizbehörde der Provinz Henan sowie Leiter des Büro 610. Während seiner Amtszeit verfolgte er unschuldige Falun-Gong-Praktizierende. Dreizehn Jahre nach Beginn seiner Beteiligung an der Verfolgung wurden im Juli 2021 Ermittlungen gegen ihn eingeleitet. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits seit vier Jahren im Ruhestand. Im Jahr 2023 wurde er zu 25 Jahren Haft verurteilt. Am 13. Oktober 2024 starb er in Haft. [1]
• Yang Mingkuan leitete von 2003 bis 2008 die Polizeiwache Zhennan. Anschließend wurde er zum Leiter der Staatssicherheitsabteilung der Polizeibehörde des Kreises Jianchang befördert. In dieser Funktion war er von 2008 bis 2017 für die Verfolgung von Falun-Gong-Praktizierenden zuständig. Im Jahr 2017 wurde er zum stellvertretenden Leiter der Polizeibehörde des Kreises Jianchang befördert und übernahm die Federführung bei der Verfolgung von Falun Gong. Yang Mingkuan ging 2021 in den Ruhestand. Dreiundzwanzig Jahre nach Beginn seiner Beteiligung an der Verfolgung brach er am Morgen des 22. Juni 2026 bei einem Spaziergang im Shuishang-Park in Jianchang plötzlich zusammen und starb im Alter von 65 Jahren. [2]
• Shen Xiangfu war Leiter der Anklageabteilung der Staatsanwaltschaft des Bezirks Jinlin in der Stadt Yichun, Provinz Heilongjiang. Seit 2002 war er vor Ort an nahezu jedem Fall beteiligt, in dem Falun-Gong-Praktizierende zu Unrecht verurteilt wurden, und fügte diesen gutherzigen Menschen großes Leid zu. Dreiundzwanzig Jahre nach Beginn seiner Beteiligung an der Verfolgung wurde bei ihm im Jahr 2025, unmittelbar nach seinem Eintritt in den Ruhestand, Lungenkrebs festgestellt. Derzeit leidet er unter den Qualen einer Chemotherapie. [3]
• Zhou Yun bekleidete ab 2004 unter anderem die Ämter des Leiters der Polizeibehörde der Stadt Anshun und des Sekretärs des Komitees für Politik und Recht. In dieser Zeit war er in mehrere Fälle verwickelt, in denen Falun-Gong-Praktizierende durch die Verfolgung zu Tode kamen oder zu Unrecht zu Haftstrafen verurteilt wurden. Am 24. April 2025 wurde er vom Mittleren Volksgericht der Stadt Tongren in der Provinz Guizhou wegen Bestechlichkeit zu elf Jahren Haft und einer Geldstrafe von 1,2 Millionen Yuan verurteilt. Dies geschah 21 Jahre nach Beginn seiner Beteiligung an der Verfolgung und acht Jahre nach seinem Eintritt in den Ruhestand. Außerdem wurde die Einziehung der erhaltenen Bestechungsgelder sowie der daraus erzielten Erträge angeordnet. [4]
Schluss
Manche sagen, diese Menschen hätten jahrzehntelang Ruhm und Reichtum genossen; das habe sich doch gelohnt. Ist das wirklich so? Aus Sicht der Kultivierenden ist bei Menschen mit einer großen karmischen Last – wie Jiang Zemin, dem Urheber der Verfolgung von Falun Gong – die Zeit der Vergeltung nach ihrem Tod nicht auf wenige Jahrzehnte begrenzt. Auf den verschiedenen Ebenen der Hölle wird ihre Schuld nach dem Prinzip „Zahn um Zahn“ eingefordert, und zwar so lange, „bis alles beglichen ist“. Solange die Schuld nicht vollständig getilgt ist, muss sie weiter abgetragen werden. Die „Hölle des ununterbrochenen Leidens“ ist für diejenigen vorgesehen, die allzu viel schwere Schuld auf sich geladen haben – etwa dadurch, dass sie anderen das Leben genommen haben.
Nebenbei bemerkt: Noch immer gibt es Menschen in der Welt der Lebenden, die Lobeshymnen auf den verstorbenen Jiang Zemin singen. In ihrer Unwissenheit laden sie ihm damit jedoch nur weitere Schuld auf – sie vermehren seine karmischen Schulden, sodass seine Schuldenlast immer weiter anwächst und er im Abgrund ewiger Schuld und ewiger Bestrafung gefangen bleibt.
Macht und Einfluss können vorübergehend verschleiern, was Recht und was Unrecht ist. Doch sie können niemanden auf Dauer vor der Vergeltung nach dem Prinzip von Ursache und Wirkung bewahren. Für karmische Vergeltung gibt es auch keine „Verjährungsfrist“ – also keine zeitliche Grenze für die staatliche Verfolgung einer Straftat. Vielmehr gilt: „Bis alles beglichen ist.“ Wenn es ein Mittel gibt, begangene Fehler rückgängig zu machen, dann besteht es darin, vor dem Abgrund rechtzeitig innezuhalten, vom Bösen abzulassen, auf den rechten Weg zurückzukehren und begangenes Unrecht durch gute Taten wiedergutzumachen.
Nach den Statistiken von Minghui.org wurde für den Zeitraum vom Beginn der Verfolgung von Falun Gong durch die Kommunistische Partei Chinas im Juli 1999 bis zum Jahr 2026 bekannt, dass mindestens rund 25.000 an der Verfolgung beteiligte Personen auf unterschiedliche Weise karmische Vergeltung erlitten haben. Wenn diese Vergeltung noch nicht eingetreten ist, liegt das daran, dass Gottheiten und Buddhas den Menschen aus Barmherzigkeit eine Chance geben. Wer diese Gelegenheit ergreift, seine Fehler berichtigt, Schaden wiedergutmacht, vom Bösen ablässt und sich dem Guten zuwendet, kann vielleicht noch eine Wendung zum Besseren herbeiführen. Denn seine Fehler zu berichtigen und Schaden wiedergutzumachen bedeutet im Kern, freiwillig karmische Schulden abzutragen und die eigene Schuld und karmische Last zu verringern.
Quellenangaben
[1] „Ein weiterer Funktionär der Gefängnisverwaltung der Provinz Henan gestürzt“, Minghui, 26. Dezember 2024. Abgerufen am 25. August 2026.Link zum chinesischen Original
[2] „Zwei stellvertretende Polizeichefs des Kreises Jianchang in Liaoning erleiden karmische Vergeltung wegen ihrer Beteiligung an der Verfolgung von Dafa“, 5. Juli 2026. Abgerufen am 25. August 2026.Link zum chinesischen Original
[3] „Karmische Vergeltung für die Verfolgung guter Menschen durch falsche Anschuldigungen: Shen Xiangfu, Leiter der Anklageabteilung, an Lungenkrebs erkrankt“, Minghui, 8. Februar 2026. Abgerufen am 25. August 2026.Link zum chinesischen Original
[4] „Zhou Yun, ehemaliger Polizeichef und Sekretär des Komitees für Politik und Recht der Stadt Anshun in Guizhou, erleidet karmische Vergeltung“, Minghui, 9. Januar 2026. Abgerufen am 25. August 2026.Link zum chinesischen Original
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