(Minghui.org) Ein 64-jähriger Mann aus der Stadt Qitaihe, Provinz Heilongjiang, fiel am 21. August 2026 plötzlich ins Koma. Dies geschah zwei Tage vor dem geplanten Ende seiner dreijährigen Haftstrafe, zu der Yu You wegen des Praktizierens von Falun Gong verurteilt worden war. Seine Familie wurde benachrichtigt, ihn an diesem Tag abzuholen. Sie brachte ihn eilig in ein Krankenhaus, doch dort wurde die Aufnahme verweigert, da Yu keinen Ausweis vorlegen konnte – dieser war zuvor von der Polizei beschlagnahmt worden. Sieben Tage später verstarb er – am 28. August.
Als sein jüngerer Bruder ihn am 21. Juli 2026, einen Monat vor seiner geplanten Haftentlassung, im Gefängnis Tailai besuchte, war Yu noch bei guter Gesundheit und in einem guten psychischen Zustand. Während die Gefängnisbehörden behaupteten, er habe einen Schlaganfall erlitten, vermutet seine Familie, dass er durch brutale Folter ins Koma gefallen war. Zudem verschwanden 4.000 Yuan (etwa 520 Euro), die sein Bruder für ihn auf sein Gefängniskonto eingezahlt hatte, damit sich Dinge des täglichen Bedarfs kaufen konnte.
Jüngste Festnahme und Haftstrafe
Yu wurde zuletzt am 23. August 2023 in der Stadt Jixi in derselben Provinz festgenommen und in die Stadt Qitaihe überstellt. Zuvor hatte er jahrelang seinen Aufenthaltsort immer wieder gewechselt, um einer Festnahme zu entgehen.
Der Beamte Zheng Yi von der Polizeidienststelle Taonan in der Stadt Qitaihe übergab seinen Fall später an eine örtliche Staatsanwaltschaft. Yu wurde daraufhin zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt. Einzelheiten zu seiner Anklage, dem Gerichtsverfahren und der Urteilsverkündung sind unklar. Zu einem unbekannten Zeitpunkt wurde er aus dem Untersuchungsgefängnis der Stadt Qitaihe in das Gefängnis Tailai in der Stadt Qiqihar verlegt.
Tod eine Woche nach der Haftentlassung
Am 21. August 2026, zwei Tage vor Yus geplantem Entlassungstermin, informierte die Gefängnisleitung plötzlich seine Familie und forderte sie auf, ihn abzuholen. Als die Angehörigen im Gefängnis eintrafen, behaupteten die Wärter, er habe einen Schlaganfall erlitten und liege im Koma. Es wurden weder medizinische Unterlagen noch andere belegende Dokumente vorgelegt. Die Familie wurde gezwungen, eine Haftungsausschlusserklärung zu unterzeichnen, bevor sie Yu mit nach Hause nehmen durfte.
Auch nach seiner Heimkehr blieb Yu weiterhin im Koma. Er konnte weder essen noch trinken. Als die Familie ihn in ein Krankenhaus brachte, verweigerten die Ärzte die Behandlung, da er keinen Personalausweis vorlegen konnte. Er verstarb am 28. August.
Unterdessen kontaktierte die Familie das Gefängnis mehrmals wegen der 4.000 Yuan, die Yus Bruder bei seinem Besuch am 21. Juli für ihn hinterlegt hatte. Das Gefängnis bestritt, das Geld jemals erhalten zu haben.
Das Gefängnis Tailai ist berüchtigt dafür, Falun-Gong-Praktizierende zu foltern, die aufgrund ihres Glaubens inhaftiert sind. Seit 2021 sind in diesem Gefängnis mindestens vier Praktizierende infolge der Folter gestorben.
Lyu Guanru (m), 69, verstarb am 4. April 2021, während er eine siebenjährige Haftstrafe verbüßte.
Zhong Guoquan (m), 72, verstarb am 6. Februar 2022, vor Ablauf einer dreieinhalbjährigen Haft.
Yang Licheng (m), 81, verstarb im August 2025 – einen Monat, bevor er eine viereinhalbjährige Gefängnisstrafe beendet hätte.
Gao Ke (m), 72, ein ehemaliger Grundschullehrer, erlitt infolge von Folter einen psychischen Zusammenbruch. Er sprach häufig mit sich selbst und lachte oder weinte unkontrolliert. Er verstarb am 20. April 2026.
Frühere Verfolgung
Yu, ein ehemaliger Mitarbeiter der Beixing-Farm, begann 1996 mit dem Praktizieren von Falun Gong. Kurz darauf verschwanden alle seine gesundheitlichen Beschwerden, unter denen er jahrzehntelang gelitten hatte.
Nachdem die Kommunistische Partei Chinas im Juli 1999 die Verfolgung eingeleitet hatte, hielt Yu an seinem Glauben fest und wurde daraufhin wiederholt ins Visier genommen. Vor seiner jüngsten dreijährigen Haftstrafe war er bereits zwischen 2008 und 2013 zu einer sechsjährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden. Während seiner Zeit im Gefängnis Jiamusi war er dort brutaler Folter ausgesetzt.
Der Belastung durch die Verfolgung nicht mehr gewachsen, ließ sich seine Frau von ihm scheiden. Auch der Gesundheitszustand seines Vaters verschlechterte sich infolge von Angst und seelischer Belastung. Er verstarb im Jahr 2017, zu einer Zeit, als Yu gezwungen war, fern von zu Hause zu leben, um sich vor der Polizei zu verstecken.
Erste Gefängnisstrafe von sechs Jahren
Am 30. Mai 2008 nahmen fünf Beamte Yu in seiner Wohnung fest. Sie fesselten ihm die Hände auf dem Rücken mit Handschellen und brachten ihn in die Haftanstalt Hongxinglong. Dort ließen die Wärter seine Hände weiterhin auf dem Rücken gefesselt. Außerdem zwangen sie ihn, 35 Tage lang 30 Kilogramm schwere Fußfesseln zu tragen. Dadurch erlitt er schwere Verletzungen an den Knöcheln. Beim Essen und beim Toilettengang war er auf fremde Hilfe angewiesen.
Während eines Verhörs hielt der Beamte Zhao Yingguang Yu eine Schusswaffe an die Schläfe und drohte, ihn zu töten. Außerdem stülpte Zhao ihm einen Plastikeimer über den Kopf und schlug die ganze Nacht hindurch mit einer Metallstange darauf ein.
Auch der politische Sekretär Zhang Chunhua schlug Yu und schlug ihm dabei mehrere Zähne aus.
Später wurde Yu zu einer sechsjährigen Haftstrafe verurteilt und im Januar 2009 in das Gefängnis Jiamusi eingeliefert.
Im Gefängnis Jiamusi gefoltert
Während Yus Haft im Gefängnis Jiamusi wurde er zu unbezahlter Arbeit gezwungen – meist bestand diese darin, Essstäbchen zu verpacken. Oft erhielt er ein Tagespensum von 7.000 Paar Essstäbchen; eine Ruhepause war ihm erst gestattet, wenn er dieses Soll erfüllt hatte.
Angesichts der enormen Arbeitslast blieben ihm und den anderen Häftlingen für Mahlzeiten oder Toilettengänge oft nur zwei bis drei Minuten Zeit. Zudem mussten sie während des Essens in der Hocke verharren.
Da Yu sich weigerte, Falun Gong abzuschwören, wurde er häufig von Wärtern und Mitgefangenen misshandelt. Zudem zwangen ihn die Wärter mitten in der Nacht zur Einnahme unbekannter Medikamente.
Nach einer Misshandlung im Juni 2009 trug Yu Verletzungen an der Wirbelsäule und am kleinen Finger der rechten Hand davon. Er wies eine lange Schnittwunde an der rechten Wange auf, nachdem der Wärter Lin Jinfeng ihn mit einem Ledergürtel ausgepeitscht hatte. Sein Körper war übersät mit blauen Flecken, und er zitterte vor Schmerzen.
Seitdem hat er mit lang anhaltenden Rückenschmerzen zu kämpfen, die ihm die Bewegung erschweren.
Tod des Vaters
Nach seiner Freilassung am 29. September 2013 machte sich Yu mit einem kleinen Betrieb für Reparaturen von Haushaltsgeräten selbstständig, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Im April 2016 mietete er – mit finanzieller Unterstützung seiner Mutter – ein kleines Ladenlokal und sein Geschäft entwickelte sich rasch positiv.
Doch nur einen Monat später, am 8. Mai 2016 (Muttertag), wurde Yu erneut von Beamten der Polizeistationen Shuqi und Beixing festgenommen. Die Polizei schloss seinen Laden, beschlagnahmte sämtliche Geräte und Werkzeuge und durchsuchte das Haus seiner Eltern.
Yus Vater, der infolge eines Schlaganfalls noch immer unter Sprach- und Mobilitätseinschränkungen litt, war durch die Razzia und das polizeiliche Verhör zutiefst verängstigt.
Während seiner Inhaftierung im Untersuchungsgefängnis der Stadt Qitaihe verschlechterte sich Yus Gesundheitszustand rapide. Er litt häufig unter Schwindel, Schwäche in den Beinen und Atembeschwerden. Zudem war sein Blutdruck extrem hoch. Aus Sorge, er könnte dort sterben, ließen ihn die Verantwortlichen des Untersuchungsgefängnisses nach mehr als 40 Tagen frei.
Aufgrund der Belastung ließ sich seine Frau von ihm scheiden und zog in eine andere Stadt.
Nachdem Yu sich erholt hatte, machte er sich auf die Suche nach seiner Ex-Frau, in der Hoffnung, ihre Beziehung wieder zu reparieren. Da die Polizei ihn nicht ausfindig machen konnte, setzte sie ihn auf die Fahndungsliste. Er war gezwungen, fernab von zu Hause zu leben, um einer Verhaftung zu entgehen.
Unterdessen schikanierten Polizeibeamte häufig seine Familie und seine Nachbarn, indem sie sich nach seinem Aufenthaltsort erkundigten. Vor seinem Wohnhaus waren immer wieder Polizeifahrzeuge zu sehen.
Diese Verfolgung führte dazu, dass sich der Gesundheitszustand von Yus Vater weiter verschlechterte. Er musste zweimal im Krankenhaus behandelt werden. Am 26. Juni 2017 verschlechterte sich sein Zustand dramatisch; am 10. Juli desselben Jahres verstarb er.
Frühere Berichte:
Das Gefängnis Tailai in Heilongjiang: schlechte Haftbedingungen, Zwangsarbeit, Folter
Herr Yu You gefoltert und zur Zwangsarbeit im Jiamusi Gefängnis ausgesetzt
Mr. Yu You of Qitaihe City, Heilongjiang Province Brutally Tortured
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