(Minghui.org) Mit einer Kundgebung am 25. April in Montreal gedachten Falun-Gong-Praktizierende eines friedlichen Appells in Peking vor 27 Jahren – und nutzten die Gelegenheit, den spirituellen Weg einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen.
Nachdem im April 1999 Dutzende Praktizierende in Tianjin unrechtmäßig verhaftet worden waren, begaben sich am 25. April 1999 etwa 10.000 Praktizierende zum Nationalen Beschwerdebüro in Peking, um deren Freilassung zu fordern. Die Inhaftierten wurden freigelassen, und der Appell endete an diesem Tag. Doch nur drei Monate später leitete die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) eine landesweite Unterdrückungskampagne ein, die bis heute andauert.

Kundgebung der Falun-Gong-Praktizierenden am 25. April 2026 in Montreal



Passanten unterzeichnen Petitionen, die ein Ende der Verfolgung in China fordern
Gruppenfoto, nachdem Passanten Petitionen unterzeichnet haben
„Du hast das Richtige getan!“
„Falun Gong stärkt unseren Geist und unseren Körper. Deshalb hielt ich es für notwendig, Einspruch einzulegen, nachdem andere Praktizierende zu Unrecht verhaftet worden waren“, so Frau Li. Im Jahr 1999 war sie 32 Jahre alt und arbeitete an einer Universität in Peking.
Der 25. April 1999 war ein Sonntag, an dem Li wie gewohnt morgens zum Übungsplatz ging. Nach den Übungen teilte ihnen ein ehrenamtlicher Helfer mit, dass in Tianjin über 40 Praktizierende verhaftet worden waren. Grund: Sie hatten mit einem Zeitschriftenredakteur gesprochen, der einen Falun-Gong-verleumderischen Artikel veröffentlicht hatte. Li erklärte: „Die Behörden in Tianjin sagten, der Befehl [zur Verhaftung] sei aus Peking gekommen. Wenn wir [Praktizierende] Einspruch einlegen wollten, müssten wir uns an die Zentralregierung wenden.“
Li dachte darüber nach, wie sehr sie und andere Praktizierende von den Übungen profitiert hatten und dadurch, dass sie sich an den Prinzipien Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht orientierten. Daher beschloss sie, hinzugehen. Sie und drei weitere Praktizierende fuhren mit dem Fahrrad zum Nationalen Beschwerdebüro in der Fuyou-Straße.
Dort waren viele Polizisten im Dienst, von denen einer fragte, ob sie Falun-Gong-Praktizierende seien, die Beschwerde einlegen wollten. Als sie dies bejahten, führte ein anderer Polizist sie zu einem Ort etwa 100 Meter vom Westeingang von Zhongnanhai entfernt.
„Die Polizisten waren zunächst nervös, doch als sie die Anwesenden einwiesen, bemerkten sie, dass die Praktizierenden sehr friedlich waren, und entspannten sich. Einige gingen gelassen umher und blieben gelegentlich stehen, um mit uns zu plaudern. Wir standen auf dem Bürgersteig und behinderten den Verkehr nicht. Später erfuhren wir, dass Vertreter der Praktizierenden hineingegangen waren, um mit den Beamten zu sprechen, so warteten alle geduldig. Einige Praktizierende sammelten Müll in Plastiktüten ein.“
Li und alle anderen Praktizierenden verließen die Veranstaltung, nachdem sie von der Freilassung der inhaftierten Praktizierenden erfahren hatten. Die gesamte Aktion verlief friedlich. Jiang Zemin, damals KPCh-Vorsitzender, bezeichnete die Veranstaltung jedoch als „Angriff auf Zhongnahai“ und befahl im Juli die Verfolgung von Falun Gong. Li, die selbst vor Ort war, erklärte, die Kundgebung sei rechtmäßig und gerechtfertigt gewesen.
Auch die Angehörigen der Praktizierenden fanden es gut, wie die Praktizierenden gehandelt hatten. Eine der Praktizierenden, die Li begleitet hatte, besaß ein Handy, was damals noch nicht weit verbreitet war. Während der Kundgebung rief ihre Tochter, die Studentin war, an: „Eine meiner Kommilitoninnen hat die Kundgebung gesehen und fand sie großartig. Ich bin stolz auf dich, Mama! Du hast das Richtige getan.“
„Wir werden Ergebnisse sehen“
Die Reden bei der Kundgebung wurden gleichzeitig auf Chinesisch, Englisch und Französisch gehalten. Die Tian Guo Marching Band spielte und die Praktizierenden führten die Falun-Gong-Übungen vor. Viele Passanten applaudierten und brachten ihre Zustimmung zum Ausdruck.
Joel (links) und seine Freundin Jocelyn
Joel, ein Schlagzeuger der Nationalen Zirkusschule Kanadas, sagte, er sei von der Musik angezogen worden und habe den Reden zugehört. Er habe zwar gewusst, dass die KPCh die Chinesen schlecht behandele, höre aber zum ersten Mal von der Verfolgung.
Er erklärte: „Was ihr tut, ist wichtig, denn die Menschen müssen sich für diese Themen interessieren. Ihr verändert die Herzen der Menschen zum Besseren. Ich bin gespannt auf weitere friedliche Veranstaltungen wie diese. Wir werden Ergebnisse sehen.“
Er gab an, es sei schwer zu verstehen, warum eine so friedliche Meditationsgruppe 27 Jahre lang unterdrückt worden sei. „Die Menschen müssen davon wissen und sich an die Geschichte erinnern. Ich hoffe, dass die Verfolgung eines Tages aufhört und die Menschen ihre Freiheit wiedererlangen“, fügte Joel hinzu.
Chinesische Studenten treten aus KPCh-Organisationen aus
Als drei Studenten – zwei Chinesen und ein Malaysier – wissen wollten, was vor sich ging, erläuterte ein Praktizierender, die Veranstaltung erinnere an den friedlichen Appell in Peking im April 1999. Daraufhin bemerkte einer von ihnen: „Ich weiß davon. Das war eine Falschdarstellung der KPCh, um Falun Gong zu diffamieren.“
Sie sagten, sie hätten online von Falun Gong erfahren und wüssten, dass die KPCh Lügen verbreitet habe, um Falun Gong zu verleumden, darunter die inszenierte Selbstverbrennung auf dem Tiananmen-Platz. „Wir wissen, dass die KPCh gut darin ist, Menschen einer Gehirnwäsche zu unterziehen, aber wir lassen uns nicht täuschen“, fügte einer von ihnen hinzu. „Die KPCh ist wirklich bösartig.“
Dies war das erste Mal, dass diese Studenten überhaupt eine Aktivität von Praktizierenden miterlebten. Alle drei nahmen Exemplare der „Neun Kommentare über die Kommunistischen Partei“ mit. Einer von ihnen sagte, er habe kürzlich eine Shen-Yun-Aufführung besucht und sei begeistert gewesen. „Mehrere Leute haben mir gesagt, man müsse Shen Yun mindestens einmal im Leben gesehen haben“, so der Student.
Als sie von den Auswirkungen der zahlreichen politischen Kampagnen der Kommunistische Partei Chinas erfuhren, die auch Falun-Gong-Praktizierende betrafen, erklärten sich die beiden chinesischen Studenten bereit, aus den Parteiorganisationen auszutreten.
Der malaysische Student sagte: „Mein Vater kommt aus China. Ich werde ihm sagen, dass er online austreten soll.“
Auch andere sind Opfer
Der Krankenpfleger Benomar Ahmed war schockiert, als er hörte, was Falun-Gong-Praktizierende aufgrund ihres Glaubens erleiden mussten. „Ich kann mir so etwas nicht vorstellen. Auch die Brutalität der erzwungenen Organentnahme ist für mich unerträglich“, meinte er. „Regierungsbeamte in China und anderen Ländern müssen endlich handeln und die Verfolgten unterstützen.“
Denis, eine ehemalige Regierungsangestellte, berichtete, sie habe bei einem Besuch in China Menschenrechtsverletzungen beobachtet. Nachdem sie einen Flyer über Falun Gong gelesen hatte, sagte sie, sie habe Mitleid mit den misshandelten Praktizierenden und wolle online recherchieren.
Der Softwareentwickler John Slanly unterzeichnete eine Petition gegen die Unterdrückung: „Ich mag den Kommunismus nicht. Ich habe uigurische Verwandte in China, die jederzeit verfolgt werden könnten, genau wie die Falun-Gong-Praktizierenden.“
Er kenne Falun Gong und werde die Angelegenheit weiterhin über soziale Medien verfolgen. „Ich finde, alle Opfer des Kommunismus müssen zusammenarbeiten, um sich Gehör zu verschaffen. Das wird dazu beitragen, diesen Albtraum zu beenden.“
Hintergrund: Was ist der Appell vom 25. April?
Falun Dafa, auch als Falun Gong bekannt, wurde zum ersten Mal 1992 in der Öffentlichkeit vorgestellt. Wenige Jahre später praktizierten fast 100 Millionen Menschen in ganz China Falun Dafa. Sie profitierten von dem Kultivierungsweg, indem sich ihr Gesundheitszustand verbesserte und ihre Moral erhöhte.
Am 23. und 24. April griffen Polizisten in Tianjin, einer Stadt nahe Peking, Dutzende Praktizierende an, die sich vor einem Verlagsgebäude versammelten hatten. Dabei wollten die Praktizierenden nur die Fehler in einem kürzlich veröffentlichten Zeitungsbericht über Falun Dafa richtigstellen. Als die Verhaftung bekannt wurde und mehrere Praktizierende sich bei den Polizisten erkundigten, sagte man ihnen, dass sie ihre Beschwerde in Peking vortragen müssten.
Am 25. April versammelten sich daraufhin etwa 10.000 Praktizierende vor dem Petitionsbüro der Zentralregierung in Peking, wie ihnen die Polizisten in Tianjin es gesagt hatten. Der Appell verlief friedlich und geordnet. Einige Praktizierende trafen sich als Vertreter der Protestierenden mit dem chinesischen Ministerpräsidenten Zhu Rongji und seinen Mitarbeitern. An diesem Abend wurden ihre Sorgen angehört – die verhafteten Praktizierenden in Tianjin kamen frei und alle fuhren nach Hause.
Doch der damalige Staatschef Jiang Zemin sah die wachsende Beliebtheit der spirituellen Praktik als Bedrohung für die atheistische Ideologie der Partei. Am 20. Juli 1999 erließ er den Befehl, Falun Dafa zu verbieten.
Minghui.org hat den Tod Tausender Praktizierender in den vergangenen 27 Jahren der Verfolgung gemeldet. Es wird vermutet, dass die Dunkelziffer viel höher ist. Noch mehr Praktizierende wurden und werden wegen ihres Glaubens inhaftiert und gefoltert.
Es gibt konkrete Beweise, dass die KPCh den Organraub fördert. Inhaftierte Praktizierende werden wegen ihrer Organe ermordet, die zu Profitzwecken an die Transplantationsindustrie verkauft werden.
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