(Minghui.org)
Sehr verehrter Meister,liebe Mitpraktizierende,
ich bin 10 Jahre alt. Mein Vater und meine Mutter sind beide Falun-Dafa-Praktizierende. Ich lese fast jeden Tag das Fa mit meiner Familie und mache einmal in der Woche die Übungen. Oft tauschen wir uns gemeinsam über unsere Xinxing-Prüfungen im Alltag aus.
Heute werde ich euch zwei meine Kultivierungserfahrungen von meinem Schultag erzählen. Bei meiner ersten Erfahrung geht es um die Klassentrennung und bei meiner zweiten Erfahrung um einen Sitznachbarn, der immer wieder stört.
Die Klassentrennung meiner besten Freundin und mir
Seit den Sommerferien habe ich meine Klasse gewechselt und bin von der dritten in die vierte Klasse gekommen. Vor den Sommerferien informierte uns die Schule, zu welcher Klassenlehrerin wir kommen würden. Unsere ganze Klasse war sehr aufgeregt und nervös, was die Klasseneinteilung betraf.
An diesem Tag, an dem wir es erfuhren, war ich zum Spielen bei einer Mitschülerin eingeladen worden. Auf dem Nachhauseweg von der Schule informierte mich meine Mutter darüber, zu welcher Klassenlehrerin ich kommen würde. Ich fragte sie, ob sie wisse, zu welcher Lehrerin meine beste Freundin kommen würde. Meine Mutter wusste dies nicht.
Nach fünf Minuten schrieb die Mutter meiner besten Freundin meiner Mutter und informierte sie darüber, zu welcher Klassenlehrerin meine Freundin eingeteilt worden war. Meine Mutter teilte mir mit, dass wir in Zukunft nicht mehr in dieselbe Klasse gehen würden. Als ich das hörte, wurde ich sehr traurig. Wie ich befürchtet hatte, würden meine beste Freundin und ich nicht mehr zusammen sein. Ich brach in Tränen aus.
Da wir in der Nähe von dem zu Hause meiner Freundin waren, machte meine Mutter den Vorschlag, sie nochmal telefonisch zu kontaktieren, um zu fragen, ob wir ihr helfen könnten. Sie nahm wahr, dass die Mutter meiner Freundin sehr angespannt war. Ich war einverstanden, denn auch ich fühlte dasselbe beim Zuhören des Telefongespräches. Ihre Mutter schilderte, dass es meiner Freundin nicht gut ginge und sie gar nicht wisse, was sie machen sollte. Sie sagte, meine Freundin weine bitterlich. Sie erklärte, dass sie keinen Zugang zu ihr hätte und nicht wisse, wie sie sie trösten solle. Ich schlug vor: „Wir könnten zu ihr nach Hause gehen. Wir sind Praktizierende und wir sollten an andere denken. Wenn meine Freundin mich braucht, möchte ich ihr helfen und bei ihr sein.“
Meine Mutter war sofort einverstanden. Die Mutter meiner Freundin hatte jedoch etwas Zweifel, ob mich ihre Tochter nicht aus lauter Frust und Trauer wegstoßen würde. Doch sie schien sehr dankbar zu sein, dass wir sie nicht allein ließen. Sie hörte auch, dass ich im Hintergrund weinte und niedergeschlagen war. Wir machten uns sofort auf den Weg zu meiner Freundin.
Ich hatte den Drang zu rennen und so schnell wie möglich bei ihr zu sein. Als wir ankamen, sagte ihre Mutter: „Sie ist im Zimmer und möchte mit niemanden sprechen. Ich weiß nicht, wie ich meiner Tochter helfen kann – ich habe sie noch nie so aufgelöst gesehen.“ Meine Mutter lächelte mich an und sagte: „Geh doch mal zu ihr nach oben und versuche sie zu trösten.“ Ich rannte die Treppen zu ihrem Zimmer hoch. Ihre Großmutter war zu diesem Zeitpunkt auch gerade zu Besuch. Als ich in ihr Zimmer kam, drehte sie sich um und sah mich an. Sofort sprang sie vom Bett und rannte zu mir. Ich rannte ihr entgegen und wir umarmten einander. Dabei kam mir folgender Gedanke auf: „Dass sich das Karma auf verschiedene Art und Weise zeigt und dass ich die Dinge loslassen muss.“
Später stieß ich beim Fa-Lesen auf dieses Zitat, wo der Meister schreibt:
„Natürlich beschränkt sich die Umwandlung des Karmas nicht nur auf die Formen, die ich eben erklärt habe. Sie wird sich auch in anderen Bereichen zeigen, sowohl in der Gesellschaft als auch in der Familie. Auf der Straße oder in einer anderen gesellschaftlichen Umgebung könntest du auch auf Probleme stoßen. Du wirst dazu gebracht, alle Gesinnungen, die du unter den gewöhnlichen Menschen nicht loslassen kannst, dennoch loszulassen. Alle Anhaftungen müssen, solange du sie hast, in verschiedenen Umgebungen weggeschliffen werden.“ (Zhuan Falun, 2019, S. 197)
Wir weinten zusammen, auch wenn ich wusste, dass ich meine Gefühle loslassen sollte. Sie schien ruhiger und entspannter zu werden. Wir verbrachten die Zeit zusammen und schienen uns dennoch ohne Worte zu verstehen, denn wir sprachen nichts. Für sie war die Situation schwerer als für mich. Ich hatte mit meiner Mutter schon Wochen vorher besprochen, dass wir getrennt werden könnten. Wir hatten auch nach innen geschaut, was für Eigensinne dahinter sein könnten. Der Wunsch meiner Freundin war, dass ich bei ihr übernachten dürfte. Sie fragte mich: „Geht das?“ Meine Mutter war in der Zwischenzeit unten und tauschte sich mit ihrer Mutter aus, wie sie uns gemeinsam in diesem Prozess helfen könnten.
Ich war nicht sicher, ob meine Mutter einverstanden sein würde, denn sie ist diesbezüglich etwas strenger. Gemeinsam gingen wir die Treppe hinunter und ich fasste den Mut, sie zu fragen, ob ich über Nacht hierbleiben dürfe.
Da meine Mutter mir generell vertraute und erkannte, dass dieser Moment und die Erfahrung wichtig für mich war, erklärte sie sich einverstanden. Das freute mich, aber ich war auch etwas überrascht.
Da der Wechsel in eine neue Klasse auch für die anderen Mädchen ein großer Schritt war und auch andere traurig waren, überlegten wir, was wir machen könnten, um auch sie zu unterstützen und daraus etwas Positives zu gewinnen. Wir fragten unsere Mütter, ob wir am nächsten Tag spontan eine Abschiedsparty machen könnten und so unseren Gefühlen nicht auszuweichen, sondern die schmerzhafte Situation bewusst anzunehmen und sie zu durchleben.
Dies könnte ein natürlicher Prozess für uns alle sein. Am Ende hat mir diese Situation gezeigt, dass alles im Leben kommt und geht und vergänglich ist. Dennoch kann es auch sehr weh tun. Wichtig ist, dass ich diese Gefühle haben kann und nicht unterdrücken muss und trotz den Schmerzen an die anderen denke und nicht nur an mich selbst.
Mein störender Banknachbar
Seit ein paar Wochen bin ich in der vierten Klasse. Dort wurden wir von unserer Lehrerin zu neuen Mitschülern und Mitschülerinnen gesetzt. Sie hatte schon während der Ferien eine Sitzordnung aufgestellt. Meine Klassenlehrerin setzte mich neben einen Jungen. Zu Anfang machte mir das nichts aus, auch wenn nun ein Junge neben mir saß.
Die ersten zwei Wochen merkte ich keine große Veränderung, doch mit der Zeit stellte ich fest, dass er sehr unkonzentriert und laut war. Zunächst machte er noch Witze, die ich einigermaßen lustig fand und ich mich zum Lachen hinreißen ließ. Doch irgendwann sagte unsere Lehrerin zu ihm: „Dein Verhalten stört die anderen.“ Am nächsten Tag gab er uns wieder Anlass, dass wir mitten im Unterricht lachen mussten. Die Lehrerin ermahnte uns alle, mit dem Lachen aufzuhören, da wir ihn mit unserem Verhalten motivieren würden weiterzumachen. Zu Anfang fiel mir dies noch schwer. Doch zunehmend stellte ich fest, dass sein Verhalten tatsächlich den Unterricht störte.
Ein paar Tage später musste er etwas aus dem Rucksack holen, der im Korridor lag. Er stellte sich absichtlich so clownhaft und ungeschickt an und tat so, als würde er ausrutschen und auf den Boden fallen. Er täuschte uns und tat so, als hätte er sich verletzt. Da begann ich mich zu ärgern, denn sein Verhalten war für mich nicht aufrichtig. Einen kurzen Moment lang dachte ich auch, dass er sich verletzt hätte, aber dann stellte ich fest, dass dies nicht der Fall war. Ich ließ mir meinen Unmut nicht anmerken. In dieser Woche störte er immer und immer wieder. Während des Unterrichts begann er zum Beispiel mit dem Stift zu spielen. Er schmiss den Deckel seiner Stifte im Klassenzimmer rum, wobei er mich mehrmals traf. Ein anderes Mal begann er mitten im Unterricht laut zu singen, anstatt in Ruhe seinen Auftrag von der Lehrerin zu erfüllen.
Jetzt nagte es mehr und mehr an meinem Herzen und ich begann wütend zu werden. In diesem Moment dachte ich nicht daran, dass ich eine Falun-Dafa-Praktizierende bin. Plötzlich kam meine Wut aus mir heraus und ich sagte laut und bestimmt: „Hör endlich auf damit, du nervst mit deinem Verhalten!“ Er aber antwortete ganz gleichgültig und herablassend: „Bla bla bla...“ Auch wenn es mich sehr störte, nahm ich mich zusammen und dachte: „Egal, ich lasse es jetzt sein und sage nichts mehr. Er scheint es nicht zu verstehen.“ Er hörte aber tatsächlich einen Tag lang damit auf.
Am nächsten Tag ging es weiter. Er schaffte es, in 20 Minuten nur ein Wort zu schreiben, weil er sich so ablenkte und sich nicht konzentrieren konnte. Die Lehrerin forderte ihn auf: „Komm zu mir nach vorne und zeige dein Ergebnis.“ Dieses Mal mischte ich mich nicht ein, weil ich verstand, dass es eine Umwandlung von Karma zwischen der Lehrerin und ihm war.
Als er danach wieder an seinen Platz zurückkam, erzählte er mir Folgendes: „Die Lehrerin hat mir gesagt, dass ich dumm und unfähig sei, und dass sie als Lehrerin gegen mich sei. Ich mag diese Lehrerin nicht. Sie ist eine dumme Lehrerin.“
Ruhig hörte ich zu und überlegte. Dann antworte ich ihm: „Ich würde so etwas nicht sagen. Ich glaube auch nicht, dass unsere Lehrerin so etwas zu dir gesagt hat.“
Ich schaute nach innen und bemerkte, dass ich seine Aussage als sehr respektlos empfand und ich so etwas gegenüber einer anderen Person nicht sagen würde. Ich entschied mich, nicht noch länger mit ihm zu debattieren, damit ich mir nicht noch mehr Karma anhäufte.
Ich bemerkte, dass ich schlechte Gedanken über ihn hatte und ihm nicht vertraute.
An diesem Abend las ich das Fa mit meinem Vater.
Der Meister erklärt:
„Ich habe einigen Praktizierenden gesagt, dass extreme Gedanken durch Gedankenkarma verursacht werden, jedoch betrachten nun viele Schüler alle ihre schlechten alltäglichen Gedanken als Gedankenkarma. Das ist nicht richtig. Was hast du denn noch zu kultivieren, wenn du keine schlechten Gedanken mehr hast? Wenn du so rein bist, bist du dann nicht schon ein Buddha? Dieses Verständnis ist falsch. Nur die schmutzigen Gedanken, die heftig in deinem Kopf auftauchen und den Meister, Dafa oder andere Menschen beschimpfen und sich nicht von dir beseitigen oder unterdrücken lassen, gehören zum Gedankenkarma. Allerdings gibt es noch ein schwaches Gedankenkarma, das sich aber auch von den normalen Gedanken oder Vorstellungen unterscheidet. Ihr müsst euch unbedingt darüber im Klaren sein. (Scharfsinn, 23.05.1995, in: Essentielles für weitere Fortschritte I)
An diesem Abend wurde mir bewusst, dass wenn ich schlecht denke oder etwas Schlechtes sage, dadurch Karma erzeuge. Gleichzeitig hatte auch der Junge Karma erzeugt, da er schlecht über unsere Lehrerin gedacht und gesprochen hatte. Jetzt tat er mir sogar leid. Auch wenn ich es nicht immer schaffte, mich daran zu erinnern, ließ der Meister mich diese Fa-Stelle lesen, um mich zu korrigieren.
Nun verstand ich, was der Meister mir sagen wollte – ich solle nicht schlecht über den Jungen denken. Denn dadurch würde auch ich Karma bekommen. Es zeigte mir, dass ich noch viel zu lernen hatte.
Am nächsten Tag hatten wir Sport. Dort haben wir Völkerball gespielt. Ich hatte meinen Banknachbar zwei Mal beim Spiel mit dem Ball getroffen, aber er behauptete, dass dies nicht stimmt. Doch die Lehrerin bestätigte dies und er erwiderte: „Ihr seid immer gegen mich.“ Ich sagte streng zu ihm „Nein, sie ist nicht gegen dich. Das können alle anderen hier bezeugen.“ Alle stimmten mir zu. Ich erkannte durch meine Aussage, dass ich Kampfgeist in mir hatte und immer gewinnen wollte. Von diesem Tag an war es mir beinahe immer egal, wer gewinnt.
Danke verehrter Meister, dass ich schon so viel von Ihnen lernen durfte.Danke, liebe Mitpraktizierende.
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