(Minghui.org) Ich möchte von einem wunderbaren Erlebnis berichten, das einige Jahre zurückliegt, als wir versuchten, einen Mitpraktizierenden zu retten.
Zwei Mitpraktizierende waren während einer Geschäftsreise in einem Hotel illegal von der Polizei festgenommen worden. Einer von ihnen, der Praktizierende Guang, steht im Mittelpunkt meines Berichts. Vor seiner Festnahme war Guang bereits wegen seines Glaubens an Falun Dafa mehrere Jahre lang inhaftiert gewesen.
Guangs Frau Hong, ebenfalls eine Falun-Dafa-Praktizierende, wandte sich an mich und einige andere Praktizierende, damit wir besprechen, wie wir ihn retten könnten. Zwei junge Praktizierende drängten mich, gemeinsam mit Guangs Familie seine Freilassung zu fordern, und zeigten mir, wie ich mit der Polizei kommunizieren sollte.
Ich entgegnete: „Da ihr gut reden könnt, könntet ihr doch gehen?“ Sie bestanden jedoch darauf, dass ich gehen sollte, während die anderen Praktizierenden mich ermutigend ansahen. Ich erkannte, dass meine Selbstsucht und meine Angst mich zurückhielten und dazu führten, dass ich nicht auf ihren Vorschlag eingehen wollte.
Hong berichtete uns, dass Guang in höchster Gefahr schwebte. Er wurde im dritten Stock eines Hotels festgehalten. Kurz nachdem sich der Wachmann nach Betreten des Zimmers abgewandt hatte, hatte Guang versucht, durch das Fenster zu fliehen. Tragischerweise erlitt er dabei schwere Verletzungen, darunter mehrere Knochenbrüche. Er wurde zur Notfallbehandlung in das größte Krankenhaus der Stadt gebracht.
Der Leiter des „Büro 610“ versicherte Guangs Vater fälschlicherweise, es gehe ihm gut. Als sein Vater ihn schließlich sah, war Guang jedoch völlig bewegungsunfähig; lediglich seine Augen konnte er bewegen.
Der Meister sagte:
„Seine Sache ist eben deine Sache, deine Sache ist eben seine Sache.“ (Fa-Erklärung auf der Konferenz 2002 in Washington, D.C., 22.07.2002)
Als Falun-Dafa-Schüler sollte ich der Lehre des Meisters folgen und nicht meine eigenen Interessen in den Vordergrund stellen. Zumindest konnte ich den Ärzten die wahren Hintergründe erklären. Nachdem ich weiter in meinem Inneren nach Ursachen gesucht hatte, sagte ich zu meinen Mitpraktizierenden: „Gut, ich werde gemeinsam mit der Familie die Freilassung von Guang fordern. Aber ihr solltet alle in die Umgebung gehen und aufrichtige Gedanken aussenden.“ Alle waren damit einverstanden.
Am nächsten Tag nahm ich all meinen Mut zusammen, stärkte meine aufrichtigen Gedanken und begab mich gemeinsam mit Guangs Eltern und seiner Frau zum Krankenhaus. Die Notaufnahme und die Eingangshalle waren voller Mitpraktizierender, die aufrichtige Gedanken aussandten. Doch wir konnten Guang nicht finden. Ein Arzt teilte uns mit, dass Guang in ein anderes Krankenhaus verlegt worden sei, wusste jedoch nicht, in welches.
Wir setzten uns zusammen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Die wenigen aufrichtigen Gedanken, die ich gerade erst aufgebaut hatte, wurden wieder von Angst verdrängt. Ich saß etwas abseits, las die Lektionen des Meisters, korrigierte mich ständig selbst und versuchte, die Dinge aus der Sicht des Fa zu betrachten.
Plötzlich nannte eine Mitpraktizierende den Namen eines Krankenhauses, woraufhin Hong Nachforschungen anstellte. Guang befand sich tatsächlich dort, auf einer Station im vierten Stock, hinter einer Metalltür. Wir waren uns sicher: Das war Führung durch den Meister! Alle waren sich einig, am nächsten Tag zu diesem Krankenhaus zu gehen.
Ich traf früh am Morgen am Krankenhaus ein, stellte jedoch fest, dass keine Praktizierenden dort waren. Was war geschehen? Warum war niemand gekommen?
Während ich dort unschlüssig stand, trafen Guangs Eltern und seine Frau ein. Ich wollte Guangs Mutter beim Treppensteigen helfen, doch sein Vater hielt mich zurück: „Zeigen Sie sich hier nicht. Es sind Polizisten in der Nähe. Wir können uns beim Treppensteigen Zeit lassen.“
Ich trat zur Seite und sah, dass eine weitere Praktizierende eingetroffen war. Ich bat sie, die Familie durch das Aussenden aufrichtiger Gedanken zu unterstützen.
Guangs Eltern und seine Frau begannen, gegen die Tür der Krankenstation zu hämmern und Guangs Namen zu rufen. Die Polizisten wirkten panisch und fragten immer wieder, wie die Angehörigen das Krankenhaus gefunden hätten.
In diesem Moment versammelte sich eine Menschenmenge um uns. Ich sagte zu ihnen: „Seht nur, wie sehr diese Familie leidet. Ihr Sohn wurde inhaftiert, nur weil er Falun Gong praktiziert. Wegen der Verfolgung verlor er seine Arbeit. Nach seiner Freilassung wurde er während einer Geschäftsreise in einem Hotel erneut festgenommen. Als er die Polizei nach dem Grund für seine Festnahme fragte, hieß es nur, er wisse den Grund doch selbst. Aus Protest gegen die rechtswidrige Festnahme sprang er aus dem Fenster.“
Die Menschen waren empört; einige drängten sogar darauf, Beschwerde gegen die Polizei einzureichen. Als ein Arzt herauskam, um nach dem Rechten zu sehen, erzählte ich ihm Guangs Geschichte. Einer Reinigungskraft, die davon hörte, kamen die Tränen.
Die Polizei ließ den Leiter des „Büro 610“ ins Krankenhaus kommen, doch dieser weigerte sich, Guang freizulassen; stattdessen schrie er Hong an und bedrohte sie.
Als wir uns am nächsten Tag wiedertrafen, berichtete Hong uns, der Leiter des „Büro 610“ habe Guangs Vater erzählt, Guang sei mitten in der Nacht geflohen. Während Guangs Vater erleichtert über die Nachricht von der Flucht war, gab ich zu bedenken: „Wie hätte Guang angesichts seiner schweren Verletzungen fliehen können? Verlangen Sie, dass die Überwachungsaufnahmen überprüft werden. Es gab schon viele Fälle von erzwungener Organentnahme; wir müssen wachsam bleiben!“
Guangs Vater sah sich die Überwachungsaufnahmen des Krankenhauses an. Sie zeigten, wie Guang von seiner Station hinunterging, zum Haupteingang lief, feststellte, dass die Tore verschlossen waren, dann in eine Toilette im Erdgeschoss ging und aus dem Fenster sprang. Es war unfassbar!
Später trafen wir Guang persönlich, und er schilderte uns den Hergang der Ereignisse.
Als seine Familie im Krankenhaus eintraf, hatte er sie seinen Namen rufen hören. Später am selben Tag sah ihn eine Reinigungskraft und sagte zu den beiden jungen Polizisten, die ihn bewachten: „Er ist so schwer verletzt, warum gebt ihr ihm nicht wenigstens einen Schluck Wasser?“
Ein Polizist nahm 100 Yuan (13 Euro) aus Guangs Geldbörse, kaufte eine Flasche Wasser und legte das Wechselgeld unter Guangs Kopfkissen. Mitten in der Nacht, während Guang schlief, hörte er, wie jemand mehrmals an die Tür klopfte. Guang begriff, dass dies ein Hinweis des Meisters sein musste, zu gehen. Doch er konnte sich überhaupt nicht bewegen. Die geringste Bewegung verursachte ihm solche Schmerzen, dass ihm der kalte Schweiß ausbrach. Wie sollte er da nur wegkommen?
Aber dann dachte er: „Wenn der Meister mir sagt, dass ich gehen soll, dann muss ich auch gehen können.“
Er mühte sich ab, sich aufzusetzen, und bei dieser Bewegung hörte er, wie seine Knochen am ganzen Körper knackten. Dann schienen sich seine zertrümmerten Knochen wie durch ein Wunder wieder einzurenken und augenblicklich zu heilen.
Guang warf einen Blick auf die jungen Polizisten, die beide eingeschlafen waren. Er öffnete die Tür und ging in das Erdgeschoss, musste jedoch feststellen, dass das Tor verschlossen war. Daraufhin ging er ins Badezimmer und kletterte aus dem Fenster.
Das Fenster befand sich hoch über dem Boden, doch zufälligerweise stand direkt darunter ein Fahrrad. Er stieg auf das Fahrrad und gelangte so auf den Boden.
Mit dem Geld, das unter seinem Kopfkissen gelegen hatte, nahm er ein Taxi. Nach einer Weile bemerkte der Fahrer, dass Guang nur ein Unterhemd trug und in Verbände gehüllt war. Besorgt bat er Guang, in ein anderes Taxi umzusteigen, und weigerte sich, den Fahrpreis anzunehmen.
Auf diese Weise gelang Guang unter der Führung des Meisters die Flucht.
Dafa ist außergewöhnlich. Es gibt unzählige solcher Wunder. Als Falun-Dafa-Schüler habe ich zunehmend verstanden, wie schwierig es für den Meister ist, Schüler und Lebewesen zu erretten. Nach all den Jahren der Verfolgung und des Leidens werden die aufrichtigen Gedanken der Praktizierenden um mich herum immer stärker. Lasst uns alle voranschreiten und gemeinsam nach Hause zurückkehren.
Copyright © 1999-2026 Minghui.org. Alle Rechte vorbehalten.