(Minghui.org) Der „Dornenkamm“ ist eine Episode aus Die Reise nach Westen. Auf der Suche nach den heiligen Schriften mussten der Tang-Mönch und seine Schüler insgesamt 81 Prüfungen bestehen; der „Dornenkamm“ war die 52.

Viele Leser erinnern sich vermutlich nicht mehr genau an diese Szene. Denn im „Dornenkamm“ gibt es weder mächtige Dämonenkönige noch grausame oder qualvolle Prüfungen. Stattdessen wirkt alles friedlich und harmonisch. Die Geister der Pflanzen und Bäume begegnen dem Tang-Mönch mit großem Respekt. Doch unter dem Vorwand, über Poesie und Philosophie zu sprechen, stellen sie ihm eine Falle.

Die vier Baumgeister verwandeln sich in alte Unsterbliche. Mit eleganten und gebildeten Worten diskutieren sie mit dem Tang-Mönch über Zen-Philosophie und Poesie. Nichts an ihrem Auftreten wirkte dämonisch. Im Gegenteil: Sie schienen sogar erleuchteter als die Gelehrten der gewöhnlichen Welt.

Auch die Gedichte und Ausführungen des Tang-Mönchs über Zen werden von den Geistern gelobt. Sie sagen: „Der heilige Mönch besitzt außergewöhnliches Talent und ein tiefes Verständnis des Zen! Er ist wahrhaftig ein alter Buddha der Zen-Schule!“ Umgeben von der abgeschiedenen, nebelverhangenen Einsiedelei der Waldgeister lauscht der Tang-Mönch den geistvollen Gesprächen und den schmeichelnden Worten. Für einen Moment vergisst er die Gefahren seiner Reise in den Westen und verliert seine Wachsamkeit.

Doch genau diese Atmosphäre von „Ehrfurcht“ und „Gelassenheit“ war der gefährlichste Teil dieser Prüfung. Hinter der scheinbar harmlosen Umgebung verbarg sich eine subtile Falle, die seinen Entschluss, die Pilgerreise zu vollenden, nach und nach schwächen sollte.

Als schließlich die Aprikosenfee erschien und ihm mit unvergleichlicher Schönheit ihre Liebe gestand, während die vier Ältesten dies noch unterstützten, wurde die Falle vollständig sichtbar. Doch der Tang-Mönch blieb seinen buddhistischen Geboten treu und gab nicht nach.

Erst als seine Schüler ihn fanden, konnte er sich aus diesem Netz aus Schönheit und Zuneigung befreien. Gerade in dieser Prüfung sprach der Tang-Mönch die denkwürdigen Worte: „Eine menschliche Gestalt zu erlangen, ist schwer; im Reich der Mitte geboren zu werden, ist selten, und dem wahren Dharma zu begegnen, ist schwierig. Alle drei zugleich zu besitzen, ist ein unvergleichlicher Segen.“

Im Verlauf meiner Kultivierung im Falun Dafa habe ich festgestellt, dass sowohl ich selbst als auch andere Praktizierende – mehr oder weniger – in Selbstzufriedenheit geraten sind, seit sich das Umfeld entspannt hat. Anfangs bemühten wir uns noch fleißig um die drei Dinge. Doch nach und nach begannen wir, sehnsüchtig auf das Ende der Fa-Berichtigung zu warten und uns im gewöhnlichen Leben einzurichten. Die Kultivierung rückte dabei immer weiter in den Hintergrund. Manche Praktizierenden begannen sogar, das gewöhnliche Leben zu genießen, und beschäftigen sich hauptsächlich damit, ihre Lebensqualität zu verbessern.

Der Alltag gleicht einer sanften Falle, die den Willen eines Praktizierenden allmählich schwächt. Es ist leicht, ein gewöhnliches Leben zu führen. Wenn man das Fa nicht lernt, sich nicht mit Mitpraktizierenden austauscht und Minghui.org nicht mehr besucht, läuft das Leben einfach weiter wie gewohnt.

Durch das Lernen des Fa haben wir verstanden, dass jede Minute, die uns heute gegeben ist, durch das unermessliche Leid ermöglicht wurde, das der Meister erträgt.

An Orten, die wir nicht sehen können – in Gefängnissen, Haftanstalten und Umerziehungseinrichtungen – werden viele Mitpraktizierende weiterhin verfolgt. Gleichzeitig werden Dafa und seine Lehre noch immer verleumdet und diffamiert. Sobald die Fa-Berichtigung endet, werden unzählige unwissende Menschen zusammen mit den riesigen Gruppen von Lebewesen hinter ihnen ihr Leben für immer verlieren.

Wenn wir die Gelübde, die wir bei unserer Ankunft in dieser Welt abgelegt haben, nicht erfüllen können – welches Schicksal erwartet uns dann? Wie könnten wir die Zeit nicht nutzen und uns nicht weiter fleißig vorwärtsbewegen?

Wenn ich über meinen eigenen Kultivierungsweg nachdenke, entdecke ich viele tief verwurzelte Anhaftungen in mir. Sie alle entstanden, nachdem ich in meiner Kultivierung nachlässig geworden war. Ich spreche diese Anhaftungen und Unzulänglichkeiten offen an, arbeite daran, sie zu beseitigen, und teile diese Erfahrungen mit anderen Praktizierenden, damit wir uns gegenseitig ermutigen können.

Festgelegte Gesprächsleitfäden nutzen, um die wahren Umstände zu erklären

Früher wagte ich nicht, offen über Dafa zu sprechen, und wusste auch nicht, wie ich es angehen sollte. Später las ich auf Minghui Erfahrungsberichte von Mitpraktizierenden. Einige beschrieben dort wirksame Methoden, um die wahren Umstände zu erklären: wie man Vertrauen aufbaut, wie man ein Gespräch beginnt und wie man Menschen dazu bewegt, aus der KPCh auszutreten.

Nachdem ich diese Berichte gelesen hatte, fühlte es sich an, als hätte ich einen Schatz entdeckt. Ich lernte vieles auswendig und entwickelte mit kleinen Anpassungen meine eigenen Methoden. Als ich sie später anwandte, erwiesen sie sich tatsächlich als sehr effektiv. Manche Mitpraktizierende lobten mich dafür, und ich begann sogar, anderen Tipps zu geben.

Allmählich erkannte ich jedoch, dass Probleme entstanden, wenn ich dieselben Gesprächsmuster bei ganz unterschiedlichen Menschen verwendete. Manche reagierten plötzlich mit Einwänden, und ich wusste nicht mehr weiter. Andere ließen sich überhaupt nicht überzeugen.

Mir wurde klar, dass mir das Lob zu Kopf gestiegen war. Mein Herz war davon bewegt worden. Ich hatte die Errettung der Menschen zu einer Routineaufgabe gemacht. Egal wem ich begegnete – ich versuchte immer dieselben Theorien anzuwenden und verließ mich zu sehr auf frühere Erfahrungen.

Doch Menschen zu erretten ist nichts, das man einfach nach einer festen Vorlage tun kann. Nur wenn wir wirklich aus Barmherzigkeit handeln und aufrichtig das Beste für andere wollen, können wir die wahren Umstände wirksam erklären, Zweifel auflösen und Menschen wirklich erretten.

Die Weisheit, die Dafa uns gegeben hat, umfasst weit mehr als nur eine einzige Methode, die wahren Umstände zu erklären. Wir besitzen die Weisheit und die Fähigkeit, mit unzähligen Veränderungen umzugehen. Entscheidend ist, ob wir unser Herz wirklich einsetzen und uns nicht an frühere Erfahrungen klammern.

Die Mentalität der Angeberei

Früher hatte ich ein starkes Bedürfnis, mich zu profilieren. Sobald ich einen Artikel bei Minghui eingereicht hatte, wartete ich gespannt auf seine Veröffentlichung und schaute täglich auf der Website nach. Wurde er nicht veröffentlicht, war ich enttäuscht. Wurde er veröffentlicht, wurde ich selbstgefällig und dachte, wie tiefgründig meine Einsichten seien und wie gut ich alles verstanden hätte.

Lange Zeit blieb ich in den Grenzen meines damaligen Verständnisses gefangen. Selbst Jahre später las ich meine alten Erfahrungsberichte erneut und verlor mich wieder in Selbstbewunderung.

Außerdem war ich von Menschen umgeben, die mich ständig lobten. Sie sagten, ich sei „begabt“, mein Himmelsauge sei „auf einer hohen Ebene geöffnet“, und meine Xinxing sei „hoch“ und meine Erleuchtungsqualität „ausgezeichnet“. Solche Komplimente schmeichelten mir sehr.

Sich selbst bestätigen

Bei einem Austausch mit einem Praktizierenden hörte ich einmal jemanden über die Verfolgung sprechen, die er erlebt hatte. Während des Gesprächs sprach er jedoch ausführlich über sein eigenes Verhalten und erinnerte sich fast stolz daran, wie er sich in dieser schwierigen Umgebung verhalten hatte. Ich hatte dabei den Eindruck, dass er eigentlich sich selbst bestätigte und nicht Dafa.

Andererseits habe ich auch erlebt, wie eine Praktizierende ruhig und gelassen erzählte, wie sie die Verfolgung mithilfe aufrichtiger Gedanken überwunden hatte. Mit fester und ruhiger Stimme schilderte sie die Qualen, die sie erlitten hatte, und wie sie diese durch ihren aufrichtigen Glauben an Dafa überstanden hatte. Mein Himmelsauge nahm wahr, dass der Fashen des Meisters neben ihr stand und weinte. In diesem Moment erfüllte auch mich grenzenlose Dankbarkeit gegenüber dem Meister und ein unerschütterlicher Glaube an Dafa.

Minghui veröffentlichte einmal einen Sonderbeitrag mit dem Titel „Den Anforderungen des Meisters sofort folgen“. Dieser Beitrag hat mich tief bewegt. Dadurch entstand in mir der starke Wunsch, diesen Erfahrungsbericht zu Ende zu schreiben – selbst, wenn er nur eine Mahnung an mich selbst sein sollte, nicht weiter in Selbstzufriedenheit zu versinken.

Liebe Mitpraktizierende, lasst uns nicht in Selbstzufriedenheit versinken. Lasst uns gemeinsam weiter vorwärtsgehen!