(Minghui.org) Eine 51-jährige Frau, die wegen ihres Glaubens an Falun Dafa eine 15-jährige Haftstrafe absitzt, wurde angewiesen, ihre medizinischen Kosten selbst zu tragen. Doch die Gefängnisbehörden sind gesetzlich verpflichtet, die medizinische Versorgung der Gefangenen sicherzustellen.

Niu Xiaona aus Harbin, Provinz Heilongjiang erkrankte in den 1990er-Jahren während ihres Studiums an progressiver rheumatoider Arthritis. Ihre Knie waren stark angeschwollen und fast 90 Grad gebeugt. Auch ihre Arme waren angeschwollen und vor der Brust verschränkt. Ihre Fingergelenke waren durch die Schwellung ebenfalls deformiert.

Nachdem sie mit Falun Dafa begonnen hatte, verschwanden ihre Schmerzen, und auch die Schwellungen gingen zurück. Da sich jedoch die Knochenhaut, die ihre Knochen bedeckte und als Ansatzstelle für Muskeln und Sehnen dient, bereits zurückgebildet hatte, blieben ihre Beine stark deformiert, sodass sie nicht mehr stehen kann. Sie ist weiterhin auf einen Rollstuhl angewiesen und kann weder aufstehen noch gehen, duschen oder die Toilette selbstständig benutzen.

Bevor sie Ende Mai 2024 in das Frauengefängnis der Provinz Heilongjiang verlegt wurde, wo sie eine 15 Jahre lange Haftstrafe antreten musste, konnte sie sich während ihrer zweimonatigen Haft nur viermal mit Hilfe anderer Gefangener das Gesicht waschen.

Nius 79-jähriger Vater wandte sich vergeblich an zahlreiche Behörden, um ihre Freilassung zu erwirken. Die Medikamente seiner Tochter waren nur in einer bestimmten Apotheke erhältlich, die ausschließlich Bargeld akzeptierte. Auch die Einzahlung auf das Konto seiner Tochter im Gefängnisladen gestaltete sich für ihn schwierig.

Er trauert noch immer um seine Frau, die am 5. November 2023 verstarb, und weiß nicht, wie lange er das noch durchhalten kann.

Nius jüngste Festnahme

Niu wurde nach ihrer Festnahme am 19. April 2021 zu einer Haftstrafe verurteilt. Trotz ihrer Behinderung hielten die Behörden sie drei Monate lang in Haft, bevor sie gegen Kaution freigelassen wurde. Am 19. März 2024 wurde sie erneut festgenommen und in die zweite Haftanstalt der Stadt Harbin eingeliefert.

Das Eisenbahntransportgericht in Harbin verurteilte Niu Ende September 2022 zu einer 15 Jahre langen Haftstrafe, die eine bereits 2004 verhängte 14-jährige Haftstrafe umfasste. Diese hatte Niu aufgrund ihrer Behinderung bereits auf Anordnung des Gerichts außerhalb des Gefängnisses verbüßt. Nach der erneuten Verurteilung stellte das Eisenbahntransportgericht in Harbin jedoch fest, dass Niu keine offiziellen Dokumente vorgelegt hatte, die belegten, dass sie die 14-jährige Haftstrafe außerhalb des Gefängnisses abgeleistet hatte. Daher verhängte das Gericht die Gesamtstrafe von 15 Jahren. Niu wurde außerdem zu einer Geldstrafe von 1.000 Yuan (etwa 120 Euro) verurteilt. Sie legte beim höheren Gericht gegen das Urteil Berufung ein, aber es gibt noch keinen Bericht über den Ausgang ihrer Berufung.

Um einer Haftstrafe zu entgehen, tauchte Niu unter. Am 19. März 2024 wurde sie festgenommen, während sie noch um ihre Mutter trauerte.

Nius Mutter, Tuo Wenxia, wurde am 19. April 2021 zusammen mit ihr verhaftet, ebenfalls wegen Falun Dafa. Tuo wurde später gegen Kaution freigelassen. Während ihrer Haftzeit wurde bei ihr Gebärmutterkrebs im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert. Aufgrund einer Schilddrüsenüberfunktion, die eine Stoffwechselstörung verursachte und das Fortschreiten des Gebärmutterkrebses beeinflusste, konnte sie nicht operiert werden. In den folgenden Monaten verschlechterte sich ihr Zustand zusehends. Sie hatte Fieber und litt unter ständigen Schmerzen. Bei ihrer Einlieferung ins Krankenhaus stellten die Ärzte fest, dass der Krebs sich bereits in andere Organe verbreitet hatte. Sie starb am 5. November 2023 im Alter von 73 Jahren.

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