(Minghui.org) Minghui.org berichtete vor rund einem Jahr über die Verbrechen, die in der 16. Abteilung des Gefängnisses Shizuishan in der Autonomen Region Ningxia an den dort inhaftierten Falun-Dafa-Praktizierenden verübt werden. Dieser Bericht enthüllt weitere Einzelheiten.
Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels waren noch mindestens sieben Praktizierende in der 16. Abteilung inhaftiert, darunter Ma Zhiwu (14 Jahre), Chu Jidong (13 Jahre), Luan Ning (10 Jahre), Sun Lei (7 Jahre), Zheng Yongxin (fünf Jahre und zehn Monate), You Haijun (5 Jahre) und Zhao Lin (Haftdauer nicht bekannt).
Die 16. Abteilung, auch bekannt als „Hochsicherheitstrakt“, wurde aus der ehemaligen Abteilung für ältere und gebrechliche Häftlinge umfunktioniert. Sie untersteht der Bildungsabteilung des Gefängnisses.
Das Gefängnis Shizuishan fungierte im Jahr 2019 nach dem Gefängnis Yinchuan als Hauptanstalt für die Inhaftierung von Falun-Dafa-Praktizierenden in Ningxia. Die 16. Abteilung wurde seitdem umfassend renoviert und neu eingerichtet. Sie ist mittlerweile komplett mit verschiedenen Einrichtungen und Geräten zur Überwachung, Einschränkung, Unterdrückung und Folter von Praktizierenden ausgestattet.
Organisationsstruktur
Die 16. Abteilung unter der Leitung von Ma Qiang umfasst drei Bereiche: den strengen Überwachungsbereich, den Kontrollbereich und den Trainingsbereich. Jeder Bereich hat eigene, charakteristische Uniformfarben für die Wärter und Insassen. Die Haftdauer beträgt in der Regel drei bis sechs Monate im strengen Überwachungsbereich und bis zu zwei Jahren im Kontrollbereich sowie ein bis zwei Monate im Trainingsbereich. Die maximale Dauer von zwei Jahren für die Inhaftierung im Kontrollbereich wurde aufgehoben. Viele Praktizierende werden mehrere Jahre lang im Kontrollbereich festgehalten. Der Praktizierende Luan wurde 2019 ins Gefängnis eingeliefert und ist bis heute im Kontrollbereich untergebracht.
Der strenge Überwachungsbereich umfasst eine Einzelzelle, den strengen Überwachungsbereich 1 und den strengen Überwachungsbereich 2. Die Einzelzelle und der strenge Überwachungsbereich 1 sind klein und verfügen lediglich über ein Waschbecken (ohne Wasserhahn) und sonst nichts. Im strengen Überwachungsbereich 2 sind zwei Gruppen untergebracht, wobei die eine über ein Waschbecken verfügt und die andere nicht.
Der Kontrollbereich umfasst über 13 Zellen (auch als Gruppen bezeichnet). Hier werden hauptsächlich inhaftierte Praktizierende untergebracht. Die Fenster jeder Zelle sind mit Metallgittern gesichert und mit Stacheldraht abgedeckt. Die elektrische Metalltür ist mit Filz verkleidet, mit einer kleinen Türöffnung unten und einer Reihe von zaunartigen Lüftungsschlitzen oben.
In den Zellen 1, 12 und 13 gibt es keine Wasserhähne, sodass die Praktizierenden alle Reinigungsarbeiten in einem Wassertank erledigen müssen. Die Wände der Zelle 1 sind mit einer dicken Polsterung versehen. In jeder Zelle dürfen nur ein Pappbecher und ein oder zwei Rollen Toilettenpapier aufbewahrt werden. Andere Dinge des täglichen Bedarfs sind nicht erlaubt. Den Praktizierenden wird oft über längere Zeit hinweg verboten, sich zu waschen oder die Toilette zu benutzen. Infolgedessen müssen sich die Praktizierenden, insbesondere diejenigen mit Prostataproblemen, in die Hose erleichtern.
In jeder Zelle sind an zwei gegenüberliegenden Ecken der Decke je eine hochauflösende Überwachungskamera installiert, die zudem mit einer Lochkamera ausgestattet ist. Die Wärter patrouillieren oft mit langen Elektrostäben in der Hand durch den Kontrollbereich und zögern nie, jeden zu schlagen, von dem sie glauben, er verstoße gegen die Gefängnisregeln.
Die Praktizierenden werden entweder allein oder in einer Zelle mit regulären Insassen festgehalten. Wenn sie die Zelle verlassen dürfen, müssen sie eine schwarze Kapuze tragen. Wenn ein anderer Praktizierender an ihrer Zelle vorbeigeht, dürfen sie ihm keinen Blick zuwerfen und müssen mit dem Rücken zur Tür stehen. Außerdem ist ihnen nicht erlaubt, über die Situation anderer Praktizierender zu sprechen.
Der Trainingsbereich umfasst zwei Lager, die jeweils über unterschiedliche Einrichtungen verfügen.
Der Wachraum ist mit mehreren großen Monitoren ausgestattet, mittels derer die Wärter jede Bewegung in jeder Ecke der gesamten Abteilung genau beobachten. Außerdem ist im Flur jedes Bereichs ein Bildschirm angebracht, der von den diensthabenden Insassen (Aufsehern) beobachtet wird.
Die Abteilung verfügt über drei Plätze, einen großen und zwei kleine. Über jedem Platz befindet sich dichter Stacheldraht, der von dicken Stahlstangen gestützt wird.
Im Gebäude gibt es zudem einen sogenannten „Chatraum“. Dort stehen zwei Metallstühle, auf denen Hände, Füße, der untere Rücken und der Kopf eines Praktizierenden fixiert werden können. Die Stühle sind durch eine stahlrohrartige Barriere vom Verhörschreibtisch der Wärter getrennt.
Die Verfolger
Abteilungsleiter Ma wird von seinem Stellvertreter Fan Lixiang sowie den Wärtern Dang Ningning, Lei Zhanbiao, Ma und anderen unterstützt. Sie haben knapp 40 Insassen aus verschiedenen Gruppen ausgewählt, die als Helfer bei der Überwachung und Folter von Falun-Dafa-Praktizierenden fungieren.
Den Insassen werden besondere Privilegien gewährt sowie die Befugnis, Praktizierende ohne Konsequenzen zu misshandeln. Um diese Vergünstigungen nicht zu verlieren und Punkte für eine Verkürzung ihrer Haftstrafe zu sammeln, scheuen sie keine Mühen, den Praktizierenden das Leben zur Hölle zu machen.
Jede Bewegung erfordert eine Erlaubnis
Die Praktizierenden müssen die Insassen für jede Bewegung und jeden Schritt um Erlaubnis bitten. Bei der täglichen Wasserausgabe müssen sie beispielsweise der Reihe nach folgende Fragen stellen, bevor sie Wasser bekommen:
- „Darf ich meinen Becher holen?“- „Darf ich mich in die Schlange stellen, um Wasser zu bekommen?“- „Darf ich mich hinsetzen, bis ich an der Reihe bin?“- „Darf ich aus der Schlange treten, um meinen Becher füllen zu lassen?“- „Darf ich mich wieder in die Schlange stellen?“- „Darf ich mich hinsetzen, um auf die Erlaubnis zu warten, das Wasser zu trinken?“- „Darf ich jetzt Wasser trinken?“- „Darf ich meinen Becher wegstellen?“- „Darf ich mich wieder in die Schlange stellen, um in meine Zelle zurückzukehren?“
Solche Abläufe (für jede Bewegung um Erlaubnis zu bitten) sind bei sämtlichen alltäglichen Aktivitäten vorgeschrieben, wie dem Einnehmen von Mahlzeiten, dem Gang zur Toilette, dem Schlafenlegen, dem Aufstehen, der Einnahme von Medikamenten, den Besuchen von Familienangehörigen und den Gesprächen mit den Wärtern.
Den Praktizierenden ist es nicht erlaubt, mit Insassen in derselben Gruppe, die nicht überwacht werden zu sprechen – es sei denn, sie erhalten die Erlaubnis der Aufseher. Gespräche mit Praktizierenden einer anderen Gruppe sind strengstens verboten. Im Stehen müssen die Praktizierenden geradeaus schauen und dürfen ihren Kopf weder nach links, rechts oder nach hinten drehen. Beim Gehen müssen sie in einer geraden Linie marschieren, den Kopf hoch- und die Brust gerade halten und die Arme hin und her schwingen.
All diese roboterhaften Behandlungen der Praktizierenden werden als „Anpassung des Verhaltens“ bezeichnet.
Die diensthabenden Wärter inspizieren die Zellen dreimal täglich: morgens, nachmittags und abends. Alle Insassen einer Zelle, die bei der „Anpassung des Verhaltens“ schlecht abschneiden, werden mit Elektroschocks und der Streichung von freien Tagen bestraft.
Die drei Haupt-Foltermethoden
Die tägliche Folterroutine umfasst drei Hauptelemente: Stehen, Auswendiglernen und Training.
Die Praktizierenden werden gezwungen, jeden Tag mehr als zehn Stunden lang zu stehen – eine Ausnahme bilden die Trainingseinheiten. In jeder Zelle stehen vier bis sieben rotlackierte Kisten mit den Maßen 30 x 40 auf dem Boden. Die Praktizierenden müssen innerhalb der Kisten stehen und um Erlaubnis bitten, wenn sie diese verlassen wollen; ansonsten gilt dies als Regelverstoß und wird bestraft.
Die Aufseher in jedem Bereich haben verschiedene Materialien erstellt, welche die Praktizierenden auswendig lernen müssen. Die Materialien reichen von Gefängnisregeln über gerichtliche Vorschriften bis hin zu zivilrechtlichen Angelegenheiten. Wenn die Praktizierenden den Inhalt der Materialien nicht korrekt wiedergeben können, werden sie bestraft, beispielsweise mit der Stehfolter.
Den Trainings fehlt es oft an einheitlichen Inhalten. Jeder Bereich und sogar jede Zelle entwickelt ihre eigenen Trainingsabläufe. Manchmal führen die unterschiedlichen Abläufe zu Konflikten unter den Insassen, die mit der Gehirnwäsche der Praktizierenden beauftragt sind. Die Insassen halten jeden Tag morgendliche Besprechungen ab und reichen jeweils am Nachmittag schriftliche Berichte über den Stand der Praktizierenden ein. Am nächsten Morgen beraten sie dann gemeinsam, wie sie standhafte Praktizierende strenger verfolgen können. Zusätzlich zu den täglichen morgendlichen Besprechungen finden wöchentliche Treffen statt.
Das Training ist hauptsächlich darauf ausgerichtet, welche Bewegungen die Teilnehmer während der „Anpassung des Verhaltens“ ausführen müssen. Es gibt auch verschiedene Übungen, wie zum Beispiel Formationsbewegungen im militärischen Stil. Die Bewegungen zur „Anpassung des Verhaltens“ beinhalten Treten, Drehen, in die Hocke gehen, Stehen, Stampfen und noch andere. Mit anderen Worten: Jedes Mal, wenn die Teilnehmer um Erlaubnis bitten, etwas tun zu dürfen, müssen sie auch die dazu vorgeschriebene Bewegung ausführen. Die vielen verschiedenen Bewegungen sind anspruchsvoll und körperlich anstrengend, besonders für ältere Menschen. Einmal brach ein über 70-jähriger Mann während des Trainings zusammen, wurde jedoch von zwei anderen gestützt, und gezwungen weiterzumachen. Die Bewegungen sind zudem Teil der täglichen Überprüfung durch die Wärter. Jede Abweichung von den vorgeschriebenen Bewegungen führt zu einer Bestrafung.
Während der Formationsübungen befehlen die Insassen den Praktizierenden, mit den Füßen fest auf Beton- oder Fliesenböden zu stampfen – je lauter das Stampfen, umso besser das Demonstrieren von Schwung und einer hart trainierenden Haltung. Wenn ein Praktizierender kein lautes Stampfen erzeugt, wird ihm manchmal befohlen, weiter zu stampfen – manchmal bis zu tausend Mal, was oft zu starken Schmerzen und Schwellungen an den Füßen führt. Manche verlieren sogar die Kontrolle über ihre Blase und haben Blut im Urin. Ein Mann mit dem Namen He brach während des Stampfens zusammen und wurde ins Krankenhaus eingeliefert, wo er verstarb.
Oftmals teilen die Insassen die Formationsbewegungen auf und befehlen den Praktizierenden, eine einzelne Bewegung stundenlang auszuführen, wie zum Beispiel in die Hocke zu gehen, sich nach vorne zu beugen oder in einer bestimmten Haltung zu verharren.
Gruppenbildung
Als Zhang Yanjun noch als stellvertretender Abteilungsleiter fungierte, entwickelte er ein Zweiergruppen-System, bei dem jeder Aufseher eine Gruppe leitete, das aus einem Praktizierenden und zwei bis drei regulären Insassen bestand. Wenn ein Mitglied unzufrieden mit einem Insassen war, befahl er den anderen, den „Täter“ festzuhalten, bis die Wärter kamen, um die Angelegenheit zu regeln. Während des „Festhaltens“ schwollen bei manchen die Gesichter an, während anderen die Zähne ausgeschlagen wurden.
Außerdem fertigte Zhang zwei Holzhocker an, um speziell die Praktizierenden Luan und Sun Jianfeng (der 2026 nach sechsjähriger Haft freigelassen wurde) zu misshandeln. Die Oberfläche von Luans Hocker war mit Nägeln bespickt, deren Köpfe uneben waren und herausragten. Auf der Oberfläche von Suns Hocker waren Metallschienen mit Schlitzen angebracht. Die beiden Praktizierenden mussten über lange Zeit auf den Hockern sitzen. Zhang kaufte auch einen riesigen, strapazierfähigen Mopp, der fast 50 Kilogramm wog, wenn er nass war. Er befahl Sun, den Mopp den ganzen Tag lang herumzuschleppen. Diese Foltermethoden wurden später auch bei anderen inhaftierten Praktizierenden angewendet.
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